@ Süntje

    Zitat

    Hexchen, sprichst du aus Erfahrung?

    So ähnlich, wenn du nichts anderes kennst - nur diesen einen Mann...woher soll ich denn wissen ob er wirklich so "gut" ist??? Mir fehlen die Vergleichsmöglichkeiten....und in mir drin ist einen Angst, ohne IHN nicht lebensfähig zu sein...grenzt das nicht schon an Hörigkeit???:-/

    Ich hatte bereits eowyn1 vorgeschlagen, dass sie alles ihrem Mann erzählen soll. Aber nicht hintenrum als Spaßtheater mit anschließender Fragerei, wie seine Antwort wohl zu deuten wäre. Nein, offen, direkt und ehrlich!


    Wenn sie danach aus Liebe zusammenbleiben und in irgendwelche Klubs gehen – meinen Segen hätten sie. o:)

    eowyn

    Zitat

    Ich hab mich oft gefragt, was gewesen wäre, wenn ich episode vor meiner Ehe kennen- und liebengelernt hätte ....bis heute habe ich noch keine definitive Antwort gefunden..

    Die Antwort findest du auch in der Zukunft nicht, denn dazu müsstest du die Vergangenheit verändern. Du kannst dir aber "was wäre wenn"-Szenarien vorstellen, die von Hölle bis Himmel reichen. Realistischerweise wäre aber auch ein Leben mit episode ein ganz normales geworden ;-).

    eowyn

    Zitat

    Mach es, wenn es dir gut tut...!!!:=o :-/ Was soll ich jetzt daraus schließen?

    Ganz einfach: Wenn es dir gut tut, dann mach es. Würde es dir denn gut tun, eowyn? Ich glaube nicht. Und dein Mann vermutlich auch nicht. Deshalb blieb der Scherz ein Scherz und es gibt nichts daraus zu schließen für deine/eure Situation.


    Du wirst ihn schon wissen lassen müssen, was dir gut tut, nur zunächst im Hypothetischen lassen. Ob er dann immer noch sagt: Mach es! ??? ;-).

    Zitat

    An dem Punkt an dem eowyns ehe (*1) und meine ehe (*2) waren, wären viele andere Ehen zerbrochen.

    Diese Erkenntnis ist so zu würdigen, wie die Ehen.


    Ehe1: ihr mann geht notorisch fremd


    Ehe2: frau verweigert intimität


    Wenn ihr euch wohlfühlt in euren Ehen, ist das doch prima!

    Zitat

    ich habe scherzhaft meinem Mann gesagt, dass ich als "Escort-Girl" mir meinen nächsten Traumwagen finanzieren will - Angebote würde es bestimmt geben.....die Antwort von ihm darauf: Mach es, wenn es dir gut tut...!!!:=o :-/


    Was soll ich jetzt daraus schließen ???

    Dann verstehe ich echt nicht, warum ihr nicht gleich beide ehrlich zueinander sein könnt und eine offene Ehe führt??? Ihr poppt ja eh beide auswärts, möchtet aber scheinbar an der häuslichen Gemeinschaft (am gemachten Nest) festhalten :)D

    Liebe, Gehorsam und die goldene Regel

    Bernd schrieb:

    Zitat

    Jetzt wird behauptet, dass der Fremdgeher einerseits seinen Partner liebt, andererseits überhaupt kein schlechtes Gefühl wegen der Fremdgeherei hat.


    Für mich wäre da ein Widerspruch und für mich wäre beides gleichzeitig nicht vorstellbar.

    Die goldene Regel besagt ??bekanntermaßen, darf ich doch annehmen?? : Was du nicht willst, was man dir tu, das füg' auch keinem andern zu. Ich habe Bernd so verstanden, dass er sich auf diese Regel bezieht, denn es gibt ja nicht wirklich einen Widerspruch (wenn ich jemanden verletze, tut es ihm und nicht mir weh - ganz normal), "nur" eine Verletzung dieser Regel. Bernd geht davon aus, dass die goldene Regel eine notwendige Bedingung von Liebe ist: Nicht dass die Regel allein genügt, um von Liebe sprechen zu können, aber dort, wo sie nicht erfüllt ist, gibt es auch keine Liebe. So wird aus dem Widerspruch des Verhaltens zur goldenen Regel ein Widerspruch zur Liebe. Damit kann dann Bernd von dem beschriebenen Verhalten her die Liebe verneinen.


    Ich habe aber Zweifel, dass die goldene Regel hier noch richtig angewandt wird. Als Illustration nehme ich den Gehorsam, der nicht über die goldene Regel eingefordert werden kann. Ins Extrem geschrieben: Muss ich allen Anforderungen an mich genügen, weil ich will, dass andere meinen Anforderungen gehorchen? Da ich nicht will, dass jemand ablehnt, meinen Wünschen zu gehorchen, gehorche ich allen Wünschen, die an mich herangetragen werden? Das kann natürlich nicht sein. Ich schließe daraus, dass die Erfüllung von Wünschen nur freiwillig vom Partner geschenkt werden kann, keineswegs vermittels der goldenen Regel eingefordert werden darf. Insbesondere Wünsche nach Verzicht seitens des Partners halte ich für kritisch: Weil Liebe doch seiner Natur nach Fülle bedeutet, können Verzichtswünsche ebenfalls die Liebe verdorren lassen.


    Wenn aber von beiden Seiten das eigene Fremdgehen als Bereicherung erfahren wird, was wäre das für eine Liebe, die dem Partner diesen Reichtum missgönnte? Wenn aber von beiden Seiten das Fremdgehen des Partners als Schmerz erfahren wird, was wäre das für eine Liebe, die diesen Schmerz des Partners duldete?


    Liebe UND Reichtum UND Schmerz. Ich sehe hierin eine große Spannung, aber keinen Widerspruch. Die Logik hat keine Macht über unsere Gefühle. In so einer Situation erkenne ich zwei Ansätze. Einmal Prions: Bewältigung des Schmerzes. Was genau tut weh? Warum tut es weh? Wie lässt sich der Schmerz auflösen? Verzicht, genauso wie Trennung ist nur Flucht. Zum anderen unseren (Maes und meinen): Konzentration auf die Reichtumspotenziale der eigenen Partnerschaft. Beiden Ansätzen ist gemein, dass man sie nur als Paar zusammen gehen kann. Gibt es hierüber kein Einvernehmen - explizit oder implizit - wird die Partnerschaft keinen Bestand haben.

    LovHus, diese Regel meinte ich nicht.


    Ich kann nicht ein gutes Gefühl für meinen Partner (Liebe) empfinden und gleichzeitig ein gutes Gefühl dabei haben, diesem Partner Schmerz zu bereiten. Da prallen sozusagen die guten Gefühle frontal aufeinander. So einen Zustand würde ich eher als Verwirrung und nicht als Liebe bezeichnen.

    Zitat

    Liebe () UND Schmerz. Ich sehe hierin eine große Spannung, aber keinen Widerspruch.

    Entscheidend ist doch die Richtung. Wenn sie ihn liebt, müsste es sie selbst schmerzen, wenn sie wiederum ihn schmerzt. Wenn sie dieses Gefühl nicht fühlt, dann kann er ihr nicht so wichtig sein. Wenn er ihr nicht so wichtig ist, liebt sie ihn nicht.


    Ich kann kein gutes Gefühl zu einem Menschen haben und gleichzeitig ein gutes Gefühl dabei haben, diesen Menschen weh zu tun.


    Diesen Gefühlswiderspruch kann mir keiner mit logischen Argumenten ausreden. Sorry!

    Zitat

    Die Logik hat keine Macht über unsere Gefühle.

    Zitat

    Wenn sie ihn liebt, müsste es sie selbst schmerzen, wenn sie wiederum ihn schmerzt. Wenn sie dieses Gefühl nicht fühlt, dann kann er ihr nicht so wichtig sein. Wenn er ihr nicht so wichtig ist, liebt sie ihn nicht.

    :)z Das hast du, LovHus, doch weiter vorn auch so gesagt (oder war es im anderen Faden?): "Bei der Liebe bist du angekommen, wenn du ihren Schmerz als deinen spürst." sinngemäß zitiert

    Bernd und Mae

    Zitat

    Ich kann kein gutes Gefühl zu einem Menschen haben und gleichzeitig ein gutes Gefühl dabei haben, diesen Menschen weh zu tun.

    Zitat

    "Bei der Liebe bist du angekommen, wenn du ihren Schmerz als deinen spürst."

    Das sind zwei Schritte auf einer Leiter in Richtung Liebe. Sehe ich auch so :)z.


    Aber im Falle von eowyn ist der empirische Befund nach ihrer Selbstaussage ein anderer. Jetzt können wir das respektieren und versuchen zu verstehen und aus dieser Perspektive Anregungen geben - mein Versuch. Oder aus der eigenen Theorie heraus das Bekundete bestreiten - was immer das bringen soll.


    Der springende Punkt hier ist doch, dass beide Fremdgeher, eowyn und ihr Mann, beide NICHT das Gefühl haben, ihrem Partner weh zu tun, wenn sie fremdgehen. Es TUT zwar eowyn weh, dass ihr Mann fremdgeht, aber das bleibt für ihn abstrakt. Nicht abstrakt ist dagegen inzwischen für eowyn, dass ihr Fremdgehen nichts mit ihrem Mann zu tun hat, so dass sie nachvollziehen kann, dass er ihr eben NICHT weh tut, wenn er fremdgeht. Auch wenn es IHR weh tut.


    Die jetzt anstehende "Operation" ist knifflig: Er muss SEINEN Schmerz spüren, weil sie fremdgeht - aber auf eine Weise, dass SIE ihm NICHT wehgetan hat. Wenn sie zu ihm geht und ihm "offen" gesteht, sie habe einen Geliebten, dann steht zu Recht zu befürchten, dass sie ihm weh tut. Wir haben Konsens, dass das kein gutes Gefühl für eowyn sein wird, schließlich liebt sie ihn und will ihm also nicht weh tun ;-). Seine Lösung besteht ja auch darin, sie nicht wissen zu lassen, dass er fremdgeht, also ist auch sein Fremdgehen kein aktiver Akt des Wehtuns der geliebten Frau.


    Ich kann mir selber zwar nicht vorstellen, wie es möglich ist, fremdzugehen, ohne den "Paarkörper", wie ich es genannt habe, zu verletzen. Aber es gibt durchaus - und auch in unserer Erfahrung - Dinge, die der eine nicht will und der andere trotzdem tut. Trotzdem - nicht weil oder deshalb. Das ist der springende Punkt. Da fallen mir auch ganz einfache Beispiele ein:


    Mutter geht mit Kind zum Impfen. Tut dem Kind weh. Tut Mutter trotzdem. Natürlich nicht weil. Hier steht das langfristige Wohl des Kindes gegen einen kurzen Moment des Schmerzes im Vordergrund.


    Zweites Beispiel, jetzt geht es um die Mutter, nicht das Kind: Mutter geht abends aus. Tut dem Kind weh. Tut Mutter trotzdem. Kind kann bei der Gelegenheit lernen, dass Mutter nicht auf Knopfdruck für es da ist. Aber Mutter geht nicht aus, um dem Kind diese Lektion zu erteilen, sondern weil sie auch mal den Freiraum braucht. Darf sie das, oder geht sie dem Kind "fremd"? Liebt die Mutter ihr Kind noch? Nun, wenn sie an dem Abend an ihr Kind denkt, wird sie sich nicht so gut fühlen. Sollte sie daher auf ihr Eigenleben verzichten? Wäre das gut für sie? Für ihr Kind?


    Drittens, wann nimmt ein Kind schon Rücksicht auf die Mutter und ihren Willen? Lieben Kinder ihre Mütter deshalb nicht? Nein, sie haben nur keine Ahnung, was ihrer Mutter wie weh tut. Die Taten der Kinder kommen aus einer ganz anderen Quelle.


    Natürlich sind Frau und Mann nicht Mutter und Kind. Obwohl... wenn Frau nicht aufpasst :=o;-D. Bei einem Paar geht es immer darum die Grenze zwischen Eigenständigkeit, dem "Ich" und der Gemeinsamkeit, dem "Wir" auszuloten. Für manche gehören eben auch Teile des Sex zum "Ich" und nicht komplett zum "Wir". Wenn das die Partner eines Paares unterschiedlich sehen, muss eine Lösung her, oder es geht auseinander. Bei eowyn und ihrem Mann sehe ich Chancen, weil es offenbar beide gleich sehen, aber den Weg durch den Dschungel der Gefühle bis zu dieser gemeinsamen Einsicht noch nicht gefunden haben. Was nicht ist, kann ja noch werden :)*:)*:)*.

    so etwas passiert nun mal, und wer da behauptet, das kann ihm nicht passieren, der hat wohl sein pulver schon verschossen. Nur wer mit offenen sinnen durch leben geht, dem passiert sowas. Mir übrigens auch. Ich liebe meine frau - und habe mich trotzdem nochmal unsterblich verliebt. Hätte sowas nie für möglich gehalten!


    Und dann muss man damit irgendwie leben - ohne jemandem auf die füße zu treten - ist eine gratwanderung.


    Und trotzdem - dieses gefühl des verliebtseins ist es wert.x:)

    Meine Meinung ist ja bekannt, muss ich nicht wiederholen.


    Möchte nur klarstellen:

    @ LovHus

    Wieso ist meine Aussage "ein Schritt in Richtung Liebe"? Entschuldige, aber du scheinst mich ja komplett gar nicht zu verstehen. Meine Aussage ist das genaue Gegenteil davon!

    @ pretender54

    Ich habe nicht behauptet, dass es mir nicht passieren kann. Nein, mir ist es bereits passiert. Noch dazu mehrmals und in unterschiedlichen Konstellationen. Kann ich jetzt davon ausgehen, dass ich mit offenen Sinnen durchs Leben gehe? Schön.

    Zitat

    die Antwort von ihm darauf: Mach es, wenn es dir gut tut...!!!:=o :-/


    Was soll ich jetzt daraus schließen

    ... dass du als Escort arbeiten könntest mit Einwilligung deines Mannes. Das ist der einzig mögliche Schluss. Es ist immer wieder erstaunlich, wie ehrlich die Menschen doch sind. Und wenn es nur im Nebensatz oder in einem scheinbaren Spässchen versteckt ist - sie sagen alle die Wahrheit. "Biedermann und die Brandstifter" Man muss nur den anderen mal beim Wort nehmen.