@ Rye

    Also so reagierst du, wenn man deine Behauptungen eindeutig widerlegt. Wenn du der Meinung bist, dass Zucker eine Droge sein und das allgemein bekannt ist, dann liefere dafür doch eine vernüftige Quelle, damit man darüber diskutieren kann. Aber zu sagen, ich negiere überdeutliche Hinweise...nein, ich bin einfach nur nicht deiner Meinung und das aus gutem Grund; wobei Argumente aus deinem Lager einfach nicht stichhaltig sind.

    Hier STEHEN doch schon Hinweise! Hast du die übersehen? Außerdem bin ich ein Gegner davon, sich Studien um die Ohren zu knallen, den JEDER findet die für sich passenden. Nein, ich reagiere so, weil du ohne Ende auf deinen Ansichten herumreitest, mit für mich teilweise haarsträubenden Behauptungen.


    Hier schreiben mehrere aus eigener Erfahrung und die wischt du immer wieder mit einem sturen Kopfschütteln beiseite. Deshalb sehe ich überhaupt keinen Sinn darin, dass wir beide weiterreden. Du bist aus meiner Sicht total zu für die Argumente derer, die ihr Essen nun mal nicht in den Griff bekommen und seit vielen Jahren damit kämpfen.


    Zu denen ich übrigens nicht gehöre, nur um da einen Irrtum auszuschließen.


    Es ist bei deiner Ansicht und meiner so wie mit "Vegetarier gegen Fleischesser" - total sinnlos zu versuchen, diese verschiedenen Meinungen, ja Weltanschauungen, unter einen Hut zu bekommen. Muss man ja auch nicht, jeder kann doch bei seiner Betrachtungsweise bleiben. Mir liegt nichts daran, dich oder einen anderen hier zu überzeugen von dem, was ich denke.

    Aber es gibt Pseudowissenschaft und richtige Wissenschaft, und dort gibt es Vermutungen und gut begründete Thesen.


    Wenn jemand sagt, dass Eier Gewichtszunahme verursachen, dann gibt es dazu mehrere Studien (die man prüfen muss!), die nicht ganz im Konsens stehen, es ist also eher eine Vermutung.


    Wenn jemand sagt, dass Bergkristalle Krebs heilen könnten, ist es Pseudowissenschaft, da es keine Beweislage dafür gibt und das nicht auf biologischen Mechanismen beruht.


    Wenn jemand sagt, dass der Konsum von verarbeitetem Fleisch Darmkrebs verursacht, dann ist das eine sehr gut begründete These und deshalb sollte man sie ernst nehmen.


    Für dieses Ergebnis wurden 800 (!) Studien mit einbezogen, Langzeitstudien, Studien an Menschen.


    Deswegen muss man darauf achten, was für Quellen man hat und sich die Studien tatsächlich angucken. Das Problem mit den Studien zu Zucker ist, dass sie nicht an Menschen durchgeführt werden. Das ist auch der Hauptkritikpunkt der China Study - Beobachtungsstudien und Tierversuche, nur wenige geplante Versuche an Menschen.


    Die wenigsten Menschen lesen sich die Rohstudien durch, weil es ein Haufen Arbeit ist und meist wenig unterhaltsam. Aber das ist wichtig, um zu verwertbaren Ergebnissen zu kommen und eine gute Basis zu haben.

    Zitat

    Was allerdings eher noch als Droge bezeichnen könnte, wenn auch sehr schwach, ist Koffein.

    Im medizinischen Sinne ist Koffein eine Droge.


    Wikipedia:

    Zitat

    Coffein stand von 1984 bis 2004 auf der Dopingliste des Internationalen Olympischen Komitees, allerdings waren die Grenzwerte so hoch, dass Sportler durchaus Kaffee zum Frühstück trinken konnten.

    Ich glaube, die Formulierung "Zucker ist eine Droge" führt eher in die Irre bei dieser Diskussion. Es geht ja nicht darum, dass es an einem bestimmten Lebensmittel liegt (wenngleich bei Zucker vielen der Verzicht schwer fällt).


    Es geht darum, dass aus bestimmten psychischen Gründen, die eben nicht immer rational erklärbar sind, Lebensmittel über die Maßen konsumiert werden, selbst wenn der Konsument schon unter erheblichen "Nebenwirkungen" (Übergewicht, Einschränkungen in der Beweglichkeit, Krankheiten) etc. leidet. Und dies hat eben in vielen Fällen nicht nur mit Disziplinlosigkeit zu tun, sondern damit, dass die Ursachen eben in der Psyche liegen. Jemanden, der magersüchtig ist, würde man ja auch nicht sagen: "iss halt einfach mehr" - damit hätte es sich sicherlich auch nicht erledigt. Umgekehrt ist es bei Leuten die langzeit- bzw. stark übergewichtig sind, eben auch nicht damit getan zu sagen: "Iss weniger!" Sie müssten erstmal die zugrunde liegenden psychischen Aspekte bearbeiten, um ihr Übergewicht wirklich anzugehen.


    Ich selbst habe zwar immer wieder abgenommen auf Normalgewicht, um dann wieder (mehr oder weniger) übergewichtig zu werden. Nungut, jetzt kannst Du sagen, ich war dann halt immer wieder disziplinlos - diese Erklärung ist aber sehr verkürzt. Die Ursachen lagen da auch bei dem psychischen Aspekt, u.a. dass ich mich vorher immer so so so diszipliniert gezwungen habe, auf alles zu verzichten - und das hat eben nur eine Weile funktioniert. Dennoch will ich mich mit dieser Erklärung ja nicht aus der Verantwortung stehlen - natürlich liegt mein Gewicht in meiner Verantwortung. Trotzdem fasst es zu kurz, diese Ursachen einfach zu ignorieren.

    Ich finde, man sollte hier auch mal von dem Gedanken wegkommen, dass Übergewicht nur dann entsteht, wenn man sich regelmäßig über alle Maße mit Essen vollstopft. Ein Kilo Körperfett entspricht etwa 7.000 kcal. So viel muss ich einsparen, um ein Kilo Fett abzunehmen. Entsprechend muss ich so viel über meinen Tagesumsatz essen, um ein Kilo zuzunehmen.


    Das bedeutet, dass ich täglich nur 250 kcal über meinem Tagessatz liegen muss, um innerhalb eines Monats ein Kilo zuzunehmen. Das entspricht etwa zwei Äpfeln, die ich am Tag zu viel esse. Ich muss also nur zwei Äpfel täglich zu viel essen, um innerhalb eines Jahres mehr als zehn Kilo zuzulegen. Von "unverhältnismäßigem Fressen" kann da wirklich nicht die Rede sein.


    Der nächste Punkte wäre: "Wer mal viel Stress hat, isst halt mal viel, nimmt das aber auch ganz schnell wieder ab".


    Also ... Ich kann das nicht. Ich kann mein Gewicht problemlos halten, aber Abnahme bedeutet für mich immer Verzicht (logisch, ich bin ja unter dem, was mein Körper eigentlich für den Tag so bräuchte). Einmal entstandenes Übergewicht wieder loszuwerden, ist meines Erachtens nicht so leicht wie gerne getan wird. Natürlich geht das, aber nicht unbedingt spielend und nebenbei.


    Drittens: Alles eine Frage der Disziplin?


    Ich würde sagen: Jein. Abnehmen braucht Disziplin. Wer abnehmen möchte und das nicht schafft, hat zu wenig davon. Aber hat er damit auch weniger als jeder Schlanke? Das finde ich nicht.


    Es gibt Menschen, denen bedeutet Essen nichts. Die haben kein Problem damit, auf Naschereien zu verzichten und eine Woche lang nur Salat mit Putenbrust zu essen, weil Essen für sie ohnehin eher Mittel zum Zweck als Genuss ist. Ist das Disziplin?


    Manche Menschen essen, wenn sie nervös oder gestresst sind. Andere rauchen. Hat der Raucher mehr Disziplin?


    Mein Partner ist 30 cm größer als ich und hat als Mann deutlich mehr Muskelmasse. Sprich: Sein Tagesumsatz ist höher. Gehen wir Essen, bekommen wir beide eine gleichgroße Portion vorgesetzt. Er kann sich danach problemlos einen Nachtisch gönnen, ohne über seinen Tagessatz zu kommen. Ich nicht. Hat er mehr Disziplin?


    Übergewichtige haben einfach das Problem, dass man ihnen ihre "Disziplinlosigkeit" auf den ersten Blick ansieht. Das macht andere Menschen aber nicht per se besser, disziplinierter oder durchhaltefähiger. Schwächen sind einfach unterschiedlich gelagert. Von der psychischen Seite von Übergewicht, die hier ja schon eingehend diskutiert wurde, rede ich noch nicht mal.


    Am Ende noch ein persönlicher Erfahrungsbericht:


    Vor einer Weile hatte ich das Problem, dass mein Körper mir nach jeder Mahlzeit suggerierte, er bräuchte jetzt Zucker. Und mit "suggerierte" meine ich: Er schrie. Laut. Unüberhörbar. Ohne Ende.


    Ich habe nie geraucht, aber ich vermute, der Drang nach einer Kippe ist ähnlich. Immer wieder habe ich nachgegeben, habe ordentlich zugelegt, jeder Diätversuch wurde gründlich durch diese Rückschläge beendet. Innerhalb weniger Jahre hatte ich 15 Kilo mehr drauf.


    Dann habe ich aufgehört hormonell zu verhüten. Und die "Zuckersucht" war weg. Wie weggeblasen. Klar, ich nasche immer noch gerne. Aber weil ich Lust auf den Geschmack habe, nicht weil mein Körper so tut als würde er eingehen, wenn er nicht gleich irgendwas bekommt. Die 15 Kilo habe ich seither wieder abgenommen, an den paar Kilos, die ich davor schon zu viel hatte, arbeite ich gerade.


    Bin ich durch das Absetzen disziplinierter geworden? Oder ist es einfach so, dass sich die Umstände geändert haben? Mit Blick auf mein sonstiges Verhalten, kann ich ziemlich sicher sagen, dass Letzteres zutrifft.


    Und nein, das Abnehmen geht immer noch nicht von selbst. Es gehört immer noch Verzicht dazu. Aber es ist machbar. (Ich merke übrigens auch, dass mir "hungern" je nach Zyklushälfte leichter oder schwerer fällt).

    Zitat

    Ein Kilo Körperfett entspricht etwa 7.000 kcal. So viel muss ich einsparen, um ein Kilo Fett abzunehmen. Entsprechend muss ich so viel über meinen Tagesumsatz essen, um ein Kilo zuzunehmen.

    Würde das nicht im Umkehrschluss bedeuten, dass man bei wöchenlich eingesparten 7000 Kalorien pro Jahr 53 kg abnehmen müsste, also eine 53 kg schwere Frau dann nicht mehr da wäre? :=o

    Zitat

    Würde das nicht im Umkehrschluss bedeuten, dass man bei wöchenlich eingesparten 7000 Kalorien pro Jahr 53 kg abnehmen müsste, also eine 53 kg schwere Frau dann nicht mehr da wäre? :=o

    Der Körper besteht ja nun aus etwas mehr als Fett. Aber dass man durch Hungern starkes Untergewicht erreichen kann, das auch mal ganz schnell tödlich enden kann, ist ja nun nichts Neues, oder?

    Zum Thema Abnehmen und Disziplin:


    Ich erkläre nicht alles mit Disziplinlosigkeit. Es wird so dargestellt, ist aber mitnichten so. Disziplin ist aber ein wesentlicher Faktor um eine Diät erfolgreich zu gestalten. Nicht stört vorallem die schnelle Flucht in eine Erkrankung, weil es die Disziplin unterminiert und apriori eine Ausrede dafür darstellt warum man es nicht schafft abzunehmen. Es gibt Menschen die haben eine Schilddrüsenunterfunktion und haben trotzdem abgenommen. Es gibt Menschen mit Insulinresistenz und auch die haben es geschafft abzunehmen, so wie es eine Reihe an Menschen mit psychischen und physischen Erkrankungen gibt, die auch gleichwohl es geschafft haben abzunehmen. Sicherlich ist es hart, ich meine, dass es schon für einen "gesunden" Menschen hart sein kann abzunehmen und dann gibt es Menschen für die ist es vielleicht ein bisschen härter. Aber dadurch wird das Abnehmen und Gewichthalten doch nicht unmöglich! Aber hier wird es genau so dargestellt, dass es einfach den Fall gibt, dass es unmöglich ist abzunehmen. Und es ist noch nicht mal das, sondern man bezieht es auf die Allgemeinheit und macht aus jedem Übergewichtigen einen Zuckerjunkie; teilweise mit haarsträubenden Vergleichen a la Zucker ist schlimmer als Kokain/Heroin. Ich lese täglich von Beschaffungskriminalität dicker Menschen die alle Snickers-Riegel aus den Supermarktregalen stehlen und ganz schlimm Drogenprostitution...dicke Frauen die ihren Körper für eine Tafel Schokolade verkaufen...unerträgliche Zustände.


    Das Niveau der Diskussion ist unterirdisch; auf wissenschaftliche Fakten wird nicht eingegangen und selbst unverrückbare Naturgesetze (1. Hauptsatz der Thermodynamik) werden ignoriert. Ich kann nur spekulieren ob es einfach daran liegen mag, dass man seine Wohlfühlzone nicht verlassen möchte um sich der harten Realität zu stellen, weil man dann am Ende die Verantwortung für sein eigenen Aussehen tragen müsste... :(v

    Zitat

    Der Körper besteht ja nun aus etwas mehr als Fett. Aber dass man durch Hungern starkes Untergewicht erreichen kann, das auch mal ganz schnell tödlich enden kann, ist ja nun nichts Neues, oder?

    Klar, aber das meine ich nicht. Es geht mir um das rein Rechnerische. Wenn alles nur von den Kalorien abhängt, hieße das, es gäbe bei jedem in 5 Jahren bei wöchentlich überzähligen 7000 Kalorien (das wäre ein Überschuss von nur täglich 1000) eine Zunahme von 265 Kilo. ":/

    Bei dem immer wiederkehrenden 1. HS der Thermodynamik wird konsequent ignoriert, dass nicht jeder Koerper jedes Lebensmittel gleich verwertet.


    Aber da ich grade zu muede bin um Quellen rauszusuchen, wird das von blade eh wieder als UNWISSENSCHAFTLICH und Humbug dargestellt :-p

    Da berechnest du nicht mit ein, dass der Grundumsatz sich bei Gewichtsänderung auch verändert.


    Jemand, der 100kg wiegt, muss viel mehr essen, um dieses Gewicht zu halten, als jemand der 50kg wiegt.


    Und irgendwann ist es nicht mehr möglich, viel weiter ins Kalorienplus/-defizit zu gehen, dann kommt es zu Stagnation.


    Allerdings gilt nicht Kalorie=Kalorie, denn es ist wichtig, was mit den Kalorien kommt. Mal regt es den Stoffwechsel an, mal verlangsamt es ihn, eine Kalorie aus einer Erdbeere ist viel gesünder und hilfreicher bei der Abnahme als eine aus einem Käsekuchen.

    Zitat

    Allerdings gilt nicht Kalorie=Kalorie, denn es ist wichtig, was mit den Kalorien kommt. Mal regt es den Stoffwechsel an, mal verlangsamt es ihn, eine Kalorie aus einer Erdbeere ist viel gesünder und hilfreicher bei der Abnahme als eine aus einem Käsekuchen.

    Danke, darauf wollte ich hinaus. Ich glaube nämlich - auch wenn immer und immer wieder das Gesetz der Themodynamik beschworen wird - dass noch eine Menge weiterer Faktoren bestimmen, ob ein Mensch zu- oder abnimmt.

    Natürlich ist für eine Gewichtsabnahme wichtig, ob ein Mensch an sich - und überhaupt an diese Möglichkeit - glaubt. Wer sich keine Chance zubilligt, kann auch schwerlich Erfolg haben und sucht Erklärungen, und das kann dann wie eine Rechtfertigung ("Ich kann ja gar nicht abnehmen, wegen der Schilddrüse, der Medikamente, die ich einnehmen muss usw.") klingen. Sich selbst, vielleicht entgegen aller Widerstände, zu vertrauen: "Ich KANN es schaffen!" ist sicherlich die Voraussetzung, sonst ist das Scheitern vorprogrammiert. Manchmal vermag ein anderer Mensch dieses Vertrauen in sich selbst zu wecken, manchmal ein neues Essprogramm ... Dann kann ein Wunder geschehen.