Kaiserschnitt - Tipps und Tricks

    Hoi,


    da ich leider um einen KS nicht rumkommen werde, in Coronazeiten mein Mann oder anderer Besuch nicht auf Station kommen darf und mir bei meinem letzten KH-Aufenthalt schon gesagt wurde, dass man total unterbesetzt ist und man das leider auch merkte bei meinem Aufenthalt, wollte ich mal nach Erfahrungen und Tipps fragen, wie man schnell unabhängig auf die Beine kommt. Wichtig wäre auch, was denn sinnvoll ist mitzunehmen. Weder kann man ja derzeit einfach mal jemand fix in die Stadt schicken, um was zu besorgen und auch das bekommen der „Ware“ bzw von Sachen stellt ein Problem dar. Das soll im übrigen keine Kritik am Pflegepersonal sein, wenn ich meine, dass man den Engpass merkt. Sie waren wirklich bemüht und nett, aber es sind einfach zu wenige.


    Mir ist natürlich klar, dass das total unterschiedlich bei jeder Frau ist, aber das macht ja nix. Kann hier ja eine kleine Sammlung werden.


    was ich bis jetzt so gelesen habe:

    - über die Seite aufstehen

    - beim Niesen/Husten und co, Hand leicht auf die Narbe legen

    - Narbe trocken halten und Luft ran lassen


    zum letzten Punkt gleich mal eine Frage: die letzte Geburt ist noch nicht so lang her und die Rückbildung vom Bauch lief nicht so gut und mein Bindegewebe ist es auch nicht und ich habe einen riesen Bauch derzeit. Ich vermute, dass nach dem KS die „Wampe“ über der Narbe hängt. Es gibt dafür ja theoretisch Bauchbänder oä, die das dann ein wenig stützen. Hat das mal jemand ausprobiert?


    Habt ihr eine Narbenpflege genutzt? Ich bin zwar eher niemand, der viel schmiert oä., aber wurde das empfohlen?

  • 89 Antworten

    Ich hatte bereits 2 Kaiserschnitte (1 Notkaiserschnitt und 1 normalen Ungeplanten).


    Beim Aufstehen half mir ein Bademantelgurt am Fußende, da ich trotz elektrischem Bett Probleme hatte das letzte Stückchen schmerzarm hochzukommen.


    Ansonsten: Nimm dir Paracetamol und Ibuprofen mit. Falls du Schmerzen hast und die Schwestern keine Zeit haben oder dich vergessen, hast du für den Notfall was da.

    Mein Bauch war nach beiden Kaiserschnitten so aufgebläht, dass da nix hängen konnte ;-)

    Ich blieb die ersten 1-2 Tage im KH-Netzschlüpper (ich hatte immer ein Einzelzimmer) und danach bin ich in Umstandsbaumwollhosen rumgelaufen. Zu Hause stieg ich dann auf normale Umstandshosen um, da in denen kein Druck auf die Narbe kam.


    Ansonsten empfehle ich Badelatschen aus Gummi. Das erste Aufstehen nach der OP erfolgt erst nach mehreren Stunden und da kann sich ganz schön viel Wochenfluss aufstauen. Bei Kaiserschnitt Nr. 1 hatte ich Haussschuhe aus Stoff an :_DBadelatschen kann man einfach unter der Dusche abbrausen. Die Stoffhausschuhe wanderten in den Müll ...


    Ich hab 4 Wochen nach der OP mit dem Bepanthen-Narbengelroller angefangen zu cremen. Meine Narben heilten immer recht gut.

    Hallo,


    ich habe ja vier Kaiserschnitte hinter mir und mir hat immer das möglichst zeitige aufstehen und bewegen geholfen. Zuerst habe ich meinen Kreislauf in Schwung gebracht, dann über die Seite aufgestanden und bei Anstrengung ausgeatmet (nicht einatmen!). Narbenpflege habe ich keine betrieben, aber Kakaobutter hatte meine Hebamme empfohlen.


    Alles Gute!

    Achso: Die (schmerzhafte) Luft im Bauch verschwindet schneller, wenn man sich bewegt. Ich bin also am Anfang so häufig es ging im Zimmer auf und ab gegangen.

    tiramisu01 schrieb:

    Wie ist das mit dem hochnehmen des Babys? Wenn keiner da ist und keiner zeitnah kommt, kriegt man das hin?

    Nach dem ersten Kaiserschnitt war mein Freund die ganze Zeit mit im Krankenhaus, da hab ich meinen Sohn gar nicht hochnehmen müssen.


    Nach dem zweiten Kaiserschnitt war mein Freund nur eine Nacht mit im Zimmer, da er sich dann um unseren Großen gekümmert hat. Danach habe ich den Tag und auch noch in der Nacht die Schwestern zum Wickeln gerufen und die Kleine sonst neben mir auf dem Bett auf ein Kissen gelegt. Das ging aber nur, weil ich zwei Betten zur Verfügung hatte und sie zu einem großen Bett zusammengestellt waren. Die Kleine vom Bett zum Stillen hochzunehmen ging ganz gut. Das Wickeln traute ich mir kreislaufmäßig am Tag nach der OP nicht zu. Am zweiten Tag nach der OP ging das aber schon besser.

    Also am ersten Tag hab ich meinen Sohn nicht allein aus dem Bettchen gehoben. Er hatte 4,5Kg und mir war viel zu duselig. Erst, als ich meine Kraft besser einschätzen konnte, hab ich ihn allein hochgenommen. Ansonsten kam IMMER eine Schwester. Und bei meiner Entbindung war die Station so überfüllt, dass man aus 2er Zimmern noch 3er geschustert hat, obwohl es eigentlich nicht gepasst hat. Echt brutal. Ich konnte meinen Buben auch über Nacht abgeben - das haben einige Mütter gemacht, um ein paar Stunden Schlaf zu bekommen. Am 4. Tag, also nach der dritten Nacht, wurde ich entlassen.

    Ach und noch eine Frage: kann man alleine Rollstuhl fahren? Klingt komisch, aber wenn das Baby in die Kinderklinik muss, dann ist das in einem anderen Gebäude ca 1km weit weg. Bevor ich letztens ging, hab ich gefragt, wie man im Fall der Fälle denn rüber kommt. Antwort war: normalerweise machen das schwesternschüler etc, aber gerade keine Kapazität. Die Väter sollen die Frauen am Eingang abholen und rüber schieben. Aber ich kann meinen Mann ja nicht zig mal am Tag in die Klinik fahren lassen, nur damit ich zum Baby kann. Er selber darf auch nur für eine Stunde am Tag zum Baby.
    Als unsere erste Maus auf der Neo war, waren wir jeden Tag mehrere Stunden beim Baby, sind aber natürlich zum Essen etc auch weg. Dafür müsste ich aber ja theoretisch wieder rüber in die Frauenklinik.

    Ahja! Also da kann ich rauslesen, dass man ohne Hilfe eigentlich erstmal aufgeschmissen ist.


    Die Station war das letzte mal nicht voll und sie waren total ausgelastet. Ich will gar nicht wissen, was ist, wenn da mehr Patienten sind.
    Das sind ja super Aussichten.

    Allein Rollstuhlfahren funktioniert übrigens eher nicht. Die sind zum schieben konstruiert. Aber die meisten Kinder müssen ja nicht in die Kinderklinik. Da würde ich schauen was machbar ist, wenn es soweit ist.


    Ich nehme an, eine andere Klinik kommt nicht infrage? Wir hatten uns auch noch umentschieden, weil Klinik A keine Neo-intensiv hatte und ich schlechte Erfahrungen dort gemacht hatte, während Klinik B durchaus organisierter schien und eben auch die Intensiv hatte, die wir schließlich tatsächlich brauchten, weil der Sohnemann an meinem Entlasstag plötzlich starke Gelbsucht bekam. Da konnte ich aber schon wieder sehr normal laufen.

    Es ist aber auch sehr individuell, wann man was wieder machen kann. Eine Freundin von mir hatte ihren Kaiserschnitt morgens und konnte abends schon wieder eigenständig duschen. Das wäre bei mir undenkbar, weil mein Kreislauf das einfach nicht mitgemacht hätte.


    Aber es wird ja schnell besser, auch wenn man es unmittelbar nach der OP, wenn die Anästhesie nachlässt, nicht glauben kann.

    Ne, eine andere Klinik kommt leider nicht in Frage. Das ist unsere Level 1 Klinik, die mit einem Krankenwagen in 10 min erreichbar ist. Sie ist nur leider im ganzen Stadtgebiet verteilt. Die zweite Level 1 ist ca 40 Minuten weit weg.
    Es gibt zwar noch weitere Kliniken in der Nähe, aber mir ist die Anbindung an eine Kinderklinik wichtig und die haben einfach auch nen hohen Durchsatz an Geburten, also auch Erfahrungen mit etwas speziellen anatomien etc.

    Mach dir nicht solche Sorgen ;) Das ist bei jedem ganz unterschiedlich. Ich habe dieses Jahr meinen 2. Sohn bekommen, auch ein Kaiserschnitt. 2h nach der Geburt musste mein Mann gehen und ab da war ich gut 90% auf mich alleine gestellt. Kaum war mein Mann weg, wurde ich auf die Beine gestellt.

    Bis zum Abend hin hat mir noch das Personal beim wickeln und co geholfen, dann kam eine Furie von Nachtschwester, die "ganz bestimmt nicht zum wickeln und so da ist, das muss man selbst können!" 😅 Hat aber auch geklappt, einfach Zeit lassen. Wir hatten in der Klinik so fahrbare Stubenwagen für die Babys. Den hab ich dann ganz nah an den Wickeltisch gefahren und Baby dann rausgehoben.

    Am nächsten Tag bin ich auch schon nach Hause 🤷🏻‍♀️ Baby und mir ging es gut, ich war 100% mobil und mir wurde eh gesagt das die meisten Untersuchungen nicht stattfinden wegen Corona. Ich muss dazu sagen daß wir auch eigentlich eine ambulante Geburt geplant hatten und daher vorab alles vorbereitet hatten und mein Mann "aus der Medizin kommt".


    Bei meinem ersten Kaiserschnitt habe ich wirklich gefühlt Wochen gebraucht um wieder auf den Dampfer zu kommen. Wir wurden nach 5 Tagen Familienzimmer entlassen (sprich mein Mann war die ganze Zeit da), ich hab bis heute keine Ahnung wie ich nach Hause gekrochen bin 😅 Ich wurde aber auch erst am 3. Tag abends aus dem Bett geholt und vom Katheter befreit. Ich denke das macht einen riesigen Unterschied aus, wenn man sofort wieder auf die Beine kommt oder liegen bleibt.


    Ich habe übrigens auch das "Bauch-Problem" ich habe mir dann atmungsaktive Kompressen vor die Narbe gelegt damit da keine Feuchtigkeit entsteht. Ich glaube ein Bauchband hätte ich nicht ausgehalten. Fand es schon furchtbar wenn ich zum Kompressen wechseln den Bauch leicht anheben musste 😖