Probleme bei der Aussprache von S/Z und TZ

    Hallo,


    ich bin mittlerweile 24 Jahre alt und bin mit meiner Aussprache von den Lauten S / Z und TZ nicht zufrieden. Sie klingen einfach nicht so klar wie bei anderen Menschen sondern eher dumpf und matschig. Ich habe mir selbst verschiedene Stellungen beigebracht wo ich diese Laute mit der Zunge bilden kann (ich bilde S / Z / TZ an der selben Stelle). Egal ob ich die Zunge oben vor den oberen Schneidezähnen, links oben oder unten mittig unten an den Scheidezähnen mit der Zungenspitze voran ,mit der Zungenspitze nach unten mit der Zunge an den unteren Schneidezähnen angelege, oder auch links unten anlege, es kommt immer der dumpfe/matschige Ton raus. Es ist kein direktes Lispeln, wie wenn man die Zunge zwischen die Zähne vorne legt. Rechts kann ich keinen S-Laut erzeugen. Das Problem bei mir ist, dass ich den Zisch-Ton nicht durch einen kleinen Spalt zwischen Gaumen und Zunge erzeugen kann, sondern er immer links oben oder unten an den spitzen Eckzähnen entsteht. Es ist also egal wo ich die Zunge hinlege. Der Ton kommt immer von dort.


    Ich war schon bei zwei Logopäden, die mich einfach nicht verstanden haben. Bin ich zu alt diese Laute korrekt aussprechen lernen zu können??

  • 16 Antworten

    Generell wohl nicht. Aber wenn schon 2 Logopäden dein Problem nicht verstehen...


    Laute werden auch nicht alleine über die Zungenposition gebildet. Mein Logopäde hat gesagt, ich soll den Laut sinnbildlich im Hals erzeugen....

    Ja ich spreche Hochdeutsch. Mir ist eine klare Aussprache sehr wichtig (beruflich). Aktuell drücke ich die Zungenspitze an die obere Kante bzw. recht weit oben der unteren Schneidezähne. Ist das falsch?


    Wie darf man die lautbildung aus dem Hals heraus aus verstehen?

    Zitat

    Aktuell drücke ich die Zungenspitze an die obere Kante bzw. recht weit oben der unteren Schneidezähne. Ist das falsch?

    Versuche die Zuge nicht gegen die Zähne zu drücken, die muss locker sein, dann klingt das S besser

    Wenn man die s Laute lateral, also seitlich über die Zunge bildet, ist es tatsächlich besonders schwierig, es richtig zu lernen. Die erfolgreichste Methode ist es über das /t/ zu lernen. Die Artikulationsstelle ist die selbe. Also sprich erstmal ganz leise ein paar /t/ und spüre dabei, wie die Zungenspitze den Alveolardamm berührt und sich dann ein bisschen löst. Stelle dir dann vor, du würdest ein langes /t/ sprechen oder das /t/ ein bisschen wegschmeißen. Mit etwas Übung erzeugst du damit ein scharfes /ts/. Übe das solange als Einzellaut, bis es dir sicher gelingt. Dann erst im Wort. Wenn du das /ts/ sicher kannst, versuche das stimmlose und stimmhafte /s/ ebenso zu bilden, nur das du dein /t/ vorneweg weg lässt. Es ist seeeehr viel Übung notwendig, aber meiner Erfahrung nach, kann man es in drei Monaten schaffen, es in der Spontansprache richtig zu machen.

    Wieso verstehen Dich Logopäden nicht?


    Verstehst Du denn die Logopäden? Was sie anleiten? Darauf kommt es doch an.


    Ich hätte null Ahnung, wo wie wann meine Zunge irgendwo anstößt.


    Die ganze Beschreibung hört sich für mir schon nach einer extremen Fixierung an. Und dann ist die Fokussierung eben extrem, Schallplatte mit Sprung, geht dann schon in die psychische Richtung....

    Zitat

    Die ganze Beschreibung hört sich für mir schon nach einer extremen Fixierung an. Und dann ist die Fokussierung eben extrem, Schallplatte mit Sprung, geht dann schon in die psychische Richtung....

    Ein Sigmatismus lateralis ist eine Aussprachestörung, die stark zu hören ist und den Betroffenen dadurch nachvollziehbarer Weise sehr stört. Ich finde diesen Kommentar böse und in keinster Weise hilfreich.

    Ich rede hier von der ganzen Beschreibung der Zunge.


    Ich bitte darum, das zu unterscheiden vom Sprachfehler. Das sind 2 verschiedene Sachen. Nirgends schrieb ich, dass der Sprachfehler nicht stören würde.


    Findes es böse, mir das zu unterstellen....

    Aber wenn jemand mit einem Sprachfehler zu einem Logopäden geht, sollte dieser den doch sehr schnell raushören oder nicht? Und dementsprechend auch wissen, wo das Problem ist. Da muss man doch noch nicht mal groß was erklären?!?

    Wir wissen nicht, was der Logopäde gehört und unternommen hat. Der TE fühlte sich nicht verstanden und offenbar konnten die Logopäden ihm bisher nicht vermitteln, wie es richtig geht. Wie gesagt, ein Sigmatismus lateralis ist sehr schwierig zu überwinden. Selbst bei einem guten Logopäden klappt das nicht immer, weil es der Patient schließlich selber hinkriegen muss. Es gibt Brücken, aber mancher kommt da halt nicht rüber. Es ist jedoch ein körperliches Kunststück, kein psychisches. Es gibt Leute, die nicht auf dem Seil tanzen können und es auch niemals lernen, egal wie gut der Lehrer ist.

    Zitat

    Ich rede hier von der ganzen Beschreibung der Zunge

    Wenn ich ein Problem habe und eine Lösung dafür suche und es nicht vormachen kann, was ich meine, versuche ich es so genau wie möglich zu beschreiben. Ich sehe da keine Fixierung.

    Aber ein Logopäde hört, wo und wie er korrigierend eingreifen muß.


    Logisch betrachtet wird hier die Zunge falsch gehandhabt. Eine Korrektur erfolgt über die Anleitung, das Erlernen,wie es richtig wäre.


    Und es ist dann ganz egal, was vorher falsch gemacht wurde. Die Beschreibung dürfte sinnlos sein. Auch nach einem Schlaganfall etc. muß kein Patient beschreiben, was da nicht möglich ist. Der Logopäde hat nur ein Ziel, es hinzubekommen, dass der Sprachfehler behoben wird. Und die Methodik wird er vermitteln.


    Hier wurde beschrieben, dass 2 Logopäden das nicht verstanden hätten, was die TE vermitteln wollte. Und ich schrieb, ob die TE verstanden hätte, was die Logopäden von ihr wollten. Das gilt es zu üben. Nicht ihr Zungenansatz.


    Darauf zu pochen, der Logopäde dies begreifen, bringt sie nicht weiter.

    Das stimmt nicht. Gerade in der Artikulationstherapie bei Erwachsenen ist es überhaupt nicht egal wie genau das abweichende Artikulationsmuster beschaffen ist. Ein wichtiger Therapiebaustein ist die Eigenwahrnehmung bei der Artikulation der kritischen Laute. Sonst kann die Therapeutin anleiten wie sie will- wenn die eigene Zungenmotorik wahrnehmungstechnisch quasi ein schwarzes Loch ist, wird der Betroffene sein motorisches Muster nicht ändern können. Deshalb hat die Beschreibung erstmal nichts mit Fixierung zu tun, sondern mit der (notwendigen) Wahrnehmung der entsprechenden Zungenmotorik.


    Übrigens werden auch die Patienten nach Schlaganfall danach gefragt, was für sie jetzt schwierig ist (sofern eine verbale Antwort im Bereich des Möglichen liegt).

    @ TE

    Die s-Laute werden nie an den Zähnen gebildet, sondern kurz davor (je nachdem, ob man sie oben oder unten bildet). Dieses seitliche Abweichen ist wirklich eine hartnäckige Form der Artikulationsstörung. Manchmal hilft es parallel einen Osteopathen drauf schauen zu lassen. Eventuell sind Blockaden vorhanden, die sich negativ auf die Zungenmuskulatur auswirken.