mariposa

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    Ich finde, dass es schon einen sichtbaren Unterschied zwischen Arbeits- und Freizeitkleidung geben sollte. Das besagte Top fände ich für Arbeiten im heimischen Garten durchaus angemessen, aber nicht am Arbeitsplatz - besonders, wenn man nicht mehr so ganz jung und knackig ist.

    Grundsätzlich bin ich derselben Meinung, allerdings differenziere ich noch zwischen verschiedenen Arbeitsplätzen. Am Bankschalter, im Rathaus oder im Theater fände ich das besagte Top auch unangemessen, aber an der Kasse eines Schwimmbads erscheint es mir absolut passend.




    sensibelman

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    Entweder ihm ist die Kleiderordnung wichtig oder eine sehr gute Arbeitskraft..

    Das ist ein Widerspruch in sich. Ein aufsässiger Mitarbeiter, der sich gegen "Corporate Identity" auflehnt, nur meutert und Unfrieden stiftet, ist keine gute Arbeitskraft, erst recht keine sehr gute.


    ;-D Das ist einfach nur ein Querulant, sonst nichts.

    Bezüglich der anatomischen Gegebenheiten, die sich unter einem Kleidungsstück abzeichnen können, mache ich mir gar keine Gedanken. Die TE war ja schließlich nicht oben ohne auf dem Weg ... Zudem zeichnen sich unter der Kleidung (z.B. Jeans oder enge Badehosen) männlicher Zeitgenossen durchaus ebenfalls gewisse Körperteile ab, ohne dass sich darüber irgendwelche Frauen aufregen.


    Auch ich gehöre zu den knabenhaften Frauen mit Brüstchen, die nicht einmal Cup AA auch nur annähernd füllen. Was soll ich also einen BH tragen? BH ist die Abkürzung für Büstenhalter, d.h. er soll vor allem den Brüsten Halt und Form geben - sofern nötig. Bei mir ist ein BH aber bis heute nicht nötig. Als Jugendliche trug ich eine Zeitlang einen solchen, aber nur, um darin kleine Schaumstoffpolster unterzubringen, um nicht ständig von irgendwelchen Kerlen wegen meiner Flachbrüstigkeit auf oft sehr gehässige Weise angemacht zu werden. Seit ziemlich genau 40 Jahren verzichte ich auf dieses unbequeme Kleidungsstück, das mir regelmäßig zum Hals rutschte, sobald ich die Arme hob. Genau das gleiche passiert, wenn ich ein Bikini-Oberteil trage. Also trage ich Badeanzüge.


    Auch ich trage (trotz meiner mittlerweile 60 Jahre) durchaus auch engere Oberteile, unter denen sich meine Brust abzeichnet. Das ist mir aber vollkommen wurscht. Ich liebe es bequem. Bisher hatte sich auch noch niemand darüber aufgeregt, nicht mal in unserem stockkatholischen Tiroler Dorf. Falls irgendwann doch mal ein dummer Spruch fallen sollte, fiele mir auf der Stelle eine passende Antwort dazu ein. Danach hätte ich garantiert meine Ruhe. ;-)

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    Ein aufsässiger Mitarbeiter, der sich gegen "Corporate Identity" auflehnt, nur meutert und Unfrieden stiftet, ist keine gute Arbeitskraft, erst recht keine sehr gute.

    Zwischen Kritik üben, Aufsässigkeit, Querulant und Meuterei ist ein weites Feld. Und glaube mir- ich weiß sehr genau wie ich verhandele.


    Wenn ich meine Arbeitsaufgaben qualitativ überdurchschnittlich gut und effizient erledige, dann meutere ich nicht. Und ich kann durchaus auch Forderungen an den Arbeitgeber richten- die Frage ist vor allem, wie man das tut. Und Arbeitnehmer dürfen durchaus auch Auseinandersetzungen führen- der Arbeitgeber tut das ja auch- im günstigsten Fall wird das gemeinsam friedlich ausgehandelt- das hat nichts mit Querulantentum oder Aufsässigkeit zu tun. Auch hier erweisen sich flache Hierarchien als deutlich überlegen.

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    Grundsätzlich bin ich derselben Meinung, allerdings [...]

    das wundert mich, denn ich stimme mariposas beitrag in keinen punkten zu:


    - wieso soll es einen unterschied zw. berufs- und freizeitkleidung geben? ich trage heute dasselbe wie morgen. ich kann weder in- noch auswändig trennen: ich überlege auch heute, was ich morgen auf der arbeit erledigen muss, oder grüble über ein fachliches problem. umgekehrt schreibe ich vielleicht morgen im büro in med1.


    für "arbeiten im heimischen garten" trägt ein landschaftsgärtner sinnvollerweise auch dasselbe wie bei seiner arbeit.


    - wieso dürfen junge, knackige frauen etwas tragen, was ältere oder weniger knackige nicht tragen "dürfen"?

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    umgekehrt schreibe ich vielleicht morgen im büro in med1.

    na wenn das bei euch erlaubt ist ":/ Eigentlich schuldest du eine Arbeitsleistung und diese mindert sich durch bei med 1 schreiben.....außer du bist selbständig, denn dann musst du ja immer ständig selbst arbeiten ;-) und schätzt das selbst ein...wann es notwendig ist.


    Schon witzig, wie sich die Einstellung zur Arbeit in den vergangenen Jahren bei manchem geändert hat, dass man das private Schreiben im Internet seelenruhig während der Arbeit erledigt.

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    Schon witzig, wie sich die Einstellung zur Arbeit in den vergangenen Jahren bei manchem geändert hat

    Verständlich da manche ja eh bis 73 müssen, muss man ja etwas der Zeit zurückholen :)

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    Am Bankschalter, im Rathaus oder im Theater fände ich das besagte Top auch unangemessen,

    Warum? Weil es sich so gehört (das ist eine Null-Begründung)?


    Eine Bankangestellte in diesem Top wäre mir tausendmal angenehmer als in aufgedonnerter Kleidung. Warum verfallen Menschen immer wieder in Etikettendenken?

    Ich fand den letzten Satz ganz gut, aber ich hätte ihn natürlich auch zitieren sollen. |-o


    Also jetzt:

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    Meist wird diese Aussage so verstanden, dass niemand rational beweisen kann, dass ein bestimmtes Geschmacksempfinden das Richtige sei.[1] Anders gesagt: In Geschmacksfragen kann es kein "richtig" oder "falsch" geben; sie liegen jenseits aller Beweisbarkeit.

    *:)

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    Warum? Weil es sich so gehört (das ist eine Null-Begründung)?

    Sensibelmann, jede Argumentation kann man so weit ad absurdum führen, bis man endlich seinen Widerspruch hat. %-|


    Das Stichwort ist doch Konsens und nicht Sachlichkeit. Mit dieser Argumentation könntest du im Sommer auch nackig rumlaufen, wenn es dir passt. Machst du auch nicht, also bist du ein Teil dieses Konsens.


    Genauso kann man sagen: ich passe mich in meiner Berufsbekleidung der allgemeinen Erwartungshaltung an, um diesen Konsens zu wahren. Völlig egal, dass Comran, Sensibelmann und hundert andere sich nicht daran stören würden.