• So, wo bleiben die Glückshormone?

    Jetzt hab ich also auch so ein parasitäres Alien im Bauch. Wir haben uns bewusst auf dieses Abenteuer eingelassen (ich finde es fürchterlich, von "planen" oder "wollen" zu reden). Und jetzt? Mein geliebter Mini-Busen spielt Ballon (und ich war immer so froh über null Oberweite). Mein schön trainierter Bauch zwickt und wird bald von Bindegewebsrissen…
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    Vielleicht weil manche Frauen keinen Bock auf dieses Theater nach einem so frühen Abgang haben. Ich finde den Umgang wesentlich gesünder als in der 5. SSW dann von einem "Sternenkind" zu sprechen.

    Von dem Leiden einer Frau, die ihr Kind hat gehen lassen müssen, als "Theater nach einem so frühen Abgang" zu sprechen *ist* in meinen Augen beleidigend.

    Finde ich nicht. Ich empfinde es einfach als Theater, so leid es mir auch tut. Aber 5.SSW und "Sternenkind" passt für mich einfach nicht zusammen.

    Tja, und ich empfinde das als mangelnde Einfühlungsbereitschaft (ein mangelndes Einfühlungsvermögen möchte ich Dir nicht unterstellen)


    Versuch Dich einfach mal in eine Frau reinzuversetzen die nach beispielsweise 15 Jahren ungewollter Kinderlosigkeit einmal Schwanger wird und weiß: es ist dieses, oder kein Kind für Dich... und die dann eine Fehlgeburt hat.


    Wenn Du dann immer noch vom "Theater" nach einer Fehlgeburt sprechen kannst... empfinde ich das dann als wirkliche Gefühlskälte.


    Es geht nicht darum, dass jede Frau sich als "ganz Mama" empfinden muss in der Schwangerschaft – ich habe ja auch der TE ganz deutilch geschrieben, dass ich finde, dass das eben bei jeder Frau anders ist und dass das auch ok so ist....


    Aber dann zu schreiben, es sei "Theater" wenn andere eben unter einer FG mehr leiden... dann ist das für mich vermessen und verletzend – egal ob Du selbst *für Dich* nicht nachvollziehen kannst, dass jemand auch in der Frühschwangerschaft schon enge Bindungen zum Kind aufbaut oder nicht.


    Es sollte eigentlich die Information reichen, dass viele Menschen wie ich eben nicht so leicht schwanger werden... und dass es eben wirklich auch die Frauen gibt die sich einfach schon früh sehr freuen, und sehr starke Gefühle fürs Kind entwickeln....


    Das als Theater zu bezeichnen ist für mich abwertend und gemein – spricht eben dafür, dass man selbst glaubt, dass man selbst es einfach "besser" machen, weil sie anders *fühlen*.


    Theater impliziert dass man die Gefühle der anderen nicht ernstnimmt, für "übertrieben" hält – und Übertreibung impliziert wieder, dass man sich doch nur zusammenreißen müsse, dann würde man schon nicht mehr so fühlen....


    Sorry, aber das ist wirkliche Anmaßung.

    Zitat

    Tja, und ich empfinde das als mangelnde Einfühlungsbereitschaft (ein mangelndes Einfühlungsvermögen möchte ich Dir nicht unterstellen)

    Das darfst du aber gern, denn ich bin wirklich außer Stande die Dramatik eines so frühen Abgangs zu erfassen.

    Zitat

    Versuch Dich einfach mal in eine Frau reinzuversetzen die nach beispielsweise 15 Jahren ungewollter Kinderlosigkeit einmal Schwanger wird und weiß: es ist dieses, oder kein Kind für Dich... und die dann eine Fehlgeburt hat.

    Auch eine Frau die so lange versucht schwanger zu werden muss wissen, dass es ganz normal ist, dass eine so frische Schwangerschaft in den ersten 12 Wochen sehr unsicher ist und abgehen kann.


    Völlig unvergleichlich mit einem Zwischenfall zu einem späteren Zeitpunkt.

    Zitat

    Auch eine Frau die so lange versucht schwanger zu werden muss wissen, dass es ganz normal ist, dass eine so frische Schwangerschaft in den ersten 12 Wochen sehr unsicher ist und abgehen kann.

    Du glaubst doch wohl nicht, dass dieses Wissen darum davor schützt, dann doch in ein tiefes Loch zu fallen???


    Ich glaube wirklich Du unterschätzt die Macht dieser Gefühle.

    es ist auch völlig natürlich, dass eine menge kinder im kleinkindalter an infekten und unfällen sterben – dennoch denke ich, dass man da traurig sein darf. und das macht auch durchaus sinn, sonst würde man viel weniger auf seine kinder aufpassen.


    es geht doch einfach nur darum, ab welchem punkt man trauer üer den verlust eines kindes spürt. genug mütter in ärmeren ländern würden den kopf darüber schütteln, was für ein "theater" gemacht wird, wenn hier ein zweijähriges an einer lungenentzündung stirbt. ich persönlich denke, dass ich auch eher zu der fraktion gehöre, die einen abgang in der frühschwangerschaft als weniger dramatisch ansieht, finde aber, dass man es müttern durchaus zubilligen kann, dann trauer zu empfinden.


    leid ist halt immer subjektiv und in dem fall von frühaborten finde ich beide varianten (trauer und "gleichgültigkeit") durchaus verständlich und noch im normalen rahmen.

    Nie würde ich das zu einer Frau sagen, die gerade einen Frühabort hatte! Aber wenn ich hier lese, dass da jemand sagt, es sei besser, dass die TE das erlebt statt das Kind zu bekommen.. Da wird mir ganz anders.


    Und es gibt weniger Todesfälle nach der Geburt als in den ersten 12 Wochen einer Schwangerschaft, oder? ":/

    Zitat

    es geht doch einfach nur darum, ab welchem punkt man trauer üer den verlust eines kindes spürt

    Ja da setzt mein Unverständnis ja schon ein! Wirklich, in der 5. SSW ist das für mich noch kein Kind sondern eine sich relativ schnell teilende Zellansammlung aus der mal ein Baby, ein Kind, ein Mensch wird.

    Es ist ja egal wie sie selbst mit der Sache umgeht. Denn irgendwie muss man damit nun einmal zurecht kommen. Man kann ja nicht ewig wie ein Trauerkloß durch die Gegend rennen. Viel schlimmer ist es wenn du ne Todgeburt hast. So ist einer Bekannten von meiner besten Freundin ergangen. Sie war im neunten Monat und hat ihr Baby tot auf die Welt bekommen. Das Herz hat einfach aufgehört zu schlagen. Das man da im Boden versinkt ist klar. Und auch kann ich es verstehen wenn jemand schon 15 Jahre versucht schwanger zu werden und dann klappt es einmal und es geht dann leider wieder schief. Da kann man nicht vom Drama sprechen.

    Zitat

    Finde ich nicht. Ich empfinde es einfach als Theater, so leid es mir auch tut. Aber 5.SSW und "Sternenkind" passt für mich einfach nicht zusammen.

    Sehe ich ähnlich und ich hatte einen Frühabort.


    Schon das Vokabular "Sternenkind" macht mir Kopfschmerzen.

    Hatte ich übrigens auch. Jetzt bin ich in der 38. Woche und scheiße noch eins, das wäre hier jetzt ne ganz andere Nummer.

    Allerdings!


    Eine Todgeburt stelle ich mir ganz grauenhaft vor. Und gar nicht auszudenken, was man und wie man sich fühlt!


    Aber diesen Frühabort habe ich als genauso surreal empfunden, wie die paar Tage, die ich schwanger war.

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    leid ist halt immer subjektiv und in dem fall von frühaborten finde ich beide varianten (trauer und "gleichgültigkeit") durchaus verständlich und noch im normalen rahmen.

    Mehr will ich zumindest auch gar nicht sagen :)^


    Mich stört es einfach, wenn jemand die Gefühle eines anderen für Theater erklärt, nur weil derjenige das nicht so nachvollziehen kann.


    Und ich habe auch ein Familienmitglied das nach vielen Kindern dann auch mal zwischendurch eine Frühgeburt hatte. Für sie war das auch nicht so dramatisch. Und das finde ich völlig verständlich. Nur finde ich es ebenso verständlich wenn eine andere Frau eben heftiger empfindet und ich finde es unmöglich, wenn ich lesen muss dass jemand die Gefühle einer anderen angesichts einer sehr frühen Frühgeburt dann als Theater bezeichnet nur weil man es selbst eben nicht nachvollziehen kann.


    Ich kann sehr vieles nicht nachvollziehen, aber habe ich deshalb das Recht echt empfundene Gefühle anderer Leute als Theater zu bezeichnen? Ich finde nein.... Und zwar auch, wenn ich die nicht nachvollziehen kann.....


    Und das eine Totgeburt was anders ist ist völlig klar. Oder eine Frühgeburt die nur wenige Tage/Wochen überlebt. Das hatten wir auch schon in der Familie und *natürlich* ist das heftiger!!!


    Aber dass eine Totgeburt auf jeden Fall traumatisch und schlimm ist, bedeutet noch nicht, dass ein Frühabort nicht auch als sehr traurig und tragisch empfunden werden kann.


    Ich finde nicht, dass man Gefühle anderer so be – und damit auch leicht verurteilen sollte. Man kann höchstens fragen: Woher kommt es, das jemand so heftig reagiert. Aber beurteilen im Sinne von "ist ja nur Theater" – das darf man meines Erachtens nicht.

    15 – 20 % aller diagnostizierten Schwangerschaften enden im Frühabort. Vielleicht hängt es u.a. von diesem Wissen ab, wie traurig man das empfindet?

    Zitat

    15 – 20 % aller diagnostizierten Schwangerschaften enden im Frühabort. Vielleicht hängt es u.a. von diesem Wissen ab, wie traurig man das empfindet?

    Ich wusste das. Und ich bin mir sicher, dass ich das aufgrund der besonderen Umstände in meinem Fall *nicht* tröstlich gefunden hätte...


    Ich verstehe nicht wirklich, wieso es einen trösten sollte, gerade wenn man weiß, dass man selbst nur sehr schwer überhaupt wieder schwanger werden kann oder auch gar nicht.