Kaiserschnitt: Dos and Don‘ts

    Hallo!


    Ich habe meinen Sohn Ende Februar per Notkaiserschnitt zur Welt gebracht und bin nun ein wenig von den widersprüchlichen Informationen der Ärztin im Krankenhaus und der meines Gyns irritiert.


    Im Krankenhaus wurde ich quasi noch am Abend der OP zum Aufstehen gezwungen, obwohl mir aufgrund der Schmerzen nicht danach war. Ich sollte soviel Gehen wie möglich. Mein Gyn empfahl nun bei der Kontrolle 2 Wochen nach der OP so wenig wie möglich zu tun und selbst Spazierengehen sollte ich nur moderat machen und auf gar keinen Fall übertreiben.


    Die Ärztin in der Klinik empfahl richtigen Sport erst nach der Rückbildungsgymnastik (die ich erst nach 12 Wochen beginnen soll). Spazierengehen, Schwimmen (nach 6 Wochen) und Alltagsbewegung kann ich aber gerne und viel praktizieren. Mein Gyn schaute mich entgeistert an, als ich nach Sport fragte und meinte, dass ich mindesten (!) die nächsten 3 Monate gar nichts machen darf, was in Richtung sportliche Bewegung geht und ich zumindest das Wochenbett am besten komplett im Bett verbringe. Nach 3 Monaten sollte ich auch nicht direkt mit dem Sport anfangen.


    Genauso unterschiedlich waren die Angaben zur Verhütung und einer zweiten Schwangerschaft. Die Ärztin aus der Klinik empfahl 6 Monate Verhütung, mein Gyn mind. 12 Monate.


    Wie war das bei euch? Was wurde euch empfohlen?


    Und kann ich die Narbenheilung irgendwie begünstigen?

  • 12 Antworten

    Ich hatte noch nie einen Kaiserschnitt, aber eine Myom-OP, bei der die Gebärmutter vollkommen gespalten und genäht wurde.

    Meine Verhaltensregeln waren damals:

    Bewegen ja, aber eben nicht übertreiben. Das Aufstehen im KH erfolgt eigentlich, um bspw. eine Thrombose zu verhindern. Nur liegen macht schlapp und steigert das Risiko. I.d.R. ist das mit dem "Laufen" im KH aber anders als draußen in der freien Wildbahn. Nur liegen würde ich nicht, aber eben ganz persönlich schauen, mit wie viel Bewegung es Dir gut geht.

    Schwimmen allein aufgr. der Narbe frühestens (!) nach 6 Wochen; ich würde damit aber warten. Wochenfluss ganz außen vor gelassen.


    Bzgl. Sport soll man ja ohnehin warten (Beckenboden), zumindest habe ich es bei meinen Freundinnen mitbekommen. Allgemein hängt es stark davon ab, wie stark man Sport treiben will und wie der Bauch beansprucht wird. Ohne Einschränkung finde ich nach 6 Wochen zu früh. Ich durfte nach den 6 Wochen überhaupt erst mehr als 5 kg heben!


    Was sagt Deine Hebamme?


    Bzgl. Narbenheilung: Solange die Narbe nicht komplett zu ist bzw. durch evtl. Ziehen von Fäden kleine Stellen wieder bluten, würde ich nicht viel machen. Danach hilft Bepanthen-Salbe und/oder der Bepanthen-Narbenroller (Silikongel plus Massagekopf, der ds gesamte Gewebe lockert).

    Grundsätzlich dauert es sein Jahr, bis die Narbe verblasst und alles richtig weich wird.

    Meinem Beckenboden geht es gefühlt super. Ich merke da eigentlich keinen Unterschied zu vor der Schwangerschaft. Nichtsdestotrotz werde ich natürlich trotzdem Rückbildungsgymnastik machen, um sicher zu gehen.


    Ich will keinen Hochleistungssport betreiben. Ich würde einfach gerne wieder Tanzen (Standard-Tanz als Freizeitsport). Ich hab bis zur Geburt getanzt und dann natürlich pausiert. Ich würde jetzt ungern 3 Monate aufs Tanzen verzichten ":/


    Meine Hebamme ist leider sehr jung und unerfahren und verweist mich meist an meinen Gyn.

    Tanzen geht zumindest nicht allzu extem auf die Bauchmuskulatur (da gibt es ja doch belastendere Sportarten). Würde es nach 6-8 Wochen mal vorsichtig antesten... Du wirst selber merken, wenn es zwickt und welche Aktivität man spätestens am Ende mit Schmerzen "bezahlt".

    Ich wurde damals Ende Oktober operiert und merkte es im Dezember noch (nch den 6 Wochen Schonung). Ende Januar bin ich dann umgezogen (bzw. Auszug aus kleiner berufl. Zweitwohnung) und habe so einiges aus dem 4. Stock runtergetragen. Das ging, aber abends zwickte es.


    6-12 Wochen komplettes Nichtstun ist da m.M.n. zu extrem. Gib' Dir die 6 Wochen und sieh dann weiter. Bis dahin wirklich nur gemütliche Spaziergänge bis es zwickt.

    Hallo Platypus, wir kennen uns ja noch aus dem Hibbelfaden *:) Glückwunsch zum Sohn :-)

    Also ich hatte bei meiner Tochter auch nen Kaiserschnitt und auch ich wurde noch am selben Tag regelrecht "gezwungen" aufzustehen. Ich wurde links und rechts gehalten und aus dem Bett gezogen :(vSchmerzen waren immens.

    Wegen der Verhütung wurde mir ein Jahr gesagt.

    Zum Thema Sport kann ich dir leider nichts sagen, sorry.

    Ich hatte auch einen Notkaiserschnitt. Sollte 4 Wochen nichts heben, was schwerer ist als das Baby. Rückbildung und Sport nach frühestens 8 Wochen. Ich habe einfach ausprobiert was ging und was nicht. Mit der Narbe an sich hatte ich kaum Probleme, dafür mit starken Verwachsungen, aber das ist ein anderes Thema

    Ich glaub da gibts viele Meinungen ;-D

    Bei mir ...

    Heben: laut KH und Hebamme mind. 6 Wochen nicht mehr als das Kind (also auch nicht Kind+Maxicosi)


    Aufstehen: Ebenfalls vom ersten Tag an (war bei mir mittags, hatte um 2 morgens die Geburt)


    Spazieren: laut KH und Hebamme so wie es mir gut tut.


    Rückbildung: laut KH nach 4 Wochen leichte Übungen im Liegen und mehr dann nach 6 Wochen


    Sport: Was mir gut tut. Aber nix was die geraden Bauchmuskeln benötigt.


    Duschen: laut KH und Hebamme nur mit Wasser bis die Kruste ab ist und alles zugeheilt.


    Verhütung: laut Gyn mind. 1 Jahr

    Ich kann dir von einer Bekannten berichten die bereits nach 6 Monaten schwanger wurde und sie hatte die letzten 4 Monate derart Schmerzen an der Narbe (der inneren an der GM) dass sie wie unter Wehen stöhnte. Also ich werd früüüühestens nach 12 Monaten drüber nachdenken.

    Jeder heilt individuell, jeder ist anders fit. Wenn du immer getanzt hast, mach doch und hör auf deinen Körper. Wenn du noch nie gejoggt hast, solltest du gerade jetzt vielleicht nicht damit anfangen. Wer weiss, was dein Gyn unter „Sport“ versteht... und es kommt auf so viel mehr an. Heisses Wetter und Schwitzen kann die Heilung verzögern.

    Danke für eure Antworten!


    Mir ist da noch eine Frage dazu eingefallen: Bei mir hat sich ein Hämatom ab der Narbe gebildet. Sowohl die Ärztin im Krankenhaus wie auch mein Gyn meinten, dass das nichts Schlimmes ist und es mit der Zeit verschwinden wird. Mein Gyn meinte noch, dass sich die Narbe an der Stelle nochmal öffnen könnte. Auch meine Hebamme meinte, dass dies bei schwerem Heben passieren könnte. Das aber grundsätzlich nicht schlimm wäre.


    Kann ich den Abbau des Hämatoms irgendwie fördern? Aktuell fühlt sich der Bereich über der Narbe noch ein wenig taub an, wobei das Gefühl so langsam wiederkommt. Aber das Hämatom verursacht ein leichtes unangenehmes Druckgefühl.

    Mindestens ein Jahr nicht schwanger werden, 6 Wochen nicht mehr als 5 kg heben, leichte Rückbildungsübungen durfte ich schon nach drei Tagen machen, Kurs nach 12 Wochen. Aufstehen auch möglichst schnell, das war auch gut so, weil ich dadurch körperlich extrem schnell wieder fit war! Sport, meine Hebamme meinte, leichte Sachen so, wie es mir guttut, aber nichts, was auf die geraden Bauchmuskeln oder den BeBo geht (die Rektusdiastase kannst du auch selbst tasten). Baden und Sex erst, wenn der Wochenfluss komplett vorbei ist.


    Meine beste Freundin ist Physiotherapeutin und hat meine Narbe mehrfach behandelt. Sie ist super verheilt, auch in den unteren Schichten. Sie meinte, Cremes sind zwar nett, bringen aber nicht wirklich was für die Narbe.

    Hallo und herzlichen Glückwunsch zum Sohn! :-)

    Ich hatte drei Kaiserschnitte (Zweimal Notkaiserschnitt, einmal geplant), ebenso zwei verschiedene Hebamme und viele verschiedene Ärzte ;-D

    Aber alle waren sich immer einig: Während der Wochenbettzeit nur so schwer tragen wie das Baby wiegt, (moderater) Sport nach Rückbildung, Steigerung ab ca. 6 Monaten, wegen Den Bauchmuskeln.

    Wegen dem Hämatom: Meinst du es ist innen?
    Du kannst mir gerne eine PN schreiben, ich hatte zweimal danach ein Hämatom, bei welchem einmal die Narbe von selbst aufgegangen ist, und bei der anderen musste sie geöffnet werden.