Klar sind Schweiß und Pheromone natürlich, Körperpflege ist es aber auch. Ein gesundes Tier stinkt nicht, hat glänzendes Fell, trennt Scheißen und Essen und pflegt sich regelmäßig - das gleiche gilt auch für den Menschen. Wenn jemand aufhört, sich zu waschen, nach Fäkalien riecht, verfilzte Haare hat... dann liegt da meist psychische Selbstaufgabe oder eine seelische Erkrankung zu Grunde.


    Natürlich gab es im Mittelalter, in der Antike und noch sehr viel später nicht die heutigen Deos, Zahnpastas, Kanalisation etc... die Menschen haben sich aber trotzdem gepflegt, nach ihren Möglichkeiten, wohl mit anderen Mitteln als heute. Und eine Stadt mit offener oder gar keiner Kanalisation, wo die Scheiße einfach auf die Straße gekippt wird und überall Gestank und Krankheiten herrschen, ist ja nun auch nicht der menschliche "Naturzustand", sondern das Ergebnis einer Zivilisation, die schneller gewachsen ist, als die Technik und Hygiene hinterherkommen konnte - den Preis dafür haben Millionen von Menschen gezahlt, die in Epidemien irgendwelcher Krankheiten zu Grunde gegangen sind, welche heute in der westlichen Welt weitgehend ausgerottet sind.


    Der "Naturzustand" wäre dann wohl eher eine dörfliche Sippengemeinschaft, die an einem Fluss am Waldrand lebt mit ausreichend Abstand zueinander und der Möglichkeit, sich zu waschen, seine Fäkalien irgendwo abseits des Wohnraumes abzulassen und dem Zugang zu sauberem Trinkwasser.


    Davon mal abgesehen waren frühere Zeiten auch nicht durchgängig so versifft, wie wir uns das heute vorstellen. Im Mittelalter gab es beispielsweise eine ausgeprägte öffentliche Badekultur, ähnlich wie im arabischen und japanischen Raum oder in der Antike, die erst mit der Verbreitung der Syphilis in Europa ihr Ende nam.