Mc Gonagall

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    Wenn die genannte Blutuntersuchung noch nicht angeboten wird wenn ich schwanger bin, lasse ich dennoch kein Screening oder FWU machen. Sollte aber die entsprechende Blutuntersuchung angeboten werden, würde ich sie dennoch durchführen lassen. Einfach, um vorbereitet zu sein, nicht um abzutreiben.

    Was spricht denn aus deiner Sicht gegen die anderen möglichen Untersuchungen? Also Feinultraschall oder FW-Untersuchung?


    Ich weiß auch nicht, ob ich in einem recht späten Stadium abtreiben könnte. Vor allem dann nicht, wenn man einen Menschen (keine Fruchthöhle) mit einem schlagenden Herzen auf dem Ultraschallbild gesehen hat.


    Ich bin sicher, dass ich auch ein behindertes Kind lieben werde. Das ist nicht das Thema. Aber ich kann nicht mein Leben, das Leben meines Mannes und das meiner Tochter einem behinderten Kind "unterordnen", d.h. unser aller Leben/Alltag nach einem behinderten Kind auszurichten. Möglicherweise müsste ich meinen Beruf aufgeben. Zu all dem wäre ich definitiv nicht bereit, obwohl ich weiß, dass ich das Kind lieben könnte. Aber das allein reicht manchmal eben nicht.

    Also ich werde eine Septembermama und ich habe die Nackenfaltenmessung nicht machen lassen.


    Ich wollte mich einfach nicht verrückt machen und dann die ganze Zeit darüber nachdenken was wäre wenn.. Dazu kommt noch das es einfach keine richtige Gewissheit gibt. Das Warten und die ganzen Untersuchungen wollte ich einfach nicht. Mein Freund sieht das genauso.


    Ich denke das Kinder mit Down-Syndrom auch gut gefördert werden können und später auch selbständig leben können. Man muss zwar auf sie eingehen aber nicht das ganze Leben nach ihnen ausrichten :)z


    Was kommt das kommt und wird geliebt x:)

    Also den Feinultraschall bzw. die Feindiagnostik werde ich sicherlich auch machen. Da ich – wie geschrieben – im Falle einer Trisomie 21 aber nicht abtreiben werde, spare ich mir die Kosten für eine Nackenfaltenmessung und FWU. Das ist für Hauptgrund, weshalb ich mich dagegen entscheide, natürlich neben die "schwammigen" Aussagen einer NFM und des Risikos einer FWU.


    LG:

    Zitat

    Aber ich kann nicht mein Leben, das Leben meines Mannes und das meiner Tochter einem behinderten Kind "unterordnen", d.h. unser aller Leben/Alltag nach einem behinderten Kind auszurichten. Möglicherweise müsste ich meinen Beruf aufgeben. Zu all dem wäre ich definitiv nicht bereit, obwohl ich weiß, dass ich das Kind lieben könnte. Aber das allein reicht manchmal eben nicht.

    Diese Gedanken habe ich mir freilich auch gemacht. Und ich teile deine Ansichten bzw. finde sie nicht verwerflich. Ich fragte mich auch, ob ich bereit wäre, mein ganzes Leben nach diesem Kind mit dieser besonderen Situation auszurichten? Evtl. nicht mehr in das Arbeitsleben zurückzufinden? Alles hat seine Vor- und Nachteile. Mein (bald) Mann unterstützt mich aber super und er ist auf jeden Fall bereit dazu. Und wie schon geschrieben, bei entsprechender Förderung und Therapien können Kinder mit Down-Syndrom auch ganz gut selbständig leben. Dauert halt nur ein bisschen länger.


    *:)

    Zitat

    Ich wollte mich einfach nicht verrückt machen und dann die ganze Zeit darüber nachdenken was wäre wenn.. Dazu kommt noch das es einfach keine richtige Gewissheit gibt. Das Warten und die ganzen Untersuchungen wollte ich einfach nicht. Mein Freund sieht das genauso.


    Ich denke das Kinder mit Down-Syndrom auch gut gefördert werden können und später auch selbständig leben können. Man muss zwar auf sie eingehen aber nicht das ganze Leben nach ihnen ausrichten


    Was kommt das kommt und wird geliebt

    So sehen ich das mittlerweile auch, und mein Freund sowieso von Anfang an (obwohl er bei anderer Entscheidung auch hinter mir gestanden hätte).

    Ich habe einen Sohn mit Missbildungen im Gesichtsbereich (weit auseinanderstehende, schmale Augen, flache Nase, hohe Stirn). Damals (er ist inzwischen 22) gab es (zum Glück!) noch keine so feinen Ultraschallgeräte in den normalen Arztpraxen, und da ich erst 22 war bei der Schwangerschaft, wurde auch keine Feinuntersuchung bei einem Spezialisten gemacht. Als er auf der Welt war, war das natürlich zunächst ein großer Schreck. Uns wurde gesagt, er wäre wahrscheinlich behindert, hätte wahrscheinlich einen genetischen Fehler.


    Beides hat sich nicht bewahrheitet.


    Was hätte ich gemacht, hätte man (was heute sehr wahrscheinlich ist) bei einer Ultraschalluntersuchung festgestellt, dass "irgendetwas nicht stimmt"? Hätte ich eine Fruchtwasseruntersuchung machen lassen? Wahrscheinlich. Und dann wäre herausgekommen: Das Kind ist gesund. Und doch hätte man gewusst, dass "irgendwas nicht stimmt". Und er wäre auf die Welt gekommen, so, wie er nunmal aussieht.


    Abgetrieben hätte ich auf gar keinen Fall, das war mit damals schon klar. Aber meine Schwangerschaft wäre schrecklich gewesen! Immer hätte ich mich gefragt: "Was ist nur mit meinem Kind? Wird es leben können? Wie werden wir damit klar kommen? ..."


    So hatte ich eine wunderschöne Schwangerschaft. In großer Vorfreude, aber auch in dem Bewusstsein, dass ein gesundes Kind ein ganz besonderes Geschenk ist.


    Und als unser Sohn auf der Welt war, habe ich ihn vom ersten Augenblick an geliebt! x:)


    Unseren Kinderarzt habe ich damals sehr nachdenklich gemacht, als ich auf seine Frage, ob wir denn endlich eine Diagnose hätten, antwortete: "Nein. Aber was würde es uns schon bringen?" "Naja", meinte er, "man wüsste doch gerne, was daraus wird." Darauf sagte ich: "Das weiß man doch bei keinem Kind."


    Nein, du weißt nicht, was aus deinem Kind wird. Und nur sehr wenige Behinderungen kannst du durch eine Fruchtwasseruntersuchung feststellen lassen. Was machst du, wenn dein Kind unter der Geburt unter Sauerstoffmangel leidet? Wenn es einen Unfall hat? Es gibt viele Ursachen von Behinderungen, genetische sind nur ein Teil davon.


    Ich wünsche dir eine schöne Zeit echter "guter Hoffnung". Freu dich auf dein Kind! Es wird einmalig! :)*

    Mc Gonagol

    Zitat

    Mein (bald) Mann unterstützt mich aber super und er ist auf jeden Fall bereit dazu.

    Die Frage ist nur, ob selbst eine stabile Beziehung/Ehe so eine Belastung auf Dauer aushält. Ein Kind ist ohnehin eine Belastungsprobe für eine Ehe. Auch wenn das Kind völlig gesund ist, stellt es den Ehealltag komplett auf den Kopf und man muss sehr gut aufpassen, auch noch (Ehe)-Paar zu bleiben. Das ist harte Arbeit und die Frage ist, ob man noch Kraft hat, diese Beziehungsarbeit aufzubringen, wenn man sich um ein Kleinkind und um ein behindertes Kind kümmern muss.

    Zitat

    Evtl. nicht mehr in das Arbeitsleben zurückzufinden?

    Auch das ist etwas, was ich mir nicht vorstellen kann und will.

    Zitat

    Und wie schon geschrieben, bei entsprechender Förderung und Therapien können Kinder mit Down-Syndrom auch ganz gut selbständig leben. Dauert halt nur ein bisschen länger.

    Das kommt aber auf den Schweregrad und die Art des Gendefekts an.


    lunarockt


    Darf ich fragen, ob du aufgrund deines Alters schon als Risikoschwangere giltst?

    Mae82

    Zitat

    Ich wünsche dir eine schöne Zeit echter "guter Hoffnung". Freu dich auf dein Kind! Es wird einmalig!

    Dankeschön. Ich habe eigentlich, so wie bei meiner ersten Schwangerschaft, ein gutes Gefühl. Aber man kann sich leider nicht immer auf seine Gefühle verlassen.

    Zitat

    Und nur sehr wenige Behinderungen kannst du durch eine Fruchtwasseruntersuchung feststellen lassen.

    Ja, stimmt. Die Frage ist nur, ob ich alle mir bietenden Möglichkeiten nutze, um eben die Gendefekte ausschließen zu können, die man mit FW Untersuchung ausschliessen kann. Dass immer etwas passieren kann, weiß ich. Aber das ist dann eben so.


    Ich habe mir bei meiner ersten Schwangerschaft (da war ich 33 Jahre alt) überhaupt keine Gedanken darüber gemacht. Auch nicht, als klar war, dass wir uns noch ein 2. Kind wünschen. Erst jetzt, als mich die Ärztin gefragt hat, ob ich das Ersttrimesterscreening machen möchte und als ich in meinem Mutterpass die Eintragung "Risikoschwangerschaft" (eben "nur" aufgrund des ALters) gelesen habe, denke ich ständig darüber nach.


    Ich denke auch darüber nach, ob es nicht sogar meine "Pflicht" ist diese Untersuchungen vornehmen zu lassen (also mindestens den Feinultraschall/Nackenfaltenmessung) – > Auch aus "Verpflichtung" und "Verantwortungsgefühl" für meine Tochter und meinen Mann. Okay, ich weiß, das klingt wahnsinnig hysterisch aber ich mache mir auch Sorgen um meine Tochter. Was wird aus ihr, wenn kaum noch eine Minute Zeit bleibt, weil ich mich um die Förderung und Versorgung eines behinderten Kindes kümmern muss??

    Zitat

    Die Frage ist nur, ob selbst eine stabile Beziehung/Ehe so eine Belastung auf Dauer aushält. Ein Kind ist ohnehin eine Belastungsprobe für eine Ehe. Auch wenn das Kind völlig gesund ist, stellt es den Ehealltag komplett auf den Kopf und man muss sehr gut aufpassen, auch noch (Ehe)-Paar zu bleiben. Das ist harte Arbeit und die Frage ist, ob man noch Kraft hat, diese Beziehungsarbeit aufzubringen, wenn man sich um ein Kleinkind und um ein behindertes Kind kümmern muss.

    Das kann ich für mich bzw. bei uns definitiv mit "Ja" beantworten :)z Ist einfach so, kann ich nicht recht erklären. Mein Mann (ich nenne ihn mal so, dauert nur noch 4 Wochen ;-D ) ist was ganz besonderes. Wir sind wie Seelenverwandte (auch wenn das für andere kitschig klingen mag).


    LG.

    Ich möchte noch eine Frage hinterherschieben und hoffe, dass jemand damit Erfahrungen hat.


    Beim meinem normalen Ultraschall war die Nackenfalte (soweit darstellbar) sehr unauffällig. Kann das allein schon aussagekräftig bei der Abwägung on Ja oder Nein zum Ersttrimesterscreening sein?


    Beim meiner Tochter war das auch so und habe es "darauf ankommen lassen" und keine weitere Diagnostik gemacht.


    Aber die Entscheidung kann mir hier wohl niemand abnehmen :-/

    Zitat

    Ich rede hier ja auch "nur" vom Down-Syndrom.

    Aber auch hier gibt es sehr große Unterschiede in der Art der Beeinträchtigung. Mache Down-Syndrom Kinder sind gut förderbar und haben kaum Einschränkungen, andere hingegen gelten als "schwer" behindert. Das kann man eben so pauschal nicht sagen.


    Und da es keine Methode gibt, um den Schweregrad eines Gendefekts herauszufinden, zögere ich.

    Zitat

    Nein, du weißt nicht, was aus deinem Kind wird. Und nur sehr wenige Behinderungen kannst du durch eine Fruchtwasseruntersuchung feststellen lassen. Was machst du, wenn dein Kind unter der Geburt unter Sauerstoffmangel leidet? Wenn es einen Unfall hat? Es gibt viele Ursachen von Behinderungen, genetische sind nur ein Teil davon.

    so ist es.


    Die Behinderung meiner Tochter hätte keine Untersuchung feststellen können und ja, das Leben ist anders und muss anders organisiert werden wenn man verantwortlich für ein Kind mit Handicap ist.


    Aber das kann man eben nie ausschließen und ich glaube, dazu muss man bereit sein, wenn man ein Kind bekommt.

    Ist denn mit einer FWU der Schweregrad des Down-Syndroms oder andere Defekte nachweisbar? Wenn nicht, muss man für sich abwägen, ob man das Risiko eingeht bzw. das Kind dennoch bekommt. Das ist wahrlich keine leichte Entscheidung. Ich habe keine Erfahrung mit der Nackenfaltenmessung, aber aus Berichten von Müttern mit Down-Syndrom-Kindern habe ich gelesen, dass diese Methode nicht aussagekräftig ist. Manche Kinder sind gesund zur Welt gekommen, trotz schlechter Prognose und umgekehrt: Gute Prognose, dennoch nicht gesund. Deshalb machen ja so viele noch die FWU hinterher.


    Aber ich schätze, du hast dich eh schon entschieden, diese beiden Untersuchungen machen zu lassen, oder? ;-)


    Mach sie einfach, wenn du dich danach wohler in deiner Haut fühlst, es ist nichts verwerfliches dran. Diese Fragen und Sorgen lassen sich immer drehen und wenden. Macht man die Untersuchung und sie fällt negativ aus (also im Sinne von Ja hat eine Behinderung) ist die Frage abtreiben oder nicht. Macht man die Untersuchung nicht, fragt man sich (in deinem Fall), ob man das für Mann und bereits habende Tochter verantworten kann, bei Nicht-Testen eine Behinderung beim Kind in Kauf zu nehmen.


    Keiner kann dir diese Entscheidung abnehmen – leider. Ich wünsche dir dennoch eine schöne Schwangerschaft, mögest du für dich das richtige entscheiden und ein gesundes Baby zur Welt bringen @:)

    Zitat

    Ist denn mit einer FWU der Schweregrad des Down-Syndroms oder andere Defekte nachweisbar?

    Leider nicht, denn das würde mir die Entscheidung, ob ich eine FWU machen lassen würde oder nicht ganz klar erleichtern.


    Da man das nicht kann, zögere ich.

    Zitat

    Aber ich schätze, du hast dich eh schon entschieden, diese beiden Untersuchungen machen zu lassen, oder?

    Nein, ich habe mich noch nicht entschieden. Vielleicht ist das jetzt etwas untergegangen aber meine Frage war, ob ich mir das Ersttrimester-Screening nicht gleich sparen sollte und direkt eine FWU machen lassen sollte. Einfach deshalb, weil die Untersuchung präzisere Ergebnisse liefert als die Nackenfaltenmessung. Die Nackenfaltenmessung kann "falsch positive" Ergebnisse liefern. Das würde mir dann keinesfalls weiterhelfen und ich würde die FWU hinterherschieben. Dann wären 120 € für das Ersttrimesterscreening reine Geldverschwendung.


    Zahlt eine FWU eigentlich die Krankenkasse oder muss man das selbst zahlen? Ich meine, immerhin gelte ich ja aufgrund meines Alters schon zur Risikogruppe.