Mache mir jetzt schon Gedanken um die Kinderbetreuung - sind 50 Stunden/Woche "schädlich"?

    Hallo!


    Ich stehe kurz vor der Entbindung meines Kindes und mache mir nun trotzdem wie irre schon Gedanken wie ich das mit der Betreuung regle, wenn ich nach 1 Jahr wieder arbeiten gehe.


    Mein Freund (=Kindsvater) hat sich vor einiger Zeit aus dem Staub gemacht und hat auch keinerlei Interesse an dem Kind bekundet. Dies auch bereits von Anfang an, aber damals dachte ich noch "das wird schon - er muss sich erst an den Gedanken gewöhnen". Mittlerweile weiß ich aber, dass er wirklich schlicht und einfach keinen Bock auf das Kind hat und sogar wegen seinem Job nun knapp 250 km weggezogen ist bzw. jetzt in Kürze wegzieht. Auf ihn als Unterstützung brauche ich also nicht bauen.

    Meine Freunde wohnen leider alle nicht bei mir in der Nähe (größtenteils 60-80 km entfernt und viele haben auch kein Auto sondern müssten mit dem Zug fahren) und somit können sie mich auch nur sehr, sehr bedingt unterstützen.

    Auch auf meine Eltern als Unterstützung brauche ich nicht wirklich bauen. Im Grunde würde ich sie auch lieber vollkommen da raus lassen, da insbesondere meine Mutter ein massives Problem damit hat, dass ich unverheiratet schwanger geworden und nun auch noch alleinerziehend bin. Ich will einfach nicht, dass sie - wenn sie mal auf das Kind aufpassen sollte - ihm so einen Unsinn eintrichtert, dass ein Kind, dass unehelich auf die Welt gekommen ist "mangelhaft" ist.


    Nun ist es so, dass ich das Kind für nächsten Herbst (wegen Eingewöhnungszeit wohl spätestens zum November) in einer Krippe oder bei einer Tagesmutter anmelden muss. Leider weiß ich aber erst ca. im Herbst nächsten Jahres an wievielen bzw. an welchen Tagen ich von zu Hause arbeiten könnte und dementsprechend früher ich das Kind dann von der Betreuung abholen könnte (da dann schon um 13 oder 14 Uhr, also nach dem "Mittagsschlaf"). An den Tagen an denen ich ins Büro fahren muss, bräuchte ich dagegen - selbst wenn ich da dann weniger Stunden arbeite - Maximalbetreuung (von 7 bis 17 Uhr), einfach weil ich da leider relativ viel Fahrzeit zum Arbeitsplatz einplanen muss (einfacher Weg: ca. 1 Stunde 10 Minuten).

    In der Krippe muss ich aber schon bei der Anmeldung im Januar / Februar die genauen Betreuungszeiten angeben! Mein Arbeitgeber besteht aber darauf, dass wir die Zeiten für die Heimarbeit usw. "frühestens" im Herbst kommenden Jahres, also kurz vor meinem Antritt, festlegen. Ich habe ihm mein Problem bereits geschildert, aber da kann er aus "betrieblichen Gründen" leider noch nichts definitives sagen wie er meint...


    Nun bleibt mir ja eigentlich fast nichts übrig als das Kind dann Mo bis Fr für die Maximalbetreuung (7 bis 17 Uhr) anzumelden, oder? Für dieses eine Krippenjahr würde ich dann also wöchentlich 50 Stunden Betreuung buchen!!! Erst nach diesem ersten Krippenjahr könnte ich dann die Betreuungszeit meinen Arbeitszeiten besser anpassen können. Unterm Jahr die Betreuungszeit verändern geht nämlich leider nicht - das habe ich bereits erfragt. Auch bei den Tagesmüttern hier in der Gegend ist es leider ähnlich.


    50 Stunden sind halt schon echt viel für so ein 1jähriges Kind! Ich habe auch richtig Bauchweh das Kind so lange in die Betreuung zu geben, aber mir bleibt leider nichts anders übrig. Oder habt ihr Tipps/Ideen wie ich das anders/besser regeln könnte? Ein Umzug näher an meinen Arbeitsplatz ist leider auch keine Option, da ich mir so eine Wohnung in der Großstadt mieten und dann knapp das Doppelte an Miete zahlen müsste! Da müsste ich dann mehr Stunden arbeiten und unterm Strich würde das Kind dann auch wieder ewig lange in der Betreuung sein. Und die Kollegen, die in der gleichen Stadt wohnen haben oft trotzdem eine Anfahrt von 40 Minuten zum Büro - wirklich "lohnen" würde sich das also nicht.

    Und ansonsten gibt es in meiner Branche leider nicht so viele Firmen, dass ich mir einfach einen neuen Job suchen könnte - schon für diesen habe ich hart gekämpft und mein Arbeitgeber ist grundsätzlich auch sehr familienfreundlich (Heimarbeit für Leuten mit Kindern wird immer genehmigt, Jobgarantie nach 1jähriger Elternzeit, Flexibilität beim vorübergehenden Wechsel der Heimarbeitstage wenn das Kind mal krank sein sollte, Mutter-Kind-Büros usw.).


    Habt ihr vielleicht Tipps oder Ratschläge für mich? Meint ihr das Kind "schafft" so eine lange Betreuung überhaupt? Wie gesagt, nach dem ersten Krippenjahr könnte ich die Zeiten dann besser anpassen, da ich dann genau weiß wann ich von zu Hause arbeite und wann nicht. Aber bei der jetzigen Anmeldung leider halt noch nicht und eine Änderung der Betreuungszeiten ist leider lt. der Krippen oder der Tagesmütter hier nicht mehr so ohne Weiteres möglich, da sie ja die Platzvergabe entsprechend planen müssen.

  • 59 Antworten

    Hast du mit der Krippe vielleicht besprochen ob es trotzdem möglich wäre dein Kleines an den Home Office Tagen früher abzuholen? Da relativieren sich ja schon die 50 Stunden. Blöd ist und bleibt dann nur, dass du trotzdem den Vollzeitplatz bezahlst. Uns wurde gesagt, dass man es vermeiden solle über die Zeit zu gehen sprich zu spät abzuholen - früher ist mit vorheriger Ankündigung immer möglich (wenn es nicht gerade während der Mittagsschlafzeit ist). Unser Kleiner wird ab November dann 40 Stunden in die Betreuung gehen - geht nicht anders und ich sehe es als Zugewinn für ihn. Man macht sich immer viele Gedanken, aber ich denke nicht dass es deinem Kind schaden wird. Vielleicht klappt es ja, dass du 50 Stunden halt anmeldest, aber dann nur 40 oder so nutzt.

    Ja, das habe ich bereits erfragt. Nur bei einer Krippe sagten sie "ja, das ist natürlich möglich aber ich müsste den vollen Platz halt dann bezahlen". Bei allen anderen sagten sie zwar, dass es MAL möglich ist das Kind etwas früher als vereinbart abzuholen, aber nicht die Regel werden sollte (da geht es wohl um die generelle Krippenauslastung oder so). In welcher Krippe ich dann einen Platz für das Kind bekomme, kann mir aber natürlich keiner sagen...

    Tagesmütter sind da natürlich etwas flexibler - da macht es nicht viel wenn ich das Kind an einigen Tagen immer früher abhole und den vollen Preis aber bezahle. Aber dafür ist diese Betreuung halt gleich mal um einiges teurer. Und als alleinerziehende muss man ja leider auch sehr aufs Geld schauen, weswegen die Krippe meine erste Wahl wäre - nur wenn es ja echt nicht geht, dann würde ich eine Tagesmutter nehmen.

    WMelody schrieb:

    Mein Freund (=Kindsvater) hat sich vor einiger Zeit aus dem Staub gemacht und hat auch keinerlei Interesse an dem Kind bekundet. Dies auch bereits von Anfang an, aber damals dachte ich noch "das wird schon - er muss sich erst an den Gedanken gewöhnen". Mittlerweile weiß ich aber, dass er wirklich schlicht und einfach keinen Bock auf das Kind hat und sogar wegen seinem Job nun knapp 250 km weggezogen ist bzw. jetzt in Kürze wegzieht. Auf ihn als Unterstützung brauche ich also nicht bauen.

    In deinem ersten Thread schreibst du, dass du jemanden in Club kennengelernt hast und schwanger geworden bist. Auf Nachfragen zu dem Vater bist du nicht eingegangen, es klang alles nach ONS. Da du ja offensichtlich weißt, wer der Vater ist, verstehe ich nicht, wieso du dich nicht unterstützen lässt. Er MUSS für sein Kind zahlen, ob er "Bock" darauf hat oder nicht!

    kardamom

    Das dachte ich mir auch gerade... ":/


    WMelody

    ... und dann würde ich mich mal kundig machen, ob dir nicht vielleicht übers Jugendamt finanzielle Unterstützung bei der Betreuung zustehen aufgrund Alleinerziehend mit nur 1 Einkommen. Bei uns kann man das über die Krippe beantragen, und dann wird geprüft ob im Einzelfall etwas bezuschusst wird.

    Ich fürchte, ich find es deutlich zuviel- bei uns kann man soviel nicht mal buchen, da ist bei 45 Stunden Schluss. Es mag Kinder geben, die das wegstecken, aber man sollte auch die Möglichkeit einplanen, dass es für manche Kinder richtig stressig ist.

    Meine beiden Kinder waren auch ab dem ersten Lebensjahr in der Betreuung. Und obwohl der Große sich sehr wohl gefühlt hat, war der durch, wenn ich nach 16.00 Uhr holen musste (das waren ca 38 Stunden die Woche). Der Kleine ist innerhalb der Eingewöhnung bei ca 30 h und auch richtig ko.

    Ich würde zumindest schauen, ob ich für die ersten beiden Jahre nach der Elternzeit alle Möglichkeiten ausgeschöpft habe. Vielleicht auf 30h reduzieren und an ein paar Ersparnisse gehen/ Wohngeld oder Kinderzuschlag? Oder die Bürozeiten verkürzen und abends jeweils eine Stunde Homeoffice dranhängen? Kinder in dem Alter gehen ja häufig gegen 19.00 Uhr ins Bett, vielleicht kann man da ja abends noch was machen. Bei einer Reduktion auf 35 h könntest du das Kind ja zumindest um 16.00 Uhr holen. Hast du dich mal bei Pro Familia beraten lassen? Hier unterstützt auch der Kinderschutzbund im ersten Jahr mit Familienpaten. Vielleicht haben die noch ein paar Ideen.

    Viele Grüße,

    Milaila

    Ich frage mich gerade, ob das nicht die Userin ist, die schon mehrfach unter anderem Namen angemeldet war und über ihre Schwangerschaft schrieb...und sich dabei oft widersprochen hat. Wenn nicht - sorry für den Einwurf.

    Hmm 50h finde ich viel.

    Als mein kleiner in dem Alter war hatten wir 30h gebucht. Das war am Anfang schon sehr anstrengend für ihn. Zu der Zeit war bei uns aber eh 32,5 h Maximal Zeit in der Krippe.

    Geht bei euch wirklich 50? Bei uns wurde mittlerweile auf 40g Maximal Zeit erhöht. Das kostet aber dann auch 500 im Monat plus Essen.

    Hast du dich erkundigt was es bei euch kostet? Evtl. Kann man sich das gar nicht leisten.


    Hast du die Möglichkeit auf Homeoffice? Evtl. Lässt sich dadurch etwas reduzieren?

    hast du nicht neulich schon mal geschrieben? hoert sich so ähnlich an wie eine andere Story, wo auch die Mutter so dagegen war.


    zu deiner frage: ich denke das kommt aufs Kind an. ich kenne jetzt auch welche die konnten nicht Vollzeit gehen, da überfordert, und müssen jetzt so nach und nach rangeführt werden, sprich stundenweise steigern. aber die sind älter, also ich denke es kommt wirklich auf dein kleines an.


    mit Homeoffice....uhm. nicht so einfach vorstellen dass man das Kind daheim hat, und dann konzentriert mal ein paar stunden abarbeiten kann. das ist so gut wie unmoeglich. es sei denn du arbeitest dann abends wenn das Kind schläft.


    ich würde versuchen deine mutter ins boot zu holen. so bloed sich dann jetzt auch anhoert. ich würde da ein sehr ernsthaftes Gespräch führen, über deine bedenken etc. ich denke sie ist bestimmt doch irgendwo interessiert, Oma zu sein, oder gar nicht?


    aber Kind und vollzeitjob und ganz allein, das ist bestimmt machbar, aber leicht ist es nicht. hast du noch einen papa? was sagt der?

    ...zum Thema: meine 1,5 jährige Tochter geht 30 h die Woche in die Krippe, von 9-15 Uhr. Und sie ist auch geschafft danach. Wenn du einige der bereits gegebenen Tipps umsetzen kannst, wäre das sicherlich hilfreich, um den Kleinen keine 50 Std. dort lassen zu müssen.

    Buche und bezahle 50 Std. Wenn Du dann einen Homeoffice Tag hast, holst Du das Kind früher ab und basta! Ich kenne keine Krippe/Kita, die sich beschwert, wenn Kinder früher abgeholt werden. Du bezahlst ja schließlich die Zeit!

    Ich arbeite auch in der Krippe. Bei uns gehen sogar noch mehr Stunden. Haben 6bis 18h geöffnet.

    Aber dass man sein Kind nicht früher abholen darf, hab ich noch nie gehört! Wer soll einem verbieten, sein eigenes Kind zu holen? Wenn es nicht gerade zu störenden Zeiten ist (mittahsschlaf , Essen etc).

    Ganz ehrlich, meine Kollegen und ich lieben die Kinder, betreuen sie gerne und gut. Aber wir freuen uns natürlich trotzdem auch, wenn Kinder mal früher abgeholt werden... Erstens weil man es den Kindern gönnt und zweitens auch, weil die Gruppen eh überfüllt sind und jedes Kind weniger bedeutet mehr Ruhe für den Rest der Gruppe. Hört sich gemein an,aber ich hoffe , man versteht wie ich es meine. Von daher kann ich mir nicht vorstellen, dass man sein Kind nicht früher abholen darf...

    WMelody, ich empfinde alle Deine Threads als etwas „drüber“. Du bauscht vollkommen alltägliche Dinge so unglaublich auf, und wenn Du da einfach ruhiger und mit weniger Aufregung rangehen würdest, würden sich da sicher für alles relativ einfache Lösungen finden lassen. Mit Homeoffice, eventuell eine um ein paar Stunden reduzierte Arbeitszeit pro Woche und ggf. einmal Hilfe pro Woche von Deinen Eltern (hast Du die jetzt eigentlich mal konkret auf ihre möglichen Vorbehalte angesprochen?) schaffst Du es sicherlich, Dein Kind ein oder zwei Mal die Woche früher aus der Betreuung abzuholen. Auch geldmäßig wird das alles hinkommen, es gibt ja Kindergeld, eine andere Steuerklasse für Alleinerziehende, außerdem Unterhalt oder Unterhaltsvorschuss. Möglicherweise musst Du hier und da Deine Haushaltsausgaben etwas straffen. Die nächsten Jahre werden sicherlich etwas anstrengender, aber objektiv ist das alles gut schaffbar und wäre mit Sicherheit auch leichter, wenn Du nicht soviel Energie in das sinnlose Aufbauschen der aktuellen „Probleme“ stecken würdest.

    Hallo,


    also vorneweg: ich glaube, man selbst und auch das Kind schaffen meistens das, was man schaffen muss! Alles andere passt man beizeiten dann an.


    Ich kann dir von meinen ersten beiden Kindern berichten, die beide ab dem 1. Geburtstag einen Vollzeitplatz in der Betreuung hatten. Beide waren (und sind) sehr offene und neugierige Kinder, die viel Input brauchen - für sie war es eine absolute Bereicherung unter andere Kinder zu kommen. Sie haben sich zuhause gegen Ende des ersten Lebensjahrs schon gelangweilt. Beide haben nach Eintritt in die Betreuung enorme Entwicklungssprünge gemacht - andere Kinder spornen an!


    Ich habe aber auch einige Kinder kennen gelernt die einfach nicht so den Drang nach außen hatten, schüchterner, wie auch immer man es nennen mag - die waren teils nach einem Vormittag schon recht geschafft. Allerdings waren das alles Kinder die in die Kita gehen, unsere Kinder waren bis zum Kindergarteneintritt mit 3 Jahren bei einer Tagesmutter.


    Womit wir beim nächsten Punkt wären - ich würde dir von meinem Stand aus eine Tagesmutter empfehlen. In der Regel sind die städtischen Tagesmütter nicht teurer wie ein Kita-Platz. Wir bezahlten für den Vollzeitplatz meines Sohnes bis 2017 zur Tagesmutter ging knappe 320 Euro inklusive Mittagessen. Und bekamen dafür eine liebevolle, sehr individuelle und bedürfnisorierientierte Betreung. Wir haben unsere Kinder auch immer genau so gebracht und geholt wie es gepasst hat...meistens waren sie effektiv nur von 8-15 Uhr dort, möglich wäre 7-17 Uhr gewesen. Die Male, die sie um 7 hin gebracht wurden kann ich an einer Hand abzählen.


    Also Fazit: Vollzeitbetreuung bei einer Tagesmutter (oder zugewandten, bedürfnisorientierten Kita) gerne, für die meisten Kinder eher ein Gewinn.


    Unser 3. Kind wird übrigens auch ab nächstem Sommer mit 1 Jahr zur Tagesmutter gehen - der Platz ist schon angefragt.

    Spüli 09 schrieb:

    Ich arbeite auch in der Krippe. Bei uns gehen sogar noch mehr Stunden. Haben 6bis 18h geöffnet.

    Aber dass man sein Kind nicht früher abholen darf, hab ich noch nie gehört! Wer soll einem verbieten, sein eigenes Kind zu holen? Wenn es nicht gerade zu störenden Zeiten ist (mittahsschlaf , Essen etc).

    Ganz ehrlich, meine Kollegen und ich lieben die Kinder, betreuen sie gerne und gut. Aber wir freuen uns natürlich trotzdem auch, wenn Kinder mal früher abgeholt werden... Erstens weil man es den Kindern gönnt und zweitens auch, weil die Gruppen eh überfüllt sind und jedes Kind weniger bedeutet mehr Ruhe für den Rest der Gruppe. Hört sich gemein an,aber ich hoffe , man versteht wie ich es meine. Von daher kann ich mir nicht vorstellen, dass man sein Kind nicht früher abholen darf...

    Das ist ja eine Traumkita. Was für Beiträge werden da fällig? Wir zahlen für 40h dann schon 500 EUR plus Essen..