Wann und wie erhält man ein "eingeschränktes Beschäftigungsverbot"?

    Hallo!


    Ich bin schwanger und war bisher leider schon einige Male gleiche einige Wochen (mind. 2 Wochen) krankgeschrieben. Die Gründe dafür waren unterschiedlich und es ging von Blutungen über Krämpfe bis hin zu Übelkeit mit Erbrechen und permanenten Kopfschmerzen.


    Derzeit arbeite ich zwar wieder, aber es geht mir wirklich nicht gut. Ich habe ständig heftiges Stechen/Ziehen sodass ich teilweise dann sogar stehenbleiben muss und obwohl ich mitten im 2. Drittel der SS bin noch immer regelmäßig plötzliche Übelkeit mit Erbrechen und fast alle 2 Tage Kopfschmerzen. Seit letzter Woche habe ich außerdem auch ständig Verspannungen im Rücken und Nacken und trotz Wärmflasche, warmen Bad, Massage wird es leider nicht besser. Übelkeit/Erbrechen, Kopfweh und die Verspannungen kommen bei mir in der Regel immer ab ca. mittags und geht dann bis zum Schlafengehen am Abend (Übelkeit nicht durchgehend, aber immer wieder so "Anfälle"). Morgens geht's mir körperlich eigentlich immer recht gut und Mittags kippt es dann plötzlich und ich fühle mich dann auch total fertig und ausgelaugt - woran das liegt weiß ich aber leider nicht. Ich gehe in der Mittagspause auch immer etwas spazieren um mehr Bewegung zu kriegen und frische Luft zu schnappen, aber selbst das hilft nicht.


    Heute habe ich wieder einen Termin beim FA. Kein "regulärer" Termin sondern ein Termin den ich von vornherein bei der letzten Vorsorgeuntersuchung wegen den SS-Beschwerden habe - er meinte damals, dass er da dann wissen möchte ob es nun mittlerweile eben besser geworden ist. Jetzt weiß ich nicht so ganz was ich sagen soll. Morgens geht's mir ja immer gut, aber so am Mittag (12-14 Uhr) geht es dann schnell bergab. Manchmal verbringe ich dann auf der Arbeit sogar den halben Nachmittag auf dem Klo, weil es mir nicht gut geht und ich am Schreibtisch mich eh nicht mehr konzentrieren kann.


    Wenn ich meinem FA das so sage, bin ich mir sicher, dass er mich wieder mind. 2 Wochen krankschreibt. Aber ich habe bisher ja schon so oft gefehlt! Wochenlang bin ich krank, dann mal einen bzw. ein paar Tage/Wochen da und dann wieder wochenlang krank...das sieht für den AG natürlich auch nicht so toll aus.

    Jetzt habe ich gelesen, dass es so eine Art "teilweises Beschäftigungsverbot" gibt, d.h. dass ich zwar arbeiten gehe, aber nur eine verminderte Stundenzahl wie z.B. die Hälfte der regulären Arbeitszeit. Ich hoffe halt, dass ich so etwas mehr zur Ruhe komme und trotzdem regelmäßiger zur Arbeit kommen kann und die Beschwerden dann irgendwann wirklich nachlassen. Meint ihr ich soll das heute mal vorschlagen und mein FA würde dem unter diesen Umständen zustimmen? Er muss so ein eingeschränktes Beschäftigungsverbot doch aussprechen, oder? Kann man das denn vielleicht auch zeitlich begrenzen, also nur für z.B. 3 Monate aussprechen oder muss dass dann gleich für die ganze SS gelten?


    Habe etwas Schiss, dass mein FA denkt ich würde mich nur vor der Arbeit drücken wollen wenn ich ihm sowas vorschlage. Ist aber wirklich nicht so. Ansonsten könnte ich mich ja einfach komplett krankschreiben lassen...

  • 20 Antworten

    Was ich oben meinte war ob der FA die eingeschränkte Beschäftigungsverbot aussprechen muss oder ob das jemand anders (Betriebsarzt? Personalstelle?) tun muss. Ich habe einen Bürojob, deshalb denke ich mal nicht dass meine Personalstelle das tut - außerdem würde ich den Leuten dort nur ungern von meinen Beschwerden berichten...(Stichwort: Klatschtanten ;-) )

    ich hatte ein generelles Beschäftigungsverbot, was allerdings mit der Art meiner Beschäftigung zusammenhing (Werkstatt, div. Gefahr-Stoffe etc.). Das hat damals der Betriebsarzt ausgestellt, da mein Frauenarzt mit der Situation "überfordert" war, weil es nicht sein Themengebiet war.


    In deinem Falle würde ich auch davon ausgehen, dass der zuständige Arzt dein Frauenarzt ist, da die Beschwerden ja bedingt durch die Schwangerschaft kommen.


    Ob es dann eine weitere Krankmeldung wird, ein eingeschränktes oder generelles BV, das kann vermutlich nur dein Arzt einschätzen.


    Alles Gute weiterhin. @:)

    Danke für die schnelle Info! Ich glaube ich werde heute einfach mal meinen Mut zusammen nehmen und ihn fragen ob eine Arbeitszeitreduzierung denn möglich wäre. Wäre sowas denn dann auch zeitlich begrenzt oder wird das pauschal bis zum Beginn des Mutterschutzes ausgestellt?


    Ganz aufhören zu arbeiten möchte ich jetzt eigentlich nicht und wie gesagt geht es mir Vormittags ja auch in der Regel ganz gut - nur der Nachmittag und Abend (manchmal auch in der Nacht, z.b. mit Übelkeit aufwachen) machen mir oft ziemlich zu schaffen. Keine Ahnung wieso... Und ich denke dass das mit zunehmendem Bauch auch nicht unbedingt besser wird - beispielsweise was das Kopf-, Nacken- und Rückenweh und die Verspannungen angeht.

    Update:

    Gerade kam jemand von meiner Personalstelle rein hat gefragt wie es mir geht und hat mir zur SS gratuliert und meinte dann, dass ich ja die letzte Zeit so häufig gefehlt habe und dass wenn es mir nicht gut geht auch ein Beschäftigungsverbot oder eine Arbeitszeitverkürzung möglich ist. Da solle ich mich beim FA drum kümmern wenn ich das haben möchte... Liest der hier mit?!?":/


    Jedenfalls habe ich nun einen super Grund um den FA heute nach einer Arbeitszeitverkürzung zu fragen: meine Personalstelle hat es nämlich "vorgeschlagen" ;-)

    So komme ich mir wenigstens nicht vor wie eine, die sich vor der Arbeit drücken möchte *g*

    Bei mir (öffentlicher Dienst im weitesten Sinne) hätte das der Amtsarzt gemacht. Vom AG gab es einen Bogen zur Gefährdungsbeurteilung, den gibt es glaube ich branchen abhängig für alle. Und auf dieser Grundlage wurde dann entschieden, wie man im Rahmen des MuSchG weiter arbeiten kann und darf.

    Ich wurde wegen Komplikationen erst ab der 8. oder 9. SSW krank geschrieben für fünf Wochen und als keine Besserung in Sicht war, danach ins Beschäftigungsverbot geschickt. Habe letztendlich 30 Wochen gelegen. Zum Glück daheim, nicht in der Klinik.


    Entschieden hat es meine FA. Ich hatte Blutungen, immer wieder vorzeitige Wehen, wahnsinnigen Druck nach unten und konnte kaum stehen/laufen/sitzen. Das war ihr zu heikel.


    Für den AG ist das (Teil-) BV übrigens auch praktisch - er bekommt dein Gehalt von der KV erstattet und du hast ebenfalls keinerlei finanzielle Einbußen (auch hinsichtlich Elterngeld später).

    Hmm...ich glaube ich werde das nachher einfach mal beim FA ansprechen und sagen dass meine Personalstelle das Thema Arbeitszeitverkürzung und Beschäftigungsverbot angesprochen hat.


    Fragen kostet ja nichts...

    Nein, denn das ist ja Sinn des ganzen: es muss keine Frau arbeiten gehen wegen dem Geld, wenn sie damit Leib und Leben von sich oder ihrem Ungeborenen gefährdet.


    Man bekommt sein Gehalt übrigens weiterhin vom Arbeitgeber, die Elterngeldstelle sieht nicht einmal etwas vom BV.

    Also ich war nun heute bei meinem FA. Krankgeschrieben hätte er mich, aber so ein teilweises Beschäftigungsverbot (Arbeitszeitverkürzung) will er nicht ausstellen, da mit dem Kind ja medizinisch alles in Ordnung ist.


    Als er dem so ablehnend gegenüber stand war mir die Frage sogar im nachhinein peinlich. Mittlerweile nicht mehr, aber in dem Moment dann schon irgendwie, weil ich mir wie ein "arbeitsscheues dummes Ding" vorkam. Ich habe dann nicht mal die angebotene Krankschreibung angenommen. Er hat mich dann auch sehr schnell verabschiedet und als ich aus der Praxis draußen war ist mir erst eingefallen, dass er a) mir gar nicht gesagt hat wie groß das Kind nun ist (er wollte es nach dem Ultraschall schnell berechnen) und b) mir auch gar nicht wie sonst ein Ultraschallbild mitgegeben hat (obwohl er wie sonst auch einige ausgedruckt hat). Zurückgegangen bin ich dann aber nicht mehr... Ich glaube ihm war meine Frage nach einer Arbeitszeitreduzierung auch etwas unangenehm?!


    Naja, nun ist es halt so. Gehe ich halt weiterhin normal arbeiten und wenn es mir schlechter geht, lasse ich mich halt wieder krankschreiben. Habe zwar gedacht eine Reduzierung der Arbeitszeit ist besser als ganz abwesend zu sein, aber anscheinend ist sowas nicht so einfach zu bekommen.

    Mit allem Respekt, aber Dein Frauenarzt verhält sich da ziemlich blöd. Für den Arbeitgeber ist ein Problem, dass Du mmer wieder mit AU ausfällst und somit Lohnfohrtzahlung erforderlich wird.

    Bei einem Beschäftigungsverbot würde für den AG das Problem wegfallen, und das wäre insgesamt auch für Doch die bessere Lösung. Von deher verstehe ich "AU, aber kein Beschäftigungsverbot" absolut nicht.

    Eine Kollegin von mir hatte eine Symphysenlockerung und erhebliche Beschwerden. Sie hat dann irgendwann versucht, im Liegen im Sozialraum zu arbeiten, was auch keine Lösung war. Dann gab es ein teilw. Beschäftigungsverbot (weniger Stunden, Ausklammern best. einzelner Tätigkeiten, Empfehlunh zu HomeOffice). Ergebnis: Sie kam nur noch 3-4 Stunden, musste best. Dinge nicht machen und - obwohl sonst tabu - war HomeOffice plötzlich möglich.

    Sie war froh, ein wenig Zeitvertreib zu haben und sich nicht immer wieder krankmelden zu müssen -und der AG war den Druck bzgl. Gehalt los.

    Ich weiß auch nicht, warum mein Arzt mich zwar krankschreiben würde, aber so eine Arbeitszeitreduzierung nicht befürwortet. Er meinte, wenn ich weniger arbeiten möchte, sollte ich das mit der Personalstelle klären, ob DIE meine Arbeitszeit heruntersetzen können - das würde aber natürlich bedeuten, das ich dann offiziell Teilzeit arbeite und weniger Geld und dann auch weniger Elterngeld bekomme. Eine entsprechende Bescheinigung will ER nicht ausgeben, weil mit dem Baby medizinisch alles in Ordnung ist. Bei Beschwerden schreibt er also lieber vollständig krank, als dass ich einfach nur weniger arbeiten gehe... ":/


    Aber naja, gut. Ich finde es zwar doof immer wieder voll auszufallen, aber wenn es mir nicht gut geht dann geht es jetzt wohl nicht anders. Gewundert hat mich aber schon etwas, dass er mich so schnell dann aus der Praxis befördert hat (Ohne Angabe der babymaße und Ultraschallbild)... Das war total komisch.

    Mein Gyn war in meiner Schwangerschaft genauso drauf wie deiner. Krankschreibungen ohne Ende, aber ums Verrecken kein Beschäftigungsverbot. Ich konnte nicht einmal den Gynäkologen wechseln, weil meine Krankenkasse die Bezahlung eines anderen Arztes ablehnte.


    Es gibt Gynäkologen, die aus Prinzip kein Beschäftigungsverbot ausstellen, während andere damit freizügig sind - so meine Erfahrung. Halte mal Rücksprache mit deiner Krankenkasse, ob sie die Behandlungskosten bei Arztwechsel übernehmen.