Neurodermitis in der Schwangerschaft

    Hallo, ich weiß nicht, ob dieses Thema hier besser angesiedelt ist oder unter "Dermatologie", aber vllt gibt's ja hier mehr Erfahrungen in Bezug auf Schwangerschaft.


    Ich habe ungefähr seit meinem 12. Lebensjahr Neurodermitis. Zwischendurch (so Anfang/Mitte 20 - bin jetzt 30) war es mal richtig komplett verschwunden ohne großes Zutun.


    Seit 2 Jahren habe ich nun wieder einen fetten Schub am ganzen Oberkörper inkl. Hals. Habe von meinem Hautarzt seinerzeit Betamethasonvalerat als Salbe erhalten (mittelstarkes Kortison) und bin zusätzlich ins Solarium gegangen. Beides hat sehr gut geholfen. Seit ich nun schwanger bin (15. ssw) kann ich natürlich beides nicht mehr machen: Die Kortisonsalbe kann ich nicht mehr nehmen und Solarium fällt auch flach.


    Nun ist meine Neurodermitis voll aufgeblüht. Vor allem im Winter ist es ohnehin immer schlimmer. Mein Hautarzt ist dermaßen ausgebucht, da bekomme ich erst im 3 Monaten einen Termin. Ist leider der einzige hier.


    Jeder andere Arzt, der mich jetzt sieht (Gynäkologen, Hausarzt) ist jedes Mal schockiert wegen der starken Ekzeme an meinem Oberkörper, aber es weiß auch keiner von denen eine Alternative.


    Dank des Winters ist jetzt der Großteil der Ekzeme durch Kleidung abgedeckt, wenn es dann aber Frühjahr wird, geht die Fragerei wieder los: "Was hast du denn DA gemacht?" (Als ob man Neurodermitis "machen" würde -.-)


    Habe im Bad ca 7 verschiedene Basiscremes gegen Neurodermitis zu stehen - null Erfolg. Urea hilft etwas. Creme mich manchmal 5 mal am Tag ein.


    Ich weiß auch, dass Kuhmilch bei mir alles verschlimmert - aber in der Schwangerschaft soll man ja nun mal Milch trinken.


    Hat jmd vllt noch Tipps für mich?

  • 13 Antworten

    Milch ist nun wirklich nicht nötig in der Schwangerschaft, warum auch. Und wenn es das verschlimmert.. lass es erst recht weg.


    Deswegen schreibe ich aber nicht, ich hab auch keine Neurodermitis, aber ich hatte bei einer Schwangerschaft zum Ende hin eine wirklich extreme Form einer Allergie durch/gegen die Schwangerschaft. ??Da war an den Extremitäten nix mehr da an oberen Hautschichten, runtergekratzt das alles blutig war?? Auf Grund der Schwere war die Frage nach dem Kortison ja oder nein nicht mehr gegeben. Und Kortison über die Haut ist eben nicht "natürlich" verboten zu verwenden.


    Leider mag weder Apotheker noch Arzt die Verantwortung übernehmen, gewisser Tabletten-Skandal sei Dank, aber eine Schwangere kann durchaus, vor allem später, Kortison verwenden.


    Ich hab mal spaßeshalber auf Embryotox geschaut...


    https://www.embryotox.de/betamethason.html

    Zitat

    Bei entsprechender Indikationsstellung darf eine systemische oder lokale Behandlung mit Betamethason auch während der Schwangerschaft durchgeführt werden.

    Lass die Milch weg, die brauchst du wirklich nicht. Mal ein Glas wäre ok, aber bei meinem Gyn hat sich eine werdende Mutti mit einem Liter Milch pro Tag ihre Schwangerschaftsdiabetes so richtig hochgezüchtet...


    Zum Kortison schließe ich mich an. Das ist so ein typischer Satz, der gemacht wird. Mal lieber nix geben, es kööönnte ja dazu führen, dass das Baby mit elf Fingern auf die Welt kommt und die Mutter dann den Arzt beschuldigt, der Kortison verschrieben hat. Es bringt aber nichts, wenn du dich dafür totkratzt. Wenn du allerdings zu den Müttern gehörst, die sich selbst für elf Finger die Schuld geben würden, dann lass es lieber weg. Ansonsten: Arzt aufklären oder neuen suchen. Nützt ja nichts.

    Schließe mich meinen Vorschreiberinnen an, das geht schon mit dem Cortison. Dazu noch der Pflegetipp, der von mir immer kommt: probiere mal Kaufmanns Haut- und Kindercreme aus. bei akutem Schub brauchst du Cortison, aber zur Pflege ist die für mich (und tatsächlich auch für viele, denen ich bisher diesen Tipp gegeben habe!) unübertroffen. Ziemlich zäh im Auftrag, da gewöhnt man sich aber dran.


    Sie ist in der kleinsten Größe gar nicht teuer. Wenn du sie also gar nicht magst, hast du immerhin nicht viel Geld für ein weiteres überflüssiges Produkt zum Fenster rausgeschmissen.

    Ja, Kaufmanns kindercreme hilft mir auch.


    Cortison darfst du verwenden, Ruf doch mal bei embryotox an.


    Und bitte lass die Milch weg, wieso sollte man in der Schwangerschaft Milch trinken?


    Das ist völliger Quatsch, 80% der Erwachsenen vertragen Milch nur schlecht und das hat gute Gründe!

    Danke für eure vielen und schnellen Antworten!


    Ich weiß nicht, dass man Milchprodukte zu sich nehmen soll, steht halt in jedem Ratgeber, Internetseiten usw. Grds trinke ich total gern Milch, habe aber vor der Schwangerschaft den Zusammenhang mit der Neurodermitis bemerkt und dann auf soja- oder andere pflanzliche Milch umgestellt.


    Embryotox kenne ich, da habe ich auch geschaut. Ich hatte trotzdem bisher Hemmungen, das Kortison zu verwenden, weil da eine empfohlene Grammzahl steht, die man in der Schwangerschaft wohl als vertretbar ansieht. Da ich aber vor allem am Rücken Ekzeme habe, die 8 cm im Durchmesser sind, dachte ich bisher immer, ich komme bestimmt über diese Grammzahl, weil ich soviel Fläche einzuschmieren habe.

    Du kannst die Milch ruhig weglassen. Schau mal welche kalziumreichen Nahrungsmittel du so in deinen Speiseplan einbauen kannst, dann passt das schon

    In der Schwangerschaft solltest du vor allem alles weg lassen was du nicht verträgst oder dir nicht gut tut. Weil den Stress, den dein Körper dann hat, bekommt das Baby ja auch mit.

    Dass gerne darüber diskutiert wird dass Kuhmilch grundsätzlich total ungesund ist, das sei mal unbeantwortet dahin gestellt, aber eins ist sicher: Man braucht dieses berühmte Glas Milch nicht.


    Und wenn die bei dem einzelnen Neurodermitisschübe auslöst, dann würde ich ziemlich sicher wissen dass mir das Zeug gar nicht gut bekäme.


    Ich weiß jetzt nicht ob dir nur die reine Milch Probleme macht oder auch andere Milchprodukte wie Käse?!


    Ich nehme mal an dass in den Ratgebern steht dass da Kalzium und Co. innen ist. Da wäre doch eine Alternative auf spezielles Wasser zurückzugreifen, wenn das dem Gewissen besser zuträglich sein würde. Gibt auch noch weitere Alternativen (irgendwie gefällt mir diese Bezeichnung nicht), ich glaube nicht dass in einem Ratgeber steht dass man Milch trinken sollte wenn man sie nicht verträgt. :-)


    Und bei dir geht es ja nicht nur um das übliche vertragen.


    Geh mal zum Hautarzt, ohne Termin. hingehen, zeigen, warten, dran kommen.

    Bei mir ist die Neurodermitits ebenfalls in der Schwangerschaft so richtig aufgeflammt :(v . Das hat sich dann noch zusätzlich mit einer Schwangerschaftsdermatose vermischt.


    Ich durfte vom Hautarzt aus kleinflächig eine mittelstarke Kortisoncreme verwenden. Die habe ich aber wirklich nur punktuell auf die schlimmsten Stellen geschmiert. Ansonsten habe ich mich sehr darum bemüht, meine Haut nicht zusätzlich auszutrocknen. Also nur kurz duschen, kein Baden, milde Waschlotionen benutzt und rückfettende Cremes genutzt.


    Im Laufe der Schwangerschaft verbesserte sich mein Hautbild dann wundersamerweise von selber wieder.

    Zitat

    Dass gerne darüber diskutiert wird dass Kuhmilch grundsätzlich total ungesund ist, das sei mal unbeantwortet dahin gestellt, aber eins ist sicher: Man braucht dieses berühmte Glas Milch nicht.

    Das gilt zumindest für diejenigen, die es nicht 100%ig vertragen. Und das sind einige.


    Eine normale, gesunde, abwechslungsreiche Ernährung deckt den Calciumbedarf ausreichend genug. Dafür braucht es keine Milch.

    Ich weiß gar nicht mehr, ob es in der Schwangerschaft war oder in der Stillzeit hinterher als meine ND richtig aufgeblüht ist.


    Mein Hautarzt meinten damals jedenfalls, dass die modernen Kortisonsalben in den oberen Hautschichten wirken und verbleiben und sie auch daher angewendet werden dürfen.


    Ich finde, man darf auch nicht die psychischen Auswirkungen in der Schwangerschaft unterschätzen, wenns Einem dann richtig dreckig geht wegen der Haut... :)_


    Gute Besserung! @:)

    Du könntest deine Krankenkasse kontaktieren damit die dir helfen einen Termin beim Hautarzt zu bekommen.


    Und Milch ist super, wenn man sie verträgt, aber du musst sie dir auf keinen Fall reinzwängen, nur weil das in irgendwelchen Ratgebern gesagt wird. Kalzium und die anderen Nährstoffe kann man genauso gut mit anderen Lebensmitteln aufnehmen.