Bordellbesuche

    Hallo zusammen,


    ich, m25, habe seit kurzem wieder eine neue Freundin. Es läuft auch alles super, aber es gibt da doch diesen schwarzen Fleck aus meiner Vergangenheit.


    Und zwar war ich vorher lange single und war zugegebenermaßen seit ich 22 bin häufiger in Bordellen unterwegs. Mal jede Woche, mal nur ein Mal im Monat. Ich schätze aber so in den 3 Jahren so zwischen 80 und 100 Mal. Ich hatte deswegen auch kein schlechtes Gewissen. Ich habe es als klare Dienstleistung gesehen.


    Das Kennenlernen mit meiner jetzigen Freundin war ein eher langsames. Wir haben erst nach 6 Monaten miteinander geschlafen. Als wir uns kennenlernten, habe ich dann auch sofort aufgehört zu Prostituierten zu gehen und habe mich sofort auf alle Geschlechtskrankheiten testen lassen und nach 3 Monaten nochmal. Vorher hätte ich auch nicht mit ihr geschlafen glaube ich.



    Ich habe insgesamt trotzdem ein schlechtes Gewissen gegenüber ihr, weil es wahrscheinlich doch eher unüblich ist, mit 25 schon so oft im Bordell gewesen zu sein. Ich denke, wenn ich ihr von meinen Bordellbesuchen erzählen würde, wäre sie weg.

    Meint ihr also ich sollte einfach schweigen und vergessen, was gewesen ist, oder reinen Tisch machen, um das aus meinem Kopf zu bekommen?


    Die zweite Sache ist, falls sie mal fragen sollte, ob ich mal in einem Bordell war. Sollte ich dann lügen und sagen dass ich nie war oder mit der vollen Wahrheit rausrücken?

  • 27 Antworten

    Wie viel Wert legst Du auf Ehrlichkeit in einer Bezihung? Danach würde ich die Entscheidung ausrichten.


    Ich bin für Ehrlichkeit - aber auch dafür, nur zu fragen, wenn man mit der Antwort auch leben kann.

    Meine Meinung ist, dass Vergangenheit (also das sexuelle Vorleben des Partners) eben Vergangenheit sein sollte. Wenn du denkst, dass sich deine Partnerin aufgrund der früheren Bordellbesuche von dir trennen würde, dann würde ich ihr nichts davon erzählen. Wozu auch?

    Wenn du dich nicht hättest testen lassen, dann hätte ich es fair gefunden, ihr die Wahrheit zu sagen ,weil dann deine Bordellbesuche eben auch ihren Körper bzw ihre Gesundheit betreffen könnten.

    Aber so war es doch nur folgenloser Sex, wie ihn Milliarden Männer auch betreiben und das noch nicht mal während der Beziehung sondern davor.

    Ist ein schwieriges Thema, weil ich einerseits Ehrlichkeit für das Wichtigste halte, man andererseits ja auch eine Privatspäre hat.

    Und was vor eine Beziehung war gehört für mich eindeutig dazu, nicht nur für meine Person sondern auch für die betreffenden Partner/innen aus der Zeit.

    Ich finde deshalb an der Stelle legitim, sich mit Informationen zurückzuhalten.


    Dummerweise kann eine Antwort "Frag nicht", oder auch ein zu langes Zögern beim Fragenden auch wieder in eine falsche Richtung gehen, was sowohl bei der Frage nach der Anzahl Sexpartner (und da kann sowohl zuviele, als auch zu wenige schlecht sein)... für "unübliche" Praktiken, oder eben auch bei dieser Art der Dienstleistung passieren kann.


    Aber direkt Lügen würde ich auch nicht wollen, daher würde ich ehr versuchen, in einer ruhigen Minute, wo das Thema überhaupt nicht akut ist, mit dem Partner darüber zu reden und klar machen, dass beide Seiten die Vergangenheit des Anderen ruhen lassen und keine Fragen stellen, da jeder sein "Päckchen zu tragen" hat und eben nicht jede Frage beantwortet werden kann, ohne die Intimspäre eines Dritten zu verletzen.


    Dann kann man bei einer späteren Frage danach auch darauf verweisen und Schweigen, ohne dass es direkt als "falsche Antwort" gewertet werden könnte.


    Einziger Haken, beim Versuch vorher eine entsprechende Regelung zu vereinbaren, "schlafende Hunde zu wecken" und gleich mit entsprechenden Fragen bombadiert zu werden.

    Da muss man dann eben hartnäckig genug darauf bestehen, dass es nicht um konkrete Informationen geht, sondern eine Grundsatzeinstellung ist.

    Zitat

    Die zweite Sache ist, falls sie mal fragen sollte, ob ich mal in einem Bordell war. Sollte ich dann lügen und sagen dass ich nie war oder mit der vollen Wahrheit rausrücken?

    Also erst einmal: dein Sexualleben als Single ist deine Privatangelegenheit. Daher sehe ich keinen Grund, warum du von dir aus damit jetzt rausrücken solltest.


    Wenn sie allerdings konkret fragen solltest, ob du schon mal bei Prostituierten warst, dann wäre ich auch für die Ehrlichkeit. Aber mal andersrum: warum sollte eine Frau das fragen, zumal du ja noch recht jung bist? Ich vermute eher, dass die Fragen mal kommen werden, mit wem du deine sexuellen Erfahrungen gesammelt hast. Auch da sehe ich es so, dass du da nicht konkret werden musst. Man kann ja sagen, dass man mit mehreren Frauen geschlafen hat. Das ist keine Lüge. Aber ich würde auch sofort dazu bemerken, dass das nun Vergangenheit ist und du es nicht im Detail ausbreiten möchtest, wenn sie weiter "bohren" sollte.


    Ich denke, du solltest da entspannt bleiben. Eine konkrete Puff-Frage halte ich für sehr unwahrscheinlich.

    Zitat

    Aber so war es doch nur folgenloser Sex, wie ihn Milliarden Männer auch betreiben und das noch nicht mal während der Beziehung sondern davor.


    Milliarden Männer? Es gibt vielleicht 3,5 Milliarden Menschen männlichen Geschlechts auf der Welt, davon die Hälfte Kinder oder Greise. Dann sind Bordelle und käuflicher Sex in den allermeisten Ländern der Welt verboten (man denke an S, F, oder andere fundamentalistische Staaten), und dann ist nicht jeder Mann, wo er es dürfte, ein Puffgänger, so dass vielleicht jeder 10. mal in die Verlegenheit kommt. Reden wir also lieber von Millionen...

    Ein so regelmäßiges Besuchen von Prostituierten ist zumindest nicht gewöhnlich.

    Die Frage letztlich: bleibt es bei der Abstinenz im Laufe der Beziehung, oder gibt es eines Tages Rückfälle in die

    Diesen Gedanken würde ich als seine Partnerin haben, wenn ich davon wüsste.

    Also: verschweigen? Wohl am besten.

    Rooly schrieb:
    Zitat

    Milliarden Männer? Es gibt vielleicht 3,5 Milliarden Menschen männlichen Geschlechts auf der Welt, davon die Hälfte Kinder oder Greise. Dann sind Bordelle und käuflicher Sex in den allermeisten Ländern der Welt verboten (man denke an S, F, oder andere fundamentalistische Staaten), und dann ist nicht jeder Mann, wo er es dürfte, ein Puffgänger, so dass vielleicht jeder 10. mal in die Verlegenheit kommt. Reden wir also lieber von Millionen...

    Ein so regelmäßiges Besuchen von Prostituierten ist zumindest nicht gewöhnlich.

    Ja gut- Millionen.

    Ich meinte aber damit nicht unbedingt nur Bordellbesucher, sondern auch ONS Swingerclub Besuche oder Affairen. Jegliche Art von Sex außerhalb einer festen Beziehung.

    An deiner Stelle würde ich zur Notlüge greifen. Auf Prostituierte ist keine Frau gut zu sprechen. Gibst du 1-2 Besuche zu, wird sie misstrauisch und unterstellt dir sowieso mehrere Besuche. Sagst du ihr die Wahrheit ist sie weg.

    Egal was du sagst, es hat immer einen schalen Beigeschmack. Also lieber deine Vorgeschichte verschweigen. Und niemals deine Freundin mit den Profis vergleichen.

    Vermutlich wirklich das Beste, einfach nichts zugeben. Auf keinen Fall das Thema aktiv anschneiden. Und bei Nachfrage mit der Gegenfrage kommen: warum willst du so etwas wissen, denkst du ich betrüge dich mit Prostituierten? Dann sollte sie eigentlich zurückziehen...

    extreme93 schrieb:

    Meint ihr also ich sollte einfach schweigen und vergessen, was gewesen ist, oder reinen Tisch machen, um das aus meinem Kopf zu bekommen?

    Was heißt reinen Tisch? Mit wem willst du reinen Tisch machen? Du bist doch mit dir im Reinen.

    extreme93 schrieb:

    Die zweite Sache ist, falls sie mal fragen sollte, ob ich mal in einem Bordell war. Sollte ich dann lügen und sagen dass ich nie war oder mit der vollen Wahrheit rausrücken?

    Ich habe noch nie verstanden, warum die Vergangenheit eine Rolle spielen sollte bzw. warum es da eine Wahrheitspflicht oder eine Erzählpflicht geben sollte. Ich würde es sagen, dass das ganz einfach nichts mit unserer Beziehung zu tun hat und ich darüber nicht reden will, ganz egal, um welcher Art sexueller Erfahrung vorher gehrt. Lässt auch sehr auf Eifersucht schließen und das ist ein Faß, das keinen Boden hat.


    Digitalwecker schrieb:

    Auf Prostituierte ist keine Frau gut zu sprechen.

    Das halte ich für ein Gerücht. Es ist ein Job, wie jeder andere. Der TE hat eine Dienstleistung bezogen. Allerdings stimmt es natürlich, dass viele Frauen den Gang zu einer Prostituierten, aber auch viele Sexualpartnerinnen des Partners in der Vergangenheit mit Argusaugen betrachten. Darum kann das einzig richtige Vorgehen im Falle, des Falles nur sein: Lügen, lügen, lügen. Sie wollen es nicht anders.

    Ganz klar und hart gesagt: Ehrlichkeit wird in Beziehungen oftmals überbewertet und das Ausschweigen und Beschönigen von Tatsachen ist der Kitt, der oftmals persönliche Bindungen zusammenhält.


    Fast jeder hat irgendwelche schwarzen Flecken in seinem Leben. Bei manchen sind es Bordellbesuche, bei Anderen Steuerhinterziehung, Betrügereien, Gerichtsstreitigkeiten, falsche Verhaltensweisen in der Vergangenheit, was weiß ich.


    Wenn du dich irgendwann soweit fühlst, mit ihr darüber reden zu können, ohne das eure Beziehung zerbricht, fühl dich frei. Ansonsten: Zerstöre dir nicht deine Beziehung durch zu hohe moralische Grundsätze.

    Ehrlichkeit heisst überhaupt nicht alles von sich zu erzählen. Du kannst die Bordelle besten Gewissens verschweigen. Selbst auf Nachfrage musst Du das nicht erzählen. Es gibt durchaus auch in Beziehungen eine Intimsphäre und dazu gehört bspw. auch Masturbation. Wer nicht begreift, dass eine Beziehung keinen Besitzanspruch des anderen bedeutet, der möchte geradezu nicht immer die Wahrheit hören.


    Mach Dir das Leben einfach. Du hast es genossen. Und der Connaisseur geniesst und schweigt. Oder fragst Du Deine Partnerin genau nach deren verflossenen Partnern, deren Eigenschaften usw aus? Falls ja, dann machst Du den gleichen Fehler. Blickt nicht zurück, sondern besser nach vorn!

    Digitalwecker schrieb:

    Auf Prostituierte ist keine Frau gut zu sprechen. Gibst du 1-2 Besuche zu, wird sie misstrauisch und unterstellt dir sowieso mehrere Besuche. Sagst du ihr die Wahrheit ist sie weg.

    So ein Blödsinn. Möglicherweise sind es viele Frauen, die auf das in Anspruch nehmen käuflicher sexueller Dienstleistungen nicht gut zu sprechen sind, aber alle sind es ganz bestimmt nicht.

    Zudem geht es hier nicht um Besuche bei Prostituierten während der Beziehung, sondern vor der Beziehung. Grundsätzlich haben unterschiedliche Menschen verschiedene Einstellungen zu Sexualität und unverbindlichem Sex. Ich persönlich finde es schon wichtig, dass man da ähnliche Sichtweisen hat oder wenigstens die Sichtweise des jeweils anderen akzeptieren kann.

    Das heißt aber für mich nicht, dass man innerhalb von Beziehungen das vorherige Sexualleben im Detail voreinander ausbreiten muss. Was deine sexuellen Erfahrungen vor deiner Beziehung angeht, würde ich schweigen und nur auf Fragen antworten. Lügen würde ich nicht, das ist in meinen Augen Gift für Beziehungen, aber ich würde so schwammig wie möglich bleiben. Dann hat man Raum gegenseitig weiter nachzufragen, sofern einen das interessiert, oder aber das Thema ruhen zu lassen. Manches aus dem früheren Leben des Partners will man ja auch gar nicht sooo genau wissen.

    L.Chatterley schrieb:
    Rooly schrieb:

    Ja gut- Millionen.

    Ich meinte aber damit nicht unbedingt nur Bordellbesucher, sondern auch ONS Swingerclub Besuche oder Affairen. Jegliche Art von Sex außerhalb einer festen Beziehung.

    All die aufgezählten Varianten haben aber einen ganz anderen Charakter als Bordellbesuche. Deshalb ist das schon ein kleiner aber feiner Unterschied.

    avbg schrieb:

    Ehrlichkeit heisst überhaupt nicht alles von sich zu erzählen. Du kannst die Bordelle besten Gewissens verschweigen. Selbst auf Nachfrage musst Du das nicht erzählen.

    Ehrlichkeit bedeutet sicher nicht, dass man ungefragt alles von sich erzählen muss, aber es hat definitiv nichts mehr mit Ehrlichkeit zu tun, wenn man auf Nachfrage etwas verschweigt oder leugnet. Kann man machen und legitim finden, aber ehrlich ist man dann halt nicht.