ähm nee diätisch nicht, ich ernähre mich gesund, also keine Diabetikerlebensmittel, die sind nur teuer u machen auch noch dick.


    Ich verzichte auf weißes Brot u esse lieber ein Vollkornschnitte mit Butter und einer Scheibe Geflügelwurst oder auch mal dünn Marmelade u dazu Tomaten oder Radieschen oder Gurke. Nur mal als Beispiel.

    Zitat

    Mit dem Essen kann ich nicht mitreden, weil ich ja nicht zu viel esse. Aber ich denke auch, dass es nicht leicht ist sowas zu verändern.

    Ich habe nie gesagt, dass es leicht ist; nur das es prinzipiell möglich ist. Wenn man aber schon mit der falschen Einstellung an die Sache geht, dann ist die Wahrscheinlichkeit für einen Erfolg sehr gering. Und wenn, sagen wir jmd. Übergewicht hat und tatsächlich abnehmen möchte, sich aber im Kopf damit anfreundet, dass sein Übergewicht krankhaft begründet ist, dann wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit scheitern, weil er die Ausrede schon parat hat. Und ich meine tatsächlich auch mal eine Studie gelesen zu haben, die genau das gezeigt hat, nämlich das der Abnehmerfolg von Menschen die prinzipiell an eine Krankheit als Ursache glauben (z.B. Sucht) deutlich schlechter war, als bei Menschen die dies eben nicht geglaubt haben.

    Zitat

    ok, aber mein Körperfettanteil ist nicht messbar, ich habe tatsächlich innerhalb 12 Wochen über 50 kg zugelegt vor über 26 Jahren, ich bin dann zwar noch etwas schwerer geworden, aber eher weil ich mich kaum mehr bewegen konnte u wegen wasser, aber im Grunde genommen blieb es Jahrelang bei den 50 kg mehr.

    Wenn du innerhalb von 12 Wochen 50kg zulegst, dann ist das mit Sicherheit kein Fett, oder nicht nur Fett, weil man dafür schon deutlich mehr Kcal aufnehmen müsste (etwa 4000kcal über dem Gesamtumsatz täglich). Keine Ahnung ob das hauptsächlich Wasser war und ob in den 26 Jahren keine Umverteilung stattgefunden hat aufgrund von nachvollziehbaren Bewegungsmangel. Was unternimmt man gegen die Wassereinlagerung? Nimmst du Diuretika bzw. was sagt der Arzt dazu?

    Zitat

    nämlich das der Abnehmerfolg von Menschen die prinzipiell an eine Krankheit als Ursache glauben (z.B. Sucht) deutlich schlechter war, als bei Menschen die dies eben nicht geglaubt haben

    Auch hier sollte man differenzieren:


    Es ist das eine, einen Grund als Ausrede anzuführen, der Grund an sich aber ist für mich ein neutraler Begriff bzw. kann genauso gut Ausgangspunkt für die Arbeit an sich selber sein. :-)


    Für mich bedeutet die "Begründung" auch, dass ich mich informieren kann, dass der Sachverhalt aus einem diffusen Gefühl heraustritt und genau angeschaut wird, dass nach Ursache und Wirkung bzw. Alternativen geforscht werden kann. :-) Ergo ist eine Begründung per se nicht schlecht, sondern es kommt darauf an, was man aus ihr macht. Ich habe es bei meinen anderen psychiatrischen Diagnosen (die ich anfangs auch nicht kampflos akzeptieren konnte) als sehr erleichternd empfunden, dass ich (mit angelesenem Wissen und psychotherapeutischer Unterstützung) endlich einordnen konnte, was mit mir los ist und ich gleichzeitig durch diesen "Grund" auch viel besser Informationen darüber sammeln konnte, was mir aus dem Teufelskreis vielleicht heraushilft, was anderen hilft oder was die Forschung dazu sagt. :-)


    Will heißen: Ein Grund alleine sagt ja noch nichts darüber aus, was man mit der Begründung anstellt und wie man mit ihr umgeht.


    Und wenn - ich gehe mal von einem psychologischen Ungleichgewicht bei vielen Übergewichtigen aus - man eine Begründung hat, dann fällt es häufig auch leichter, sich Hilfe zu suchen, sich aus der Angst und Scham zu befreien und die Gründe für das "emotionale" Essen zu suchen. Mich hat z.B. die anorektische Zeit regelrecht traumatisiert (und ich kam "nur" von einem normalen BMI auf einen ganz leicht untergewichtigen BMI), weil mich die Anorexie regelrecht fertig gemacht hat. Ich kam zu gar nichts mehr, als übers Abnehmen, Lebensmittel usw. zu denken oder zu sprechen, regelrecht getrieben, 24/7. In dieser Hinsicht ist das Binge Eating bzw. die Bulimie deutlich weniger schlimm für mein psychisches Wohlbefinden und frisst mich nicht permanent so krass auf.


    Erst vor kurzer Zeit hat mich meine ältere Schwester darauf angsprochen, dass sie sich retrospektiv daran erinnert, dass meine Mutter bei mir immer (ihre und meine) Überforderung, Ängste, Schwierigkeiten mit "Belohnungen" in Form von Essen gedeckelt hat. Damals hatte ich aber viel Bewegung, aber die Grundlage des Musters reicht scheinbar so weit zurück, dass ich mich selbst an den Anfang gar nicht mehr erinnern kann.

    Zitat

    Was unternimmt man gegen die Wassereinlagerung? Nimmst du Diuretika bzw. was sagt der Arzt dazu?

    Gegen Wassereinlagerungen helfen Bewegung, frische Salatgurke u auch Reis, aber Reis darf ich nicht... macht den Zucker hoch). Ich nehme früh 2 Wassertabletten u am Abend eine. Ich nehm die am Abend weil ich lange wach bin und nachmittags bin ich ja draußen am bewegen. Da stört es wenn man dauernd zur Toilette muss.


    Mein Doc sagt das sind auch Lipödeme und diese Strümpfe oder Bandagen darf ich nicht tragen, da meine Beine bis


    Knie sehr dick sind. Mir passen auch keine normalen Schuhe. Durch das blöde Wasser schmerzen mir Beine u Füße, aber da muss ich durch .. mir ist die Bewegung sehr wichtig.

    Zitat

    Nahrung ist aber kein Suchtmittel, genau hier ist das Problem was nicht verstanden wird. Wenn überhaupt kann man von einer Sucht des Essens reden, aber Nahrung, also z.B. Zucker erfüllt kein Kriterium für ein Suchtmittel (z.B. Toleranz und Entzugserscheinungen). Man kann das auch relativ schnell logisch nachvollziehen, weil wirklich jeder Mensch Nahrung aufnimmt und damit z.B. auch Zucker, aber trotzdem keine Sucht entwickelt.


    blade19

    >Nein, genau hier ist das Problem, das von DIR nicht verstanden wird!


    Zucker ist sehr wohl eine Droge; dafür gibt es längst schon den Nachweis, nämlich dass dieselbe Gehirnareal bei Zuckerkonsum anspricht wie bei Kokain.


    Dass nicht jeder eine Zuckersucht entwickelt, ist doch überhaupt kein Gegenargument, es entwickelt auch nicht jeder eine Alkohol-, Spiel- oder Magersucht. Ich bin auch nicht dafür, gleich von Sucht zu sprechen; wenn "Sucht" jedoch an Kontrollverlust festgemacht wird, dann kann dies für Essen sehr wohl zutreffen.

    @ Rye

    Zitat

    Zucker ist sehr wohl eine Droge; dafür gibt es längst schon den Nachweis, nämlich dass dieselbe Gehirnareal bei Zuckerkonsum anspricht wie bei Kokain.

    LESEN!!!

    Zitat

    Apart from a single case study (Thornley and McRobbie, 2009), addiction-related behaviors in sugar consumption (such as tolerance and a withdrawal syndrome) have not been observed in humans (Benton, 2010). Instead, most observational and mechanistic evidence for addiction to sugar comes from rat models pioneered in Bart Hoebel's laboratory (Avena et al., 2008). A variety of subtly different approaches have been taken, but most studies involve examining feeding behavior during intermittent access to palatable sugar solutions. For example, repeated 12 h food deprivation followed by 12 h intermittent access to normal food and a sugar solution leads to sugar "binging” (defined operationally as an increased intake compared to rats offered unrestricted access over the same time period).

    Zitat

    This complex model indicates that the combination of an environmental effect (running wheel) with a specific temporal pattern of food restriction entails both a specific behavior (hyperactivity) and profound neuroendocrine alterations that include the engagement of the endogenous opioid system in a manner analogous to opiate drugs of abuse. Thus, under specific conditions addictive-like responses may be attributed not just to substances but also to behaviors. Alternatively, a behavior may become addictive because of the system(s) it activates. In the context of sugar addiction, a behavioral addiction rather than an addiction to a substance also warrants consideration as an explanation for the observations made in the respective experiments.

    Zitat

    It is worth noting that in most of these sugar addiction models rats do not become obese. These rats down-regulate their energy intake from other sources and maintain a stable body weight (Avena et al., 2012), leading to the hypothesis that sugar addiction in humans – if it occurs at all – may not be relevant for the development of obesity.

    Zitat

    To conclude, the society as a whole should be aware of the differences between addiction in the context of substance use versus an addictive behavior. As we pointed out in this review, there is very little evidence to indicate that humans can develop a "Glucose/Sucrose/Fructose Use Disorder” as a diagnosis within the DSM-5 category Substance Use Disorders.

    Jetzt wo ich mich einmal genauer informiert haben, könntest du das bitte auch tun, damit sich diese Diskussion nicht ewig im Kreis dreht!

    Herrlich, Zucker macht süchtig ;-D


    Der Mensch hat einfach evolutionär eine Vorliebe für Lebensmittel mit diesen drei Kriterien: zuckerhaltig, fetthaltig und salzhaltig. Zucker für schnelle Energie, Fett für schlechte Zeiten und Salz konnte man damals nur selten bekommen.


    Was allerdings eher noch als Droge bezeichnen könnte, wenn auch sehr schwach, ist Koffein.

    Diese sich im Kreis drehenden Diskussionen über ewig dasselbe bringen doch gar nichts. Du hast deine festgefahrene Meinung, negierst jegliche überdeutlichen Hinweise, dass es doch nicht so einfach sein könnte, und suchst dir das heraus, was zu deiner Ansicht passt. Du bist der typische Vertreter der Meinung, dass sich alle Dicken ja nur zu disziplineren brauchten, und dann würden sie schon schlank. Bedeutet, du hast offenbar keine Ahnung vpn der Macht der Psyche. zzz Dieses Herumgestreite für nichts ist mir schon längst zu blöd. *:)

    @ Rye

    Also so reagierst du, wenn man deine Behauptungen eindeutig widerlegt. Wenn du der Meinung bist, dass Zucker eine Droge sein und das allgemein bekannt ist, dann liefere dafür doch eine vernüftige Quelle, damit man darüber diskutieren kann. Aber zu sagen, ich negiere überdeutliche Hinweise...nein, ich bin einfach nur nicht deiner Meinung und das aus gutem Grund; wobei Argumente aus deinem Lager einfach nicht stichhaltig sind.

    Hier STEHEN doch schon Hinweise! Hast du die übersehen? Außerdem bin ich ein Gegner davon, sich Studien um die Ohren zu knallen, den JEDER findet die für sich passenden. Nein, ich reagiere so, weil du ohne Ende auf deinen Ansichten herumreitest, mit für mich teilweise haarsträubenden Behauptungen.


    Hier schreiben mehrere aus eigener Erfahrung und die wischt du immer wieder mit einem sturen Kopfschütteln beiseite. Deshalb sehe ich überhaupt keinen Sinn darin, dass wir beide weiterreden. Du bist aus meiner Sicht total zu für die Argumente derer, die ihr Essen nun mal nicht in den Griff bekommen und seit vielen Jahren damit kämpfen.


    Zu denen ich übrigens nicht gehöre, nur um da einen Irrtum auszuschließen.


    Es ist bei deiner Ansicht und meiner so wie mit "Vegetarier gegen Fleischesser" - total sinnlos zu versuchen, diese verschiedenen Meinungen, ja Weltanschauungen, unter einen Hut zu bekommen. Muss man ja auch nicht, jeder kann doch bei seiner Betrachtungsweise bleiben. Mir liegt nichts daran, dich oder einen anderen hier zu überzeugen von dem, was ich denke.

    Aber es gibt Pseudowissenschaft und richtige Wissenschaft, und dort gibt es Vermutungen und gut begründete Thesen.


    Wenn jemand sagt, dass Eier Gewichtszunahme verursachen, dann gibt es dazu mehrere Studien (die man prüfen muss!), die nicht ganz im Konsens stehen, es ist also eher eine Vermutung.


    Wenn jemand sagt, dass Bergkristalle Krebs heilen könnten, ist es Pseudowissenschaft, da es keine Beweislage dafür gibt und das nicht auf biologischen Mechanismen beruht.


    Wenn jemand sagt, dass der Konsum von verarbeitetem Fleisch Darmkrebs verursacht, dann ist das eine sehr gut begründete These und deshalb sollte man sie ernst nehmen.


    Für dieses Ergebnis wurden 800 (!) Studien mit einbezogen, Langzeitstudien, Studien an Menschen.


    Deswegen muss man darauf achten, was für Quellen man hat und sich die Studien tatsächlich angucken. Das Problem mit den Studien zu Zucker ist, dass sie nicht an Menschen durchgeführt werden. Das ist auch der Hauptkritikpunkt der China Study - Beobachtungsstudien und Tierversuche, nur wenige geplante Versuche an Menschen.


    Die wenigsten Menschen lesen sich die Rohstudien durch, weil es ein Haufen Arbeit ist und meist wenig unterhaltsam. Aber das ist wichtig, um zu verwertbaren Ergebnissen zu kommen und eine gute Basis zu haben.

    Zitat

    Was allerdings eher noch als Droge bezeichnen könnte, wenn auch sehr schwach, ist Koffein.

    Im medizinischen Sinne ist Koffein eine Droge.


    Wikipedia:

    Zitat

    Coffein stand von 1984 bis 2004 auf der Dopingliste des Internationalen Olympischen Komitees, allerdings waren die Grenzwerte so hoch, dass Sportler durchaus Kaffee zum Frühstück trinken konnten.

    Ich glaube, die Formulierung "Zucker ist eine Droge" führt eher in die Irre bei dieser Diskussion. Es geht ja nicht darum, dass es an einem bestimmten Lebensmittel liegt (wenngleich bei Zucker vielen der Verzicht schwer fällt).


    Es geht darum, dass aus bestimmten psychischen Gründen, die eben nicht immer rational erklärbar sind, Lebensmittel über die Maßen konsumiert werden, selbst wenn der Konsument schon unter erheblichen "Nebenwirkungen" (Übergewicht, Einschränkungen in der Beweglichkeit, Krankheiten) etc. leidet. Und dies hat eben in vielen Fällen nicht nur mit Disziplinlosigkeit zu tun, sondern damit, dass die Ursachen eben in der Psyche liegen. Jemanden, der magersüchtig ist, würde man ja auch nicht sagen: "iss halt einfach mehr" - damit hätte es sich sicherlich auch nicht erledigt. Umgekehrt ist es bei Leuten die langzeit- bzw. stark übergewichtig sind, eben auch nicht damit getan zu sagen: "Iss weniger!" Sie müssten erstmal die zugrunde liegenden psychischen Aspekte bearbeiten, um ihr Übergewicht wirklich anzugehen.


    Ich selbst habe zwar immer wieder abgenommen auf Normalgewicht, um dann wieder (mehr oder weniger) übergewichtig zu werden. Nungut, jetzt kannst Du sagen, ich war dann halt immer wieder disziplinlos - diese Erklärung ist aber sehr verkürzt. Die Ursachen lagen da auch bei dem psychischen Aspekt, u.a. dass ich mich vorher immer so so so diszipliniert gezwungen habe, auf alles zu verzichten - und das hat eben nur eine Weile funktioniert. Dennoch will ich mich mit dieser Erklärung ja nicht aus der Verantwortung stehlen - natürlich liegt mein Gewicht in meiner Verantwortung. Trotzdem fasst es zu kurz, diese Ursachen einfach zu ignorieren.

    Ich finde, man sollte hier auch mal von dem Gedanken wegkommen, dass Übergewicht nur dann entsteht, wenn man sich regelmäßig über alle Maße mit Essen vollstopft. Ein Kilo Körperfett entspricht etwa 7.000 kcal. So viel muss ich einsparen, um ein Kilo Fett abzunehmen. Entsprechend muss ich so viel über meinen Tagesumsatz essen, um ein Kilo zuzunehmen.


    Das bedeutet, dass ich täglich nur 250 kcal über meinem Tagessatz liegen muss, um innerhalb eines Monats ein Kilo zuzunehmen. Das entspricht etwa zwei Äpfeln, die ich am Tag zu viel esse. Ich muss also nur zwei Äpfel täglich zu viel essen, um innerhalb eines Jahres mehr als zehn Kilo zuzulegen. Von "unverhältnismäßigem Fressen" kann da wirklich nicht die Rede sein.


    Der nächste Punkte wäre: "Wer mal viel Stress hat, isst halt mal viel, nimmt das aber auch ganz schnell wieder ab".


    Also ... Ich kann das nicht. Ich kann mein Gewicht problemlos halten, aber Abnahme bedeutet für mich immer Verzicht (logisch, ich bin ja unter dem, was mein Körper eigentlich für den Tag so bräuchte). Einmal entstandenes Übergewicht wieder loszuwerden, ist meines Erachtens nicht so leicht wie gerne getan wird. Natürlich geht das, aber nicht unbedingt spielend und nebenbei.


    Drittens: Alles eine Frage der Disziplin?


    Ich würde sagen: Jein. Abnehmen braucht Disziplin. Wer abnehmen möchte und das nicht schafft, hat zu wenig davon. Aber hat er damit auch weniger als jeder Schlanke? Das finde ich nicht.


    Es gibt Menschen, denen bedeutet Essen nichts. Die haben kein Problem damit, auf Naschereien zu verzichten und eine Woche lang nur Salat mit Putenbrust zu essen, weil Essen für sie ohnehin eher Mittel zum Zweck als Genuss ist. Ist das Disziplin?


    Manche Menschen essen, wenn sie nervös oder gestresst sind. Andere rauchen. Hat der Raucher mehr Disziplin?


    Mein Partner ist 30 cm größer als ich und hat als Mann deutlich mehr Muskelmasse. Sprich: Sein Tagesumsatz ist höher. Gehen wir Essen, bekommen wir beide eine gleichgroße Portion vorgesetzt. Er kann sich danach problemlos einen Nachtisch gönnen, ohne über seinen Tagessatz zu kommen. Ich nicht. Hat er mehr Disziplin?


    Übergewichtige haben einfach das Problem, dass man ihnen ihre "Disziplinlosigkeit" auf den ersten Blick ansieht. Das macht andere Menschen aber nicht per se besser, disziplinierter oder durchhaltefähiger. Schwächen sind einfach unterschiedlich gelagert. Von der psychischen Seite von Übergewicht, die hier ja schon eingehend diskutiert wurde, rede ich noch nicht mal.


    Am Ende noch ein persönlicher Erfahrungsbericht:


    Vor einer Weile hatte ich das Problem, dass mein Körper mir nach jeder Mahlzeit suggerierte, er bräuchte jetzt Zucker. Und mit "suggerierte" meine ich: Er schrie. Laut. Unüberhörbar. Ohne Ende.


    Ich habe nie geraucht, aber ich vermute, der Drang nach einer Kippe ist ähnlich. Immer wieder habe ich nachgegeben, habe ordentlich zugelegt, jeder Diätversuch wurde gründlich durch diese Rückschläge beendet. Innerhalb weniger Jahre hatte ich 15 Kilo mehr drauf.


    Dann habe ich aufgehört hormonell zu verhüten. Und die "Zuckersucht" war weg. Wie weggeblasen. Klar, ich nasche immer noch gerne. Aber weil ich Lust auf den Geschmack habe, nicht weil mein Körper so tut als würde er eingehen, wenn er nicht gleich irgendwas bekommt. Die 15 Kilo habe ich seither wieder abgenommen, an den paar Kilos, die ich davor schon zu viel hatte, arbeite ich gerade.


    Bin ich durch das Absetzen disziplinierter geworden? Oder ist es einfach so, dass sich die Umstände geändert haben? Mit Blick auf mein sonstiges Verhalten, kann ich ziemlich sicher sagen, dass Letzteres zutrifft.


    Und nein, das Abnehmen geht immer noch nicht von selbst. Es gehört immer noch Verzicht dazu. Aber es ist machbar. (Ich merke übrigens auch, dass mir "hungern" je nach Zyklushälfte leichter oder schwerer fällt).

    Zitat

    Ein Kilo Körperfett entspricht etwa 7.000 kcal. So viel muss ich einsparen, um ein Kilo Fett abzunehmen. Entsprechend muss ich so viel über meinen Tagesumsatz essen, um ein Kilo zuzunehmen.

    Würde das nicht im Umkehrschluss bedeuten, dass man bei wöchenlich eingesparten 7000 Kalorien pro Jahr 53 kg abnehmen müsste, also eine 53 kg schwere Frau dann nicht mehr da wäre? :=o

    Zitat

    Würde das nicht im Umkehrschluss bedeuten, dass man bei wöchenlich eingesparten 7000 Kalorien pro Jahr 53 kg abnehmen müsste, also eine 53 kg schwere Frau dann nicht mehr da wäre? :=o

    Der Körper besteht ja nun aus etwas mehr als Fett. Aber dass man durch Hungern starkes Untergewicht erreichen kann, das auch mal ganz schnell tödlich enden kann, ist ja nun nichts Neues, oder?

    Zum Thema Abnehmen und Disziplin:


    Ich erkläre nicht alles mit Disziplinlosigkeit. Es wird so dargestellt, ist aber mitnichten so. Disziplin ist aber ein wesentlicher Faktor um eine Diät erfolgreich zu gestalten. Nicht stört vorallem die schnelle Flucht in eine Erkrankung, weil es die Disziplin unterminiert und apriori eine Ausrede dafür darstellt warum man es nicht schafft abzunehmen. Es gibt Menschen die haben eine Schilddrüsenunterfunktion und haben trotzdem abgenommen. Es gibt Menschen mit Insulinresistenz und auch die haben es geschafft abzunehmen, so wie es eine Reihe an Menschen mit psychischen und physischen Erkrankungen gibt, die auch gleichwohl es geschafft haben abzunehmen. Sicherlich ist es hart, ich meine, dass es schon für einen "gesunden" Menschen hart sein kann abzunehmen und dann gibt es Menschen für die ist es vielleicht ein bisschen härter. Aber dadurch wird das Abnehmen und Gewichthalten doch nicht unmöglich! Aber hier wird es genau so dargestellt, dass es einfach den Fall gibt, dass es unmöglich ist abzunehmen. Und es ist noch nicht mal das, sondern man bezieht es auf die Allgemeinheit und macht aus jedem Übergewichtigen einen Zuckerjunkie; teilweise mit haarsträubenden Vergleichen a la Zucker ist schlimmer als Kokain/Heroin. Ich lese täglich von Beschaffungskriminalität dicker Menschen die alle Snickers-Riegel aus den Supermarktregalen stehlen und ganz schlimm Drogenprostitution...dicke Frauen die ihren Körper für eine Tafel Schokolade verkaufen...unerträgliche Zustände.


    Das Niveau der Diskussion ist unterirdisch; auf wissenschaftliche Fakten wird nicht eingegangen und selbst unverrückbare Naturgesetze (1. Hauptsatz der Thermodynamik) werden ignoriert. Ich kann nur spekulieren ob es einfach daran liegen mag, dass man seine Wohlfühlzone nicht verlassen möchte um sich der harten Realität zu stellen, weil man dann am Ende die Verantwortung für sein eigenen Aussehen tragen müsste... :(v

    Zitat

    Der Körper besteht ja nun aus etwas mehr als Fett. Aber dass man durch Hungern starkes Untergewicht erreichen kann, das auch mal ganz schnell tödlich enden kann, ist ja nun nichts Neues, oder?

    Klar, aber das meine ich nicht. Es geht mir um das rein Rechnerische. Wenn alles nur von den Kalorien abhängt, hieße das, es gäbe bei jedem in 5 Jahren bei wöchentlich überzähligen 7000 Kalorien (das wäre ein Überschuss von nur täglich 1000) eine Zunahme von 265 Kilo. ":/