@wia

    Zitat

    Das bringt doch nix! Wenn da einer mit einem dicken Schlitten vorfährt, klar schaut man da hin, aber spätestens wenn er den Mund aufmacht und da kommt nur Mist raus, hat sich das erledigt.

    Richtig, man hat aber erstmal hingeguckt und zugehört. Den kleinen einfühlsamen Studenten, der auch zum Hengst werden kann, aber mit seinem alten Fiesta in der Seitenstrasse geparkt hat, den hat man erst gar nicht wahrgenommen, obwohl man sich mit ihm bestimmt prima unterhalten und sich bei ihm geborgen fühlen kann etc. Und was ist wenn der Typ mit der dicken Karre diese fährt weil sie eben IHM gefällt und er dazu noch was in der Birne hat und vielleicht sogar trotzdem einfühlsam und gut im bett ist ? was dann, tja ...schade...ignoriert....die vermeintlich fahrende Schwanzverlängerung.

    Zitat

    Mann ist eben kein richtiger Mann, wenn er nicht jederzeit in der Lage ist, einen Ständer zu kriegen. Wieso definieren Männer scheinbar ihr Selbstbewusstsein darüber, eine Errektion zu haben, während Frauen ihr Selbstbewusstsein nicht darüber definieren, feucht zu werden?

    Vielleicht weil es Gleitmittel deutlich länger gibt als Viagra, Levitra ?? und Co. und es bei der Feuchtigkeit der Frau abhängig von tausend Faktoren wie Zyklus, Stress, körperlichen Gegebenheiten usw. stärkere Unterschiede gibt als: steht oder steht nicht.


    Laut der gesellschaftlichen Konditionierung ist der Mann doch immer noch der unfehlbare, immer starke und allseits potente Beschützer der Frau. Das hat die Gesellschft ja über viele Jahrtausende so heraufbeschworen. Da muss man sich nicht wundern wenn sich sowas festfrisst.


    *:)


    PS: Sorry für mein letztes Zitat-Chaos

    Zitat

    Ist es nicht traurig, mit was man heute Geld macht?

    Nein, traurig ist, dass es Menschen gibt die soetwas (vermeintlich) brauchen.


    Du hast mal geschrieben, das du CD machst. Damit verdienst du dein Geld. Wenn wir nicht in einer oberflächlichen Gesellschaft leben würden, wäre so etwas nicht notwendig.

    meerman

    Zitat

    Die menschliche Sexualität hat sich aus dem reinen Trieb heraus entwickelt.

    Ja und? Sie ist aber keiner mehr! Was interessiert heute, woraus sich etwas von Millionen Jahren entwickelt hat? Die Sexualität hat sich aus der ungeschlechtlichen Fortpflanzung entwickelt durch Zellteilung. Und? Zuück zu den Ursprüngen, zurück zur Zellteilung?

    Zitat

    dass er ein schönes/dickes Auto fährt, werden sie abgeschreckt?

    Wenn sie ihn erst kennen lernen und er zufällig ein tolles Auto fährt, kein Problem. Ich würde aber mit einem Mann, der ein dickes Auto fährt und einen teuren Anzug trägt, gar nicht erst ein Gespräch anfangen, weil ich davon ausgehe, dass er nicht zu mir passt. Solche Männer, die auf Äußerliches bedacht sind, wollen nämlich auch oft eine Frau, die vor allem, genauso wie das Auto, ihren Status weiter aufwertet. Eine attraktive, modellmäßige Frau an seiner Seite haben, macht bei anderen Eindruck. Ich möchte aber für niemanden das Aushängeschild sein, damit er auf andere Eindruck macht. Indem er sich mit materiellen Dingen aufwertet, wirkt er auf mich eben wie ein materiell denkender Mensch (was ja nahe liegt) und materiell denkende Menschen sehen mich wohlmöglich auch als materielle Investition, um ihren Status zu erhöhen. Da kann ich drauf verzichten.

    @meerman

    Ist aber meines Erachtens gar nicht sooo weit hergeholt. Wenn ich einen Typen kennenlerne und der zeigt mir seinen megateuren Protzschlitten (womöglich noch mit der Andeutung, wie viel das gute Stück gekostet hat), fährt der sich ganz schön Minuspunkte ein. Wenn er ansonsten der absolute Traumtyp ist, würde ich ihn deswegen sicherlich nicht verlassen, aber es fällt mir schwer, mir vorzustellen, dass so einer für mich ein absoluter Traumtyp sein könnte.

    das mit den erzeugten Bedürfnissen...

    Was soll das? diese unterscheidung bringt hier nichts. Liebe ist auch eine relativ später Erfindung der Menschheit. In vormodernen Zeiten war das alles ganz anders. Liebe gab es nicht. Man hat seine Kinder nach wirtschaftlichen Aspekten verheiratet.


    Ich bin nicht unbedingt froh, dass das heute so individualisiert ist. Denn das ist genau der Ursprung unseres Problems, gesellschaftlich-historisch gesehen. Aber zurück zu den alten Zeiten? Geht nicht. Wollen wir auch nicht mit all den Konsequenzen.


    Diese Girlfriend-Services zeigen mir aber, dass das Problem, das wir haben, wohl doch weiter verbreitet ist, als man annimmt. schwacher Trost.

    disappointed

    Zitat

    Den kleinen einfühlsamen Studenten, der auch zum Hengst werden kann, aber mit seinem alten Fiesta in der Seitenstrasse geparkt hat, den hat man erst gar nicht wahrgenommen, obwohl man sich mit ihm bestimmt prima unterhalten und sich bei ihm geborgen fühlen kann etc.

    Irrtum. Diese Horden von Anzugträgern in schicken silbernen Autos, die übersehe ich vollkommen. Auffallen würde mir der Manager, der mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt.

    Zitat

    und es bei der Feuchtigkeit der Frau abhängig von tausend Faktoren wie Zyklus, Stress, körperlichen Gegebenheiten usw. stärkere Unterschiede gibt

    Die meisten Errektionsstörungen sind ebenfalls psychisch bedingt und nicht organisch und sich abhängig von Faktoren wie Stress. Das ist also keine Erklärung.

    Zitat

    Laut der gesellschaftlichen Konditionierung ist der Mann doch immer noch der unfehlbare, immer starke und allseits potente Beschützer der Frau. Das hat die Gesellschft ja über viele Jahrtausende so heraufbeschworen. Da muss man sich nicht wundern wenn sich sowas festfrisst.

    Da stimme ich dir zu. Aber nach 30 Jahren Emanzipation, wo viele Frauen sich selbst beschützen und ernähren können und selber stark sind und eben nicht mehr die Rolle der hilflosen Frau spielen, sollten doch langsam auch Männer mal von diesem Tripp ruter kommen. Stattdessen geben sie aber mitunter den Emanzen die Schuld, dass sie ihr Mannsein nicht mehr ausleben können und die bösen Frauen auf andere Dinge Wert legen, als auf einen unfehlbaren und allseits potenten, starken Beschützer.


    Anais beschrieb ja, wo sie bei ihrem Freund drauf Wert gelegt hat. Ich bschrieb das ebenfalls. Aber die Männer bestehen weiterhin auf ihre Klischees, so als wäre die Entwicklung blind an ihnen vorbei gegangen. Das nenn ich dann eben Ignoranz. Wieso ist es vielen Frauen gelungen, sich von diesen Rollenklischees zu befreien und wieso scheinen sich Männer aber vehement zu wehren, davon wegzukommen? Die Reaktion der Männer besteht dann aus Obermachosprüchen wie: "Du brauchst mal wieder einen, der sich richtig durchfickt".

    Zitat

    Ja und? Sie ist aber keiner mehr!

    Äh, Sexualität wurde durch die gesellschaftlichen Entwicklungen in gewisse Formen gepresst, aber wenn nicht aus Trieb, warum haben wir dann Sex? Weil es Spaß macht und was wird durch den Spaß befriedigt? Genau, der Trieb :)^


    Dieser Trieb ist es letzendendes der uns auf Partnersuche gehen lässt.


    Auch heute noch........


    Was da jetzt Zellteilung mit zu tun hat???

    Zum Thema Materialismus..

    .. insbesondere der S-Verlängerung Auto. Ich hab den Spieß umgedreht. Mittlerweile sind ja mein ins "Beuteschema" passende die auf eigenen Füssen stehende Weibchen um die 30.. Da schaue ich schon ein BISSCHEN, was sie z.B. für Auto fährt. Ist es eine runtergelumperte 15-jährige Karre, wie z.B. der Panda meiner Ex, der nichtmal durch den TÜV gekommen ist und es das heiligste Auto der Welt war? Oder ist sie lieber so schlau und fährt einen jungen (Klein)wagen, der 1000mal wirtschaftlicher ist?


    Neuen Bekanntschaften gegenüber erwähne ich mein Auto nie, es sei denn, sie fragen danach. Ich hab eins und gut.


    vg Taschenwolf

    disappointed

    Zitat

    ist doch auch nichts anderes ein Schmalspur-Girlfriend-Angebot.

    Aber vielleicht ist dir ja aufgefallen, dass es sich hier um eine Satire handelt, also ich gerade diese ganzen Status-Geschichten damit kritisch darstelle. Es ist ja genau eine Kritik an diesem ganzen Status-Denken. Es gibt da nämlich auch die Dienstleistung, dass man sich ein schickes Auto vor die Tür stellen lässt, um seinen Status aufrechtzuerhalten. Die Satire besteht ja gerade darin, so zu tun, als sei das Problem der neuen Armut durch Arbeitslosigkeit, dadurch gelöst, dass man den Schein aufrechterhält. Das Problem der Armut selber wird nicht gelöst, eben "Arm sein muss keine Schande sein, wenns keiner merkt".

    dj element of crime

    Zitat

    In vormodernen Zeiten war das alles ganz anders. Liebe gab es nicht.

    Das stimmt nicht. Soll ich dir hier mal ein Liebesgedicht aus dem alten Babylon posten? Oder im alten Ägypten gabs die auch. Romeo und Julia wurde auch nicht gerade in diesem Jahrhundert geschrieben.

    Zitat

    Diese Girlfriend-Services zeigen mir aber, dass das Problem, das wir haben, wohl doch weiter verbreitet ist, als man annimmt. schwacher Trost.

    Das Problem, dass Omas vier Wochen tot in ihrer Wohnung verwesen, bevor es irgendwem auffällt, gabs zur Zeit der Großfamilien auch nicht. Es ist heute allgemein viel schwieriger geworden, soziale Kontakte anzubahnen und zu pflegen. Das wird aber dadurch nicht besser, indem man suggeriert, man könne sich das ersatzweise kaufen. Interessanter Weise ist es ein Wohlstandphänomen. Wenn ich kein Geld habe, um mir alles kaufen zu können, muss ich um so mehr meine sozialen Netzwerke pflegen und wie hört man auch oft alte Menschen sagen? "In schlechten Zeiten halten die Menschen zusammen". Ich bin aber nicht dazu gezwungen, nur weil mir das so suggeriert wird, diesem Denken zu folgen.

    meerman

    Zitat

    Äh, Sexualität wurde durch die gesellschaftlichen Entwicklungen in gewisse Formen gepresst, aber wenn nicht aus Trieb, warum haben wir dann Sex?

    Schon bei den Primaten hat Sex vor allem eine soziale Funktion, nämlich das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken. Hierzu Fachmeinungen:


    "Sexualnormen und Sexualverhalten sind also historisch, sozio-kulturell und somit interkulturell unterschiedlich bedingt. Soziologische, ethnologische und psychologische Forschungen haben immer deutlicher die ungeheure, alle überkommenen Vorstellungen sprengende Variabilität und Plastiztität der menschlichen Sexualitäten enthüllt. Einen besonders eindrucksvollen Beleg dafür lieferte etwa der Cross Cultural Survey der Universität Yale (bzw. die Human Relations Area Files, Inc.), wo Material von rund 200 Kulturen gesammelt ist.


    Daher kommt für die Klärung der meisten Fragen, die mit dem sexuellen Erleben und Handeln der Menschen zusammenhängen, den in einem erweiterten Sinn sozialwissenschaftlichen Forschungsperspektiven und -methoden eine überragende Bedeutung zu.


    Die Normen, Werte und Bedingungen, unter denen wir leben, die Art und Weise, wie wir Sexualität "gelernt" haben, die sozialen Grundlagen, Bedingungen und Formen der sexuellen Beziehungen, die wechselseitigen Zusammenhänge von Geschlechtlichkeit, Verhalten, Gesellschaftsstruktur und Moral, mit einem Wort: die psycho-soziale Organisation der Sexualitäten: diese im weiteren Sinn sozialen Faktoren bilden den Gegenstand sozialwissenschaftlicher Sexualforschung."


    (Quelle Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung und Soziologie)


    Nun erleben wir Menschen Sexualität nicht nur als Weitergabe unserer Gene, sondern als Lust und - seltener - Befriedigung. Nicht nur der Mensch, sondern auch zahlreiche höher entwickelte Säugetiere können ihre Sexualität durchaus von der Zeugungsfunktion trennen.....Nicht nur Homosexuelle haben allen Ideologen zum Trotz die Sexualität von ihrer Fortpflanzungsfunktion befreit und als pures und - in repressionsfreien Gesellschaften - gebilligstes Vergnügen entdeckt. Auch unter heterosexuellen Paaren ist der Zeugungswunsch oder auch nur eine Zeugungsbereitschaft wohl das seltenste Motiv geschlechtlicher Vereinigung. Vielleicht jeder 1000ste Geschlechtsverkehr führt in den Industriestaaten zu einer Befruchtung, und längst nicht jede der wenigen Schwangerschaften ist gewollt. Im gleichen Maße aber, wie die Sexualität ihre Zeugungsfunktion verlor durch die Anwendung der nur dem Menschen möglichen bewusste Empfängnisverhütung, gewann ihre soziale Funktion an Bedeutung. Sogar schon unsere nächsten Verwandten, die Bonobos, haben die Sexualität als einen wesentlichen Bestandteil ihres Sozialgefüges entdeckt.


    "Nun, auch ich komme aus der Zunft der Psychoanalytiker, ich kann aber diesem Kollegen nicht ganz zustimmen, und zwar aus folgenden Gründen. Das Wichtige erscheint mir doch, daß Triebe nicht von Haus aus am Menschen sind, sondern, daß Triebe eine "sekundäre Angelegenheit" sind, wie selbst traditionelle Analytiker sagen. Das heißt, dort, wo etwas im menschlichen Leben triebhaftnicht mehr steuerbar ist, sei es nun Aggression oder Sexualität, dort ist es eigentlich schon ein Symptom einer gestörten Beziehung. Das Primäre ist


    sozusagen das Beziehungsverhalten, das Sekundäre ist das Triebhafte, und nicht umgekehrt. Wir kommen nicht als Triebwesen auf die Welt und müssen dann ein Leben lang unsere Triebe bändigen und in soziale Bahnen hineinbringen, sondern umgekehrt. Wir kommen als Menschen auf die Welt, die fähig sind, soziale Bande einzugehen. Und wenn diese Beziehungsfähigkeit des Menschen hier in irgend einer Form gestört ist, dann kann ein Symptom triebhafte Aggression, triebhafte Sexualität sein."


    (Quelle unbekannt)


    "Der Versuch der Menschheit das sexuelle Verhalten des Menschen zu regulieren, fußt auf der Annahme, das sexuelles Verhalten triebbedingt sei. Wie jedoch das Beispiel von "Victor" 1[?] gezeigt hat, ist dem nicht so. Sexuelles Verhalten muß erst erlernt werden. Ansonsten sind eine Vielzahl aggressiver und destruktiver Verhaltensweisen im Zusammenhang mit Pubertät erkennbar. Außer einer Vorliebe weibliche Gesellschaft aufzusuchen, findet sich jedoch nichts was an ein sexuelles Verhalten erinnert. Das muß erst erlernt werden, und erfolgt in der Regel durch:


    " die liebenden Eltern, " in Relation dazu einhergehend mit dem Einsetzen der Autoerotik (im ersten bis vierten Lebensjahr) 2 und " der Aufklärung über das So-soll-es-Sein im Sexuellen.


    Wie so gesehen weiterhin vom "a priori" der Triebsublimierung ausgegangen werden kann, die ein kulturelles Leben in jedem Fall verlange, bleibt unklar. 3 Ohne einen biologisch fertig ausgeformten sexuellen Trieb gibt es nichts, was sublimiert, d.h. kulturell umgebildet, werden könnte. Die Triebideologie Freuds einschließlich seiner Sublimierungstheorie ist, in der Rückschau betrachtet, eines der größten Mißverständnisse des 20. Jahrhunderts. Biologie und Kultur stehen sich nicht gegenüber, sie gehen von Anfang an miteinander einher." (von Joachim Sombetzki, kritische Männerforschung)