hab jetzt mal die ersten europa-galerien angeklickt. naja, was soll ich sagen -- die ein oder andere hätte mal besser das fitness- statt das tattoo-/piercingstudio aufgesucht in meinen augen.

    Ich glaube nicht, dass das viel bewirkt. Im Grunde wissen doch alle, dass viel Photoshop im Spiel ist. Und dass irgendwelche Paparazzi-Aufnahmen, ungeschminkt in Jeans und Schlabbershirt, schon wieder ganz anders aussehen.


    Da sagt man dann einmal "Oh Gott oh gott, Promi XY sieht ja in echt gar nicht so wahnsinnig perfekt aus", fühlt sich eventuell 5 Sekunden besser, aber trotzdem fühlen sich dem viele irgendwie untergeordnet.


    Solange das nicht von Innen kommt, dass einen schnuppe ist, wie makellos die Frau auf der Fernsehzeitschrift mal wieder aussieht oder was irgendwelche Leute im direkten Umfeld von sich geben, solange ist einem auch nur sehr oberflächlich und kurzfristig damit geholfen, schöne Menschen als in irgendeiner weise weniger Schön zu "entlarven".

    Ich habe auch den Eindruck, dass sich die persönliche Wahrnehmung auch in anderer Hinsicht geändert hat. Heutige junge Menschen fühlen sich offenbar permanent gemustert und beobachtet und nehmen diese Beobachtung wohl für sehr bedeutsam. Dabei wird vergessen, dass der Beobachter die beobachtete Person in der Regel sehr schnell vergessen hat bzw. in der Menge verloren geht. Da in sozialen Medien mit Bildern (Instagram, Facebook, Twitter und Co.) der Blick auf die Personen eben nicht verschwindet wird vermutlih das Beobachten im Alltag mit der Beobachtung in sozialen Medien assoziiert und als bleibend angenommen.


    Wenn mich jemand beobachtet, ist das für mich eher bedeutungslos, für mich ist auch eine Musterung meines Aussehens eher bedeutungslos- nicht so bei Menschen, wo es wesentlicher Bestandteil während des Erwachsenwerdens wurde, andere Menschen in sozialen Medien zu mustern und gemustert zu werden.


    Ich würde gerade jungen Menschen empfehlen: Euer Aussehen ist für die meisten Menschen genaugenommen viel bedeutungsloser als ihr annehmt- ihr steht nicht im Zentrum der Beobachtung, auch wenn es euch soziale Medien irrend zu vermitteln scheinen.

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    Von mir aus kann man das Fotoshopping und Retuschieren in den Medien ruhig weglassen und meinetwegen einen Anteil an völlig ungeschminkten Menschen mit verschiedenen Figuren und aus verschiedenen Gewichtsbereichen zeigen, wenn sich die Mehrheit der Frauen (oder Männer) damit besser fühlt.

    Der eine schaut es gern, der andere fühlt sich dadurch bedrängt und unter Zugzwang gesetzt. Nicht die Bilder sind das Problem, sondern der Umgang damit. Es bleibt immer noch der Alltag, wo man zu 90% 08/15-Menschen sieht. Da kann man nicht den Medien die ausschließliche Schuld geben, die solche Bilder zeigen. Sondern muss den Umgang damit üben.


    Vor allem werden sich Models und Fotografen nicht vorschreiben lassen, wie sie mit ihren hochstilisierten Kunstbildern umgehen sollen. Was ich durchaus nachvollziehbar finde. Es ist auch die Bringschuld der Normalos, ihren Körper zu zeigen und alltäglich zu machen. Das hat sich die Gesellschaft (und wir sind alle ein Teil davon, also ist das keine Fremdschuld) aber abtrainiert. Viele sind ja schon zu verklemmt für eine Gemeinschaftsdusche oder -umkleide.


    Im Übrigen sind auch die meisten Fotomodels unpräpariert völlig normal. Der beliebteste Model-Spruch bei einem Shooting ist immer noch "Ich habe mein Gesicht noch im Koffer". Das muss man sich immer vor Augen halten.

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    Es ist auch die Bringschuld der Normalos, ihren Körper zu zeigen und alltäglich zu machen.

    Wie meinst du das?

    Wie ich es schon weiter oben mal geschrieben habe: Reduzierung der Prüderie. Wenn sich die 08/15-Bevölkerung nicht traut, den Körper zu zeigen, überlässt sie die Wahrnehmung den Hochglanzmedien. Würde jeder ungezwungener mit seinem Körper umgehen, gäbe es den Vorwurf überhaupt nicht, dass man nur von Fitness- und Photoshop-Körpern umgeben wäre.

    @ sensibelmann99

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    Schönheit wird nicht nur biologisch geprägt, sondern auch kulturell- und fette Frauen galten in manchen Kulturen als wohlhabend und wurden dadurch auch mitunter zum Schönheitsideal (Rubens).

    Das Rubens Argument - das Standardargument wenn es um Dicke geht.


    Untersuchen wir das doch mal: Hypothese ist, dass dicke Menschen zu Zeiten von Rubens ein Schöneitsideal waren


    1. Rubens ist eine Einzelperson, gibt es bei anderen Malern bzw. Bildhauern ebenfalls die Tendenz, dass Sie dicke Menschen gezeichnet haben? Die zur gleichen Zeit entstandene Skulptur einer Venus, die das Schönheitsideal aller Zeiten war, wurde seltsamerweise DÜNN dargestellt.


    2. Rubens war ein Maler und genau wie die Maler heutzutage sind sie auf Kundschaft angewiesen die was hat? Richtig - die Geld für so einen Glitter hat. Seine Kunden waren also Reiche oder Adlige die mehr Zugang zu reichhaltiger Nahrung und wenig Notwendigkeit für körperliche Arbeit hatten, daher ist die Wahrscheinlichkeit, dass seine Kunden Fett waren deutlich erhöht.


    3.Möglicherweise waren daher seine Bilder nur SEIN Schönheitsideal weil ER selbst auf Dicke stand.


    Alle drei Möglichkeiten sind gegeben und ganz ehrlich - für mich sind sie deutlich naheliegender als die Vorstellung, dass es genau zu der Zeit wo Rubens lebte eine Zeit gab wo Dicke, über alle Bevölkerungsschichten hinweg als attraktiv galten, denn weder auch der Antike, noch aus dem Früh- Hoch- oder Spätmittelalter wird dererlei berichtet, bei den Kelten wurde dick sein sogar bestraft.

    Ich möchte niemand hier persönlich ansprechen. Aber manche der Schreiber hier zeigen doch nur allzu deutlich, dass dieses Projekt sinnvoll ist.


    Wenn ich hier z.B. lese, dass manche der Modelle wohl besser ins Fitnessstudio gegangen wären oder ähnliches.


    Mit welchem Recht maßt man sich solch ein Urteil über andere Menschen an? Warum ein Mensch ist wie er ist, hat oftmals Gründe und die gehen andere Menschen einen Scheißdreck an!


    Ich finde es gut, wenn ein Mensch zu seinem nicht perfekten Körper steht und diesen auch selbstbewusst zeigt.


    Gruß, die Berberitze

    Hm ich denke mal, dass die, die sich nur von Fitness- & fotoshopp-Körpern umgeben wähnen, den Vorwurf trotzdem erheben würden. Solche Körper sehe ich nichtmal in meinem Sportverein, der einem fitnesscenter angeschlossen ist.


    Als Bringschuld sehe ich das für mich nicht, Gemeinschaftsduschen etc. zu nutzen. Ob ich das tue, hängt für mich von anderen Kriterien ab. ZB davon, ob mit (illegalen) Kameras zu rechnen ist, das gab es im Studentenwohnheim vor Jahren zB mal in den Einzelduschen bei den gemeinschaftssanitäranlagen. Und heutzutage hat man technisch noch viel bessere Möglichkeiten. Leicht bekleidet würde ich mich hier auch nicht an den See legen, weil es dank gewisser Männer aus anderen Kulturen zu sexuellen Belästigungen und Übergriffen gekommen ist. Daher würde ich mir das statt einer Bringschuld vielmehr ganz genau überlegen, ob man sich nicht lieber mehr abzieht als weniger, zB lange Hose statt knielanger Rock, um nicht vermehrt in den Fokus dieser Leute zu geraten unterwegs in der Innenstadt und in Parks.

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    Der eine schaut es gern, der andere fühlt sich dadurch bedrängt und unter Zugzwang gesetzt.

    Weder noch. Für mich ist das Retuschieren jeglicher Makel auch keine Kunst, das kann gerne weg. Darf ich sagen oder?

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    Es ist auch die Bringschuld der Normalos, ihren Körper zu zeigen und alltäglich zu machen. Das hat sich die Gesellschaft (und wir sind alle ein Teil davon, also ist das keine Fremdschuld) aber abtrainiert. Viele sind ja schon zu verklemmt für eine Gemeinschaftsdusche oder -umkleide.

    Dann müsstest du dieses Projekt doch begrüßen? Nicht jeder will sich andern nackt präsentieren, auch nicht jeder schöne Mensch.

    Zitat

    Unzufriedene übergewichtige Menschen wollen eben häufig die Gesellschaft ändern, anstatt sich selbst.

    Witzig dass gerade du das sagst, jammerst du doch ständig rum wie oberflächlich diese Gesellschaft ist.

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    Witzig dass gerade du das sagst, jammerst du doch ständig rum wie oberflächlich diese Gesellschaft ist.

    Blöd nur, dass ich mich dabei auf äußere Merkmale beziehe, die man nicht ändern kann. Dicke können abnehmen. Aber so schlimm kann es ja dann nicht sein, wenn sie es doch lieber vermeiden.

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    Nicht jeder will sich andern nackt präsentieren, auch nicht jeder schöne Mensch.


    Tatjana6472

    Oh ja, das nervt mich auch, wenn immer gleich unterstellt wird, dass nur prüde Menschen bzw. Menschen, die mit ihrem Körper ein Problem hätten, sich nicht allen möglichen Leuten nackt zeigen wollen.

    J.B., deine Logik ist also die: wer gemobbt wird soll sich gefälligst versuchen anzupassen. Toleranz gibt es nur für Dinge die man nicht ändern kann. Ich sprech jetzt allgemein, und beziehe mich nicht nur auf die Kampagne.

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    J.B., deine Logik ist also die: wer gemobbt wird soll sich gefälligst versuchen anzupassen. Toleranz gibt es nur für Dinge die man nicht ändern kann. Ich sprech jetzt allgemein, und beziehe mich nicht nur auf die Kampagne.

    Richtig :)^ :)z

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    Nicht jeder will sich andern nackt präsentieren, auch nicht jeder schöne Mensch.

    Das muss man ja auch nicht.


    Wenn ich nackt umher renne (Sauna, FKK, zu Hause), tue ich das bestimmt nicht für andere Menschen oder um mich zu präsentieren- wenn mich jemand nackt sieht, ist mir das nicht besonders bedeutsam und ziemlich egal. Klar schaue ich mir auch nackte Menschen an- aus Neugierde oder weil ich Menschen- insbesondere Frauen- schön finde. Da geht allzu oft auch der "Künstlerblick" mit.


    Für sexuelle Gelüste muss aber schon mehr dazu kommen.


    Für die Nackt-Präsentation sind Models, Schauspieler oder Pornodarsteller zuständig- also Menschen, die dafür bezahlt werden, um andere Menschen mit ihrem Anblick zu erfreuen.


    Exibitionisten holen sich sexuelle Erregung über ihre Nackt-Präsentation.- die wollen nackt gesehen werden, denen ist die Präsentation wichtig. Mir wiederum sind Exibitionisten nicht bedeutsam..


    Zusammenfassung: Nicht jeder Mensch, der nackt umher läuft, macht das, um sich zu präsentieren.


    ??erst recht nicht manche Ureinwohner tropischer Regenwälder, für die Nacktheit normal und selbstverständlich ist- ohne Kleidung ist es für diese Menschen oft bequemer (es erspart auch die Kleidung und deren Reinigung, die Haut kann freier atmen und normal ihre Temperaturregulation (z.B. über das Schwitzen) erfüllen. Dort kennen die Menschen im Prinzip kein Frieren- diese Funktion von Kleidung- der Wärmeschutz- ist dort eher überflüssig??

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    Für mich ist das Retuschieren jeglicher Makel

    Die Frage ist, was ein Makel ist?- Ich halte das oft für eine sehr subjektive und individuelle Sicht- die sicherlich auch bei vielen Menschen gesellschaftlich + kulturell + medial geprägt werden kann- sofern keine funktionale bzw. gesundheitliche Einschränkung vorliegt.

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    Blöd nur, dass ich mich dabei auf äußere Merkmale beziehe, die man nicht ändern kann. Dicke können abnehmen. Aber so schlimm kann es ja dann nicht sein, wenn sie es doch lieber vermeiden.

    Muss man das jetzt wieder zu diesen müßigen dick vs. schlank Diskussionen machen?


    Es geht um alle körperlichen Eigenschaften, die vom Ideal abweichen - nicht nur um Übergewicht. Auch wenn das dein persönlicher Trigger zu sein scheint...

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    Toleranz gibt es nur für Dinge die man nicht ändern kann. Ich sprech jetzt allgemein, und beziehe mich nicht nur auf die Kampagne.

    Richtig :)^ :)z

    Toleranz= dulden


    Akzeptieren = gutheißen


    Toloerieren musst du es in jedem Fall. Es bleibt dir gar keine andere Möglichkeit. Oder was willst du gegen dicke Menschen unternehmen?


    Du wirst wohl akzeptieren meinen. Gut, das werde ich mir merken, das gilt dann ja auch für deine Beiträge, die ja änderbar sind.

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    Muss man das jetzt wieder zu diesen müßigen dick vs. schlank Diskussionen machen?


    Es geht um alle körperlichen Eigenschaften, die vom Ideal abweichen - nicht nur um Übergewicht. Auch wenn das dein persönlicher Trigger zu sein scheint...

    Warum meiner? Hier wurde über Übergewichtige geschrieben und ich habe meine Meinung und Erfahrung geteilt.

    Danke, aber mir sind die Bedeutungsinhalte von Toleranz und Akzeptanz durchaus bekannt.

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    Gut, das werde ich mir merken, das gilt dann ja auch für deine Beiträge, die ja änderbar sind.

    Wenn es geändert werden muss und kann -> Kein Problem.