Wie komme ich aus dieser Dauermüdigkeit raus

    Ich habe ein Problem das mich seit 2 beinahe 3 Jahren fertig macht und es ist weiterhin kein Ende in Sicht.


    Eine kurze Zusammenfassung meiner Beschwerden:


    Es geht um eine tägliche Dauermüdigkeit die sich bisher durch nichts lindern lässt. Mein Kopf und sogar das gesamte Gesicht und die Haut fühlen sich nach dem Aufwachen als hätte ich die Nacht in einem Raum verbracht in dem die Luft viel zu warm war und es zu stickig war (das ist natürlich nicht der Fall). Schwierig zu beschreiben, eine Mischung aus Betäubung und noch etwas dass sich nicht fassen lässt.


    Das schwindet nach und nach in der ersten Stunde nach dem Aufwachen, übrig bleibt jedoch ein Grundzustand dominiert bei Müdigkeit und (leichter ??? ) Verwirrtheit der es schwierig macht einen Gedanken zu fassen zu verfolgen oder zu behalten.


    Vom Denken her bin ich langsamer geworden, was mir vorallem in Gesprächen mit anderen auffällt: Andere Menschen sind vor Ort, lebendig, schnell und präzise. So wie ich das früher auch war. Ich bin nur noch daneben.


    Eine normale Belastbarkeit im Alltag ist schon lange nicht mehr gegeben. Bin ich 2 Stunden lang unterwegs wegen einem kurzen Termin ist danach Schlaf angesagt auch wenn dieser nur wenig Erholung bietet.


    Ein normaler Alltag ist so nicht möglich und selbst Beruf und Ausbildung sind derzeit pausiert.


    Mir geht es hierbei nun nicht darum zu überlegen woran das liegen könnte. Woran das liegen könnte weiß ich. So einen Zustand wird niemand einfach so hinnehmen und deswegen habe ich mich in den letzten 2 Jahren umfangreich damit befasst. Mir ist bewusst dass eine Fülle an Krankheiten oder Lebensumständen ursache sein können.


    Ich war bei vielen Ärzten und eine Lösung war noch nicht zu finden. Mein großes Problem um das es hier gehen soll:


    Es dauert alles so lange. Seit 2 Jahren war ich ununterbrochen in ärztlicher Behandlung und es ist kein Ende in Sicht.


    Man geht zum Arzt, erklärt die Lage, er macht eine Untersuchung, äußert einen Verdacht und sendet einen zum Facharzt.


    Man wartet einige Monate auf den Termin, geht zum Arzt, erklärt die Lage, er macht eine Untersuchung, äußert einen Verdacht und sendet einen weiter zum nächsten Facharzt oder zurück. Man wartet wieder ein paar Monate auf den Termin und es beginnt wieder alles von neuem.


    Erschwerend kommt hinzu dass ich 2 weitere Grunderkrankungen habe die immer wieder Ergebnisse beeinträchtigen oder verfälschen. Einerseits kommt es zu temporär schlechten Blutbildern die aber keinen Krankheitswert haben wodurch sich Ärzte darauf konzentrieren. Andererseits können beide Erkrankungen oder deren Medikamente in der Theorie auch ähnliche Beschjwerden wie meine auslösen. Deswegen wollen sich viele Ärzte immer wieder auf diese Erkrankungen konzentrieren obwohl ausgeschlossen ist dass sie die Ursache sind auch wenn ich dagegen protestiere. Es ist ein heilloses Durcheinander.


    Meine nächste Anlaufstelle wäre ein Psychiater oder Psychologe, weil es ja auch eine versteckte psychische Erkrankung sein könnte (man möchte das bitte nicht missverstehen: Ich habe weder Angst an irgendeiner Erkrankung zu leiden oder mache mich wegen Symptomen verrückt noch möchte ich eine Erkrankung haben oder Aufmerksamkeit oder ähnliches. Mir ist die gesamte Situation sehr unangenehm und ich weiß wie das von Außen aussehen kann). Aber auch hier heißt es wieder monatelang warten und dann möglicherweise anschließend monatelang behandeln wenn dann überhaupt etwas dabei rauskommt. Dass damit dann Erfolg erreicht wird ist auch nicht garantiert.


    Die Fülle der denkbaren Ursachen ist mit der Dauer die für eine Untersuchung gebraucht wird nicht zu vereinbaren. So kann das ja möglicherweise noch ein ganzes Jahr so weitergehen und das ist nicht zu akzeptieren.


    Gibt es eine Möglichkeit die ich übersehe? ???


    Entschuldigung für den langen Roman

  • 46 Antworten

    Hallo Tennisquicky

    Zitat

    Wenn du schon so Anspielungen machst, dann nenne hier bitte die Krankheiten und die Medikamente.

    Das hatte ich eigentlich bewusst nicht getan. Ich wollte verhindern, dass man sich (wie auch die Ärzte) hier darauf versteift. Zudem geht es mir primär ja nicht darum hier zu ergründen was die Ursache sein könnte. In meinem Fall könnte man sich gar nicht sicherer sein, dass diese Grunderkrankungen nicht die Auslöser sind.


    Da allerdings eine der beiden auf Anhieb schon erwähnt wurde:

    Zitat

    Und der Klassiker SD ist schon aus dem Rennen raus?

    Ja. Meine SD ist krank, ist aber nicht die Ursache. Ich kenne die Probleme die manche Ärzte mit den Werten der Schilddrüse haben, Hashimoto ist ausgeschlossen und die Schilddrüse tatsächlich gut eingestellt auf Grundlage aktueller Laborparameter. Auch andere Krankheiten die zum Teil mit der Schilddrüse in Verbindung stehen wurden überprüft.


    Wie gesagt: Es ist kompliziert. Aufgrund von Unregelmäßigkeiten bestand bereits der Verdacht auf eine Schlaferkrankung, ein Problem mit dem Herzen, Nierenerkrankung, Lebererkrankung, Cortisol, Vitamin D, Vitamin B und weitere. Alles basierend auf Hinweisen und nicht aufgrund einer leeren Vermutung. Blutwerte die nur temporär daneben waren, Blutwerte die genau im Grenzbereich lagen, Symptome die man nicht erklären konnte, Behandlungsversuche die nicht geholfen haben und so weiter wodurch dann doch alles ergebnislos blieb. So viel, dass ich gar nicht alles beim Arzt aufzählen könnte, plus natürlich Untersuchungen die wirklich nur auf gut Glück gemacht wurden. Vieles passt ein bisschen, nichts passt so richtig.


    Kombiniert man das mit der Tatsache dass das Beschwerdebild an sich schon problematisch ist (man könnte ja auch nur simulieren) und manche Ärzte skeptisch darauf reagieren kommt es dann dazu dass manch einer nur 5 minuten mit einem redet, dann eine schnelle Untersuchung anordnet um eine Sache auszuschließen und dann nichts mehr von einem wissen will und man dann weitergeschickt wird.


    Selbst eine psychiatrische Vorstellung "genehmigt" zu bekommen erweist sich derzeit als schwierig weil mein Arzt vorher noch schauen möchte was denn mal wieder mit meinem Blutbild ist.

    Blöd gesagt: Die eigene eingeschränkte Leistungsfähigkeit akzeptieren und für sich selbst schlechtere von besseren Tagen/Phasen unterscheiden und sich darüber freuen/das würdigen. Nicht nach dem "allgemeinen Maßsatb" gehen nach dem man immer unterdurchschnittlich abschneiden würde von seiner subjektiven Bewertung her.

    Zitat

    Blöd gesagt: Die eigene eingeschränkte Leistungsfähigkeit akzeptieren und für sich selbst schlechtere von besseren Tagen/Phasen unterscheiden und sich darüber freuen/das würdigen. Nicht nach dem "allgemeinen Maßsatb" gehen nach dem man immer unterdurchschnittlich abschneiden würde von seiner subjektiven Bewertung her.

    Das ist keine Option. Ich akzeptiere doch nicht einfach so den Gedanken "Du kannst jetzt nichts mehr tun. Hobbies, Karriere, Interessen, Ziele etc musst du vergessen." und das ohne Begründung. Wüsste ich jetzt, dass eine unheilbare Krankheit dahintersteckt (was ich nicht glaube), dann wäre das eine Option.


    Bis dahin hat die potenziell mögliche Auflösung des Problems oberste Priorität.


    Es steckt nicht einfach nichts dahinter. Selbst wenn sich die eigene Psyche die Beschwerden in psychosomatischer Form nur vorgaukelt ist das eine Ursache über deren Lösung man nachdenken kann. Aber ein "Das ist jetzt einfach so, wir wissen nicht warum. Das bleibt jetzt so."? Mit Sicherheit nicht.

    Doch, das bleibt so. Was soll sich da ändern? Es kommt nicht auf einmal nächste Woche ein Arzt, der dir die Diagnose sagt, was dagegen gibt und deine Müdigkeit ist weg.


    Du hast alles durch, des dreht sich längst im Kreis. Es wird so bleiben. {:(


    An deiner Sache sehe ich mal wieder, dass es sich wirklich nicht lohnt, mit unspezifischen Symptomen zum Arzt zu gehen. {:( %:|


    Ich kenne diese Hamsterräder an Arztrennerei von früher her. Es hat NIE was gebracht. ALL meine Krankheiten blieben bestehen. Nur Streß und Rechnungen, mehr ist ein Arztgang nicht.


    Einen wirklichen Vorher- Nachhereffekt gibt es nur noch beim Zahnarzt, meist mit Besserung der Sache, aber selbst auch da nicht immer unbedingt.

    Zitat

    Doch, das bleibt so. Was soll sich da ändern? Es kommt nicht auf einmal ein Arzt, der dir die Diagnose sagt, was dagegen gibt und deine Müdigkeit ist weg.

    Warum nicht?

    Zitat

    Du hast alles durch, des dreht sich längst im Kreis.

    Nein, ich habe nicht alles durch. In diesem Thema geht es darum, dass das was ich noch nicht durchhabe so lange dauert.

    Ich steige da beim Lesen irgendwie nicht durch.


    Und was dauert da noch, was noch nicht durch ist?


    Meinst du damit, immer noch nicht den richtigen Arzt gefunden zu haben. Ist es das, was "noch nicht durch" ist?


    Das meinte ja -krankgemeldet-, dass das wohl Warten auf Godot ist, der nicht kommt...

    Grundasätzlich möchte ich erstmal sagen, dass mir Dein Denkansatz gefällt. Du richtest den Blick mehr darauf, wie Du da raus kommen könntest. Das finde ich sehr sinnvoll, weil das das eigentliche Ziel ist.


    Andere richtigen den Blick viel mehr auf die Frage nach der Ursache. Das kann ein Ansatz sein, wenn sich die Ursache beseitigen lässt. Häufig ist das jedoch gar nicht möglich. Dann hat man viel Zeit auf die Ursachenforschung verschwendet, bevor man versucht, ein Ziel zu erreichen.


    Du sparst Dir diesen Umweg, weil Du von vornherein das Ziel im Auge hast. :)^


    Aber jetzt mal zu Deiner eigentlichen Frage.

    Zitat

    Gibt es eine Möglichkeit die ich übersehe? ???

    Wenn ich Dich richtig verstanden habe, gibt es zwei grundsätzliche Möglichkeiten, die Du siehst. Die eine ist, dass es eine heilbare körperliche Krankheit ist. Die andere ist, das es ein therapierbares psychisches Problem ist.


    Snaiperskaja [VSS] hat eine dritte Möglichkeit genannt, die für Dich keine Option ist.


    Mir fällt noch eine vierte Möglichkeit ein, die Du bisher eventuell übersehen haben könntest. Es könnte nämlich auch an Deinen Lebensumständen liegen. Vielleicht liegt da grundsätzlich etwas im Argen.


    Ist das auch eine Option, die Du auschließt?

    Hast du schon mal überlegt, dich an eines der Zentren für seltene/unerkannte Erkrankungen zu wenden?


    Hier der Link:


    http://www.research4rare.de/zentren-fuer-seltene-erkrankungen/


    Eine Bekannte von mir wurde in einem dieser Zentren behandelt und obwohl vorher alle ihre Ärzte nicht weiter wussten, konnte ihr dort geholfen werden. Seit ich das miterlebt habe, gebe ich diesen Tipp gerne weiter, denn auch ihr wurde das Zentrum von jemandem empfohlen.

    Hallo TStarlet:

    Ich suche nicht den einen Arzt, der als Genie plötzlich die Erkenntnis hat. Ich suche nicht jemanden der das erkennt was andere übersehen. Es geht nur darum, dass ich noch nicht bei allen Fachärzten war die zum Teil nötig wären um eine Lösung zu finden.


    Bspw war ich noch bei gar keine psychiatrischen Untersuchung, obwohl es psychische Erkrankungen gibt, die meine Beschwerden auslösen. Also müsste ich bspw zu einem ganz normalen Psychiater. Nur dauert das alles so lange, die Zeit die beim Warten vergeht, die Monate ohne Aussicht auf Erfolg. Das ist das Problem.


    Hallo mond+sterne,

    Das hatte ich eigentlich der möglichen psychischen Ursache zugeordnet. Ein ungelöster innerer Konflikt, ob in der Vergangenheit oder weiterhin anhaltend, den ich selbst nicht erkenne. Oder meinst du damit etwas anderes?


    Hallo Minyip

    Das ist beispielsweise eine Sache über die ich noch gar nicht bescheid wusste. Ich schaue mir das gleich etwas genauer an und melde mich diesbezüglich nochmal zurück. Dankeschön für den Hinweis.

    Zitat

    Bis dahin hat die potenziell mögliche Auflösung des Problems oberste Priorität.

    Irgendwie verwirrst Du mich. Ich habe Deinen Eingangsbeitrag so verstanden, dass es genau eben darum nicht gehen soll, weswegen Du Deine bereits diagnostizierten Erkrankungen nicht thematisieren möchtest - denn das wäre schon notwendig, damit irgendeiner antwortet: "da fehlt aber noch dasunddas - wurde das schonmal geprüft", ansonsten kann hier ja nur ein unmotiviertes Stochern im Dunkeln oder ein bis in die Esoterik gehendes ins Blaue schießen passieren.


    Ich kann verstehen, dass Du über den Allgemeinzustand und die Vorgehensweise Ärzte-Diagnose-Behandlung-Kein Erfolg inzwischen frustriert (so liest es sich für mich zumindest) und entsprechend unkooperativ (so empfinde ich Deine Texte) bist, aber den Heiligen Grahl oder eine Offenbarung wirst Du so hier auch nicht finden (und falls doch jemand mit sowas um die Ecke kommt, wäre ich schon sehr skeptisch).


    Ich wünschte mir manchmal auch, es gäbe eine Art Diagnose-Maschine, die mich komplett durchcheckt, alle Faktoren berücksichtigt und mir dann am Ende ein eindeutiges Ergebnis liefert, was denn nun (Kern-)Ursache meiner Probleme ist. Bei mir ist es auch ein zusammengewürfelter Haufen von Diagnosen: Schilddrüsenunterfunktion, PCO, rheumatische Erkrankung, Vitamin-Mangel, ggf. doch was psychisches und/oder Belastungen/Lebensbedingungen... Wo anfangen, wo aufhören und was bringt letztendlich die Lösung?


    Ich versuche mich inzwischen damit abzufinden, dass es die "Einzel-Diagnose" nicht gibt, dafür ist der Körper und das Zusammenspiel zwischen Körper und Psyche viel zu komplex. Ja, und sehr oft hab ich auch den Eindruck, an verschiedensten Baustellen "herumzudoktorn". Aber es ist nunmal mein Körper, mit seinen Möglichkeiten, Macken und Beschränkungen und ich hab nur diesen einen für dieses Leben.


    Mein aktueller Versuch, der Erschöpfung/Müdigkeit beizukommen, ist mehr Sport und an meinem sonstigen Leben zu arbeiten. Vielleicht bringt das endlich den gewünschten Wandel, vielleicht geht es auch nach hinten los. Manchmal hilft einfach nichts anderes, als es auszuprobieren.


    (ich bin übrigens fast neidisch, dass Du nur ne Stunde zum klarkommen brauchst, bei mir braucht es den ganzen Morgen/Vormittag - ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal erholt, frisch und motiviert aufgewacht bin, muss irgendwann in meiner Kindheit gewesen sein - dann bin ich für wenige Stunden leistungsfähig und dann schlägt auch schon die Müdigkeit zu. Gegen Abend bin ich dann wieder fit, aber was will man dann noch reissen?)

    Zitat

    Ein ungelöster innerer Konflikt, ob in der Vergangenheit oder weiterhin anhaltend, den ich selbst nicht erkenne. Oder meinst du damit etwas anderes?

    Ja, ich habs vergeigt. Eigentlich wollte ich auf den zielorientierten Ansatz aus der Titelfrage hinaus. Leider habe ich dann doch wieder mehr aus Ursachensicht geschrieben. Ich versuchs also nochmal.


    Deinem Eingangspost habe ich zwei Wege entnommen, wie Du raus kommen kannst. Nämlich mit medikamentöser Behandlung oder mit Psychotherapie.


    Ich sehe noch zwei weitere Wege. Nämlich eine grundlegende Veränderung der äußeren Lebensumstände oder eine Veränderung der inneren Einstellung.


    Damit sehe ich vier Wege wie Du raus kommen kannst, ohne dabei nach den Ursachen zu fragen. Keiner der Wege schließt einen anderen Weg aus. Deshalb würde ich Dir empfehlen, alle zu versuchen.

    @ TinyTropper:

    Hast Du es mal mit Ausdauersport versucht, also Joggen oder Fitnessstudio (Cardiotraining)? Bewegung wirkt wahre Wunder bei anhaltender Müdigkeit und auch gegen latente Depressionen. Meist reicht es schon, eine Woche leicht zu trainieren, bis sich eine spürbare Besserung einstellt. Es war zumindest bei mir so...