Urlaubssperre in der Schwangerschaft

    Liebe med1-User,


    ich bin aktuell schwanger und mein Vorgesetzter möchte mir ab sofort eine Urlaubssperre verhängen.


    Seine Begründung: Zuviele vakante Stellen im Team und ein nicht absehbares Arbeitsaufkommen zum Jahresende hin.


    Die Urlaubssperre betrifft jedoch seltsamerweise nur mich. Alle anderen im Team dürfen ihren Urlaub regulär nehmen. Meine Schwangerschaft und mein Ausfall durch die Elternzeit sind meinem Vorgesetzten also offensichtlich ein Dorn im Auge.


    Es geht um rund 3 Wochen, die mir dieses Jahr noch zustehen würden. Eine Schwangerschaftsvertretung wird es nicht geben, sodass ich auch niemanden einarbeiten muss.


    Mein Bauchgefühl sagt mir, dass dies rechtlich nicht zulässig ist. Bevor ich aber den Betriebsrat kontaktiere, wollte ich in Erfahrung bringen, wie die objektive Meinung von Dritten dazu ist?


    Danke für eure Meinung/euren Rat! @:)

  • 31 Antworten

    Was passiert denn laut dem Chef mit dem noch ausstehenden Urlaub? Geht das aufs nächste Jahr oder wird das ausbezahlt? Drei Wochen sind ja einiges, wenn man bedenkt, dass in 10 Wochen das Jahr um ist.

    Nun, einen besonderen Anspruch darauf das dein Urlaub gewährt wird nur weil du Schwanger bist hast du nicht, so viel ich weiß, m.W.n.

    Der Chef kann dir aus wichtigen betrieblichen Gründen den Urlaub verwehren.

    Am besten lässt du dich vom Betriebsrat beraten wie da die Regelung genau ist.

    Wann beginnt denn der Mutterschutz? Und wann hättest Du den Urlaub genommen, wenn Du nicht schwanger wärst?


    Ob man einen Anspruch hat, den Urlaub vorher zu nehmen, weiß ich nicht. Meinem Arbeitgeber war das damals recht, dass ich den Urlaub vor dem Beginn des Mutterschutzes genommen habe.

    Schmidti70 schrieb:

    Ob man einen Anspruch hat, den Urlaub vorher zu nehmen, weiß ich nicht.

    Den normalen Urlaubsanspruch hat sie natürlich. Völlig absurd, dass ein Arbeitgeber zum Ende des Jahres einfällt, dass noch X Wochen offen sind...Und dann mit "betrieblichen Gründen" um die Ecke kommen will.


    Für so viel Unfähigkeit kann kein Arbeitnehmer was.

    Vor allem, wann sollst du denn den Urlaub dann nehmen, wenn nicht vor der Schwangerschaft? Er darf aufgrund dessen ja nicht verfallen, meines Wissens nach (ich hoffe ich irre nicht). Was bedeuten würde, du kommst nach der Elternzeit wieder und zu deinem dann regulären Urlaub kommen noch die ausstehenden 3 Wochen hinzu...

    Bei uns wird der Jahresurlaub nicht im Voraus verplant. Unser Vorgesetzter hat auch keinen richtigen Überblick drüber. Teilweise genehmigte er Urlaube in den letzten Wochen und Monaten von meinen Kollegen parallel, sodass ich mehrere Personen über Wochen gleichzeitig vertreten musste.


    Ich soll den Urlaub mit ins nächste Jahr nehmen, durch die Elternzeit würde er nicht verfallen und wenn ich ihn an die Elternzeit dran hänge, wäre es nicht so schlimm für ihn, wie wenn ich ihn in den kommenden 3 Monaten nehmen würde, da bis dahin die vakanten Stellen besetzt und die Personen eingearbeitet sind.


    Meine Kollegen dürfen jedoch munter weiter ihren Urlaub nehmen. Das macht mich eben ein wenig stutzig. Es ist nämlich nicht so, dass ich den Urlaub zu einem Zeitpunkt nehmen möchte, an dem schon andere Kollegen Urlaub haben. Die Planungen meiner Kollegen würden es durchaus zulassen, dass ich auch noch Urlaub nehmen könnte, ohne dass die Arbeit liegen bleiben müsste.


    Mir geht es auch nicht um den gesamten Resturlaub. Aber mein Vorgesetzter möchte mir keinen einzigen Tag mehr an Urlaub in diesem Jahr bewilligen ":/

    Dieses Jahr war äußerst schwierig, was das Thema Urlaub angeht. Ich hatte lange Zeit keine Vertretung und sobald ich mal krank war oder auch mal 2-3 Tage Urlaub hatte, blieb alles liegen, sodass ich gar keine Lust auf längeren Urlaub hatte, da mich die Arbeitsmenge hinterher einfach so sehr gestresst hat. Mein Vorgesetzter hat dies natürlich begrüßt, da dadurch zumindest das Wichtigste immer zeitnah erledigt wurde.


    Dieses Pensum schaffe ich aber langsam nicht mehr, da die Schwangerschaft nicht gerade dazu führt, dass ich leistungsfähiger werde. Ich bin schneller kaputt und unkonzentriert und merke, dass mir hin und wieder ein freier Tag gut tut, um wieder Energie zu tanken, damit ich in der Tretmühle wieder kurze Zeit besser mithalten kann. Und mittlerweile habe ich zumindest eine sporadische Vertretung, sodass nicht ganz so viel liegen bleibt, wenn ich mal nicht da bin.

    Joa, und je weiter die Schwangerschaft voran schreitet und du immer mehr an den Punkt kommst, wo etwas Ruhe und Erholung gut tun würde und kein Urlaub genehmigt wird, kommt dann ne Krankmeldung ins Spiel, wenn's nur mal 2 Tage sind. Dann bist du trotzdem nicht auf Arbeit und der Urlaub steht dir auch noch zu. Damit tut sich dein Chef doch keinen Gefallen. Und wenn du die Zähne zusammen beißt und dich nicht krank schreiben lässt, tust du unter Umständen dir und deinem Kind keinen Gefallen


    (Rein hypothetisch, ich gehe nicht davon aus dass sich jemand krankschreiben lässt aufgrund Schwangerschaft, aber wenn der allgemeine Zustand es erfordern würde und der Arzt dazu raten würde...)

    Irgendwie irritiert mich ja Eure Urlaubsplanung. Wenn Ihr einen Betriebsrat habt, ist das ja offenbar keine ganz kleine Firma. Wir sind gerade bei der Urlaubsplanung 2019, die soll Ende Oktober fertig sein und dann steht der Plan. Man muss sich doch auch mit (Ehe)Partnern, Ferien, Betreuungszeiten von Kindern etc. abstimmen?


    Habt Ihr in der Vergangenheit auch immer spontan Urlaub genommen?


    So wie das bei Dir klingt, würde ich schon mal den BR befragen.


    Dumal : meine Anmerkung bezog sich auf den Urlaubsanspruch, den man bis Ende des Mutterschutzes hat, ob man darauf Anspruch hat, den vorher komplett zu nehmen. Dass sie Anspruch auf ihren Jahresurlaub hat ist ja keine Frage.

    In Ö zumindest gibt es einen Anspruch auf 2 Wochen Urlaub am Stück ... steht dazu was in deinem Vetrag? Wenn du dieses Jahr immer nur einzelne Tage hattest, würde ich auf jeden Fall zum Betriebsrat gehen - denn erholsam ist das ja nicht.

    Der AG lebt auch riskant ... immerhin könntest du auch noch krankgeschrieben werden.