So, wo bleiben die Glückshormone?

    Jetzt hab ich also auch so ein parasitäres Alien im Bauch. Wir haben uns bewusst auf dieses Abenteuer eingelassen (ich finde es fürchterlich, von "planen" oder "wollen" zu reden). Und jetzt? Mein geliebter Mini-Busen spielt Ballon (und ich war immer so froh über null Oberweite). Mein schön trainierter Bauch zwickt und wird bald von Bindegewebsrissen zerfurcht sein. Naja. In all den Fäden mit euphorischen Frauen fühle ich mich nicht zuhause. Meine Reaktion ist eher: Oh shit. Das funktioniert ja tatsächlich. Oi, oi, oi. Ich bin vom Mensch zum Brutkasten degradiert.


    Nicht mal diese Gefühle kann ich ernst nehmen – ist doch eh alles hormongesteuert... Ist ja nicht mehr "mein" Hirn, sondern ein ferngesteuertes.


    Von meinem Partner entferne ich mich dadurch auch – er ist der Richtige für mich, er wird ein wunderbarer Vater sein, aber ich kann das alles einfach nicht mit ihm 1:1 teilen – ist ja mein Bauch.


    Geht es jemandem ähnlich? Weitere Frauen, die diese "Aufgabe" auch mal als Last empfinden und als schreiende Ungerechtigkeit?

  • 167 Antworten

    Ich könnte mir vorstellen, das sich dein Gefühl verbessern könnte, wenn du dein Baby nicht als Parasiten oder Alien bezeichnen würdest und dich selbst nicht als Brutkasten.


    Im Sinne von der Bedeutsamkeit der Sprache für Identität würde das für mich Sinn ergeben.


    Ich kann dein Gefühl nachvollziehen, es ist verrückt, was da im Bauch passiert. Und wenn der sich erstmal von selber ausbeult, dann liegt die Assoziation Alien recht nahe, aber vielleicht würde es dir helfen, es eher als ein Wunder zu begreifen als eine Belastung.


    Und nein, dein Bauch wird durch die Schwangerschaft nicht schöner, der ganze Körper wird ein bißchen walrossförmiger und alles ist neu und erstmal unbequem.


    Außerdem würde ich dir raten, deine Gefühle als deine Gefühle wahrzunehmen. Nur weil da mehr und andere Hormone durch den Körper fliessen, heißt das ja nicht, das deine Gefühle auf einmal nicht echt wären oder nicht realistisch. zuallererst mal sind sie nun mal da und haben es, Hormone hin oder her, verdient ernst genommen zu werden.


    Und zum teilen mit dem Vater: Nee, geht nicht 1:1. es ist nicht sein Körper und er kann es nur von außen betrachten. Aber auch das ist toll. Mein Mann platzt vor Stolz wenn unser kleiner Mann im Bauch rumspringt.


    Ich empfinde es nicht als Belastung, diese Last tragen zu müssen, sondern ich freue mich über diese enge Bindung zu meinem wunderbaren Kind. Enger wirst du nie mit einem Menschen verbunden sein (und wenn doch, dann wäre sehr komisch;-D). Und naja, ich geniesse auch den Vorsprung, den ich habe, um die Bindung zu meinem Kind zu stärken, es zu fühlen, es zu beschützen. (Ich weiß, viele sagen, pränatale erfahrungen sind Unsinn, aber sie Unsinn zu nennen hieße dem Kind seine Erfahrungen im Bauch abzusprechen und dabei kommuniziert es doch so eindeutig mit der Außenwelt).

    Liebe Avanti,


    verzeih mir – aber dein Beitrag ist hier fehl am Platz. Ich habe nicht um Gehirnwäsche zur happy Mom gebeten, sondern um Austausch mit Frauen, die dem ganzen auch mit gesunder Ironie bzw. sanfter Distanz begegnen; die auch entsetzlich finden, dass Väter (jedenfalls in diesem Land) keine Karenz nehmen können; für die neun Monate kein kühles Helles tatsächlich einen herben Verzicht bedeuten; kurz, Frauen, die ähnlich denken wie ich und die meine Einstellung nicht als unpassend bezeichnen. Danke für dein Verständnis.

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    Kann es sein, dass du zwanghaft cool & lässig spielst und dich daher gar nicht freuen willst? Versteh mich nicht falsch, unser Kind sah erst aus wie ein Alien und auf dem nächsten Ultraschallbild wie ein Hase, aber so ein bisschen "Yay!" war immer dabei. Ich war nie die Bilderbuchschwangere, ganz bestimmt nicht, aber gefreut habe ich mich doch so tief im Innern und ich fand es auch nicht total scheiße die ganze Zeit über. Aber oft. Gewöhn dich lieber schnell dran damit dich nicht die ersten Zipperlein komplett ankotzen, denn so blöd es klingt: durch diese Zeit kommt man nur durch, wenn man das Kind da drin wenigstens ein bisschen gern hat und akzeptieren kann, dass man jetzt halt doch Mutter wird.


    Klar wird der Bauch runder und irgendwie sieht man auch sehr befremdlich aus an manchen Tagen. Und auch die Hormonflut gibt es- nur die bleibt vermutlich. Man wird in den 40 Wochen Mutter, nicht erst durch die Geburt des Kindes.

    Naja, upela, wenn du keine Happy Mom sein kannst oder willst, ist es etwas seltsam, dass du dich überhaupt auf diese Sache eingelassen hast. :-/ Ich versteh avantis Beitrag schon.

    @ Bedeutung der Sprache für Identität:

    Da geh ich mit dir d'accord. Gerade deshalb bemühe ich mich sehr, in meiner Sprache mich vom Kind abzugrenzen. Ich will nicht im Kind, in der Vorstellung, in der Mutterrolle so sehr aufgehen, dass ich "mich" verliere. Mich als Berufstätige, mich mit meinen Ideen, Vorstellungen, Freundschaften, Hobbies, Leidenschaften und Prinzipien. Irgendwann nur noch "der Bauch" zu sein, nur mehr Mama... da möchte ich aktiv gegensteuern. Auch sprachlich.

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    Zitat

    gesunder Ironie bzw. sanfter Distanz

    Leider liest sich dein Beitrag wie keines von beidem. Sondern wie tiefe Abscheu diesem Zustand gegenüber.

    Caoimhe, wo hab ich gesagt, dass ich das Kind nicht gern haben kann oder will oder werde? Ich verkläre nur meinen Zustand nicht.

    aber du könntest doch gegensteuern (was ich verstehen kann), ohne den anderen Part bewusst zu degradieren. In einer Partnerschaft grenzt man sich ja auch ab, um Individuum zu bleiben, ohne den Partner als das "Anhängsel, das hier auch noch mit in der Wohnung wohnt" zu bezeichnen....jedenfalls im besten Fall! :)

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    Hallo Upela


    Sorry, wenn ich das jetzt sage, doch mir bleibt die spucke weg über deine aussagen!!!


    parasitäres Alien im Bauch:: hallo??? und du willst behaupten, dass du dir das gut überlegt hast?? wie respektlos von dir vom deinem!!! kind so zu sprechen!


    schrecklich, wenn eine werdende mutter so denken muss, die sich selber als urteilfähig sieht und sich sorgen um ihre nulloberweite und ihren bauch machen muss..


    echt, geh und lass dich behandeln.


    und was die aussage: nicht mehr "mein" Hirn, sondern ein ferngesteuertes heissen soll, ist mir ein rätsel...


    es ist klar, dass die ersten gedanken vielleicht nicht so prikelnd sind, doch als klar denkende frau, die die möglichkeit einer ss zulässt, sollte dir bewusst gewesen sein was das bedeutet. dass auch dein modelmassekörper darunter leiden wird.


    ich hoffe sehr für dich, dass du die bindung zu deinem ungeborenen kind finden kannst. mach dir das leben nicht schwer. ein kind ist ein wahnsinniges wunder und leider kenne ich nur zu viele frauen, die dieses wunder nie erleben werden dürfen, obwohl sie es sich so sehr wünschen würden.


    geniesse diesese privileg!!! so schnell wie es zu dir kam, kann es auch gehen.. ich hab dies nun drei mal erleben müssen und jede geburt war einfacher als der abschied.


    alles gute auf deinem noch unbekannten weg.

    Zitat

    Da geh ich mit dir d'accord. Gerade deshalb bemühe ich mich sehr, in meiner Sprache mich vom Kind abzugrenzen. Ich will nicht im Kind, in der Vorstellung, in der Mutterrolle so sehr aufgehen, dass ich "mich" verliere. Mich als Berufstätige, mich mit meinen Ideen, Vorstellungen, Freundschaften, Hobbies, Leidenschaften und Prinzipien. Irgendwann nur noch "der Bauch" zu sein, nur mehr Mama... da möchte ich aktiv gegensteuern. Auch sprachlich.

    Das ginge auch ohne das Kind sprachlich so abzuwerten. Klar, dass sich da viel wundern. Du wirst nicht nur Mama sein, aber du wirst es sein. Das ist meistens der Sinn & Zweck von einer Schwangerschaft. Und solltest du wirklich so komplett in der Mutterrolle erblühen, dann wird das dein "neues Ich". Und sowas steuert man nicht entgegen in dem man sich die paar Monate incl. Produkt so mies redet.

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    @ upela

    Meine Gedanken bzgl. Schwangerschaft und Kinderkriegen sind deinen sehr ähnlich.


    Und genau deswegen hab ich mich sehr bewusst gegen ein Kind entschieden, weil ich das dem Kind gegenüber absolut unfair finde, eine Mutter zu haben, die es von Anfang an nicht richtig liebhaben konnte. Daß das so ist, dafür kann ich nichts, aber einem Kind wollte ich meine Gefühlswelt nicht zumuten. Denn Distanz von der Mutter ist so ziemlich das Letzte, was ein Kind für eine gesunde Entwicklung braucht. Und ich denke, das fängt schon in der Schwangerschaft an.


    Ich hoffe sehr für dich (und vor allem für den Kind :-( ), dass sich deine Gefühle noch ändern.


    Wenn nicht, hoffe ich genauso sehr, dass es dann zumindest dein Mann das etwas ausgleichen kann...

    also ich kann schon verstehen, dass man sich abgrenzen will. Denn der Schritt, die Veränderung zu akzeptieren, bedeutet ja ein ganz neues Leben und damit ein ganz neues Ich anzuerkennen. Das kann einen schon aus den Socken hauen...jedenfalls geht es mir so, wenn ich daran denke, dass ich nie wieder ganz frei und alleine für mich bestimmen werde. Das an sich finde ich keine unverständliche Denkweise.


    Upela, was ich nicht verstehen kann: Aus welchen Beweggründen hast du dich dazu entschlossen, ein Kind zu bekommen? Ich meine damit: Geht dir jetzt der Arsch auf Grundeis? Willst du lieber, dass es doch nicht geklappt hätte? Oder wolltest du das von Anfang an nicht, so ganz Mutter sein? Und wenn nein, wie stellst du es dir perfekt für dich vor?

    Naja, also dein Kind als Alien zu bezeichnen und es blöd zu finden auf ein kühles Helles zu verzichten finde ich ungerecht gegenüber dem Baby. Hättest ja verhüten können, wenn du kein Kind haben willst. Also mal ehrlich, ich finde das schrecklich wenn Mütter so über ihr noch nicht einmal geborenen Kinder reden. Mag ja sein das dass alles shit ist aber so ist das nun einmal; nicht alles ist in einer Schwangerschaft ist rosig.

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