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    Viele dicke Mädels tragen auch gerne Piercings im Gesicht, was ich ohnehin bei niemandem mag, weil es innere Verletzungen nach außen trägt, ich finde, keiner muß wissen, ob man einen schweren Start ins Leben hatte oder nicht.

    Ähm, und DAS ist nicht mal ein total schräges und unnötiges Voruteil?! ":/ Was haben Gesichtspiercings, egal was der Träger oder die Trägerin wiegt, denn bitteschön mit inneren Verletzungen und einem schweren Start ins Leben zu tun?


    Du hast schon Recht, dass das äußere Erscheinungsbild viel nach Außen transportiert, aber abgesehen von psychischen oder physischen Krankheiten, ist das äußere Erscheinungsbild durchaus etwas, was man selbst innerhalb eines gewissen Rahmens beeinflussen kann. Du findest, dass Gesichtspiercings unattraktiv machen, andere finden, dass Übergewicht oder Fettleibigkeit unattraktiv machen. Nicht jeder findet alles gleich gut, und gerade deshalb kann man sich persönliche Wertungen in diese Richtungen auch schlicht und ergreifend sparen. Egal ob Haarschnitt, Körperschmuck oder Gewicht.

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    Ich bin übergewichtig mit 90kg auf 167cm.

    Das wäre mein Traumgewicht. Und mit diesem Gewicht braucht man sich ehrlich nicht zu verstecken.

    Natürlich braucht man sich mit dem Gewicht nicht zu verstecken. Man braucht sich mit überhaupt gar keinem Gewicht zu verstecken.


    Das ändert allerdings nichts daran, dass man als Frau mit 90kg auf 167cm nicht nur übergewichtig ist, sondern Adipositas Grad I hat. Mit 115kg wäre das sogar Adipositas Grad III!


    Soweit ich weiß gibt es ab einem BMI von 30 ein deutlich erhöhtes Krankheitsrisiko.. Bis zu einem BMI von 30 ist man übergewichtig, mit einem BMI über 30 gilt man als adipös.


    Das ist nichts, was einen als Menschen wengiger wertvoll oder liebenswert macht, aber es macht definitiv weniger gesund. So wie Rauchen zum Beispiel auch. Das ist schlicht und einfach Fakt.

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    Ich fände es angebrachter, den Körperfettanteil zu benennen. Der ist das, was wirklich zählt.

    Solange man keine Bodybuilderin ist, ist der irrelevant. So viele Muskeln hat nahezu keine, dass sie bei einem gesunden Körperfettanteil übergewichtig ist. Außerdem ist der Körperfettanteil nicht so leicht zu ermitteln.


    Körpergewicht+Geschlecht+Körpergröße sind für die allermeisten als Richtwert ausreichend.

    Körperfettanteil?? Und dafür eine Waage kaufen? Jo bin i plöd!? Never!


    Wozu hat man denn zwei Augen und einen Spiegel? ;-) Dass sich der Leser eine genaue Vorstellung machen "muss", sähe ich als nachrangig an.

    Aber der Körperfettanteil ist wesentlich aussagekräftiger als der BMI oder das Gewicht überhaupt.


    Ich wiege 58kg und mein Körperfettanteil liegt bei ungefähr 15%. 58kg und 30% Körperfettanteil sehen ganz anders aus.


    Und so kann es sein, dass die Grenzen von Adipositas und Überhewicht etwas verwischen. Nicht komplett, aber etwas.

    Nur der Körperfettanteil kann man sich nicht mal schnell in 5 Minuten Zuhause ausrechnen leider... Ne Waage die das können soll ist so ungenau wie es nur gehen kann (solche Waagen messen mit schwachen Stromschlägen und nur bis dorthin, wo die Stromschläge wieder zusammen kommen, sprich, beim Becken. Bauch und co. wird daher nicht berücksichtigt).

    Natürlich gibt es da auch noch andere Indikatoren, zum Beispiel das Taille-Hüft-Verhältnis.


    Das ändert aber nichts daran, dass man spätestens wenn man einen BMI von 30 und somit die Grenze (oder von mir aus auch den Übergangsbereich) zwischen Übergewicht und Adipositas überschritten hat, ein deutlich höheres Risiko an aus der Fettleibigkeit resultierenden Folgeerkrankungen hat.


    Und zwar unabhängig von den Gründen, die die Adipositas verursacht haben.

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    Ich wiege 58kg und mein Körperfettanteil liegt bei ungefähr 15%. 58kg und 30% Körperfettanteil sehen ganz anders aus.

    Natürlich gibt es auch sowas wie "skinny fat". Also schlank mit verhältnismäßig hohem Körperfettanteil. Und natürlich ist es nicht automatisch gesünder schlank zu sein als ein bisschen (mit Betonung auf ein bisschen) mehr auf den Rippen zu haben. Soweit ich gelesen habe, ist es nicht erwiesen, dass Übergewicht (BMI 25-30) negative Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Man kann schliesslich auch sportlich und speckig sein, genauso wie man schlank und schlaff sein kann.


    Das sind ja alles nur grobe Richtwerte und keine allumfassenden Weisheiten. Um sich selbst ganz grob einordnen zu können, finde ich das aber schon hilfreich.

    Ich hab das Glueck, dass sich mein Gewicht bisher noch nicht auf meine Gesundheit ausgewirkt hat. Mir ist aber klar, dass es auf Dauer ein Risiko ist, 140 Kilo mit sich umher zu schleppen.. Da hilft auch kein "Ich fuehle mich wohl", was auch nur bis so 125/130 Kilo gestimmt hat. Grade mag ich mich nicht mehr leiden:-/


    Zum Glueck bin ich in spaetestens 2 Monaten mit meinem Studium fertig und habe dann endlich Zeit und Nerv, mich um mein Gewicht zu kuemmern. Eine 48-Stunden-Woche ist echt purer Luxus und ich habe endlich so richtig viel Zeit fuer Sport und gesundes Kochen=)


    Dazu faellt der ganze Lern- und Schreibstress weg-ein Traum x:).


    30 Kilo muessen mindestens weg, dann habe ich einen BMI von 38 und Kleidergroesse 44. Perfekt waeren 90 bis 95 Kilo, dann trage ich 40/42 und bin gluecklich + gesund.

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    Ähm, und DAS ist nicht mal ein total schräges und unnötiges Voruteil?! ":/ Was haben Gesichtspiercings, egal was der Träger oder die Trägerin wiegt, denn bitteschön mit inneren Verletzungen und einem schweren Start ins Leben zu tun?

    Trägst Du welche? ;-)


    Jeder Mensch trägt ein Stück weit sein Innerstes nach außen, über das er sich definiert. Gerade Schmuck ist ein starker Indikator dafür.


    Innere Verletzungen, die nicht heilen wollen oder zumindest heftige Narben hinterlassen, kommen allesamt aus der Kindheit (wo man bestimmten Dingen hilflos ausgeliefert war, wo ein Erwachsener sich ganz anders hätte verhalten können).

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    Du hast schon Recht, dass das äußere Erscheinungsbild viel nach Außen transportiert, aber abgesehen von psychischen oder physischen Krankheiten, ist das äußere Erscheinungsbild durchaus etwas, was man selbst innerhalb eines gewissen Rahmens beeinflussen kann. Du findest, dass Gesichtspiercings unattraktiv machen, andere finden, dass Übergewicht oder Fettleibigkeit unattraktiv machen. Nicht jeder findet alles gleich gut, und gerade deshalb kann man sich persönliche Wertungen in diese Richtungen auch schlicht und ergreifend sparen. Egal ob Haarschnitt, Körperschmuck oder Gewicht.

    Warum sollte ich mir eine persönliche Wertung sparen? Solange ich sie nicht zum Gesetz erkläre steht mir meine persönliche Wertung doch zu. Und wenn jemand dicke Menschen optisch nicht ästhetisch findet, ist das auch seine ganz persönliche Meinung, die man ihm nicht absprechen kann. Und ich finde Gesichtspiercings nun mal unästhetisch, vor allem, wenn sie aus Silber sind und/oder auf blasser Haut getragen werden.

    Das bestreitet keiner. Übergewicht, vor allem starkes, schadet der Gesundheit. Das wissen wir alle, vor allem diejenigen, die zu viele Kilos mit sich herumschleppen. Genauso wie Rauchen und Saufen schaden, wobei ich hier noch Unterschiede mache, denn kein Mensch braucht Nikotin oder Alkohol oder Drogen, essen aber muß man. Trockene Alkoholiker und Ex-Raucher werden es bestätigen: Es ist viel einfacher, sich radikal von einer ungesunden Lebensweise zu trennen als sie ausschleichen zu wollen.

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    Ich hab das Glueck, dass sich mein Gewicht bisher noch nicht auf meine Gesundheit ausgewirkt hat. Mir ist aber klar, dass es auf Dauer ein Risiko ist, 140 Kilo mit sich umher zu schleppen.. Da hilft auch kein "Ich fuehle mich wohl", was auch nur bis so 125/130 Kilo gestimmt hat. Grade mag ich mich nicht mehr leiden :-/

    Mit knapp 30 Jahren und ca. 90kg war das bei mir auch noch kein Problem. Aber mit Mitte 30 ging es dann los: BHD und Diabetes. Ich habe zwar in der mütterlichen Linie viele Diabetiker mit Normalgewicht, so bin ich etwas prädisponiert damit, aber mit Normalgewicht wäre mir das wohl auch erst mit 60 Jahren oder später passiert.


    Und noch eins: Je älter Du wirst, desto mehr wird Dein Gewicht zur Last. Ich habe mit 40 ca. 135kg gewogen. Dann habe ich auf 115kg abgenommen, die ich auch jetzt noch habe. Dennoch belasten mich die 115kg jetzt in etwa genauso wie die 135kg, als ich noch 5 jahre jünger war. Ich denke, so wird sich das fortsetzen, dass man pro Jahr ca. 5kg abbauen sollte, um annähernd genauso fit zu bleiben wie man war. Besser natürlich, wenn man noch mehr abnehmen kann.

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    Zum Glueck bin ich in spaetestens 2 Monaten mit meinem Studium fertig und habe dann endlich Zeit und Nerv, mich um mein Gewicht zu kuemmern. Eine 48-Stunden-Woche ist echt purer Luxus und ich habe endlich so richtig viel Zeit fuer Sport und gesundes Kochen=)

    Warst Du als Kind denn schlank und hast erst im Studium auf 140kg zugenommen?

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    Trägst Du welche? ;-)


    Jeder Mensch trägt ein Stück weit sein Innerstes nach außen, über das er sich definiert. Gerade Schmuck ist ein starker Indikator dafür.

    Seit ich über 20 bin, beschränke ich darauf meine "inneren Verletzungen" nur durch Körperschmuck an durch Alltagskleidung versteckbaren Stellen zu tragen ;-D Menschen, die mich nicht gut kennen, wissen üblicherweise nicht dass ich einige Piercings und Tattoos habe.


    Allerdings erschließt sich mir nicht warum Körperschmuck, Bodymodification oder wie auch immer man das nennen mag, notwendigerweise etwas mit inneren Verletzungen zu tun haben muss. Das haben Ohrringe oder eine Halskette doch auch nicht? ":/

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    Das bestreitet keiner. Übergewicht, vor allem starkes, schadet der Gesundheit. Das wissen wir alle, vor allem diejenigen, die zu viele Kilos mit sich herumschleppen. Genauso wie Rauchen und Saufen schaden, wobei ich hier noch Unterschiede mache, denn kein Mensch braucht Nikotin oder Alkohol oder Drogen, essen aber muß man. Trockene Alkoholiker und Ex-Raucher werden es bestätigen: Es ist viel einfacher, sich radikal von einer ungesunden Lebensweise zu trennen als sie ausschleichen zu wollen.

    Ich habe dazu mal eine recht interessante Dokumentation gesehen, in der es um Süchte ging. In dieser Dokumentation wurde der Ansatz verfolgt, dass die Süchtigen die Substanz eben NICHT komplett und für immer meiden sollten, sondern einen maß- und genussvollen Umgang damit erlernen sollten.


    Eben weil es bei Süchten oft nicht (nur) um das Suchtmittel an sich geht, sondern ein Wunsch nach Selbstmedikation um sich besser fühlen zu können auch eine große Rolle spielt. Lernt man diese innere Leere, dieses Loch, anders und gesünder zu stopfen, verliert das Suchtmittel und dessen Abhängigkeitspotential an Bedeutung und Gefährlichkeit.

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    Und noch eins: Je älter Du wirst, desto mehr wird Dein Gewicht zur Last. Ich habe mit 40 ca. 135kg gewogen. Dann habe ich auf 115kg abgenommen, die ich auch jetzt noch habe. Dennoch belasten mich die 115kg jetzt in etwa genauso wie die 135kg, als ich noch 5 jahre jünger war. Ich denke, so wird sich das fortsetzen, dass man pro Jahr ca. 5kg abbauen sollte, um annähernd genauso fit zu bleiben wie man war. Besser natürlich, wenn man noch mehr abnehmen kann.

    Ist es wirklich so, dass man mit einer Umstellung auf gesunde , ausgewogene Ernährung in sinnvollen Portionsgrößen + regelmäßge körperliche Betätigung nur so langsam abnimmt?


    Selbst wenn man im Monat nur 2kg abnimmt, dann sollte, sofern man das wirklich möchte und alle Krankheiten vernünftig eingestellt sind, doch ein jährlicher Gewichtsverlust von knappen 25kg durchaus im Rahmen des Möglichen liegen?

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    Zum Glueck bin ich in spaetestens 2 Monaten mit meinem Studium fertig und habe dann endlich Zeit und Nerv, mich um mein Gewicht zu kuemmern.

    Das klingt nach einem guten Plan, aber auch danach, als ob du mit ungesunder und / oder übermäßiger Nahrung etwas zu kompensieren scheinst?


    Ich selbst habe bei mir diese Erfahrung nur mit dem Rauchen gemacht.. wenn ich scheinbar unbewältigbar viel Stress habe, dann fange ich (wieder) regelmäßiger zu Rauchen an. Nicht viel, aber immerhin :-/ Zum Glück kommt das nur so einmal im Jahr für zweidrei Wochen vor, aber das Rauchen dann wieder sein zu lassen ist für mich auch teilweise schwer. Meine Erfahrung ist, dass es nicht wirklich sinnvoll ist das Aufhören vor sich her zu schieben.


    Spätestens dann, wenn man den Entschluss gefasst hat, dass es mehr schadet als nützt, sollte man einfach aufhören. Egal welcher Zeitpunkt ist.


    Wobei Rückfälle in ungesunde Verhaltensmuster wohl auch dazugehören. Hinfallen ist keine Schande, nicht mehr aufstehen schon :-)

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    Seit ich über 20 bin, beschränke ich darauf meine "inneren Verletzungen" nur durch Körperschmuck an durch Alltagskleidung versteckbaren Stellen zu tragen ;-D Menschen, die mich nicht gut kennen, wissen üblicherweise nicht dass ich einige Piercings und Tattoos habe.

    Spricht ja nichts dagegen, wenn schon, finde ich es diskreter ja sowieso besser, dort. Alles andere ist für mich doch eine Art bewusstest oder unbewusstes Mitteilen von Verletzungen.

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    Allerdings erschließt sich mir nicht warum Körperschmuck, Bodymodification oder wie auch immer man das nennen mag, notwendigerweise etwas mit inneren Verletzungen zu tun haben muss. Das haben Ohrringe oder eine Halskette doch auch nicht? ":/

    Doch, ich denke, Bodymodifikations sind eine Form von körperlicher Selbstverletzung. Es ist, und das ist nicht böse gemeint, nicht ganz normal, seinem Körper zu verstümmeln (sei es durch tonnenweise Piercings, gespaltene Zungen, gepluggte Ohrläppchen etc pp). Ich halte das für ein Gemisch von Kompensation durch Auslagerung und Zurschaustellung/Koketterie damit, auch ein Stück Lust am Schmerz. Körperliche Schmerzen lassen sich mitunter besser ertragen als seelische, und wenn ein Schmerz den anderen überdeckt, dann ist manchen auch schon ein Stück weit geholfen.


    Halsketten sind keine körperliche Verletzung. Ohrringe schon eher, die meisten aber bekommen sie im zarten Kindesalter auf elterlichen Wunsch, das ist eine ganz andere Hausnummer. Außerdem sind Ohrläppchen zwar empfindlich, aber nicht ansatzweise von so vielen schmerzempfindlichen Nervenbahnen durchzogen wie Zunge, Zäpfchen, Nippel oder andere Körperteile weiter unten. ]:D

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    Ich habe dazu mal eine recht interessante Dokumentation gesehen, in der es um Süchte ging. In dieser Dokumentation wurde der Ansatz verfolgt, dass die Süchtigen die Substanz eben NICHT komplett und für immer meiden sollten, sondern einen maß- und genussvollen Umgang damit erlernen sollten.

    So ein Konzept würde ich nie unterstützen, weil es zum einen sehr viel schwerer ist, zum anderen lässt man dadurch den "Klick" im Kopf zu weit außen vor. Ich halte es für ausgeschlossen, dass ein Süchtiger jemals einen maßvollen Umgang mit "seiner" Substanz lernen kann, weil diese Substanz im Hirn nachweisbar Spuren hinterlassen hat, u.a. im Belohnungszentrum, was den Kranken dadurch besonders anfällig macht. Außerdem denke ich, kann ein Süchtiger nicht (mehr) einschätzen, wieviel "normal" ist und ab wann es nicht mehr normal ist. Ich halte dieses Konzept nicht nur für riskant, ich könnte mir auch vorstellen, dass hier versucht wird, die Bereitschaft zur Therapie zu versüßen, indem man in Aussicht stellt, sich nie ganz von der Substanz verabschieden zu müssen. Diese Idee ist nämlich die größte Angst eines Süchtigen: NIE NIE wieder die Substanz zu konsumieren.

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    Ist es wirklich so, dass man mit einer Umstellung auf gesunde , ausgewogene Ernährung in sinnvollen Portionsgrößen + regelmäßge körperliche Betätigung nur so langsam abnimmt?


    Selbst wenn man im Monat nur 2kg abnimmt, dann sollte, sofern man das wirklich möchte und alle Krankheiten vernünftig eingestellt sind, doch ein jährlicher Gewichtsverlust von knappen 25kg durchaus im Rahmen des Möglichen liegen?

    Ich habe 20kg in 3 Monaten abgenommen. Ja. Es geht. Aber zu dieser Zeit ist keine normale Ernährung möglich. Nimmt man Tabletten (z.B. Metformin), muss man sehr sehr aufpassen, sich in dieser Zeit eine Laktatazedose einzufange. Dazu kommt, dass man ab einem bestimmten Körpergewicht nicht mehr wirklich Sportarten machen kann, bei denen man viel verbrennt, z.B. joggen oder Fahrradfahren. Jegliche Form von Bewegung ist Schmerz. Dazu kommt (bei mir zumindest) die Angst, dass was kaputtgeht, Knie, Hüften, Fußgelenke... whatever. Denn diejenige, die vorher gesagt haben, treib Sport, die haben dann nicht für den Rest des Lebens Deine Schmerzen, die sagen dann, selbst Schuld. Kurz, man muss ab einem bestimmten Gewicht sehr auf sich achten. Man kann auch Schwimmen gehen, aber das mag nicht jeder.


    Last but not least: Systematisch angefressenes Übergewicht hat seine Gründe, und die liegen in aller Regel nicht bei blosser Gedankenlosigkeit oder Willensschwäche. Mit Essen kann man, wenn man eine bestimmte Persönlichtkeitsstruktur hat, hervorragend kompensieren. Essen, v.a. warmes Essen, kann für manche Leute mehr bewirken wie Rescue-Tropfen für andere. Und bevor man aus dem Fenster springt, alles kurz und klein schlägt oder jemanden mit bloßen Händen erwürgt, ist es doch eher besser, wenn man sich mit Essen beruhigt. Frustfressen - was für ein blöder Spruch. Es ist selten, sehr selten, echter Frust. Es ist eher Verzweiflung oder Angst. Bei mir sind es Ängste, die ich damit wieder in den Griff bekommen kann. Und nein, eine Therapie macht nach zwei Langzeittherapien keinen Sinn mehr, ich habe schon diverse Vorgespräche geführt und irgendwann begriffen, diese Arbeit macht sich heutzutage kein Therapeut mehr. Kurz: Die meisten Außenstehenden sehen nur den körperlichen Aspekt. Iss doch weniger - das ist genauso, als würde man einer Magersüchtigen sagen: Iss doch einfach mehr.

    Ich tippe am Handy, deshalb grade keine Zitate.


    Als Kind und Jugendliche war ich propper, aber nie wirklich dick und vor allem eins: sportlich (Handball, Fussball, Tennis, Wintersport, Leichtathletik, Turnen...). Dann hab ich mein mir das Knie verletzt und daraufhin 70 Kilo zugenommen.


    45 hatte ich wieder abgenommen, dann 20 zugenommen, dann 15 abgenommen, 10 zugenommen usw.


    Ich kompensiere vor allem Stress durch's Essen. Aber der ist bei einem Vollzeit-Job ja dann deutlich geringer. Und vor allem habe ich dann wieder Zeit fuer Sport. Emotionalen Stress kompensiere ich eh am besten durch Sport. Man braucht halt nur Zeit dazu ":/

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    Außerdem sind Ohrläppchen zwar empfindlich, aber nicht ansatzweise von so vielen schmerzempfindlichen Nervenbahnen durchzogen wie Zunge, Zäpfchen, Nippel oder andere Körperteile weiter unten. ]:D

    Nunja, ich habe ja doch einige Piercings (und hatte noch 2 mehr im Gesicht) und ausser Zäpfchen habe ich alle von dir genannten Stellen gepierct (bzw gepierct gehabt). Vom Stechen und vom Abheilen her fand ich den Ohrknorpel am schmerzhaftesten. Beim Rest: das Stechen ist nur ein kurzer Schmerz, das Abheilen dauert auch nicht unedlich lange bzw tut es dann eh schon nicht mehr weh.

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    Doch, ich denke, Bodymodifikations sind eine Form von körperlicher Selbstverletzung.

    Das ist es ganz offensichtlich auch, auch Ohrlöcher sind eine Verletzung des Körpers. Allerdings geht dabei nichts dauerhaft kaputt, auch bei anderen Piercings oder Tattoos nicht. Wo die Grenze zur Selbstschädigung verläuft, das sieht sicher jeder ein bisschen anders. Für mich dann, wenn man wirklich Dinge an sich vornimmt oder vornehmen lässt, die sich nicht mehr rückgängig machen lassen UND die Funktionalität des eigenen Körpers einschränken. Gespaltene Zungen, tätowierte Augäpfel, amputierte Fingersegmente etc würde ich für mich zB definitiv in den pathologischen Bereich einsortieren.

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    Kurz: Die meisten Außenstehenden sehen nur den körperlichen Aspekt. Iss doch weniger - das ist genauso, als würde man einer Magersüchtigen sagen: Iss doch einfach mehr.

    Ich weiß. Theoretisch ist das Abnehmen viel einfacher als in der Praxis. Eben weil nicht nur zur Sättigung und Nährstoffversorgung gegessen wird.


    Ich denke aber, dass nicht alle übergewichtigen oder adipösen Menschen eine Essstörung haben. Viele sind vermutlich auch "einfach so" ins Übergewicht hineingeschlittert. Dass das schneller passieren kann als man denkt, habe ich auch bemerkt. Ich habe mich nachdem ich von Zuhause ausgezogen war ungesund, süß und recht kohlenhydratreich ernährt. Fazit: Ich habe in zweidrei Jahren von 52kg au 66kg zugenommen und war damit gerade noch so im Bereich des Normalgewichts. Ich habe mich damals nicht moppelig gefühlt, aber jetzt mit wieder 57kg fühle ich mich doch wieder irgendwie wohler.


    Wobei ich niemals ganz auf den Genuss des Essens und gelegentlichen Naschens verzichten wollen würde, dann hätte ich notfalls eben ein paar wenige Kilo mehr. Das wäre es mir definitv wert ;-D

    Guter Beitrag, Louisinana. Dem meisten darin stimme ich zu. (Aber Vorsicht, wer Piercings gegenüber, sagen wir, nicht positiv eingestellt ist, erntet meist mindestens ein Brauenrunzeln, wenn nicht Empörung. Dass wir jetzt am besten alle "Körperschmuck" mögen sollten - darin sehe ich übrigens einen Versuch der Gleichschaltung des Geschmacks. Ich erlaube mir trotzdem, einiges davon nicht schön zu finden.)


    Mit Süchten wird zunehmend experimentiert; in bezug auf Nahrung passt es natürlich, einen "kontrollierten" Umgang damit zu erlernen. (In ganz seltenen Fällen kann so etwas auch bei anderen Süchten funktionieren, nur bleibt es ein riskantes Spiel. Ich würde deshalb ebenfalls nicht dazu raten.)

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    (Aber Vorsicht, wer Piercings gegenüber, sagen wir, nicht positiv eingestellt ist, erntet meist mindestens ein Brauenrunzeln, wenn nicht Empörung. Dass wir jetzt am besten alle "Körperschmuck" mögen sollten - darin sehe ich übrigens einen Versuch der Gleichschaltung des Geschmacks. Ich erlaube mir trotzdem, einiges davon nicht schön zu finden.)

    Etwas nicht schön zu finden ist legitim und die eine Sache. Eine andere Sache ist es den Körpergeschmückten ganz generell mal seelische Verletzungen zu unterstellen, die sie auf diese Art und Weise nach Außen tragen.

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    (In ganz seltenen Fällen kann so etwas auch bei anderen Süchten funktionieren, nur bleibt es ein riskantes Spiel. Ich würde deshalb ebenfalls nicht dazu raten.)

    Ich würde bei Süchten ganz generell zu einer guten Therapie raten, ich glaube ganz ohne professionelle Hilfe ist es da schwer bis unmöglich herauszukommen.

    Therapie auf jeden Fall, meine ich auch.


    Ich glaube nicht, dass es mit den Piercings als Unterstellung gemeint ist; es ist eine Sicht.


    Zu den Gründen fürs Essen - nennt man das nicht mit einem alles abdeckenden Ausdruck "emotionales Essen", wenn es aus anderen Gründen als Hunger oder gesellschaftlichen Anlässen geschieht? Emotionales Essen ist immer ein Versuch, inneren Bedürfnissen mit Ersatz zu begegnen. Es kann naturgemäß nicht wirklich diese Bedürfnisse, wie z. B. Liebe und Zuwendung, stillen, fühlt sich aber im gegebenen Moment so an, und das ist das Fatale. Auch hier aus meiner Sicht: Therapie, und zwar spätestens dann, wenn Reglementierungen wie Diäten wiederholt nicht zu anhaltendem Erfolg führen.

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    Ich denke aber, dass nicht alle übergewichtigen oder adipösen Menschen eine Essstörung haben.

    Ich glaube, die meisten adipösen Menschen haben eine ES. Wenn jemand ohne ES sich mal aufgrund von Liebeskummer o.ä. 10kg anfuttert, dann wird er, wenn er mit dem Liebeskummer durch ist, auch schnell wieder abtrainieren, weil dann wieder Normalität eingezogen ist. Genauso mit Alkohol: Es gibt Menschen, die können trinken und werden nicht krank, andere rutschen ab und sind für den Rest des Lebens Akoholiker, im besten Falle dann trockene.

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    (Aber Vorsicht, wer Piercings gegenüber, sagen wir, nicht positiv eingestellt ist, erntet meist mindestens ein Brauenrunzeln, wenn nicht Empörung. Dass wir jetzt am besten alle "Körperschmuck" mögen sollten - darin sehe ich übrigens einen Versuch der Gleichschaltung des Geschmacks. Ich erlaube mir trotzdem, einiges davon nicht schön zu finden.)

    Ja, hab ich gemerkt. Aber ich denke, inzwischen ist klar, dass es nicht böse gemeint ist. Für mich sind Piercings, die über die die klassische Variante von Ohrringen hinausgehen, selbstverletzende Tendenzen. Dabei ist es egal, ob man damit die Funktionalität des Körpers beeinflusst oder nicht. Es ist ein wenig Koketterie mit dem Schmerz, denn der Körper hat ein Schmerzgedächtnis, somit bleibt es nicht beim einmaligen "Aua", auch wenn einem das nicht bewusst ist.

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    Etwas nicht schön zu finden ist legitim und die eine Sache. Eine andere Sache ist es den Körpergeschmückten ganz generell mal seelische Verletzungen zu unterstellen, die sie auf diese Art und Weise nach Außen tragen.

    Ich rede nicht von Körperschmuck. Ich rede von Verletzungen, die dem Körper willentlich zugefügt werden, ohne dass es dafür eine medizinische Notwendigkeit gibt. Platt ausgedrückt: Es widerspricht der Natur eines jeden Lebewesens, sich willentlich körperlichen Schmerz zuzufügen oder auszusetzen, es sei denn, man will damit etwas anderes überdecken und kompensieren.


    Im Übrigen weiß ich nicht, was so schlimm daran ist, wenn man damit konfrontiert wird, seelisch nicht unverletzt zu sein. Die wenigstens sind das, und jeder kompensiert es eben auf seine Art und Weise.

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    Emotionales Essen ist immer ein Versuch, inneren Bedürfnissen mit Ersatz zu begegnen. Es kann naturgemäß nicht wirklich diese Bedürfnisse, wie z. B. Liebe und Zuwendung, stillen, fühlt sich aber im gegebenen Moment so an, und das ist das Fatale.

    Nein, kann es nicht. Da aber der Erhalt von Nahrung ein gutes Gefühl auslöst, da Essen dem Gehirn signalisiert, dass die Welt in Ordnung ist, hilft Essen vielen Menschen beim Kompensieren von seelischen Mangelerscheinungen. Mir hilft es mich zu erden, da mir das sog. Urvertrauen absolut fehlt. Und bevor meine Welt, durch was auch immer ausgelöst, zusammenzubrechen droht, ich eine Angstattacke bekomme, esse ich, und in diesem Moment ist die Welt wieder stabil. Ich denke, dass es vielen anderen stark Übergewichtigen ähnlich geht. Es braucht keine Unmengen an Essen, aber eben auch dann, wenn man keinen Hunger hat, z.B. bei Stress oder einem Angstanfall. Gestern hatte ich so etwas, meine Welt wackelte, da hab ich mir eine ganze Tüte mit Gummifrüchten reingezogen. Als Diabetiker wohlgemerkt, Insulin lag zu Hause, ich konnte erst eine halbe Stunde später spritzen. Egal. In dem Moment brauchte ich das Zuckerzeugs, nicht, weil ich Hunger hatte sondern weil sonst irgendetwas in mir kaputtgegangen wäre. Nur ein kleines Stück, sicherlich, aber Kleinvieh macht eben auch Mist.

    Ja. Das kenne ich auch. Ich bin zwar nicht übergewichtig, aber "Reparaturen" mit Essen sind mit vertraut. Ebenso handeln es andere mit Alkohol oder Drogen. Man hat genau das Gefühl: Wenn ich jetzt nicht das und das konsumiere, gehe ich kaputt. Kann ja auch sein. Es gibt sicherlich schlimmeres Konsequenzen als Übergewicht.