LovHus, diese Regel meinte ich nicht.


    Ich kann nicht ein gutes Gefühl für meinen Partner (Liebe) empfinden und gleichzeitig ein gutes Gefühl dabei haben, diesem Partner Schmerz zu bereiten. Da prallen sozusagen die guten Gefühle frontal aufeinander. So einen Zustand würde ich eher als Verwirrung und nicht als Liebe bezeichnen.

    Zitat

    Liebe () UND Schmerz. Ich sehe hierin eine große Spannung, aber keinen Widerspruch.

    Entscheidend ist doch die Richtung. Wenn sie ihn liebt, müsste es sie selbst schmerzen, wenn sie wiederum ihn schmerzt. Wenn sie dieses Gefühl nicht fühlt, dann kann er ihr nicht so wichtig sein. Wenn er ihr nicht so wichtig ist, liebt sie ihn nicht.


    Ich kann kein gutes Gefühl zu einem Menschen haben und gleichzeitig ein gutes Gefühl dabei haben, diesen Menschen weh zu tun.


    Diesen Gefühlswiderspruch kann mir keiner mit logischen Argumenten ausreden. Sorry!

    Zitat

    Die Logik hat keine Macht über unsere Gefühle.

    Zitat

    Wenn sie ihn liebt, müsste es sie selbst schmerzen, wenn sie wiederum ihn schmerzt. Wenn sie dieses Gefühl nicht fühlt, dann kann er ihr nicht so wichtig sein. Wenn er ihr nicht so wichtig ist, liebt sie ihn nicht.

    :)z Das hast du, LovHus, doch weiter vorn auch so gesagt (oder war es im anderen Faden?): "Bei der Liebe bist du angekommen, wenn du ihren Schmerz als deinen spürst." sinngemäß zitiert

    Bernd und Mae

    Zitat

    Ich kann kein gutes Gefühl zu einem Menschen haben und gleichzeitig ein gutes Gefühl dabei haben, diesen Menschen weh zu tun.

    Zitat

    "Bei der Liebe bist du angekommen, wenn du ihren Schmerz als deinen spürst."

    Das sind zwei Schritte auf einer Leiter in Richtung Liebe. Sehe ich auch so :)z.


    Aber im Falle von eowyn ist der empirische Befund nach ihrer Selbstaussage ein anderer. Jetzt können wir das respektieren und versuchen zu verstehen und aus dieser Perspektive Anregungen geben - mein Versuch. Oder aus der eigenen Theorie heraus das Bekundete bestreiten - was immer das bringen soll.


    Der springende Punkt hier ist doch, dass beide Fremdgeher, eowyn und ihr Mann, beide NICHT das Gefühl haben, ihrem Partner weh zu tun, wenn sie fremdgehen. Es TUT zwar eowyn weh, dass ihr Mann fremdgeht, aber das bleibt für ihn abstrakt. Nicht abstrakt ist dagegen inzwischen für eowyn, dass ihr Fremdgehen nichts mit ihrem Mann zu tun hat, so dass sie nachvollziehen kann, dass er ihr eben NICHT weh tut, wenn er fremdgeht. Auch wenn es IHR weh tut.


    Die jetzt anstehende "Operation" ist knifflig: Er muss SEINEN Schmerz spüren, weil sie fremdgeht - aber auf eine Weise, dass SIE ihm NICHT wehgetan hat. Wenn sie zu ihm geht und ihm "offen" gesteht, sie habe einen Geliebten, dann steht zu Recht zu befürchten, dass sie ihm weh tut. Wir haben Konsens, dass das kein gutes Gefühl für eowyn sein wird, schließlich liebt sie ihn und will ihm also nicht weh tun ;-). Seine Lösung besteht ja auch darin, sie nicht wissen zu lassen, dass er fremdgeht, also ist auch sein Fremdgehen kein aktiver Akt des Wehtuns der geliebten Frau.


    Ich kann mir selber zwar nicht vorstellen, wie es möglich ist, fremdzugehen, ohne den "Paarkörper", wie ich es genannt habe, zu verletzen. Aber es gibt durchaus - und auch in unserer Erfahrung - Dinge, die der eine nicht will und der andere trotzdem tut. Trotzdem - nicht weil oder deshalb. Das ist der springende Punkt. Da fallen mir auch ganz einfache Beispiele ein:


    Mutter geht mit Kind zum Impfen. Tut dem Kind weh. Tut Mutter trotzdem. Natürlich nicht weil. Hier steht das langfristige Wohl des Kindes gegen einen kurzen Moment des Schmerzes im Vordergrund.


    Zweites Beispiel, jetzt geht es um die Mutter, nicht das Kind: Mutter geht abends aus. Tut dem Kind weh. Tut Mutter trotzdem. Kind kann bei der Gelegenheit lernen, dass Mutter nicht auf Knopfdruck für es da ist. Aber Mutter geht nicht aus, um dem Kind diese Lektion zu erteilen, sondern weil sie auch mal den Freiraum braucht. Darf sie das, oder geht sie dem Kind "fremd"? Liebt die Mutter ihr Kind noch? Nun, wenn sie an dem Abend an ihr Kind denkt, wird sie sich nicht so gut fühlen. Sollte sie daher auf ihr Eigenleben verzichten? Wäre das gut für sie? Für ihr Kind?


    Drittens, wann nimmt ein Kind schon Rücksicht auf die Mutter und ihren Willen? Lieben Kinder ihre Mütter deshalb nicht? Nein, sie haben nur keine Ahnung, was ihrer Mutter wie weh tut. Die Taten der Kinder kommen aus einer ganz anderen Quelle.


    Natürlich sind Frau und Mann nicht Mutter und Kind. Obwohl... wenn Frau nicht aufpasst :=o;-D. Bei einem Paar geht es immer darum die Grenze zwischen Eigenständigkeit, dem "Ich" und der Gemeinsamkeit, dem "Wir" auszuloten. Für manche gehören eben auch Teile des Sex zum "Ich" und nicht komplett zum "Wir". Wenn das die Partner eines Paares unterschiedlich sehen, muss eine Lösung her, oder es geht auseinander. Bei eowyn und ihrem Mann sehe ich Chancen, weil es offenbar beide gleich sehen, aber den Weg durch den Dschungel der Gefühle bis zu dieser gemeinsamen Einsicht noch nicht gefunden haben. Was nicht ist, kann ja noch werden :)*:)*:)*.

    so etwas passiert nun mal, und wer da behauptet, das kann ihm nicht passieren, der hat wohl sein pulver schon verschossen. Nur wer mit offenen sinnen durch leben geht, dem passiert sowas. Mir übrigens auch. Ich liebe meine frau - und habe mich trotzdem nochmal unsterblich verliebt. Hätte sowas nie für möglich gehalten!


    Und dann muss man damit irgendwie leben - ohne jemandem auf die füße zu treten - ist eine gratwanderung.


    Und trotzdem - dieses gefühl des verliebtseins ist es wert.x:)

    Meine Meinung ist ja bekannt, muss ich nicht wiederholen.


    Möchte nur klarstellen:

    @ LovHus

    Wieso ist meine Aussage "ein Schritt in Richtung Liebe"? Entschuldige, aber du scheinst mich ja komplett gar nicht zu verstehen. Meine Aussage ist das genaue Gegenteil davon!

    @ pretender54

    Ich habe nicht behauptet, dass es mir nicht passieren kann. Nein, mir ist es bereits passiert. Noch dazu mehrmals und in unterschiedlichen Konstellationen. Kann ich jetzt davon ausgehen, dass ich mit offenen Sinnen durchs Leben gehe? Schön.

    Zitat

    die Antwort von ihm darauf: Mach es, wenn es dir gut tut...!!!:=o :-/


    Was soll ich jetzt daraus schließen

    ... dass du als Escort arbeiten könntest mit Einwilligung deines Mannes. Das ist der einzig mögliche Schluss. Es ist immer wieder erstaunlich, wie ehrlich die Menschen doch sind. Und wenn es nur im Nebensatz oder in einem scheinbaren Spässchen versteckt ist - sie sagen alle die Wahrheit. "Biedermann und die Brandstifter" Man muss nur den anderen mal beim Wort nehmen.