Stimmt die Frage, ob du dir das Screening nicht gleich sparen solltest...


    Also, da die Nackenfaltenmessung eh keine 100% Sicherheit und du dich danach eh fragen wirst "stimmt das jetzt?" und die Untersuchung zudem ja auch teuer ist, würde ich wohl auch eher gleich zur FWU tendieren. Ich glaub, das hab ich Anfangs auch gleich zu meinem Mann gesagt, als ich die Untersuchung noch wollte.


    Ob das die Krankenkasse zahlt, kann ich dir leider nicht sagen.

    Hallo, also ich bin 38 und mit unserem ersten Kind schwanger. Mein FA hatte mir zur Fruchtwasseruntersuchung geraten, die ich dann auch machen ließ. Die Untersuchung war überhaupt nicht schlimm und zum Glück wurde nichts festgestellt. Was wir gemacht hätten, wenn irgendetwas festgestellt worden wäre, ich weiß es nicht ":/. Diese Untersuchung wird ab 35 von der KK bezahlt.

    Zitat

    Dass immer etwas passieren kann, weiß ich. Aber das ist dann eben so.

    Und das Kind, das da in deinem Bauch ist, das ist eben auch so :)_ .


    Das Leben ist nur in Maßen planbar. Und das ist oft nur schwer zu ertragen, gerade, wo heute so viel machbar ist. Auf der anderen Seite ist es so doch auch viel spannender ;-) .


    Kinder zu bekommen ist auch heute noch ein echtes Abenteuer. Noch nicht einmal, wenn du bei einer FWU das Ergebnis hast, dass "alles in Ordnung" ist, kannst du sicher sein.


    Hier stimme ich Süntje zu:

    Zitat

    ich glaube, dazu muss man bereit sein, wenn man ein Kind bekommt.

    India

    Zitat

    Erst jetzt, als mich die Ärztin gefragt hat, ob ich das Ersttrimesterscreening machen möchte und als ich in meinem Mutterpass die Eintragung "Risikoschwangerschaft" (eben "nur" aufgrund des Alters) gelesen habe, denke ich ständig darüber nach.

    :°_ Es ist schwierig, sich von solchen Scheinsicherheitsangeboten gedanklich unabhängig zu machen.


    Meine Kinder haben es in einem bestimmten Alter schwierig gefunden, sich von der Suggestivkraft eines großen gelben M am Straßenrand unabhängig zu machen. Es hat ihnen richtig körperlich weh getan, daran einfach vorbeizufahren, obwohl sie doch sooo einen Hunger hatten.


    Odysseus erlebte bei der Vorbeifahrt an den Sirenen Ähnliches, war aber schlau genug, sich an den Mast binden zu lassen und der rudernden Besatzung die Ohren zu verstopfen.

    Zitat

    Meine Kinder haben es in einem bestimmten Alter schwierig gefunden, sich von der Suggestivkraft eines großen gelben M am Straßenrand unabhängig zu machen. Es hat ihnen richtig körperlich weh getan, daran einfach vorbeizufahren, obwohl sie doch sooo einen Hunger hatten.

    Der Vergleich "hinkt" ein bisschen und ich fühle mich bei diesem Kommentar nicht ernst genommen. Aber vielleicht war das ja beabsichtigt ;-D

    @ India_India

    Du musst dir klarmachen, dass die Untersuchungen dein werdendes Kind nicht gesünder machen. Beim zweiten Kind hat meine Frau auch eine Fruchtwasseruntersuchung machen lassen. Als der Arzt dann meinte: "Nun hoffen wir auf ein gutes Ergebnis.", war meine Antwort darauf: "Das Ergebnis steht ja schon fest."


    Beim ersten Kind (meine Frau war 37 Jahre) wurde auch ein Erstsemesterscreenig durchgeführt. Das Ergebnis war, dass die Wahrscheinlichkeit für Downsyndrom 1:950 war. Trotzdem hat die Ärztin dann durch ständiges Raten zu einer Fruchtwasseruntersuchung meine Frau so unter Druck gesetzt, dass sie dann eine hat machen lassen.


    Beim zweiten Kind hat meine Frau sich dann gleich zu einer Fruchtwasseruntersuchung entschieden. Aber die zwei Wochen Wartezeit bis zum Ergebnis waren so zermürbend und nach dem Ergebnis (was ohne Befund war) haben wir beide festgestellt, dass wir für den Fall eines ungünstigen Ergebnisses gar nicht vorbereitet waren.


    Im Nachhinein hätte ich nur bei Auffälligkeiten im Ultraschall einer weiterführenden Diagnostik zugestimmt. Eine 100%-Garantie gibt es nie, auch bei einem gesunden Kind kann so viel passieren.


    Du musst für dich die Frage beantworten, ob du abtreiben würdest, wenn bei deinem werdenden Kind eine Behinderung festgestellt würde. Wenn du (zusammen mit deinem Partner) diesen Schritt gehen würdest, dann würde eine Fruchtwasseruntersuchung empfehlenswert. Wenn du aber diese Entscheidung nicht treffen kannst, dienen weitere Untersuchungen nur zur Verunsicherung.

    Zitat

    Zahlt eine FWU eigentlich die Krankenkasse oder muss man das selbst zahlen? Ich meine, immerhin gelte ich ja aufgrund meines Alters schon zur Risikogruppe.

    Die Fruchtwasseruntersuchung zahlt die Krankenkasse.

    Ich habe inzwischen mit meiner privaten Krankenversicherung klären können, dass sie die Kosten für das Ersttrimester Screening komplett übernehmen würden. Von daher tendiere ich dazu, dies durchführen zu lassen. Ich hoffe allerdings sehr, dass dies dann schon so aussagekräftig ist, dass keine weiteren Unsicherheiten entstehen und ich mir weitere Diagnostik dann sparen kann. Es würde mich wahrscheinlich verrückt machen, so ein halb aussagekräftiges Ergebnis zu bekommen.


    Mir ist einfach nur wichtig, mir nicht irgendwann vorwerfen zu müssen, nicht alle diagnostischen Möglichkeiten ausgeschöpft zu haben.


    Was ich beim evtl. Vorkommen eines Gendefektes tun würde, weiß ich trotzdem noch nicht und bezweifel, dass ich das überhaupt entscheiden kann.

    Jens Lover

    :)^

    India_India

    Zitat

    Ich hoffe allerdings sehr, dass dies dann schon so aussagekräftig ist, dass keine weiteren Unsicherheiten entstehen und ich mir weitere Diagnostik dann sparen kann.

    Ein hundertprozentiges Ergebnis wirst du nicht bekommen, fürchte ich. Du bekommst eine Wahrscheinlichkeit. Und auch bei geringer Wahrscheinlichkeit kann es sein, dass es eintrifft. Meinst du, dass dich das wirklich beruhigen wird? :-/

    Zitat

    Mir ist einfach nur wichtig, mir nicht irgendwann vorwerfen zu müssen, nicht alle diagnostischen Möglichkeiten ausgeschöpft zu haben.

    Die diagnostischen Möglichkeiten sind aber nur dann wirklich hilfreich, wenn die Möglichkeit einer Heilung besteht. Ich gehe regelmäßig zum Zahnarzt, damit Karies rechtzeitig behandelt werden kann und ich alle meine Zähne behalte. Aber für einen genetischen Defekt gibt es keine Heilung. Die einzige Möglichkeit, die du hast, ist, das Kind dann nicht auszutragen.

    Zitat

    Was ich beim evtl. Vorkommen eines Gendefektes tun würde, weiß ich trotzdem noch nicht und bezweifel, dass ich das überhaupt entscheiden kann.

    Das musst du aber dann. Ich persönlich finde das ziemlich unmenschlich, eine Mutter über Leben oder Tod ihres Kindes entscheiden zu lassen.


    India, ich verstehe deine Angst. Ich selber hatte beim dritten Kind unheimlich Angst vor einer Totgeburt. Meine Freundin hatte wenige Jahre vorher ihr Kind in der 41. Woche still geboren. Je mehr man nachdenkt, desto mehr wird einem bewusst, was alles passieren kann. :°_


    Aber, wie ich schon schrieb, Sicherheit hast du nie. Ein Vierjähriger in unserer Nachbarschaft ist beim Spielen auf der Spielstraße von einem Auto überfahren worden. Er hat schwer verletzt überlebt, wird aber vermutlich blind bleiben. Das letzte halbe Jahr war für die Familie (der Junge hat noch eine ältere Schwester) mit Krankenhaus und Reha eine große Belastung. Aber die Erfahrung hat sie auch stärker gemacht. Und ich glaube, nie, nie hat die Mutter oder der Vater gedacht: "Es ist besser, wenn er stirbt. Mit einem behinderten Kind werden wir nicht klarkommen." Nein, sie haben gehofft und gebetet, dass ihr Kind überlebt – egal, wie. Und nun werden sie ihr Leben eben anders leben. Aber das ist dafür nicht weniger gut.


    Verstehst du ungefähr, was ich sagen will? :)_

    mein Tipp als 2fach Mama:


    geh lieber zur Feindiagnostik. Kostet zwar mehr, aber ist dann keine Wahrscheinlichkeitsrechnung von einem PC.


    Beim 1.Kind hab ich die Nackenmessung machen lassen (170€gezahlt) und es kam was "zweifelhaftes" raus. Musste dann zur Feindiagnostik - bisdahin hab ich 3 Wochen heult. Bei der FD gab der Doc dann Entwarnung-alles bestens. Also 3 Wochen Horrror umsonst. Das waren die schlimmsten 3 Wochen!!!! Ich spürte das Kind schon und hatte so Angst!!!


    Bei der 2.SS hab ich das sein lassen und bin zur Feindiagnostik (240€ ) und dort war auch wieder alles bestens.


    Ich würde es immer wieder so machen!


    Alles Gute :)* :)*

    Was genau passiert denn bei der Feindiagnostik? Das wurde mir von meiner Ärztin gar nicht als mögliche Option genannt bzw. hat mich niemand darüber aufgeklärt, dass es noch weitere spezifische Diagnostikverfahren gibt.

    Habe gerade dies hier bei Wikipedia gelesen:

    Zitat

    Chromosomale Besonderheiten (z. B. Down-Syndrom, Edwards-Syndrom, Pätau-Syndrom) lassen sich nicht diagnostizieren. Lediglich die Kombination verschiedener körperlicher Auffälligkeiten (siehe auch: Softmarker) können auf bestimmte Chromosomenbesonderheiten hinweisen, sodass eine Amniozentese zur nahezu 100-prozentig sicheren Diagnose in Erwägung gezogen werden kann.

    Quelle: Wikipedia


    Kommt also eher für mich nicht infrage, weil es ebenso unsicher ist, was bestimmte Gendefekte und Anomalien anbelangt

    Feindiagnostik wird m.W. nach gemacht, um organische Fehlbildungen zu entdecken, damit diese dann nach der Geburt frühzeitig behandelt werden können. Wenn man weiß, dass nach der Geburt gleich eine Versorgung nötig sein wird, geht man dann in ein geeignetes Krankenhaus und macht beispielsweise keine Hausgeburt.

    Ich habe mich in dieser Schwangerschaft auch mit dem Thema befasst und letztlich kam ich zu dem Schluss: Entweder gleich eine Fruchtwasseruntersuchung oder eben gar nichts. Letztlich wurde es dann gar nichts, weil das Risiko einer Fehlgeburt durch den Eingriff höher gewesen wäre als das einer Behinderung aufgrund meines Alters.


    Gegen das Ersttrimesterscreening spricht für mich in erster Linie, dass es nur eine Wahrscheinlichkeit liefert. Selbst ein Risiko von 1:7000 ist bedeutungslos, wenn du die 1 vor dem Doppelpunkt bist und eine Antwort darauf liefert einem keine Statistik der Welt. Zumal ich wahrscheinlich irre geworden wäre, wenn das Ergebnis so mittelmäßig eindeutig gewesen wäre. Als weder besonders hoch, moch besonders gering. Dann hätte ich wieder verunsichert überlegt, ob ich nicht doch besser eine Fruchtwasseruntersuchung machen lassen sollte. Also nicht schlauer als vorher. ;-)


    Ich wünsche dir alles Gute für deine Entscheidung. @:)

    Zitat

    ich kann nicht mein Leben, das Leben meines Mannes und das meiner Tochter einem behinderten Kind "unterordnen", d.h. unser aller Leben/Alltag nach einem behinderten Kind auszurichten. Möglicherweise müsste ich meinen Beruf aufgeben.

    Sicher, es gibt sehr schwere Behinderungen. Andererseits: 90% aller Behinderungen entstehen NACH der Geburt aufgrund von Unfällen oder Krankheiten.


    Und nicht jede Behinderung ist eine riesige Belastung für die Familie, bzw. manche Belastung wird zur Herausforderung, an der die Betroffenen wachsen. Ich denke da an ein Beispiel aus meinem Bekanntenkreis:


    In der ersten Schwangerschaft hieß es, das Kind wäre definitiv gesund (welche Untersuchungen gemacht wurden, weiß ich nicht). Ein paar Tage nach der Geburt stellte sich heraus, daß das Kind das Down-Syndom hat.


    Dies ist das älteste Kind, es hat inzwischen zwei jüngere Geschwister. Die Eltern tun alles, um eine möglichst förderliche Atmosphäre zum Aufwachsen und Lernen zu schaffen (z.B. mit viel Bewegung an der frischen Luft, viel Freiheit, viel Einbeziehen ALLER Kinder in alltägliche Aufgaben, soweit es kindgemäß ist, sprachliches Fördern einfach dadurch, daß viel mit den Kindern gesprochen wird) – und ich habe den Eindruck, daß ALLE DREI Kinder davon profitieren.


    Damit will ich nicht sagen, daß Behinderungen egal oder gar wünschenswert wären, sicher ist es einfacher, wenn alle der Norm entsprechen und sicher bedeutet es Anstrengung, sich auf Besonderheiten einzustellen – aber das Leben mit einem behinderten Kind bedeutet nicht automatisch, daß die Familie unglücklich wird.

    Hanseline,


    Ich bin absolut sicher, dass ich auchein behindertes Kind lieben werde. Dennoch habe ich Angst, dass sich unser aller Leben verändern wird. Ich weiß, dass auch ein gesundes Kind das bisherige Leben verändert - aber eben anders.


    Meine Arbeitskollegin hat mir heute erzählt, dass ihre Freundin (40 Jahre alt) nach einer FWU eine Fehlgeburt hatte. Auf diese Information hätte ich gern verzichtet.


    Emma Peel


    Ich schätze,ich werde mich auch gegen beide Untersuchungen entscheiden. Das eine ist mir zu unsicher und das andere ( nach der Geschichte meiner Kollegin) zu gefährlich.


    Mein Mann bagatellisiert das Ganze, haelt mich fuer hysterisch. Auch das macht es mir nicht einfach.


    Bei einer 36-jährigen soll das Fehlgeburtrisiko allerdings bei nur 0,5 - 1 % liegen, sagt meine Gynäkologin.