Übermorgen habe ich meinen Termin. Ich bin aufgeregt.


    Ich habe mir schon überlegt, ob ich nur die Nackenfaltemessung machen lassen soll, weil die Blutuntersuchung öfter mal falsch positive Ergebnisse liefert, weil es diverse Störfaktoren gibt. Ich weiß auch nicht, wie fit meine Gynäkologin in der Auswertung der Laborergebnisse ist.


    Moeglichetweise würde mir eine unauffällige Nackenfalte schon ausreichen um mich " sicherer" zu fühlen?


    Was meint ihr? Hier schrieb doch jemand, dass die NFM okay war aber der Blutwert ein falsch positives Ergebnis lieferte.

    Also ich wollte die NFM nicht machen lassen und der Gyn hat trotzdem kurz geschaut und meinte schaut alles ok aus. Damit war die Sache erledigt.


    Und das mit den Blutwerten kenn ich auch das sie ein falschen Ergebnis lieferten. Hab ich zumindest schon öfters gehört. Vorallem bei Frauen die mit Ende 30 ihr erstes Kind bekommen haben.

    Zitat

    Also ich wollte die NFM nicht machen lassen und der Gyn hat trotzdem kurz geschaut und meinte schaut alles ok aus.

    Soweit war India auch schon.

    Zitat

    Damit war die Sache erledigt.

    Nur soweit kam es nicht, weil India alt genug ist, um ihr und/oder ihrer Kasse weiteres Geld aus der Tasche zu ziehen. Wer wollte dem Arzt verdenken, dass er die Gelegenheit nutzt? Immerhin wird India nicht gezwungen, sie tut es freiwillig.

    Zitat

    Und das mit den Blutwerten kenn ich auch das sie ein falschen Ergebnis lieferten. Hab ich zumindest schon öfters gehört.

    Die Blutwerte liefern meist richtige Ergebnisse – also ich traue jedenfalls den Labors und deren Geräten zu, valide Ergebnisse zu liefern. Woher kommen dann die "falschen" Ergebnisse? Es sind die Grenzwerte, die festgelegt wurden, um aus den Messwerten Interpretationen zu liefern, die der Arzt dann dem "Patienten" präsentiert.


    Jetzt muss man genau verstehen, wie solche Grenzwerte festgelegt werden, um zu verstehen, worauf man sich einlässt. Vorneweg: Das mit dem "Geld aus der Tasche ziehen" oben ist natürlich böse formuliert. Es kommt zwar auf das Gleiche hinaus, aber die Gründe sind schon ethischer, als Geldgier. Also: Die Grenzwerte werden so festgelegt, dass, wenn der Arzt sagt: "Alles in Ordnung." wirklich kein Risiko mehr bestehen darf. Denn juristisch ist der "worst case" der, in dem der Arzt sagte, alles sei in Ordnung, und dann stimmt das gar nicht.


    "Schlimm" ist aus dieser Sicht die beruhigte Frau, die nach der Geburt feststellen muss, dass sie fälschlicherweise beruhigt war.


    "Ok" ist aus dieser Sicht die beunruhigte Frau. Es gibt drei Fälle, die alle – juristisch – "ok" sind: 1.) bei der Geburt ist alles in Ordnung. Die Frau kann den Arzt nicht für die Sorgen belangen, die sie sich unnötigerweise während der Schwangerschaft gemacht hat. 2.) bei der Geburt ist nicht alles in Ordnung. Auf diese Möglichkeit hat der Arzt sie schließlich hingewiesen und Diagnosen angeboten. 3.) Sie hat abgetrieben. 3a das Baby wir nicht in Ordnung. Schweres Schicksal, aber dafür hat man ja die Untersuchungen gemacht und entschieden. 3b das Baby war in Ordnung. Es war immer klar, dass nur von Wahrscheinlichkeiten die Rede war. Sicher hat man vorher "der Stand der medizinischen Technik" an Diagnosen durchgeführt (sonst hätte der Arzt ein Problem), aber die Entscheidung wird von der Frau getroffen. Selbst wenn durch eine Diagnose eine Fehlgeburt eines gesunden Babys eingeleitet wurde, ist dies ein bekanntes Risiko gewesen, welches einzugehen die Frau vorher unterschrieben hat.


    Die Blutwerte liefern also deshalb so oft ein "falsches" Ergebnis, weil bei Werten Alarm geschlagen wird, bei denen etwas nicht in Ordnung sein KÖNNTE. Das sogenannte positive Ergebnis (also ein Befund) ist kein Befund, der etwas Negatives über das Baby aussagt, sondern nur ein Befund, der weitere Diagnosen "erforderlich" macht, wenn man mehr Sicherheit will. Es gibt also kein falsches Ergebnis, sondern nur falsche Erwartungen an die Aussagekraft eines Ergebnisses, weil man sich falsche Vorstellungen davon macht, was ein Ergebnis ist.


    Meine Sicht zusammengefasst: Die schwerwiegendsten Defekte werden vom muttereigenen Kontrollsystem erfasst und führen zu Fehlgeburten, oft in sehr frühem Stadium. Weitere schwerwiegende Defekte, die die Lebensfähigkeit des Kindes außerhalb der Gebärmutter unmöglich machen, werden im Rahmen der normalen Vorsorge früh erfasst und die Abtreibung ist dann zwar immer noch schwer, aber als Entscheidung nicht sonderlich konflikthaft. Alles andere ist der Konflikt zwischen einer Frau, die sich Sicherheit wünscht, wo sie allenfalls "guter Hoffnung" sein kann, und einem Gesundheitsystem, das sich scheut, diese Sicherheit zu geben, wenn es nicht tatsächlich sicher ist, aber wann ist es das schon, und deshalb eine Kaskade von (kostspieligen) Untersuchungen und Diagnosen aufgebaut hat.

    LovHus.


    Du hast mich bezüglich der Aussage "falsch positiv" nicht richtig verstanden bzw. möchte ich dies praezisieren. Ich habe gelesen, dass z.B. Hormonbehandlungen vor der Schwamgerschaft oder bestimmte Erkrankungen die Blutwerte "verfaelschen". Vor allem bei den Hormonbehandlungen kommt das nicht selten vor. Und ich habe eine Zeitlang wegen einer Gelbkoerperschwaeche Hormone genommen. Daher die nicht unberechtigte Sorge.

    India,


    die Zusammenhänge, die ich beschrieben habe, würden selbst dann stimmen, wenn du keine Hormone genommen hättest. Wenn lunarockt das schon öfter gehört hat, dann sicher nicht nur in solchen außergewöhnlichen Fällen. Aber bei dir ist dann ja erst recht ungewiss, was die gemessenen Blutwerte mit der Schwangerschaft zu tun haben. Jedenfalls wirst du keinen Arzt finden, der sich da zu einer Aussage hinreißen lässt. Lieber noch ein paar Folgemessungen.


    Ich denke, du tust gut daran, nur die Nackenfalte dem Ultraschall zu zeigen und gut ist :)z . So verunsichert, wie du schon auf den Grenzwert "Alter" reagiert hast, werden dir die Blutwerte mit ihren vielen Grenzwerten erst recht nicht gut tun. Es sei denn natürlich, es wären zufällig gerade alle innerhalb ihrer Grenzen. Aber darauf würde ich nicht wetten wollen ;-) .

    @ India

    Zitat

    Moeglichetweise würde mir eine unauffällige Nackenfalte schon ausreichen um mich " sicherer" zu fühlen?

    Aber das hat dein Frauenarzt doch bereits festgestellt, siehe dein Eingangsbeitrag:

    Zitat

    Im letzten Ultraschall war die Nackenfalte, so weit erkennbar, total unauffällig.

    Warum dann eine Wiederholungsmessung?

    Für alle, die hier fleißig mitgeschrieben haben nun eine Info über den aktuellen Stand.


    Es scheint mit sehr großer Wahrscheinlichkeit laut Ultraschall keine Trisomie vorzuliegen. Das Kind wurde von allen Seiten begutachtet und ist unauffällig.


    Dazu hat es sich auch gleich noch (mit ebenso großer Wahrscheinlichkeit) als Junge geoutet ;-)


    Nun bin ich beruhigt und habe mir fest vorgenommen, des Rest meiner Schwangerschaft unbeschwert zu genießen.


    Meine FA hat übrigens noch einmal bestätigt, dass das Risiko bei einer 36-jährigen bei 1:187 liegt. Also gar nicht mal so wenig.

    Ich bin auch wirklich froh, dass es gut gegangen ist und das Ultraschall hier schon recht "eindeutige" Ergebnisse geliefert hat. Sicher auch keine Garantie aber es trägt sehr zu meiner Beruhigung bei.


    Ich fand es auch sehr gut, dass meine Ärztin mir alles gezeigt und detailliert erklärt hat.