Zweifel an mir selber - Kind besser zur Adoption freigeben?

    Hallo!


    Ich habe noch ca. 7 Wochen bis zur Geburt meines ersten Kindes. Das Baby war nicht geplant, sondern ein "Unfall" als ich mit meiner Freundin abends feiern war und im Club jemandem kennengelernt habe. Kontakt habe ich zu ihm seither nicht mehr. Als ich erfahren habe, dass ich schwanger bin war ich schon in der 6. Woche und war total geschockt. Ich habe meinen Eltern unter Tränen von der Schwangerschaft berichtet und obwohl sie ziemlich überrascht und baff waren, haben sie insgesamt eigentlich toll reagiert. Ich habe mich dann nach ein paar Tagen beruhigt und nach und nach habe ich mich an den Gedanken gewöhnt, dass ich alleinerziehende Mama werde. Ab und an hatte ich so Krisen, in denen ich Angst vor dem Leben mit Kind hatte und nicht sicher war, ob ich das schaffe - emotional und finanziell. Für meine Eltern ist es das erste und wahrscheinlich einzige Enkelkind und eigentlich dachte ich, dass sie sich über das Kind nun freuen, da mein Vater ständig fragt, ob ich was von dem Kind merke und meine Mutter Babykleidung strickt.


    Immer wieder habe ich bei meiner Mutter aber das Gefühl, dass sie mich verurteilt und das Kind vielleicht eher als "Last" für die Familie sieht oder so. Wenn mal irgendwas nicht so läuft wie sie will oder z.B. die Hebamme irgendwas sagt, womit meine Mutter nicht einverstanden ist (z.B. dass man bei der Geburt eine PDA machen sollte, wenn man eine braucht oder dass ein Baby nicht täglich gebadet werden muss sondern 1-2 mal wöchentlich ausreicht), dann wird sie richtig sauer und beginnt auch mir Vorwürfe zu machen. Immer wieder wirft sie mir dann vor, dass ich eine "ledige Mutter" sein werde, dass ich mir "einbilde als Alleinerziehende ein Kind großziehen zu können" und dass man keine Kinder bekommen soll wenn man vor dem Säuglingspflegekurs oder Geburtsvorbereitungskurs nicht weiß wie man mit einem Kind umgeht und so nicht differenzieren kann, ob die Hebamme im Kurs dann Müll erzählt oder nicht. Insbesondere mit ihrem Vorwurf, dass ich eine "ledige Mutter" und auch noch alleinerziehend sein werde, trifft sie mich jedes Mal und bringt mich dann auch oftmals deshalb zum weinen. Schon beim Geburtsvorbereitungskurs fand ich es nicht toll, die einzige dort ohne Partner gewesen zu sein denn, auch ich habe mir früher natürlich immer nur eine Vater-Mutter-Kind-Familie gewünscht.


    Ich fühle mich als Single-Mutter einfach wie ein schwarzes Schaf. Wie jemand mit einem Makel und in letzter Zeit kommt mir - insbesondere wenn meine Mutter mir vorwirft, dass ich eine ledige Mutter werde und alleinerziehend sein werde - der Gedanke, dass es vielleicht besser wäre das Kind zur Adoption freizugeben. Ich weiß, dass es eigentlich total altmodisch ist, aber irgendwie schäme ich dafür nicht verheiratet zu sein, keinen Partner an meiner Seite zu haben und z.B. bei der Geburt keinen "Papa" für das Kind vorweisen zu können sondern ganz alleine zu sein. Bei den Kursen wurde immer gesagt, was der Papa des Kindes dann macht usw. und ich habe mich dann immer total schlecht gefühlt, weil ich wusste "der fehlt bei mir". Ich möchte, dass es meinem Kind gut geht, dass es sich nicht schämen muss z.B. nur eine Mutter zu haben und ich habe auch das Gefühl als Alleinerziehende Mutter etwas "Minderwertiges" zu sein bzw. dass mein Kind als "Kind ohne Papa" als minderwertig angesehen wird. Je näher die Geburt rückt, desto öfter denke ich an Adoption. Insbesondere, wenn dann wieder darauf herumgeritten wird, dass ich eine "ledige Mutter" sein werde - das verletzt mich immer sehr, verunsichert mich und bringt mich auch oft zum weinen! Das weiß sie aber auch und trotzdem kommt dieser Vorwurf in regelmäßigen Abständen immer wieder!


    Ich weiß einfach nicht was ich tun soll. Ich fühle mich schlecht, wenn ich zu dem Kind keinen Vater vorweisen kann, aber ich habe auch das Gefühl mein Kind im Stich zu lassen, wenn ich es zur Adoption freigebe. Andererseits hat es im letzten Fall aber natürlich die Chance in einer richtigen Familie aufzuwachsen! Mir ist klar, dass es zu dem Thema Adoption sicherlich unterschiedliche Ansichten gibt, aber ich wäre echt dankbar, wenn ihr mir ein paar Ratschläge geben könntet. Und wenn es einfach auch nur ist, was ihr an meiner Stelle machen würdet.


    Liebe Grüße

    M.

  • 124 Antworten

    Habe ich vergessen zu schreiben: ich bin 28 Jahre alt und wohne seit ich 20 bin alleine. Aus finanziellen Gründen müsste ich nach der Elternzeit direkt wieder Vollzeit arbeiten und das Kind in die Krippe geben - was meine Eltern natürlich auch nicht toll finden weil sie sagen dass ein Kind mit 1 Jahr noch zu klein ist. Aber Teilzeit arbeiten geht halt wirklich nicht! Und das alles führt wieder dazu, dass die "ledige Mutter"-Vorwürfe kommen und ich mich schlecht fühle und das Gefühl bekomme, nicht für ein Kind geeignet zu sein.

    das leben wird natürlich mit Kind schon anders werden. das ist klar. anstrengender, wenigerzeit für dich etc.

    aber du hast dann ein Baby :) DEIN Baby :) und ich wette wenn du es zum ersten Mal im Arm hälst, dann denkt du nicht mehr an Adoption :)


    Die Kommentare deine Mama find ich ganz ehrlich gesagt gemein. Habt ihr ein gutes Verhältnis zusammen?

    Wenn interessieren so Kleinigkeiten wie oft man ein Kind badet, so ein Blödsinn. Lass dir da nicht dreinreden, das machst du alles so wie du denkst. nicht wie die mama denkt. vor 28 jahren hat man da auch noch einiges anders gedacht.


    kennst du den Film "Waitress"?


    guck dir den mal an. und dann freu dich auf dein kleines Baby!


    Alles Gute!"

    du bist 28 und erwachsen. es ist allein DEINE entscheidung!

    die antiquierten ansichten deiner mutter sind schrecklich und sie hat da doch wirklich nichts mitzureden.

    auch bei einer alleinerziehenden mutter kann ein kind glücklich sein. was sollen denn mütter machen, wenn der partner sich trennt und das kind ist bereits älter?

    höre auf DICH, wenn du das schaffen willst, dann schaffst du das!

    Deine Mutter scheint der Typ Frau zu sein, der glaubt, dass es nur einen richtigen Weg gibt, nämlich ihren.


    Es ist wie mit allem. Vor 30 Jahren hieß es noch, man solle ein Baby täglich baden, nun heißt es, 1 bis 2 Mal wöchentlich reicht. Es hat beides nicht geschadet. Du bist groß geworden obwohl du täglich gebadet wurdest und heute werden auch Kinder groß, die nicht täglich gebadet werden.


    Abgesehen davon, scheitern nicht wenige Beziehungen nach der Geburt eines Kindes und die Mütter stehen auch alleine da.


    Letztendlich kannst nur du diese Entscheidung treffen.


    Vielleicht wäre es auch einfach Zeit für ein klärendes Gespräch mit deiner Mutter. Sag ihr wie sehr dich das verletzt.


    Und auch mein Sohn ist mit einem Jahr in die Krippe gekommen, weil ich wieder arbeiten gehen muss und das obwohl mein Mann auch Vollzeit arbeitet.


    Ich habe 3 Geschwister und mein Vater war Alleinverdiener. Früher ging das. Heute ist es in der Mittelschicht Gang und gäbe, dass auch die Frau nach der Geburt eines Kindes wieder arbeiten geht.

    Danke für deine schnelle Antwort!


    Ja, ich empfinde es auch als sehr gemein. Auf der einen Seite habe ich oft das Gefühl, dass sie sich auf das Enkelkind freut (Babykleidung stricken, mit zum Babyfachgeschäft fahren, kaufte von sich aus jede Menge Babyklamotten usw.), aber immer wieder kommt halt dieser Vorwurf mit dem "ledigen Kind" bzw. der "ledigen Mutter" und das trifft mich immer sehr. Es tut mir sowieso weh keinen Mann an meiner Seite zu haben der die Vaterrolle übernimmt, sondern ganz alleine zu sein. Und wenn mir das dann auch noch so direkt unter die Nase gerieben wird, dann bricht es auch oft aus mir heraus und beginne sogar zu weinen weil ich das Gefühl habe ohne zugehörigen Vater/Ehepartner minderwertig zu sein und dem Baby dadurch einen miesen Start ins Leben zu bieten. Mir ist klar, dass heute viele Leute nicht verheiratet sind und trotzdem Kinder in die Welt setzen, aber ich wurde von meinen Eltern so erzogen, dass Kinder ehelich geboren werden und irgendwie hat mich das doch geprägt.

    du bist nicht minderwertig als alleinerziehende mutter.

    meine enkelmaus wird auch nur mit mama groß, vater gibt es da auch nicht.

    in den ersten 5 jahren mit mir als part 2 dabei, seit 3 monaten zusammen mit mama und freund. sie geht in den kindergarten, seit sie 14 monate alt ist. für sie ist es normal so und sie ist ein tolles und glückliches kind, mit allen macken, die eine fünfjährige zicke so haben kann x:)

    deine mutter sollte dich unterstützen, nicht niederbügeln! >:(

    hallo, du bist nicht die erste und auch nicht die letzte alleinerziehende auf dieser welt.


    hör lieber auf dein gefühl, schließlich hast du dich entschlossen das baby zu behalten und weniger auf deine mutter!


    noch etwas zur männerwelt da draussen, ich persönlich würde mich freuen, wenn ich eine frau kennenlerne, die bereits kinder hat. ich bin mir sicher, dass auch dir der richtige mann über den weg läuft und ihr eine familie gründen könnt.


    alles gute für dich @:)

    danielcraig:

    Meine Eltern sind halt noch die Generation bei der Kinder ehelich geboren werden müssen und wo man sich nicht scheiden lässt (egal wie schlecht die Ehe läuft und wie oft man streitet und sich sogar gegenseitig beschimpft). Auch wenn ich weiß, dass es heute oft anders ist, ist es dennoch die Einstellung und Vorstellung, die mir anerzogen wurde und mit der ich groß geworden bin. Deshalb trifft es mich wohl auch immer so sehr, wenn ich dann den Vorwurf "ledige Mutter" höre oder sich meine Mutter beschwert dass ich ein "lediges Kind" bekomme.


    Meine Mutter weiß auch, dass sie mich damit sehr verletzt. Sie sieht dann ja auch oft meine Tränen und trotzdem tut sie es immer wieder. Ich glaube insgeheim kommt sie einfach nicht darüber hinweg, dass ich nicht verheiratet bin und ein Kind ohne Vater bekomme. Das ist einfach nicht das was ihrer Vorstellung entspricht. Das ist wie ein Makel. Etwas was man am besten verheimlicht und versteckt.


    Es ist halt so schwer für mich, denn ich bin so unsicher was das Kind betrifft: wie soll ich mit dem Kind umgehen? Wie pflege ich es? Wie ziehe ich es richtig an ohne ihm wehzutun oder es zu warm/zu kalt anzuziehen? Wie bade ich es richtig? Wie stille ich es richtig? Wie halte ich es richtig? Usw. Ich weiß das alles nicht und wenn ich dannso Vorwürfe höre, dass man besser keine Kinder kriegen sollte, wenn man das nicht weiß und nicht einschätzen kann was von den Hebammen-Aussagen richtig und falsch ist, dann entmutigt mich das total. Ich habe einfach keinen richtigen Halt - die Hebamme sagt was aber meine Mutter sagt das wäre falsch, meine Mutter sagt was aber die Hebamme sagt anders wäre es besser. Und wenn man dann im Internet oder in Büchern nachliest, kriegt man direkt noch eine 3. Meinung!

    Meine Tochter ist ein Endteenager und wenn sie nun schwanger werden würde, wäre das mitten in der Ausbildung/Studium.

    Wenn sie sich für das Kind entscheiden würde, würden wir Eltern/Großeltern zusammen mit ihr überlegen, wie wir das hinbekommen, z.B. dass das Kind vormittags bei uns ist oder ich mich um die KiTa kümmere, Babysachen anschaffe oder bei ihr übernachten würde, damit sie abends mal raus kann.

    Oder sie würde mit Kind wieder zurück in´s Haus ziehen, was wir dann umbauen würden etc..,

    Insofern:

    wenn Deine Mutter Dir nicht helfen will, lass ´ sie außen vor.

    Es ist auch möglich, dass dieses Kind Deine einzige Chance auf eine eigene Familie ist,

    man weiß es nicht - und das wäre dann langfristig doch schlimmer, als für ein paar Jahre alleinerziehend zu sein.

    und wenn du 5 mütter fragst, bekommst du noch 6 meinungen dazu.


    jede mutter ist beim ersten kind unsicher, das ist doch völlig normal!

    lässt sich aber alles lernen.

    obwohl ich selber 2 kinder habe, war ich bei der enkelmaus wieder ungefähr so :-oals ich das erste mal umziehen und wickeln sollte (noch im krankenhaus). da war wieder das gefühl "ich mach sie kaputt!!!" nee, nix kaputt gemacht. und auch meine tochter, die mit 20 keine ahnung hatte, hat alles gelernt und hervorragend gemacht - weil sie es wollte. vieles genau so, wie ich früher mit meinen kindern, einiges auch anders.

    Das mit der Generation deiner Eltern glaube ich nicht direkt. Denn wenn du 28 bist hätten sie mindest 60 sein müssen bei deiner Geburt im dieser Generation (böse Scheidung, kein Ehemann) anzugehören. Oder eben sehr traditionell (wahrscheinlicher).


    Du musst nicht vorab wissen wie oft man ein Baby badet. Woher auch und warum? Das ist Wissen und das sind Fähigkeiten die man lernt wenn es so weit ist. Mit Hilfe von Leuten die es wissen (Hebamme oder qualifizierten Autoren). Mütter kann man da befragen, kein Zweifel, aber das schöne: als erwachsene Person muss man nicht mehr alles machen was Mama meint.

    Wie man mit ienem Kind/Baby umgeht, wusste ich bis nach der Geburt unseres ersten auch nicht - woher auch????

    Die Krankenschwestern haben mich deswegen blöd angemacht - obwohl ich einen Mann dazu hatte...

    also da ist kein Zusammenhang zwischen Unsicherheit und Beziehungsstatus. Das machen wohl alle werdende Mamas durch - und denken trotzdem nicht gleich an´s abgeben ...

    das kommt erst, wenn die kids so 3 - 5 Monate sind und die Nächte nicht mehr existent ....

    Danke, dass ihr mir Mut macht!


    Ja, ich bin erwachsen, aber ich habe Angst vor dem was auf mich zukommt. Und ich habe Angst Fehler zu machen und bin traurig, dass ich alleine bin. Klar, ich habe Eltern, Geschwister und Freunde - trotzdem fühle ich mich oft sehr alleine. Insbesondere, wenn z.B. in Kursen oder bei Infoabenden immer davon geredet wird war der Kindspapa dann macht, was seine Aufgaben sind usw. Und bei der Geburt werde ich auch alleine sein - meine Freundinnen wohnen zu weit weg um mitgehen zu können, meine Geschwister und mein Vater möchten nicht mitgehen und bei meiner Mutter habe ich Bedenken (nicht, dass sie den Arzt oder die Hebamme oder mich während der Entbindung dann anpfeift, weil irgendwas nicht so gemacht wird wie sie es will - z.B. dass ich eine PDA haben möchte oder dass der Arzt die Saugglocke verwenden oder einen Kaiserschnitt machen möchte), d.h. ich werde mich alleine im KH anmelden müssen, alleine im Kreißsaal sein, alleine nach der Geburt das Kind in Empfang nehmen. Das ist nicht schön.

    Das gute am Kinderkriegen ist ja, sie kommen nicht gleich morgen auf die Welt. Und wenn das Kind dann da ist, wächst du in deine Rolle rein. Du lernst dein Kind kennen und dein Kind dich. Ehepaaren geht es beim ersten Kind nicht anders. Nur dass sie gemeinsam nicht wissen wieso das Kind nun schreit oder wieso es nicht zunimmt und und und.


    Scheu dich nicht deine Hebamme anzurufen wenn du dir unsicher bist, dafür ist sie da. Und nach ein paar Wochen seid ihr sicher ein eingespieltes Team :)*


    Und wer sagt, dass du nicht noch einen Mann treffen wirst, der dein Kind so liebt als wäre es sein eigenes? Denn auch das ist heute ganz normal.