Nicolas' Geburtsbericht (geb. am 03.02.2009)

    Es fing bereits am Montag, den 02.02., morgens mit unregelmäßigen Wehen an, die allerdings noch nicht stark genug waren. Mein Mann blieb vorsichtshalber gleich daheim, aber nach ca. 2-3 Stunden waren die Wehen doch wieder verschwunden und er ist schließlich doch noch zum Schaffen gefahren. Den ganzen Tag über war es schließlich auch ruhig und ich verlor lediglich immer wieder etwas von meinem Schleimpfropf, was doch sehr verdächtig war. Als wir unseren Großen abends ins Bett schafften, sagte ich ihm bereits mit so einem wissenden Gefühl "Gute Nacht", dass ich eventuell am nächsten Morgen ihn nicht wie gewohnt zu sehen bekomme.


    In der Nacht zum Dienstag, den 03.02.09, wachte ich kurz nach 2 Uhr nachts auf, weil ich wieder Wehen spürte. Die Wehen waren anfangs alle 7-9 Minuten und verkürzten sich schließlich auf ca. 4-5 Minuten. Gegen 3.45 Uhr beschlossen wir schließlich ins Krankenhaus zu fahren, wo wir gegen 4.15 Uhr dann auch ankamen. Zu Hause hatten wir mit meinen Eltern gute Babysitter für unseren Großen, so dass wir uns in der Hinsicht keine Sorgen machen mussten.


    Als erstes wurde natürlich ein CTG gemacht, die Wehen waren derzeit jedoch noch gut auszuhalten. Nach dem CTG wurde ich untersucht und man stellte fest, dass der Muttermund bereits 3-4 cm offen war. Danach bekam ich erstmal wieder einen Einlauf und schließlich wurde von einer Ärztin noch einmal ein Ultraschall gemacht.


    Ich hatte sowieso den Eindruck, dass die ganze Entbindungsstation in Aufruhr war, als sie mitbekamen, dass mein erstes Kind 4,5 kg gewogen hat. Irgendwie schien man etwas Panik zu haben, dass das zweite ähnlich schwer sein könnte oder gar noch schwerer. Die ganze Zeit im Kreißsaal war ich "DIE", deren erstes Kind so extrem schwer war. Ich hatte den Eindruck, jeder "kannte" mich von den derzeit arbeitenden Hebammen und Ärzten.


    Laut dem Ultraschall wurde der Kleine schließlich auf etwa 3,6 kg geschätzt, aber die Ärztin meinte bereits, dass man es schlecht messen kann, da das Köpfchen schon so tief im Becken liegt. Ich ging aber auch eher von einem Kind mit an die 4 Kilo aus. Die Ärztin wies mich noch einmal etwas besorgt darauf hin, dass es bei großen/schweren Kindern vorkommen kann, dass diese mit der Schulter im Geburtskanal hängen bleiben können und es somit Komplikationen geben kann. Sie wies mich auf einen Kaiserschnitt hin, was ich aber gleich ignorierte. Ich dachte mir nur, wenn ich Alex mit seinen 4,5 Kilo rausbekommen habe, dann werde ich ein ähnlich schweres Kind schon auch irgendwie gebären können.


    Nach der Ultraschalluntersuchung sind mein Mann und ich wieder nach draußen gegangen und haben vor dem Krankenhaus einige Meter geschrubbt. Irgendwie kam mir das alles von Alex’ Geburt sehr bekannt vor. Mein Mann massierte mir bei jeder Wehe mit einem Noppenball das Kreuzbein und war froh, somit auch etwas tun zu können.


    Kurz vor 7 Uhr sollten wir wieder beim Kreißsaal sein, da um 7 Uhr Schichtwechsel war. Die neue Hebamme machte erneut ein CTG und auch ich stellte bereits fest, dass die Wehen schon stärker geworden sind. Als die Hebamme mich danach untersuchte, meinte sie, dass der Muttermund 4 cm auf ist. Ich war in diesem Moment total enttäuscht, denn das hieß, dass sich in den letzten 2 Stunden nicht viel getan hatte. Als ich meine Enttäuschung der Hebamme zum Ausdruck brachte, meinte sie nur, dass es GUTE 4 cm sind. Na toll … das hörte sich auch nicht wirklich besser für mich an. Die Hebamme schlug mir daraufhin noch vor, einen Wehentropf zu bekommen, um die Wehen eventuell zu verstärken, aber dieser Vorschlag gefiel mir nicht wirklich und somit entschloss ich mich gegen den Wehentropf. Irgendwie wollte ich, dass alles von alleine so kommt wie es kommen soll.


    Im Anschluss an die Untersuchung wurden wir schließlich zum Frühstück auf die Station geschickt. Als wir oben ankamen, waren bereits ein paar frisch gebackene Mamas beim Frühstücken und es wurden immer mehr. Alle waren so gut drauf und hatten teils auch ihre süßen Babys dabei. Anstatt dass mich das anspornte, demotivierte mich das nur mehr, denn ich hatte ja noch die Geburt vor mir und niemand konnte mir sagen, wie lange es noch dauern wird. Trotz Aufregung und Wehen habe ich noch ein Müsli und eine Mandarine runter bekommen, aber mit der Zeit wurden die Wehen noch stärker und ich saß schon sehr konzentriert, die Wehen veratmend am Tisch. Irgendwann musste ich den glücklichen Mamas auch entfliehen, denn die Situation war mir dann auch einfach unangenehm. Aber den Mamas merkte ich auch an, dass sie Mitleid mit mir hatten und sie wünschten mir noch alles Gute.


    Bis halb 9 sollten wir schließlich wieder im Kreißsaal sein. Stefan und ich kamen nur sehr langsam voran, da ich echt jeden Meter eine neue Wehe hatte und ich hatte gut zu tun, diese zu veratmen. Irgendwie meinte ich, kaum noch Pausen dazwischen zu haben.


    Im Kreißsaal endlich angekommen, war auch schon ein Raum für uns reserviert. Ich habe mich gleich in einen bequemen Sessel gesetzt, wo die Hebamme mich auch gleich wieder aufgescheucht hat. Ich soll doch ja schön weiter laufen. Dabei brauchte ich doch nur eine kurze Pause und im Sitzen hatte ich wenigstens den Anschein von kleinen Wehenpausen. Ich stand schließlich wieder auf und lief im Raum auf und ab. Mittlerweile war das Stadium erreicht, wo ich in den Wehen mitstöhnen musste, um besser mit ihnen klar zu kommen. Kurze Zeit später kam die Hebamme wieder mit homöopathischen Kügelchen, von denen ich alle viertel Stunde welche nehmen sollte und die angeblich dem Muttermund beim Aufmachen helfen sollten. Genau die gleichen hatte man mir bei Alex’ Geburt auch angedreht und ich hatte wirklich nicht den Eindruck, dass die viel gebracht haben. Ich dachte dann nur noch, die denken anscheinend, dass es wohl noch länger dauern wird, was mich nicht gerade aufbaute.


    Gegen 9 Uhr kam die Hebamme und meinte, ich solle mich auf das Bett legen, da sie noch mal ein CTG machen will. Nicht gerade begeistert davon, gleich noch mal eine halbe Stunde mit solch starken Wehen nur im Bett liegen zu müssen, fragte ich die Hebamme, was es denn so für Möglichkeiten von Schmerzmitteln gibt. Sie meinte, dass sie mir höchstens eine Infusion geben könnte. Die Antwort war für mich nicht unbedingt zufrieden stellend und daher fragte ich direkt, wie es mit einer PDA aussieht. Leicht genervt von meiner Fragerei, meinte die Hebamme dann, dass sie nun erstmal den Muttermund sich anschaut, bevor ich was bekomme. Ich glaub, die hätte mich ohne meine Fragerei echt noch ne halbe Stunde am CTG liegen lassen ohne einen Befund vorab zu machen. Plötzlich ging es dann aber auf einmal ganz schnell. Der Befund war, dass der Muttermund bereits 9-10 cm offen war, das heißt fast komplett. Mit einem Mal traf sie alle Vorbereitungen für die Geburt, öffnete die Fruchtblase und rief noch schnell eine Ärztin, die erst verwundert war, wieso sie dabei sein sollte bis sie schließlich erfuhr, dass ich DIE mit dem 4,5 kg schweren Erstgeborenen gewesen bin.


    Schließlich begannen die Presswehen. Nach jeder Wehe mit kräftigen Pressens sagte mein Mann immer wieder zu mir "Gut machst Du das!" und ich fragte mich in diesem Moment nur, woher er das eigentlich wissen will. Aber er klärte mich nach der Geburt schon darüber auf, dass er ja alles gut sehen konnte und auch wie das Baby immer weiter herausgepresst wurde. Nach etwa 4-5 Presswehen war dann endlich das Köpfchen geboren und nach noch einmal Pressen war der Prachtkerl Nicolas dann endlich geboren. Er ließ auch sofort einen Kampfschrei los, worüber dann alle erleichtert waren. Die Hebamme schaute nur auf die Uhr und meinte "18", was soviel hieß, dass der Kleine um genau 9.18 Uhr das Licht der Welt erblickte. Meine ersten Worte waren nur mehrfach unter Tränen "Ich hab es geschafft!" und ich konnte es dann auch irgendwie nicht glauben und fragte Stefan, ob es denn wahr ist. Ich dachte schon, dass ich nur einfach weggeklappt wäre und nun träume, aber dem war zum Glück nicht so. Ich hatte es tatsächlich geschafft und das dann mit einem Mal doch so schnell. Nach knapp 7 Stunden war Nicolas da. Bei Alexander hatte es ja insgesamt 19 Stunden gedauert.


    Sofort wurde mir Nicolas auf die Brust gelegt und wir haben etwa 20 Minuten dann nur für uns gehabt. Währenddessen hat auch er, genau wie sein Bruder damals, sein erstes Geschäft auf Mama verrichtet.


    Schließlich wurde noch mit einmal Pressen die Plazenta geboren, die glücklicherweise auch vollständig war. Danach wurde ich noch kurz genäht, da ich einen kleinen Riss hatte, aber von diesem habe ich nach der Geburt eigentlich gar nichts gespürt. Mir ging es sofort blendend und noch am gleichen Tag konnte ich sogar umherlaufen ohne Beschwerden.


    Während ich genäht wurde, wurde Nicolas gemessen und fotografiert. Er wog 3.990 g, war 53 cm groß und hatte einen Kopfumfang von 35 cm. Also doch etwas kleiner als sein großer Bruder damals.


    Schließlich wechselte ich dann in mein Stationsbett und mein Mann, Nicolas und ich haben noch 2 Stunden auf der Entbindungsstation zur Beobachtung verbracht. Wir genossen diese Stunden zu Dritt in vollen Zügen und waren so froh, dass alles geschafft war!!!


    http://s6b.directupload.net/file/d/1694/66oj768n_jpg.htm

  • 22 Antworten

    mensch bisou...da hattes du doch eigentlich ne vorzeigegeburt!!! lese sowas total gerne und freue mich dann irgendwie auf meine beovrstehende geburt!!

    Liebe Bisou!


    HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!!! @:)@:)@:) Ich freue mich wahnsinnig für Dich, dass Du es nun geschafft hast :)_


    Nicolas ist wirklich ein Prachtkerl :)z Und 7h ist doch echt flott :)^ Ich finde es toll, dass Du Dich von der ganzen Panikmacherei der Ärzte und Hebis nicht aus der Ruhe hast bringen lassen :-)

    Bisou, herzlichen Glückwunsch zu deinem süßen Sohn @:)


    Hatte Tränen der Rührung in den Augen. So eine Geburt wünsche ich mir auch.


    Habt eine schöne Zeit miteinander.

    @ Jule und Sidney:

    Danke für Eure Glückwünsche! @:)

    @ Jule:

    Da hast Du recht, da bin ich recht ruhig geblieben. War mir noch gar nicht so bewusst. ;-)

    @ Sidney:

    Ich drücke Dir die Daumen, dass Deine Geburt auch so gut verläuft! :)^

    @ bisou

    da schau ich mal 10 tage hier nicht rein und prompt kommt dein kleiner zur welt ;-D ....herzlichen glückwunsch, nicolas ist wirklich ein prachtkerl und die geburt scheint ihr beide auch gut überstanden zu haben!@:)


    freu mich ganz arg für dich und wünsch dir und dem kleinen alles, alles liebe


    glg,


    goa

    bisou

    herzlichen glückwunsch zum sohn! @:) @:) das ist ja wirklich verhältnismässig fix gegangen :-) das wünsche ich mir auch.

    Bisou


    mensch das hoert sich echt alles gar nicht so schlimm an.... freut mich total fuer Dich, dass die Geburt diesmal wesentlich angenehmer und kuerzer war :-)


    Und das der kleine Mann ein Prachtexemplar ist, hab ich dir ja schon gesagt... nochmal alles gute an Euch 4.


    LG


    Tanja

    nochmals herzlichen glückwunsch bisou!!

    oh wie schön!!


    ich sitz jetzt da und heule, weil ich mir eine geburt so toll vorstelle und ich einfach nur neidisch bin, dass ich noch 5 monate warten muss, bis ich dran bin!


    alles alles gute wünsch ich euch 4!

    @ baldmami:

    Danke Dir! @:) Du wirst sehen, die 5 Monate gehen auch ganz schnell rum und dann hast Du auch Deinen Frosch im Arm. :)z