Todesfälle wegen Cytotec zur Geburtseinleitung

    https://www.sueddeutsche.de/pa…totec-interview-1.4793666


    Zitat

    Ärzte verwenden in der Geburtshilfe ein für diesen Zweck nicht zugelassenes Medikament - es ist effektiv und billig. Peter Husslein, Professor für Geburtshilfe, erklärt, welche Folgen das für Frauen und Kinder haben kann.


    Ich finde das schockierend. Dass Cytotec off-label use ist wusste ich, aber mir war nicht klar, dass es zugelassene Alternativen gibt und Cytotec vor allem billiger ist. :(v


    Bei mir stand das Thema Einleitung auch kurze Zeit im Raum, als Töchterchen eine Woche über Termin war, aber sie hat sich zum Glück von allein auf den Weg gemacht. Eine Einleitung wollte ich auf jeden Fall vermeiden, weil ich schon so viel Schlimmes darüber gehört habe. Jedenfalls hier im Forum und von anderen Müttern. Als ich in der letzten Schwangerschaftswoche online Infos gesucht habe war der Tenor eher beschwichtigend, dass es meist schon nicht so schlimm wird.


    Klar muss man vor der Einleitung noch ärztlich über das Medikament aufgeklärt werden. Aber was für einen Wert haben diese Gespräche, wenn der wahre Grund (billiger!) gar nicht genannt wird und man keine Chance hat die Infos medizinisch einzuordnen?

  • 53 Antworten

    Gut, dass du den Link hier postest und es inzwischen auch nicht nur auf unseriösen Seiten die Runde macht.


    Den Wert solcher Aufklärungsgespräche... nun ja... gibt es meiner Meinung nach kaum. Die wahren Gründe werden natürlich - wenn es um Kostenersparnis geht - nicht genannt. Die Risiken werden beschwichtigt. Man will ja auch niemandem Angst machen. Aber eine wohlüberlegte Entscheidung können Mütter so nicht treffen.

    Ich war schon in einem Gespräch persönlich mit dabei, wo der Frau gesagt wurde, Cytotec helfe auch ganz toll gegen ihre Schwangerschaftsübelkeit. Die sei dann weg und sie könne sich auf das "Wesentliche" (ein Kind zu bekommen) konzentrieren.

    Und zur Einwilligungspflicht: Gott sei Dank gibt es die beim Off Label Use. Allerdings sind die Reaktionen dann ja auch entsprechend genervt, wenn Frau sagt: Das nehme ich nicht, ich möchte die (bessere, teurere) Alternative. Die wenigsten Ärzte, die Cytotec wählen, sagen dann "Okay, natürlich kein Problem". Da wird dann erstmal die Frau als leicht bescheuerte Hysteriezicke dargestellt.

    mnef schrieb:

    Allerdings sind die Reaktionen dann ja auch entsprechend genervt, wenn Frau sagt: Das nehme ich nicht, ich möchte die (bessere, teurere) Alternative.

    Oder die Frauen wissen es nicht, und ihnen wird nur gesagt: "Wir leiten dann am besten ein - da bräuchten wir noch kurz eine Unterschrift hier."

    Ja, das wird wahrscheinlich meistens so ablaufen. Lösung seh ich da keine, außer dass die Kliniken damit von sich aus vorsichtiger umgehen.

    Wenn man schon hochschwanger im Krankenhaus ist und die Einwilligungserklärung hingehalten bekommt, wird man vermutlich kaum erstmal drauf kommen (geschweigedenn Lust drauf haben), erstmal auf eigene Faust zu recherchieren, was man da unterschreibt.

    Ich kann mich nicht erinnern das ich was unterschreiben musste als eine halbe cytotec bekommen habe.
    Die fruchtblase platzte 5 Wochen zu früh und der kleine wollte nicht von alleine kommen. Also halbe cytotec nach 10h dann ging es innerhalb einer halben Stunde los erstmal übergeben dann die heftigsten Krämpfe ich konnte nicht mal in den Kreißsaal laufen und als ich da ankam war ich erstmal für 3-4h weggetreten wie als hätte man mir das abgeknipst ich kam erst zu mir als ich die presswehen hatte. Aber in den 3-4h sagte meine Freundin das ich so extrem geschwitzt habe das mein Kissen durchnässt war. Naja wünsche ich niemanden.

    Freimaurer schrieb:

    Müsste Müsste das Medikament im Geburtsbericht aufgeführt werden? Ich kann mich an nicht mehr viel erinnern

    Ja, muss es.

    Okay, bei mir wars dann auch Cytotec. Erklärt diese abartigen Wehenkrämpfe. Das war sehr schön, kann ich echt weiterempfehlen! %:|Bei einer Freundin kams zur Ruptur, das war höllisch knapp. Hübscher Gedanke, dass beides eventuell aufs Konto solcher Sparmaßnahmen geht.

    Oh. Die Kriterien für einen Wehensturm hab ich erfüllt - mehr als 4-5 Wehen pro 10 Minuten. Hat aber keiner was gemacht, außer dass die Hebamme mir gesagt hat, ich solle mich nicht anstellen.

    Pest, Tod, Teufel und Pestilenz an ihren Hals. Wünsche ich ihr schon seit Jahren, aber jetzt noch mal mit ganz neuem Schwung - das war ja richtig gefährlich, hab ich ganz schön Glück gehabt.

    Bei Einleitungen sollten wohl immer Nutzen und Risiken vernünftig abgeklärt werden, was wohl viel zu selten passiert. Ebenso wie eine vernünftige Aufklärung der Gebärenden und eine Wahrung grundlegender Patientenrechte. Grundsätzlich scheint es aber nach dem, was ich nach der ersten Entrüstung, die ich heute morgen beim Lesen verspürt habe, in einigen Fällen durchaus auch gute Gründe für den off-label-use von Cytotec zu geben. Ich denke, die Medaille hat in dem Fall durchaus zwei Seiten, die beleuchtet werden sollen.


    Die Weltgesundheitsorganisation WHO scheint den in Cytotec enthaltenen Wirkstoff zur Geburtseinleitung (wenn nötig) sogar zu empfehlen.

    Husslein, der interviewte Arzt, der sich gegen Cytotec ausspricht, ist Leiter der univ. Klinik für Frauenheilkunde am Wiener AKH und ist generell nicht als besonders großer Freund von Einleitungen oder natürlichen Geburten an sich bekannt. Ich habe erst kürzlich einen Artikel gelesen, in dem er von einem Kollegen als Sectio-Papst bezeichnet wurde.

    Geht es nur um die Tablette?

    Denn Prostaglandin wird doch auf vielseitige Weise zur Einleitung verwendet.

    Bei mir als Bändchen.

    Wehensturm und Notkaiserschnitt waren die Folge. Der Muttermund ging einfach nicht auf.

    Hab grade mit meinem Mann gesprochen, da ich mich kaum noch an was erinnern kann, die Schmerzen waren zu krass.


    Ich bekam cycotec.


    Ich unterschrieb dafür. Ich weiß davon wirklich nichts mehr (mein Kind ist 11 Monate)

    Mein Mann sagte, sie sprachen aber von einer krampflösenden und gewebelockernden Wirkung, keinesfalls war die Rede von wehenfördernd!


    Nach der Einnahme folgte ein Wehensturm und das ctg wurde auffällig. Deshalb bekam ich gleich Sauerstoff und einen Wehenhemmer.


    Ich als Leihe kann werder einen Vorwurf machen, noch Fürsprache halten.


    Meine Fruchtblase war vor 14 Stunden geplatzt, die Wehen waren heftigst, MMU 14 Stunden lang bei EINEM cm. 😰

    Es war vielleicht gut dass diese Maßnahme ergriffen wurde, vielleicht hätte es auch bessere Alternativen gegeben.

    Das kann nur jemand vom Fach beurteilen.

    Denkt ihr dass ist die einzige Lüge der Gynäkologie?


    Da muss ich mal kurz lachen, wenn ich hier lese, dass Frauen ja keine selbstbestimmten Entscheidungen treffen können. Denkt ihr wirklich sie können das überhaupt?


    HAHA.

    Ich glaube ich habe Cytotec damals vor der Einlage der Gynefix bekommen. Kann das sein?

    Mir ist es in meinem ganzen Leben noch nie so beschissen gegangen als an diesem Tag.