Hat jemand Erfahrung mit Heparin in der Schwangerschaft?

    Hallo zusammen,


    ich bin aktuell Ende der 16. Woche schwanger mit meinem zweiten Kind und spritze aktuell täglich Heparin auf Anraten des Gerinnungszentrums. Ich hab keine schwerwiegende Gerinnungsstörung, nur leichte Abweichungen der Gerinnungsfaktoren und in der Vergangenheit mehrere Aborte gehabt, daher sollte ich jetzt sofort ab positivem Test spritzen. Wie bei meinem ersten Kind auch wurde mir jetzt nach einer Blutentnahme die Möglichkeit gegeben das Heparin abzusetzen, da anscheinend keine Aktivierung des Gerinnungssystems vorliegt. Ich könnte alternativ ASS nehmen oder es ganz lassen.


    Bei meiner Tochter habe ich damals entschlossen weiterzuspritzen. Mein Arzt meinte selber, dass er es verstehen kann, dass ich Angst hätte abzusetzen, allerdings musste ich ab da das Heparin selber zahlen und das ist ja nicht billig (106 Euro für 20 Tage).


    Jetzt bin ich wieder an dem Punkt und weiß nicht so recht wie ich mich entscheiden soll. Es geht mir nicht nur ums Geld, aber teuer ist es definitiv, zumal ich alle 6 Wochen dann auch die Gerinnung überprüfen müsste was ebenfalls 117 Euro als Selbstzahler kosten würde.


    Ich hab irgendwie Angst abzusetzen, weil ich Angst habe, dass das Kind dann irgendwie nicht gut durchblutet wird, oder Miniembolien in den Gefäßen entstehen oder oder..


    Aber ich will es auch nicht unbedingt nehmen, wenn es jetzt z.B gar keinen Benefit mehr hat oder vielleicht ASS sogar besser wäre.


    Hat jemand schon mal diese Thematik gehabt? Was ist der Unterschied in der Wirkung zwischen ASS und Heparin?


    Würde mich über einen Austausch freuen.


    Danke*:)

  • 13 Antworten
    Vijo schrieb:

    Ist das nicht eher ein Thema, das Du besser mit dem behandelnden Arzt besprechen solltest als in einem Laienforum?

    Mach ich natürlich. Trotzdem darf man hier nach Erfahrungen fragen oder?

    Heparin und Thrombo-ASS wirken nicht exakt gleich. Besprich dich wirklich mit deinem Arzt.

    Ich arbeite in dem Bereich und erlebe beide Medikamente bei Patientinnen ständig und kann wirklich nur bekräftigen, dass das sehr sehr fallabhängig ist.

    Zitat

    Heparin und Thrombo-ASS wirken nicht exakt gleich. Besprich dich wirklich mit deinem Arzt.

    Ich arbeite in dem Bereich und erlebe beide Medikamente bei Patientinnen ständig und kann wirklich nur bekräftigen, dass das sehr sehr fallabhängig ist

    Das Problem ist dass die Ärzte im Gerinnungszentrum sagen, ich bräuchte das Heparin nicht zwingend und könnte es daher absetzen. ich könnte aber genauso wie in der letzten Schwangerschaft es weiter nehmen oder ich stelle auf ASS um. Also im Endeffekt 3 Möglichkeiten.

    Mein Frauenarzt muss ich noch fragen, aber der ist ja da leider auch kein Fachmann und wird vermutlich das Gleiche sagen, wie beim letzten Mal. Das er es vermutlich an meiner Stelle weiternehmen würde, aber halt als Selbstzahler.


    Ich hab das Gefühl die Entscheidung nachher liegt bei mir.

    Meine Logik wäre: Wenn kein Arzt es verschreiben möchte, wird es wohl keine medizinische Notwendigkeit geben.


    Klingt für mich so, dass der Arzt beim letzten Mal auch meinte, dass er verstehen kann, dass du es „für die Psyche“ weiterspritzen willst, nicht weil es tatsächlich eine medizinische Notwendigkeit dafür gäbe.


    Was haben denn die Fachärzte im Gerinnungszentrum empfohlen? Sie werden dich ja nicht nur mit den allgemeinen Optionen (Weglassen, ASS oder Heparin auf eigene Kosten) weggeschickt haben, sondern bestimmt eine Empfehlung ausgesprochen haben.

    Ich habe es damals abgesetzt, weil es mir einfach zu viele Medikamente waren und eher so „ja, machen wir mal, vielleicht hilfst ja“. Eine konkrete Krankheit lag bei mir nicht vor.
    Lass dich beraten und wäge einfach ab. Ist ja jeder anders. Ich bin eher so der Typ: so wenig medis wie möglich.

    Platypus schrieb:

    Meine Logik wäre: Wenn kein Arzt es verschreiben möchte, wird es wohl keine medizinische Notwendigkeit geben.


    Klingt für mich so, dass der Arzt beim letzten Mal auch meinte, dass er verstehen kann, dass du es „für die Psyche“ weiterspritzen willst, nicht weil es tatsächlich eine medizinische Notwendigkeit dafür gäbe.


    Was haben denn die Fachärzte im Gerinnungszentrum empfohlen? Sie werden dich ja nicht nur mit den allgemeinen Optionen (Weglassen, ASS oder Heparin auf eigene Kosten) weggeschickt haben, sondern bestimmt eine Empfehlung ausgesprochen haben.

    Eine wirkliche Empfehlung haben sie nicht ausgesprochen. Sie sagen aber es gibt keine medizinische Indikation im Moment daher könnte ich absetzen. Auf Wunsch aber weitermachen oder gegen ASS tauschen.

    Ich denke die Empfehlung ist absetzen. Aber dann versteh ich nicht wieso dann auch ein Wechsel zu ASS in Frage kommt

    tiramisu01 schrieb:

    Ich habe es damals abgesetzt, weil es mir einfach zu viele Medikamente waren und eher so „ja, machen wir mal, vielleicht hilfst ja“. Eine konkrete Krankheit lag bei mir nicht vor.
    Lass dich beraten und wäge einfach ab. Ist ja jeder anders. Ich bin eher so der Typ: so wenig medis wie möglich.

    Wann hast du es abgesetzt?hattest du keine Angst dass irgendwie was dadurch passieren könnte ? Hast du dafür dann ASS genommen?


    Ich bin da echt ängstlich ein wenig und tendiere aktuell dazu es weiter zu machen einfach weil ich es bei meiner Tochter auch gemacht habe

    Wenn du dich mit Heparin wohler fühlst, dich das spritzen nicht stört und ihr das Geld für die Spritzen und die regelmäßige Blutuntersuchung über habt, kannst du es ja auch wieder weiternehmen.


    Oder gibt es auch Nebenwirkungen bzw. Risiken, die damit verbunden sind?

    Sehr früh. Glaube Ich habe nur 4 oder so gespritzt, hab mir dann die Studienlage angesehen und für mich keinen Vorteil sehen können. Ich habe am Anfang noch mit ASS überlegt, weil die Empfehlung mit dem Heparin kam von der Kinderwunschesklinik und ASS von FA. Bedenken hatte ich am Anfang natürlich und ich habe auch meinen Mann mit entscheiden lassen und wir entschieden uns dann gegen beides.

    Platypus schrieb:

    Meine Logik wäre: Wenn kein Arzt es verschreiben möchte, wird es wohl keine medizinische Notwendigkeit geben.

    Würde ich auch so empfinden und deshalb wohl absetzen. Aber ich glaube nicht, dass das dir, Leni, weiterhilft. Du musst dich ja mit deiner Entscheidung wohl und sicher fühlen und was andere Menschen da fühlen, hat nichts mit dir zu tun.


    Für mich klingen deine Ärzte nach: Ist nicht notwendig, schadet aber auch nicht. Und sie überlassen dir deshalb die Wahl, was sich für dich richtiger anfühlt. Würden Heparin oder ASS schaden, würde es dir ja wohl nicht auch ohne Indikation verschrieben werden dürfen.

    Erstmal ganz herzlichen Dank für eure Antworten und Denkanstöße.

    Zitat


    Oder gibt es auch Nebenwirkungen bzw. Risiken, die damit verbunden sind?

    Nein, die gibt es soweit ich weiß nicht. Ich spritze auch nur eine kleinere Dosis, so dass das Risiko von unerwünschten Blutungen auch nicht besonders hoch ist.


    Habe gestern nochmals mit dem Gerinnungszentrum telefoniert und sie meinten bei meiner Befundkonstellation sei Ihrer Meinung das Heparin nicht nötig aktuell. Es wäre allerdings auch kein Problem es weiter zu nehmen. Auf meine Frage ob ich damit denn ein Risiko eingehe, meinte man nur: Naja, eine Garantie hätte man in der Schwangerschaft nicht. Das hilft mir natürlich nicht weiter. Sie würden mir anbieten, dass ich ja alle 4 Wochen weiterhin die Gerinnung checken lassen könnte und dann würde man ja sehen, wenn es sich verändert. Ihrer Meinung nach wäre aber nicht mal das notwendig.


    Ich bin diese Schwangerschaft lange nicht so ängstlich wie bei meiner ersten, daher wäre das Heparin absetzen schon durchaus eine Option, die ich in Erwägung ziehe, allerdings bin ich halt auch eher so der Typ: Never change a running system.


    Naja, ich werde jetzt vermutlich noch bis zu meinem nächsten Frauenarzttermin weitermachen und dann mit ihm gemeinsam entscheiden.


    Hat sonst noch jemand Erfahrung mit Heparin?