• So, wo bleiben die Glückshormone?

    Jetzt hab ich also auch so ein parasitäres Alien im Bauch. Wir haben uns bewusst auf dieses Abenteuer eingelassen (ich finde es fürchterlich, von "planen" oder "wollen" zu reden). Und jetzt? Mein geliebter Mini-Busen spielt Ballon (und ich war immer so froh über null Oberweite). Mein schön trainierter Bauch zwickt und wird bald von Bindegewebsrissen…
  • 167 Antworten

    Mit "ihr könnt mir nicht erzählen" meine ich eher: Sprecht mir nicht ab, dass es für mich unheimlich ist. Masst euch nicht an, mir zu sagen, wie ich mich zu fühlen habe.

    Keiner will dir hier Happy Mama Gefühle einflösen oder gar dich dazu überreden dich Glücklich zu fühlen. Aber hast du mal an dein Kind gedacht? Jetzt schon mit der einstellung heran zu gehen das es ein Alien ist oder gar ein Parasit macht die Sache nicht einfacher. Natürlich ist es möglich das du irgendwann umdenkst und dich freust, aber so redet man nicht von seinem Kind. Da sträuben sich bei mir alle Nackenhaare. Und auch wenn es krank oder gar behindert ist, ein Kind kann nichts dafür das es so auf die Welt kommt. Und auch die Eltern können in den meisten Fällen nichts dafür. Aber man muss für sein Kind immer da sein, egal wie schwer es ist. Meine Maus ist Neun Monate alt und ich habe von anfang an nicht so gedacht. Ich war nun auch nicht so dermaßen übergehibbelt das ich ständig nur davon gesprochen habe, aber ich habe mich ganz einfach gefreut und versucht aus der Situation (vor allem wenn die ersten Schwangerschaftsstreifen auftreten) das beste zu machen. Manchmal haben mich meine Arbeitskollgegen auch gefragt: "Und wie ist das so? Hast du Heißhunger auf Sachen die du normalerweise nicht essen würdest?" u.s.w. Ich habe zwar die Fragen beantwortet empfand es aber als nichts großartiges worüber man nun ständig quatschen müsste.

    Zitat

    Aber hast du mal an dein Kind gedacht? Jetzt schon mit der einstellung heran zu gehen das es ein Alien ist oder gar ein Parasit macht die Sache nicht einfacher. Natürlich ist es möglich das du irgendwann umdenkst und dich freust, aber so redet man nicht von seinem Kind. Da sträuben sich bei mir alle Nackenhaare.

    Meine Güte nochmal, jetzt werde ich aber gleich wütend. Denk doch mal logisch. Warum schreibst Du sowas? Mit welchem Ziel? Damit die TE sagt: Oh stimmt, Reneesmee hat recht, also freu ich mich mal fix? Das ist doch Quatsch.


    Erstens glaube ich durchaus, dass die TE sich freut. Ihr lasst Euch bloß alle den Kopp von der Terminologie "Alien" und "Parasit" vernebeln. Bloß weil man diese Vorstellung unheimlich findet, heißt des nicht, dass man sein Kind nicht will oder verabscheut oder whatever. Ich bin aktuell nicht schwanger, trotzdem finde ich diese Vorstellung, dass etwas in meinem Bauch drin ist, ein lebendes Wesen in mir, eher gruselig als toll. Richtig gruselig, um genau zu sein. Eigentlich will ich niemanden dauerhaft in meinem Körper haben. So. Trotzdem will ich irgendwann Kinder. Und? Willst Du jetzt sagen, dass ich das nicht soll, weil ich diese Vorstellung irgendwie eklig finde? Ich werd da schon durchkommen und mich mit dem Zustand arrangieren, auch, wenn ich die Vorstellung aktuell alles andere als geil finde. Und die TE wird sich damit auch arrangieren, auch wenn es ihr jetzt gerade vielleicht noch schwer fällt. Bloß weil DU "von Anfang an für das Kind da" warst, heißt das noch lange nicht dass das das Nonplusultra für ALLE zukünftigen (Über-)Mütter ist.

    Zitat

    Und auch wenn es krank oder gar behindert ist

    ":/ Davon ist hier ÜBERHAUPT nicht die Rede.

    Zitat

    Aber man muss für sein Kind immer da sein, egal wie schwer es ist. Meine Maus ist Neun Monate alt und ich habe von anfang an nicht so gedacht.

    Das ist richtig toll für Dich und Deine "Maus"...aber andere sehen das nunmal anders und ich begreife nicht, warum man hier so missionieren muss. Nicht jeder hat in den ersten paar Wochen und Monaten einen so (in meinen Augen irrationalen) Bezug zu einem Embryo. Das ist nicht zwangsläufig besser oder schlechter als die andere Variante. Ich hätte nicht den Eindruck, in den ersten Wochen einer Schwangerschaft schon für "ein Kind da sein" zu müssen.

    Zitat

    Davon ist hier ÜBERHAUPT nicht die Rede.

    Doch, schon.

    Zitat

    könnte ja wieder abhauen, Behinderungen haben, whatnot

    Zitat

    Ich hätte nicht den Eindruck, in den ersten Wochen einer Schwangerschaft schon für "ein Kind da sein" zu müssen.

    Dann wirste dich aber umsehen. Kein nicht vollständig gares Fleisch oder Ei mehr, Käse auf den Hinweis "Aus Rohmilch hergestellt" untersuchen, kein Räucherfisch, nicht so viel Kaffee, kein Wein, kein Bier und noch sehr viel mehr. Dann brav Folsäure schlucken – vom ersten Tag an achtest du auf so'n Zeug. Du bist dann plötzlich schwanger und wirst es eine seeehr sehr lange Zeit bleiben wenn alles gut geht.


    Das war nicht leicht für mich, das ist es für viele nicht. Und je mehr man sich einredet, dass man ein Brutkasten ist in dem ein parasitärer Alien heranreift desto schwieriger kann man sich auf diese ganzen Situationen einlassen.

    Okay, das war mir klar. %-| Nur weil ich aktuell nicht schwanger bin, bin ich nicht automatisch behämmert. Es ist für mich dennoch ein großer Unterschied, ob ich für das "Projekt Schwangerschaft" auf Kaffee und Alkohol und sonstwas verzichte oder ob ich emotional "für ein Kind da bin".


    Sämtliche Argumente mit einem "das kannst Du erst begreifen, wenn Du schwanger bist", wegzuwischen, funktioniert nicht, sieht man ja an der TE ganz gut.

    soohoo...hier wird ja sehr kontrovers diskutiert.also ich habe zugegeben nicht alle beiträge gelesen aber einen kurzen überblick verschafft.


    das man in der schwangerschaft und auch während der ganzen zeit in der das kind da ist durchaus auch negativ gefühle hat in bezug auf das kind etc. ist normal. es zuzugeben ist sehr sehr wichtig und stellt einen wichtigen schritt in eine gelingende eltern kind beziehung dar. ich lehne es auch ab das übliche "ich bin so eine glückliche mutter, mein kind nervt mich nie, alles ist toll" bild zu festigen. aus sozialpädagogischer sicht sind die eltern die reflektiert mit ihrer situation umgehen können, die besseren.negative gefühle zulassen ist wichtig, denn nur so können sie sinnvoll gesteuert werden und enden in keinem wutausbruch.


    übrigens horchen sozialarbeiter immer auf, wenn eltern nur positiv über ihr kind sprechen.konflikte gehören zum leben dazu und immehrin ist man 10 monate schwanger um sich an die neue situation zu gewöhnen und hat dann das kind mind. 18 jahre an der backe um ein schönes verhältnis aufzubauen.macht euch nicht verrückt. solang ihr über eure situatuon immer wieder nachdenkt und auch mit eurem partner darüber sprecht, kann euch nicht viel passieren.


    ich wünsch uns allen das beste ;-)

    Zitat

    Okay, das war mir klar. Nur weil ich aktuell nicht schwanger bin, bin ich nicht automatisch behämmert.

    Wenn du das so siehst, bitte. Ich sehe das ganz anders.

    Zitat

    Es ist für mich dennoch ein großer Unterschied, ob ich für das "Projekt Schwangerschaft" auf Kaffee und Alkohol und sonstwas verzichte oder ob ich emotional "für ein Kind da bin".

    Du stellst die Bedürftigkeit eines Zellhaufens über eigene Bedürfnisse. Das war für mich eine recht emotionale Nummer- "Tust du X schadest du dem Kind."

    Zitat

    Sämtliche Argumente mit einem "das kannst Du erst begreifen, wenn Du schwanger bist", wegzuwischen, funktioniert nicht, sieht man ja an der TE ganz gut.

    So einen Scheiß würde ich nur leider nie von mir geben. ;-)

    Ich war schon zweimal schwanger und beide Male hat sich das happy-Gefühl eher selten eingestellt. Die Idee vom parasitären Alien bekam ich auch nicht aus dem Kopf - verfolgte das Ganze aber eher mit skeptischer Neugierde, was da in und mit meinem Körper geschah. Beim zweiten Kind gelang es mir wenigstens, mir nicht mehr so viele Gedanken darum zu machen. Man bekommt ja ständig und überall zu hören, wie wichtig schon die Zeit im Mutterleib zum Bindungsaufbau sei :-/. Ich habe versucht, es mir einigermaßen gutgehen zu lassen während der Schwangerschaften, weil ich denke, wenn es Mama gutgeht, ist auch dem baby im Bauch wohl - auch ohne ständige Zwiesprache und Bauchstreicheln. Und so ungern ich schwanger war, so gerne bin ich Mutter. Bindungsprobleme konnte ich keine feststellen.


    Es tröstet mich jedenfalls, dass ich nicht die einzige bin, bei der das "dämlich grinsende Mutterglück" (Zitat einer kinderlosen Freundin :=o ) während der Schwangerschaften ausblieb.


    Dir alles Gute und lass Dir kein schlechtes Gewissen einreden! *:)

    Zitat

    durch diese Zeit kommt man nur durch, wenn man das Kind da drin wenigstens ein bisschen gern hat

    Unfug. Durch die Zeit kommt man ganz automatisch, irgendwann ist sie nämlich vorbei. ;-D


    Ich fand die Schwangerschaft toll und fand es TROTZDEM total alienhaft und unheimlich und grotesk und unfassbar.

    Zitat

    Natürlich ist es möglich das du irgendwann umdenkst und dich freust, aber so redet man nicht von seinem Kind. Da sträuben sich bei mir alle Nackenhaare.

    Ach was, da denkt, fühlt und spricht nur jemand ganz anders, als Du es tust. Ich habe übrigens ebenso wenig Zugang zu Menschen, die denken wie Du, wie Du zum Denken der TE hast. Ich denke, wenn ich Deinen Beitrag lese: "Himmel, so eine humorlose, kein bisschen ambivalente und zimperliche Mutter zu haben fänd ich grauenhaft." Und trotzdem ist beides okay, nur sind es eben zwei sehr unterschiedliche Welten. Das hat nichts mit der Frage zu tun, ob jemand sein Kind liebt oder nicht.

    Zitat
    Zitat

    durch diese Zeit kommt man nur durch, wenn man das Kind da drin wenigstens ein bisschen gern hat

    Unfug. Durch die Zeit kommt man ganz automatisch, irgendwann ist sie nämlich vorbei.


    Ich fand die Schwangerschaft toll und fand es TROTZDEM total alienhaft und unheimlich und grotesk und unfassbar.

    Genau, dir ging es aber gut, Shojo! Vielleicht hätte ich noch unbeschadet dazuschreiben sollen – denn sobald man sich irgendeinen echten schwangerschaftsbedingten Mist einfängt kann man sich verdammt schnell ziemlich vergewaltigt fühlen. Ich hab nicht nur einmal heulend überm Klo gehangen und hab gedacht, wie schlimm das alles ist und was ich Trottel mir eigentlich gedacht habe. Dieses Gefühl ging erst ganz spät weg und es ist echt nicht schön. Und manch einem hängt das noch länger nach als mir.

    Zunächst einmal- über die Bezeichnung parasitärer Alien wurde sich hier wahnsinnig aufgeregt. Die ist jedoch an sich nicht dramatisch- und beeinhaltet sogar Wahrheit. Jede Schwangerschaft beginnt parasitär- muss so beginnen.


    Die Bezeichnung "Alien" bedeutet ursprünglich nichts weiter als "Fremder, Fremdartiger"- und so mag man vielleicht durchaus am Anfang der Schwangerschaft über das denken, was sich da eingenistet hat. Die meisten hier beziehen das Wort wohl auf monsterhafte Ausserirdische- ich weiss leider nicht, wie es von der TE gemeint war.


    Was mich ein wenig gestört hat: (falls ichs falsch verstanden habe, bitte korrigieren): die Aussage, dass das man unter Hormoneinflus tut, fühlt oder denkt, nicht echt ist. Was heisst stören- es ist lächerlich! Nichts was du bisher in deinem Leben getan hast oder jemals tun wirst- wird hormonfrei- nur durch den Verstand- geschehen!! Wir sind von Anfang bis Ende hormongesteuert.


    Die Aufgabe der Hormone im Fall einer Schwangerschaft ist nicht, dich wie einen Junkie durch die Luft fliegen zu lassen mit einem fetten Grinsen im Gesicht, auch nicht die Ausbildung der typischen Schwangerschaftssymptome (sonst wären die bei jedem gleich), die sind nur eine Nebenwirkung, Ziel ist einfach nur der Erhalt der Schwangerschaft. Hormone sind auch bei dir da- die steigen auch noch ganz schön an. Richtige Glückshormone? Gibt es so nicht. Das sind Wirkungsklassen, je nachdem können sie tatsächlich den fetten smile produzieren- oder aber zu einem Heulkrampf führen. Das ist von der Wirkungsweise sehr ähnlich, aber bestimmte Faktoren sorgen für die eine oder andere Ausprägung.


    Übrigens: keine Ahnnung, welches Bild du von der "Normalschwangeren" – ich glaube, diese Idealschwangere gibt es nicht!! (ich hab sie noch nicht getroffen!!) Nur weils in Medien so dargestellt wird, wie sich eine Schwangere zu verhalten hat, bedeutet das nicht, dass alle so sind!! Sehr viele geben einiges auf- Karriere, natürlich auch damit verbunden Geldeinbußen, Genussmittel. Aber vielleicht ist sowas gerade bei Karrieremenschen manchmal wichtig .


    Du sagst selbst, du hast dich darauf bewusst eingelassen- lass dich auch auf die schönen Seiten ein- damit kannst du nämlich die Polung deiner Hormone mitsteuern. Und vielleicht wärs nicht schlecht, wenn du bei der Wortwahl auch an die denkst, die verzweifelt versuchen, ein Kind zu kriegen, die den Kinderwunsch ganz begraben müssen, die, die ihr kleines Alien einmal oder mehrmals als Fehlgeburt hergeben mussten. Danke

    Zitat

    übrigens horchen sozialarbeiter immer auf, wenn eltern nur positiv über ihr kind sprechen

    Wenn man negativ über das Kind spricht, macht man es den Sozialarbeitern garantiert auch nicht recht. (Hat jetzt nichts mit der TE zu tun, wollte ich aber gesagt haben.)

    Zitat

    Ich bin aktuell nicht schwanger, trotzdem finde ich diese Vorstellung, dass etwas in meinem Bauch drin ist, ein lebendes Wesen in mir, eher gruselig als toll. Richtig gruselig, um genau zu sein. Eigentlich will ich niemanden dauerhaft in meinem Körper haben. So. Trotzdem will ich irgendwann Kinder

    Da kann ich beruhigen: Es ist noch kein Kind dauerhaft länger als die 9 Monate im Körper geblieben. :-D


    (Da ich meine Kinder übertragen habe, konnte ich mir den Spruch sehr oft anhören).

    Das meinte ich auch nicht böse, natürlich ist mir das klar. Ich staune sehr darüber, dass manche Leute die ersten Monate so leicht und fröhlich wegstecken, weil ich es so unvorstellbar finde – aber ebenso unvorstellbar ist es für viele, dass die Schwangerschaft so schön und leicht sein kann, wie meine zum Glück war, ganz frei von irgendwelchen Vereinnahmungsgefühlen und fast frei von Beschwerden. Manchmal denke ich wirklich, das alles ist reines Glück oder Pech. Gefühle, die man hat, kann man nicht weghexen, und welche, die sich nicht einstellen wollen, nicht aus dem Nichts erschaffen.


    Die Schwangerschaft ist so eindeutig zeitlich begrenzt, vielleicht hat das bei mir auch eine große Rolle gespielt. Die Babyzeit und das Kleinkindalter (und das ganze Leben ;-D ) sind es zwar auch, aber ich konnte mir viel besser vorstellen, wie der Bauch immer dicker wird, dann Geburt und Baby, als ich mir beispielsweise vorstellen konnte, dass dieses winzige, hilflose, schreiende Kerlchen mal selbständiger wird. So ganz allmählich funkelt manchmal das tiefe Wissen in mir auf: "Unser Kind wird bald anfangen zu sprechen!" Ich kann mir noch nicht vorstellen, wie er irgendwann in ganzen Sätzen redet, aber irgendwie ist das Bewusstsein angekommen, DASS er es tun wird. Wenn ich diese Unsicherheit vorher, dieses "O Gott, ist das jetzt der Zustand, in dem sich mein armes Leben für immer befindet?" aus der frühen Säuglingszeit auf die Schwangerschaft zu übertragen versuche, ebenso irrational wie meine Gefühle damals ... puh, gruselig!


    Upela, es gibt einen Mittelweg zwischen dem immerstrahlenden Mamiglück und dem Empfinden, es sei parasitär und irgendwie schrecklich ... auch mir scheint es, als klinge da mehr zwischen Deinen zeilen durch als reine Ironie, nämlich eine Spur wirklicher Befremdung. Das ist total in Ordnung, aber ein Gefühl, mit dem es sich auseinanderzusetzen lohnt. Im Moment hast Du noch viel Zeit, um Dich zu sortieren und Deine Ängste, Hoffnungen, Erwartungen mal näher unter die Lupe zu nehmen. Dann wird aus dem "Parasiten" vielleicht kein "innig heißgeliebtes Krümelchen-Eideidei" (hoffentlich! ;-D), aber doch ein heranwachsendes Lebewesen, auf das Du neugierig bist, auch wenn Du Dich ziemlich davor fürchtest, was sich in eurem Leben so alles ändern wird. Und nein, Du wirst nicht zu jemand anderem mutieren, aber ja, ein paar Gefühle wirst Du erfahren, die sich sehr neu anfühlen, vor allem erschreckend intensiv. Und klar wird sich Dein Leben verändern, und Du wirst es auch tun. So wie Du Dich verändern würdest, wenn Du einen ganz anderen Job annehmen würdest, wenn Du auswandern würdest, wenn Du einen anderen Partner hättest – Nuancen, ein paar neue Gedanken, und natürlich fallen einige alte Routinen weg oder müssen sich einen neuen Weg bahnen. Das ist beängstigend, und es hängt sehr unmittelbar mit dem kleinen Wesen zusammen, das da gerade so erschütternd auf Dich angewiesen ist. Und für das sich auch immerzu alles, alles ändert, ganz besonders mit der Geburt, aber auch danach noch in ungeheurem Tempo.


    Das alles mit einer gewissen Skepsis zu betrachten ist für mich nachvollziehbarer, als laut "Hurra!" zu schreien und alles rundum super zu finden. Zumal man wirklich schauen muss, wie man sich dann mit Kind organisiert, damit man sich nicht im Mutterdasein auflöst (viele wollen das ja sogar, das ist für mich tatsächlich nicht nachvollziehbar). Aber es lohnt sich, schätze ich, mal ganz still in sich hineinzulauschen, was da eigentlich alles an Gefühlen hinter dem lässig hingerotzten "Parasit" versteckt sind.

    Zitat

    Übrigens: keine Ahnnung, welches Bild du von der "Normalschwangeren" – ich glaube, diese Idealschwangere gibt es nicht!!

    Gnahaha – doch, hier! Nahezu aufsehenerregend angstfrei, andauernd beglückt, brauchte kaum Schlaf, nichts war mir zu viel, und mich hat auch sonst nix erschüttert. Mein Mann verlor seinen Job, da war ich im dritten oder vierten Monat. Meine Reaktion? "Na, macht nix, passt doch perfekt – dann bist du während der Schwangerschaft da, findest optimalerweise einen Job zum späten Frühjahr, durch die Abfindung ist es finanziell gedeckelt, steuerlich ist das alles sehr vorteilhaft ... wir sollten deinem Chef Blumen schicken, und der nächste Job passt bestimmt besser!" Und genau so war es dann auch – ich war mir selbst unheimlich, hihi!


    Dafür dann grauenhafte Verfassung in den ersten Monaten. Tja, man kann nicht alles haben. ;-D

    Zitat

    Und vielleicht wärs nicht schlecht, wenn du bei der Wortwahl auch an die denkst, die verzweifelt versuchen, ein Kind zu kriegen, die den Kinderwunsch ganz begraben müssen, die, die ihr kleines Alien einmal oder mehrmals als Fehlgeburt hergeben mussten. Danke

    Die sollten schlau genug sein, nicht auf einen Faden mit diesem Titel zu klicken, und wenn sie es tun, sind sie selbst schuld, hm? Man darf auch über einen Zustand unglücklich sein, der für einen anderen das höchste Glück wäre, und man darf das in einem eigens eröffneten Faden in einem öffentlichen Forum dann auch so schreiben.

    Zitat

    lass dich auch auf die schönen Seiten ein

    Da ist allerdings was dran. Mir hat durch die ersten Monate manchmal ein bisschen geholfen, mir klarzumachen, dass ich das alles vermutlich nur ein einziges Mal erlebe und das alles nicht wiederkommt – im Guten wie im Schlechten. Und auf einmal waren da Dinge, von denen ich nur bedauernd Abschied genommen habe.

    @ Caoimhe

    Vielleicht könntest Du Deinen Beitrag an mich nochmal durchgehen und erklären, ich begreife ihn tatsächlich nicht.