• So, wo bleiben die Glückshormone?

    Jetzt hab ich also auch so ein parasitäres Alien im Bauch. Wir haben uns bewusst auf dieses Abenteuer eingelassen (ich finde es fürchterlich, von "planen" oder "wollen" zu reden). Und jetzt? Mein geliebter Mini-Busen spielt Ballon (und ich war immer so froh über null Oberweite). Mein schön trainierter Bauch zwickt und wird bald von Bindegewebsrissen…
  • 167 Antworten

    Ich glaube nicht, dass man das "sich-darauf-einschießen" bewusst verhindern kann! Oder ist es möglich seine Emotionen 100% unter Kontrolle zu haben???


    Ich denke, dass ist individuell unterschiedlich! Kognitiv würde ich auch sagen: 5. Woche = Zellhaufen = Lauf der Natur...


    Aber emotional, grade bei langen unerfülltem Kinderwunsch??? Das will ich mir gar nicht ausmalen, wie sich dieses anfühlt. Auf jeden Fall dramatisch schrecklich würde ich annehmen! Und dann wird aus dem Zellklumpen ein Sternenkind, welches betrauert wird. Und das ist völlig okay und wie ich finde, auch nachvollziehbar!

    Das klingt für mich immer danach, als ob man nach 3 Wochen neuer Beziehung ein Brautkleid kauft oder so. Dass es nach jahrelangem unerfülltem Kinderwunsch trauriger ist mag ja sein – aber ein Sternenkind??

    Zitat

    Ich glaube nicht, dass man das "sich-darauf-einschießen" bewusst verhindern kann! Oder ist es möglich seine Emotionen 100% unter Kontrolle zu haben


    Ich denke, dass ist individuell unterschiedlich! Kognitiv würde ich auch sagen: 5. Woche = Zellhaufen = Lauf der Natur...


    Aber emotional, grade bei langen unerfülltem Kinderwunsch Das will ich mir gar nicht ausmalen, wie sich dieses anfühlt. Auf jeden Fall dramatisch schrecklich würde ich annehmen! Und dann wird aus dem Zellklumpen ein Sternenkind, welches betrauert wird. Und das ist völlig okay und wie ich finde, auch nachvollziehbar!

    Exakt. Genau so ist es.


    Ich glaube, Caoimhe geht davon aus, dass man seine Emotionen auch noch dann total kontrollieren kann. Und nein, das kann man in so einem Fall nicht... Jedenfalls kann man dann nicht verhindern, dass man das Kind in sich auch schon sehr, sehr früh als einen so extremen Schatz, als ein so starkes Wunder empfindet, dass es eine pure Katastrophe ist wenn es geht. Und da ist Sternenkind fast noch ein zu schwacher Ausdruck, sorry....

    Mich gruselt es richtiggehend wenn ich sowas lese. Das ist ein Reflex, ich kann einfach nicht fassen, dass in der 5. SSW die Anlage schon ein Kind genannt wird.

    Zitat

    Mich gruselt es richtiggehend wenn ich sowas lese. Das ist ein Reflex, ich kann einfach nicht fassen, dass in der 5. SSW die Anlage schon ein Kind genannt wird.

    Und ich finde, auch das ist okay.


    Es ist halt individuell wie emotional bzw. kognitiv der Mensch mit der Tatsache des Schwangerseins umgeht!


    Nichtsdestotrotz sollten dem Anderen seine Gefühle nicht abgesprochen oder sein Empfinden negativiert werden. Er kann ja auch nix dafür ;-)

    Caoimhe, du kennst doch "meinen" faden, den faden in dem es darum geht, dass ich darüber nachdenke, ob ich das kind behalte oder nicht. hätte man mich zwei wochen früher gefragt, hätte ich sofort für die abtreibung unterschrieben. und dann – war auf einmal alles anders und zwar ganz massiv.


    ich denke, dass gerade am anfang der schwangerschaft die hormone und gefühle ganz schön hochschießen – ich hab mich zumindest die ersten wochen weitaus schwangerer gefühlt als ich es jetzt tue. irgendwie ist mein sehr seltsam geformter körper (oh gott, ich seh sowas von surrealistisch aus) und das gewurschtel in meinem bauch für mich mittlerweile normal. am anfang der schwangerschaft fand ich die veränderungen viel krasser – gerade auf emotionaler ebene. hört sich bescheuert an aber ich fände es weniger belastend, wenn jetzt was schief gehen würde als ich es vor sechs monaten gefunden hätte, einfach deswegen, weil ich mich selber gerade als bedeutend ausgeglichener empfinde.

    Ach aber du bist irgendwie... was anderes ;-D Wenn man sich erst einmal fragen muss "Will ich das überhaupt?" dann ist das anders als wenn man von vornherein schwanger werden will. Gerade dann setzt man sich doch mit der hohen Anzahl von Frühaborten auseinander.


    Wenn man sich aber erst während der Schwangerschaft für das Kind entscheidet ist man in einer ganz anderen Situation, also emotional. Dann hat man sich so für das Leben des Kindes entschieden, dass es verrückt wäre wenn es einem genommen wird. Ich kann gar nicht richtig erklären wie ich das meine ":/

    Zitat

    Nichtsdestotrotz sollten dem Anderen seine Gefühle nicht abgesprochen oder sein Empfinden negativiert werden. Er kann ja auch nix dafür

    Genau. Darum geht es mir eben: ich finde es nicht ok, die Gefühle eines anderen als Theater zu bezeichnen, weil man eben selbst anders fühlt.


    Dass es jemand anderen gruselt beim Gedanken, ein Kind dann schon Sternenkind zu nennen, akzeptiere ich ja auch, ohne dass ich es verstehen könnte...


    Mich stört nur, wenn man die Gefühle des anderen nicht akzeptiert und geringschätzt.

    das ist jetzt aber sehr um die ecke gedacht ;-D


    ich versteh, was du meinst, von wegen achterbahn. aber ich hab zum beispiel auch bei einer freundin, die ich in der uni fast täglich gesehen habe, die kombi "nur mit hilfe schwanger geworden" und "frühabort" mitbekommen. das war als gesamtpaket schon ziemlich gruselig. der sind da jeden monat wahnsinnige hormondosen reingeballert worden, um den eisprung auszulösen. die sah aus – von oben bis unten mit pickeln übersät und völlig durch den wind. dann wurde halt sex gehabt, dann die hormone wieder runter gefahren und gehofft und gebangt bis man dietage gekriegt hat oder nicht. und das ganze dann mehrmals über ein halbes jahr hinweg. und dann hat es geklappt – wieder totale hormonachterbahn. und dann hatte sie nen frühabort – danach war mit ihr echt nicht mehr sonderlich viel anzufangen.


    ich finde, es ist immer relativ einfach, so allgemein über sowas zu urteilen – ich pack mir ja auch an den kopf bei manchen "sternenkinder"-geschichten hier und ich finde es auch gut, dass darüber mal gesprochen wird. im sternenkinder-forum einen thread aufzumachen mit "äh – ist das echt so schlimm, wenn da ein zellhaufen abgeht, was seid ihr denn für memmen" hab ich mich nicht getraut. aber bei der betrachtung von einzelschicksalen wird einem schon einiges klarer. das ist halt das problem am internet, man kriegt die geschichten mit, ohne emotional wirklich drin verwickelt zu sein.

    Zitat

    aber bei der betrachtung von einzelschicksalen wird einem schon einiges klarer. das ist halt das problem am internet, man kriegt die geschichten mit, ohne emotional wirklich drin verwickelt zu sein.

    Und ich denke, ein Mensch ist ja immer ein "Einzelschicksal" und selbst wenn man als Außenstehender gar nicht kapiert, warum es für jemanden jetzt so schlimm ist.... sollte man sich nicht erdreisten, dann darüber zu urteilen ob der sich einfach in ein "Theater" reinsteigert....

    @ Darklight86

    Ich bin erschüttert über diesen Post. So etwas unfassbar gemeines hab ich glaub ich bei med1 noch nie gelesen. Wie kannst Du nur so etwas sagen. Ich weiß gar nicht, was ich Dir schreiben soll. Ich kann gar nicht, weil ich hier sonst die Wände hochgehe. Ich habe Deinen Beitrag der Moderation gemeldet.

    @ upela

    Es tut mir wahnsinnig leid. Tut mir sehr leid. :°_

    Zitat

    Auch eine Frau die so lange versucht schwanger zu werden muss wissen, dass es ganz normal ist, dass eine so frische Schwangerschaft in den ersten 12 Wochen sehr unsicher ist und abgehen kann.

    Ebenso normal ist es, dass die Eltern irgendwann sterben – traurig sein darf man da aber trotzdem. ;-) Ich verstehe gut, was Du meinst, und mich irritiert der Begriff "Sternenkind" immer, ganz egal, wie alt ein Ungeborenes bei der Fehlgeburt war. Aber wenn es jemanden schrecklich hart ankommt, ein Ungeborenes zu verlieren, auch wenn es noch sehr früh war, dann ist das eben so, solche Gefühle lassen sich nur sehr bedingt steuern. Für mich ist der Umgang mit den Gefühlen entscheidender als die Gefühle selbst. Und ja, da liegen auch meine Sympathien und mein Verständnis nicht bei jemandem, der sich einen Sternenkindaltar baut und für die nächsten zehn Jahre in den Wochen vor jenem bestimmten Tag von nichts anderem mehr redet und außerdem allen Leuten, die abtreiben, bittere Vorwürfe macht. s so zu zelebrieren empfinde ich auch als "Theater" – und das ziemlich wortwörtlich, weil ich dann nämlich glaube, dass andere Probleme darunterliegen und das, was man sieht, tatsächlich nur "Theater" ist in dem Sinne, dass die Wurzel des Übels gar nicht hier liegt und die eigentliche Baustelle woanders. Dann bin ich auch ganz ratlos, da ist kein Rankommen und kein Helfen und auch meinerseits kein Verständnis, weil ich nichts dafür übrig habe, wenn jemand sich durch solche Übersteigerung seinen tatsächlichen Problemen entzieht. Die Trauer an sich aber – tja nun. Ich verstehe das sogar ganz gut – ich habe eine sehr frühe Abtreibung vornehmen lassen, und ich war mehrere Tage lang sehr alle, und heute noch, vier Jahre später, weht mich manchmal unvermittelt Traurigkeit an. Nichts Schlimmes, sondern einfach nur die Frage, was das Kleine wohl für ein Mensch geworden wäre. Eine etwas konkretere Sache als nur ein Spermium und ein unbefruchtetes Ei ist so ein Zellklumpen ja doch, da hat etwas begonnen, dem die Möglichkeit innewohnt, ein Mensch zu werden. Und wenn sich diese Möglichkeit dann zerschlägt, egal wie früh, dann ist das in meinen Augen ein Verlust, dann war da etwas und ist jetzt nicht mehr, das es ganz genau so nie wieder geben wird.

    Zitat

    Todgeburt (Zitat von über den Daumen drei Leuten hier im Faden)

    Kinners, das ist ECHT eklig ... "Totgeburt", wenn ich bitten darf! ;-D

    Zitat

    Mir ist es völlig schnuppe wie andere mit dem Thema umgehen. Nur finde ich upelas Reaktion sehr viel normaler und gesünder als der Umgang, den Darklight propagiert.

    Das allerdings möchte ich gern noch mal schnell unterschreiben. Vor allem ist Darklight derart empathiebefreit, dass ich dafür eigentlich ein neues Wort erfinden möchte ... das ist echt giftig und überdies blind.

    Gegen Trauer wirst du mich nie was sagen hören/schreiben sehen. Ich heule ne Woche wie ein Schlosshund wenn eine meiner Rennmäuse stirbt und finde das ganz und gar gerechtfertigt! Aber mir ging es um dieses "Abgang in der 5.SSW – Sternenkind – nicht damit abfinden können" uvm., eigentlich nicht um die Trauer. Ich weiß ja noch nichtmal mehr, in welchem Zeitraum ich den Abgang hatte, schade fand ich es ja schon. ":/