Kann Fett gezielt an Körperstellen verbrannt werden?

    Ich komm' gleich zur Sache: Kann man, durch gezielten Muskelaufbau in einer bestimmten Körperregion, z.B. Bauchmuskeln, den Abbau von überschüssigem Fett auch genau da fördern?


    Ich hab' nämlich zwei konkrete Anwendungsfälle:


    a) Mich selbst. Ich bin ein sehr schlanker Mensch, bekomme aber so langsm doch ein Pölsterchen am Bauch. Und zwar nur da. Weil ich an sich aber gesund bin und sogar eher zu wenig als zu viel wiege, ist weniger essen oder anderweitig abnehmen nicht sinnvoll. Ich muss also irgendwie gezielt an die Stelle.


    b) Meine Frau. Sie hat eine absolut schöne Figur mit tollen Rundungen, nur der Bauch passt nicht ins Gesamtbild. Nach medizinischen Maßstäben ist sie leicht übergewichtig, was mich nicht stört, ganz im Gegenteil sogar, sie aber leider schon. Sie möchte daher insgesamt abnehmen, ich finde, nur die eine Stelle tut 's vollkommen.


    Also zwei unterschieldiche Fälle, gleicher "Lösungsansatz".


    Mir ist schon klar, dass ein trainierter Muskel ohnehin zur Straffung einer Körperregion beiträgt. Ich möchte aber auch bewusst, dass es weniger an der Stelle wird. Die Frage ist jetzt halt, ob der Muskel sich den Brennstoff direkt aus der Umgebung nimmt oder via Blutkreislauf immer aus dem ganzen Körper.


    Hat jemand Erfahrungen oder gar Fachwissen und kann mir helfen? Vielen Dank schonmal.


    Grüße


    MisterMary

  • 16 Antworten

    Das hängt vom individuellen Fettverteilungsmuster ab, wo man zuerst zunimmt und zuerst Fett abbaut.


    Wenn du nicht insgesamt "skinny fat" bist, also einen hohen KfA hast, der durch die schlanke Statur kaschiert wird, müsstest du eigentlich auch am Bauch als Erstes wieder abnehmen, da du ja nur dort zugenommen hast laut deiner Beschreibung. Eine Garantie dafür gibt es aber nicht - es kommt glaube ich auch auf das Hormonsystem an. In den Wechseljahren ändert sich das ja bei den Menschen und durch die hormonelle Umstellung legen die dann aufeinmal an Stellen wie dem Bauch zu, an denen sie früher nicht zum Zunehmen geneigt haben.


    Für mich kann ich nur sagen, dass ich an manchen Stellen als Letztes zunehme und als Erstes wieder ab, wobei ich natürlich auch dort minimal zunehme, wenn ich insgesamt zunehme (dito bei Abnahme). Aber mal als Beispiel: Wenn ich 5 kg zunehmen würde, würde der Großteil der Zunahme nicht an dieser Stelle landen (z. B. bei mir am Bauch/Oberkörper). Das hat bei steigendem KfA bzw. Zunahme ähnlich wie bei dir zur Folge, dass der Oberkörper eher knochig ist und der Unterkörper zunehmend nicht mehr dazu passt für mein Empfinden (es gibt ja Leute die diese asymetrische Verteilung figurtechnisch mögen; ich nicht, deshalb gefallen mir meine Proportionen deutlich besser im unteren Noralgewicht und mit niedrigem KfA, weil dann der Körper gleichmäßig aussieht, eben wie ein H und nicht wie A; bei dir wäre es H <=> O). Ich denke du kannst nur insgesamt versuchen, deinen KfA zu senken durch Ernährung und Sport und im Einzelfall wie bei Reiterhosen bei Frauen (also einer Fettverteilungsstörung) dir Körperfett an diesen Stellen absaugen lassen. Damit kenne ich mich aber nicht aus und weiß nicht, wie gut die Ergebnisse werden.

    Zitat

    b) Meine Frau. Sie hat eine absolut schöne Figur mit tollen Rundungen, nur der Bauch passt nicht ins Gesamtbild. Nach medizinischen Maßstäben ist sie leicht übergewichtig, was mich nicht stört, ganz im Gegenteil sogar, sie aber leider schon. Sie möchte daher insgesamt abnehmen, ich finde, nur die eine Stelle tut 's vollkommen.

    Fettabsaugung oder insgesamt abnehmen. Zumal sie selbst insgesamt abnehmen möchte. Es kann nur sein, dass der Bauch mit als Letztes Fett verliert, wenn sie da bevorzugt Fett speichert/aufbaut.


    Fettzellen, die einmal enstanden sind, gehen übrigens nicht mehr weg (außer man saugt sie ab). Aber sie können gefüllt oder entleert sein; man nimmt aber wohl schneller zu, wenn man einmal viele Fettzellen aufgebaut hat z. B. durch Übergewicht. Es gibt auch braunes Körperfett (am Rücken z.B.), das quasi gut ist für die Kalorienverbrennung; was die meisten Menschen fettmäßig stört ist das "gelbe Körperfett".


    Gerade am Bauch ist es wichtig, dass um die Organe nicht zu viel (und nicht zu wenig) Viszeralfett ist.

    Leider geht das über normales Training/Abnahme nicht sondern nur durch kosmetische Eingriffe, da der Muskel wie du schon selbst sagtest eben kein Umgebungsfett verbrennt, sondern mit Eiweißbausteinen aus dem Stoffwechsel gespeist wird, Fett kann nicht direkt umgewandelt werden, dies ist ein komplizierter Stoffwechselprozess.


    Ich würde auch gerade am Bauch nicht zu viel trainieren, wenn dies eure Problemzone ist, da dieser noch dicker aussieht, wenn unter dem Fettgewebe Muskelmasse ist.


    Beste Grüße


    sugarlove

    Sorry für die späte Antwort, die letzten Tage waren stressig.


    Aber vielen Dank für eure Antworten.


    An Wechseljahren oder Hormonumstellungen wird es bei uns wohl nicht liegen. Wir sind erst 31 und 34 Jahre alt. Es liegt somit wohl eher an dem erwähnten individuellen Muster.


    Absaugen schließe ich für mich und meine Familie als Lösung aus.


    Es bleibt also nur die allgemeine Fitness und gute Ernährung. Das enttäuscht mich zwar ein kleines Bisschen, ein zielgerichteter Ansatz wäre mir lieber. Aber so weiß ich wohin die Reise geht. Das ist auch was wert.


    Danke nochmal für die Antworten.

    Hallo auch, leider funktioniert das so nicht.


    Ich mache wirklich sehr viel Sport aber meinen "Wabbel" ganz oben an den Oberschenkeln bekomm ich net weg. Da ist vorher mein Bauch komplett eingefallen, dass man Rippen und Hüftknochen sieht - aber dort tut sich nichts trotz konsequenten Training. Ich denke man muss sich zu nem gewissen Maß damit abfinden wie man gebaut ist oder kosmetisch nachhelfen.

    Die Antwort ist ein klares "Jein" ;-) .


    Sicherlich ist es richtig, dass man nicht gezielt abnehmen kann. Wenn man Energie verbrennt, entzieht man sie dem Körper insgesamt.


    Dennoch ist es auffällig, dass die Fettpolster an den Stellen entstehen, die beim Zivilisationsmensch am Wenigsten beansprucht werden. Wer braucht schon seine Bauchmuskeln?


    Wenn du jetzt Bauchmuskeln gezielt trainierst, ist der Stoffwechselbedarf dort nun mal höher als sonst. Und der Energiebedarf wird natürlich nicht aus dem Blutkreislauf der Füße entnommen, sondern an Ort und Stelle. Und was du als Energie dort entnimmst, steht dem Fettpolster nicht mehr regional zur Verfügung. Davon nimmt man erst mal nicht ab, aber das Fettpolster wird auch nicht größer. Abnehmen tust du erst durch einen insgesamt höheren Energieverbrauch - davon entstehen aber auch an anderen Stellen des Körpers dann Defizite (dünne Beine/Arme o.ä.).


    Was du machen kannst ist folgendes: für den gesamten Körper ein gezieltes Muskelaufbautraining, dass du Muskeln erhältst. Und für die Problemzone Bauch ein gezieltes Ausdauertraining. Also mäßige Belastungen, aber dafür regelmäßig und lange. Z.B. 15 Minuten leichte Situps aus einer 20°-Neigung o.ä. (einen Sitzsack passend in den Rücken legen). Damit straffst du die Region nicht nur, sondern setzt dem Stoffwechsel Prioritäten. Das kann aber durchaus 2 Monate dauern, bis sich erste Erfolge einstellen. So 6 Monate musst du das schon durchhalten.

    Comran

    Zitat

    Was du machen kannst ist folgendes: für den gesamten Körper ein gezieltes Muskelaufbautraining, dass du Muskeln erhältst. Und für die Problemzone Bauch ein gezieltes Ausdauertraining. Also mäßige Belastungen, aber dafür regelmäßig und lange. Z.B. 15 Minuten leichte Situps aus einer 20°-Neigung o.ä. (einen Sitzsack passend in den Rücken legen). Damit straffst du die Region nicht nur, sondern setzt dem Stoffwechsel Prioritäten. Das kann aber durchaus 2 Monate dauern, bis sich erste Erfolge einstellen. So 6 Monate musst du das schon durchhalten.

    Das klingt alles ziemlich logisch, Danke dir! :)^ Was kannst du gegen Hüftspeck empfehlen? Ich trainiere zwar auch die schräge Bauchmuskulatur, aber an den Seiten tut sich nicht viel.

    Zitat

    Dennoch ist es auffällig, dass die Fettpolster an den Stellen entstehen, die beim Zivilisationsmensch am Wenigsten beansprucht werden. Wer braucht schon seine Bauchmuskeln?

    Kann ich dementieren. Ich habe einen sehr schlanken Bauch und meine Problemzone sind eher die Beine (bin nicht Übergewichtig) obwohl ich keinerlei Bauchtraining mache sondern mind. 4x Woche laufen gehe und Ganztageswandertouren am We (mit 8-9 Std. reiner Gehzeit).

    Das Fett wird man nicht an einer bestimmten Körperstelle los, das geht nur insgesamt. Und die Stellen, wo es sich vorwiegend sammelt, sind bei jedem halt individuell. Bei mir z.B. (hab viel Diäterfahrung...) nimmt z.B. mal der Bauch mehr zu, dann wieder die Beine, dann die Oberweite usw. und beim Abnehmen dann genau umgekehrt. Momentan hab ich fast nur noch an Bauch und Oberschenkeln meine noch 10 Kilo zuviel, ist das aber weg, werde ich vermutlich wieder an der Oberweite abnehmen etc...


    Jedenfalls gibts zumindest zwei Argumente, warum nur Bauch trainieren nicht sinnvoll ist:


    1. Es gibt wesentlich größere Muskeln im Körper und vergrößert man möglichst "viel" Muskel, umso mehr verbrennen die auch in Ruhe und umso mehr Fett wird man insgesamt los. Die Bauchmuskeln sind relativ klein und wenn man nur die trainiert, hat es fast keinen Effekt.


    2. Wenn man Bauchmuskeln trainiert, muss man auch die Rückenmuskeln trainieren, weil man sonst eine komische Fehlhaltung bekommt oder Rückenschmerzen etc. Das muss alles im Gleichgewicht sein.


    Generell sieht man von den Muskeln nix, wenn da immer noch zuviel Fett ist. Man nimmt dann eigentlich nur etwas an Gewicht und Umfang zu, weil über größeren Muskeln immer noch das Fett liegt.

    Probiere doch mal Leinsamen aus. Das geht zwar nicht so schnell mit der Gewichtsreduzierung, soll aber funktionieren.


    Leinsamen haben ein gutes Quellvermögen, was die Sättigung gut fördert. Sie fördern auch einen regelmäßigen Stuhlgang. Die Omega 3 Fettsäure begünstigen die Bildung von Leptin, welches für die Fettverbrennung wichtig ist.


    Kaufe ganze Leinsamen und zerschrote einen Esslöffel und weiche sie in Wasser ein kurz vor dem Verzehr, oder weiche ganze Leinsamen ein, die du aber genussvoll gründlich kauen musst (gesündere Variante).


    Geschrotete Leinsamen oxidieren an der Luft und sind daher nicht lange lagerbar.


    Trinke ausreichend Wasser. Da die Leinsamen quellen, dürfen sie nicht im Darm zu trocken liegen, damit sie dort nicht "ankleben". Ca 2 Liter Wasser pro Tag und zwei Esslöffel Leinsamen müssten reichen.


    Das ist ein Vorschlag, der kaum etwas kostet.

    Nadenia, deswegen schrieb ich ja auch "Jein" zu der Möglichkeit. Genetisch ist der Körper programmiert, irgendwo reserven anzulagern. Dagegen kann man nichts machen. Man kann es aber eindämmen, indem man dagegen arbeitet.


    Was dein Laufen betrifft: achte mal auf die genaue Belastung der Beinmuskulatur, wenn du gehst und läufst. Es ist ja nie alles belastet - im Gegenteil ist Gehen und Laufen sogar eine recht einseitige (wenn auch natürliche) Belastung. Und dann schau mal, ob sich die Problemzone eher im belasteten Umfeld ansiedelt oder im Unbelasteten.


    Darüber hinaus würde die Problemzone vermutlich durchaus stärker sein, wenn du eben nicht laufen würdest. Vielleicht ist es schon dein Gegentraining, was du machst.

    So gesehen dürfte es keine Frauen mit kleiner Oberweite (Körbchengröße A) geben. Denn dort müsste der Körper als allererstes und am meisten Fett ansetzen in punkto sportlich-körperlicher Beanspruchung.

    Jein. Wo dein Körper tendenziell Fett anlagert und abbaut, ist in erster Linie genetisch bedingt. Muskeln nehmen die Energie nicht aus der unmittelbaren Umgebung, sondern kriegen sie über das Blut sehr schnell auch von anderswo her.


    Allerdings wird der Fettstoffwechsel über Hormone gesteuert und die lassen sich natürlich schon durch den Lebensstil beeinflussen. Es kann also sein, dass sich das Fettverteilungsmuster einer Person durch Ernährung, Sport und andere Einflüsse verändert. Das lässt sich aber wenig gezielt angehen und schon gar nicht vorhersehen.