Minimal auffällige Nackenfalte?

    Hallo,


    gestern war ich zur ersten offiziellen Vorsorgeuntersuchung bei SSW 10+2. Es wurde vaginal und über Bauch geschallt. Alles ist normal entwickelt, allerdings meinte meine FÄ, dass sie eine, wie sie sagte, "minimal verdickte Nackenfalte" sehen würde. Allerdings wollte sie sich nicht festlegen, weil die Auflösung des US zu schlecht dafür war. Deswegen habe ich eine Überweisung zur Pränataldiagnostik bekommen. Da habe ich in 2 Wochen einen Termin. Auf dem Überweisungsschein steht allerdings "Verdacht auf Hygroma colli, bitte Ausschluss von Fehlbildungen mit anschließendem Befund" . Das ist ja eigentlich nochmal was anderes. Sie hat auch gar keine Messung der Nackenfalte vorgenommen. Das verwirrt mich ein bisschen. Ich selbst habe da nichts verdicktes gesehen. Habe jetzt übers Internet schon ganz viele US-Bilder angesehen, bei denen Auffälligkeiten zu sehen war. Und so sieht es bei meinem Bild einfach nicht aus.


    Habe mich schon im Vorfeld mit der Problematik Nackenfalte und Fluch und Segen der heutigen Medizintechnik befasst. Es gab neulich auch einen tollen Beitrag genau zu diesem Thema bei "Quarks & Co.". Ich versuche natürlich, mich nicht allzu verrückt zu machen, aber ein bisschen nachdenklich ist man natürlich schon. Zumal ich während der Untersuchung da einfach nichts abnormes gesehen habe. Sie hatte es mir mit der Maus gezeigt, aber wenn ich das mit den Bildern aus dem Netz vergleiche, hat das nicht mal annähernd so ausgesehen. Liegt es vllt an der frühen SSW, dass das noch nicht so zu sehen ist? Zur pränataldiagnostik bin ich dann in der 13. Woche.


    Habt ihr Erfahrungen mit "minimalen" Auffälligkeiten" bei der Nackenfalte bzw einem Hygroma colli?


    Ich bin 30 Jahre alt und es ist meine erste Schwangerschaft.

  • 20 Antworten

    @ Überweisungsschein:

    Da muss ja irgend was drauf stehen was weitere Untersuchungen rechtfertig. "Mein US-Gerät ist scheiße" ist keine ausreichende Indikation.


    Ich vermute mal da ist nix.

    Du kannst auch einfach den Harmony Test machen. Das ist ein Bluttest, bei dem mit nahezu 100%iger Sicherheit die häufigsten Chromosomenfehler festgestellt werden können.


    Dann hast du wirklich Sicherheit. In bestimmten Fällen übernimmt das auch die Krankenkasse.

    Das wollte ich auch gerade schreiben KleineHexe21. So ein Harmony/Präna/Fetalis (NIPT) Test ist einfach meiner Meinung nach viel aussagekräftiger als eine Nackenfaltenmessung.


    Ich habe den Test gerade machen lassen; es handelt sich um einen Test bei dem aus dem Blut der Mutter die DNA des Kindes raus gefiltert wird, und diese DNA wird dann auf verschiedene Trisomien hin untersucht. Mich hat der Test 250 € gekostet und nach 7 Tagen stand fest das mit meinem Kind in Bezug auf diese Trisomien alles okay ist. Der Test kann meines Wissens nach ab der 11ten Woche gemacht werden.


    Bitte doch mal deinen Arzt ob er diesen test durchführen kann oder dich an eine andere Praxis überweisen kann die so etwas macht.

    Ich würde da auch eher der Harmony-test empfehlen. Denn ansonsten werden bei solchen angeblich auffäligen US dann Fruchtwasseruntersuchungen empfohlen. Das würde ich nicht machen.


    Blöd ist allerdings, dass der H-Test sehr teuer ist. Ich sollte 500€ zahlen, meine KK bezuschusste das nicht. Ist aber jede KK anders, ich würde da mal nachfragen. Wären bei mir Auffälligkeiten gewesen, hätte ich es aber gemacht.

    Mittlerweile wurden die Kosten für den Teat aber meines Wissena um die Hälfte gesenkt. Meine Nachbarin hat ihn auch gerade gemacht und hat auch so 250€ gezahlt. Ihre Kasse hat einen Teil übernommen.

    das ist leider sehr unterschiedlich. Meine KK

    wollte es nicht übernehmen. Hatte vor 6 Wochen nachgefragt , als das bei mir aktuell war. Hätte also 500 € zahlen müssen. Aber wie gesagt, man muss da individuell bei der KK nachfragen. Z.z. ist der Test aus "ethischen" Gründen ja noch umstritten, so die Aussage meiner KK. Vermutlich wird der test aber in einigen Jahren zur Standard-Vorsorge gehören :)z

    Vielen lieben Dank für eure Antworten! Das mit dem Harmonytest war ein super Hinweis. Habe mich auf der Seite des Anbieters belesen und scheinbar kostet der Test mittlerweile "nur" noch 300 Euro. Ich werde es so machen, dass ich erstmal die Untersuchung bei der Pränataldiagnostik abwarte und falls der Arzt dort ebenfalls eine Auffälligkeit feststellt, dann werde ich diesen Test ansprechen. Selbst wenn die KK nichts übernimmt, würde ich ihn dennoch machen lassen. Hat ja eine sehr gute Aufklärungsquote.


    Als ich vor ner Woche den Termin bei der Pränataldiagnostik am Telefon ausgemacht habe, meinte die Sprechstundenhilfe, es könnte/müsse noch Blut dazu abgenommen werden, das wäre aber eine Leistung, die ich mit 38,50 Euro selbst bezahlen müsse. Da am Telefon hatte ich noch keine große Ahnung, aber jetzt im Nachhinein frage ich mich, was das für ein Bluttest sein soll? Harmony kann es nicht sein, zu günstig. Eventuell der Triple-Test? Aber der soll ja richtig schlecht sein und häufig falsch positive Ergebnisse liefern. Das werde ich vor Ort dann nochmal erfragen. Wenn es der Triple-Test sein soll, lasse ich den nicht machen.

    Da wird alles in Verbindung miteinander untersucht und es kommt am ende eine Wahrscheinlichkeit heraus: Blut, Nackenfalte, Nasenbein und bestimmt noch einiges mehr...

    Hallo zusammen, ich melde mich mal zurück.


    War heute bei der Pränataldiagnostik. Die Nackenfalte wurde mit 2,9 gemessen - also minimal abweichend, aber abweichend. Wobei es zwischendurch in manch anderer Position auch nur 2,4 mm waren. Naja, wie dem auch sei. Des Weiteren wurde ein rechtsseitiger Aortenbogen festgestellt. Letzteres ist nach Aussage der Ärztin wohl nicht so extrem schlimm, man könne wohl gut damit leben. Dazu muss ich mich auch nochmal etwas belesen. Jedenfalls könnte aber der Aortenbogen und die NT auf eine genetische Störung hinweisen. Das Nasenbein war darstellbar. Ich soll nun nächsten Montag erstmal zur Genetikberatung. Danach soll ich dann entscheiden, ob ich einen invasiven Eingriff machen lassen soll oder eben den Harmony- oder Pränatest. Die Ärztin war natürlich super darauf eingeschossen, Plazenta- oder Fruchtwasseruntersuchung machen zu lassen. Darauf habe ich aber ehrlich gesagt keine Lust, wenn mir der Harmony- oder Pränatest das gleiche Ergebnis ohne FG-Risiko und ohne Eingriff beschert. Ist mir dann auch egal, wieviel der kosten wird. Mich hat eins noch verwirrt: Der Aortenbogen könnte wohl auch auf Mikrodeletion 22q11 hinweisen (meinte die Ärztin). Ich habe jetzt noch nicht herausgefunden, ob man Mikrodeletion auch durch den Bluttest nachweisen könnte oder ob allein deswegen doch FW oder Plazenta-Untersuchung notwendig wird (was mir hinterher vermutlich wieder nur Wahrscheinlichkeitsberechnungen bringen wird). Mir wurde auch heute schon Blut abgenommen, allerdings für den PAPP-A und freies ß HCG-Test. Eigentlich stand ich dem kritisch gegenüber, aber als ich dann schon mal da war, hab ich halt zugestimmt.


    Ansonsten war alles normal an dem Fötus, auch Blutfluss, Herzaktivitäten usw. Also keine wirkliche Entwarnung, aber ich selbst komme langsam zu der Annahme, dass da eben auch viel Panikmache dabei ist. Gut, dass mit dem rechten Aortenbogen scheint ein Fakt zu sein, aber trotzdem soll ich in 3-4 Wochen nochmal zum Kontrollultraschall.


    Ich weiß noch nicht, was da bei der Genetikberatung passiert, aber vom jetzigen Standpunkt her würde ich gerne invasive Untersuchung vermeiden wollen. Es sei denn, diese Mikrodeletion ist nur darüber nachzuweisen. Man merkt halt auch, dass man dazu gedrängt werden soll. Das gefällt mir nicht so wirklich, andererseits: Was soll man als Arzt auch anderes raten?


    Würde mich über eure Meinungen freuen.

    Zitat

    Mikrodeletion 22q11

    Meines Wissens auch bekannt als das DiGeorge Syndrom. Mit dem Panorama-Test kann dieser im Bluttest mit erfasst werden. Ob der Harmony-Test das auch kann, weiß ich nicht. Aber ruf doch einfach mal da an, die erklären dir das sicher gerne!


    Ich würde zuerst bei der Firma anrufen und die Situation schildern und dort alles erfragen. Dann kannst du mit diesem Wissen schon zur Genetik. Ich denke nicht, dass ein invasiver Eingriff nötig ist.

    Ich habe auch den Fetalis Test machen lassen. Der hat 250€ gekostet und die Blutabnahme nochmal was um die 50€. Mit dem Fetalis Test wurden Trisomien und Monosomie X untersucht.

    Zitat

    ob man Mikrodeletion auch durch den Bluttest nachweisen könnte

    Da es einer Chromosomenanalyse bedarf, um es nachzuweisen, reicht DEIN Blut nicht--da du ja ein anderes genetisches Material hast, als dein Kind.


    Der Pränatest ist auch kein definitiver Nachweis, sondern gibt nur eine Wahrscheinlichkeit, auch hier wird der definitive Nachweis nur über eine Chromosomenanalyse des Kindes ( auf Down-Syndrom) absolute Klarheit bringen.


    Ich glaube dir, dass du dich gedrängt fühlst, aber die Ärzte müssen sich leider immer mehr absichern. Wenn sie nicht eindringlich auf die Möglichkeiten der Diagnostik hinweisen, kann es sein, dass Eltern sie später verklagen, weil sie sich nicht genügend aufgeklärt und über den "Ernst der Lage informiert" fühlten um somit "Schadenersatz" ( ich hasse das Wort in diesem Kontext, kein Kind sollte ein "Schaden" sein.....) für ihr behindertes Kind zu bekommen.

    Für mich klingst du gerade ein bisschen getrieben, von einem Arzt und einem Test zum anderen. Wenn du das möchtest, kannst du auch jederzeit entscheiden, dass du irgendwas nicht untersuchen lassen möchtest.


    Ich habe in diesem frühen Stadium keine Untersuchungen machen lassen, einfach weil mir klar war, dass eine Abtreibung nicht zur Debatte steht. Und damit hat mir die Feindiagnostik irgendwann nach der 20. Woche gereicht.


    (Vielleicht lese ich den Unterton auch falsch, dann vergiss das wieder.)

    Zitat

    Da es einer Chromosomenanalyse bedarf, um es nachzuweisen, reicht DEIN Blut nicht--da du ja ein anderes genetisches Material hast, als dein Kind.

    Aber diese neuen Tests werten ja das Genmaterial des Kindes aus, welches im Blut der Mutter zu finden ist.


    Der Panorama-Test testet auch auf Mikrodeletionen, allerdings scheint das noch nicht so ausgereift zu sein, ich hab da was von vielen falsch-positiven Ergebnissen gelesen.