Er fühlt sich unterlegen

    Hallo zusammen,

    Ich bräuchte mal einen Rat von euch.

    Seit einigen Monaten habe ich einen neuen Partner, den ich schon viele Jahre kenne, wir waren lange befreundet und irgendwann hat es schließlich doch gefunkt.

    Soweit so gut, es läuft auch grundsätzlich prima... Aber sexuell ist es leider noch etwas holprig.


    Früher in der Schule, wenn man mal drüber nachgedacht hat, ob da nicht doch mehr ist, habe ich mir immer gesagt : "Ne mit ihm, das lässt du lieber bleiben, der hat bestimmt ganz andere Ansprüche und das ist ja suboptimal, wenn es dann am Sexuellen scheitert und auch die gute Freundschaft hin ist."

    (Im Nachhinein ärgere ich mich über diesen Anflug von geringem Selbstvertrauen damals ^^)


    Lange Rede... Genau das Gegenteil ist eingetreten. Rein von der Partnerzahl ist er deutlich erfahrener, ich hatte bisher

    "nur "eine vierjährige Beziehung und 1,5 Jahre lang eine F+/ Affäre (wie auch immer man das betiteln mag). Aber das hat bekannterweise ja nichts zu sagen. Und so ist es auch.


    Er ist zum Teil wahnsinnig verunsichert, weil ich, nach seiner Aussage, komplett anders bin im Vergleich zu meinen Vorgängerinnen. Einerseits findet er es gut, dass ich offener und selbstbewusster bin, aber es ist neu für ihn, der "unerfahrenere Part" zu sein.


    Ich selber habe auch das Gefühl, dass er dadurch etwas gehemmt ist, weil er Angst hat was falsch zu machen.

    Klar versuche ich mit ihm darüber zu reden, nur weiß ich nicht, wie ich damit umgehen soll ohne die angekratzte "Männerehre" noch mehr zu belasten ;-D.

    Ne ernsthaft, war jemand von euch schonmal in einer ähnlichen Situation und kann mir Tipps geben? Ich kenne das nur aus seiner Position, sonst war ich immer die, der etwas gezeigt wurde ^^


    Vielen Dank und liebe Grüße

  • 18 Antworten

    Naja mein Problem ist, dass ich mit dem Sex nicht wirklich zufrieden bin.

    Nicht falsch verstehen, ich finde wenn man jemanden gerne hat, dann kann der Sex gar nicht wirklich schlecht sein.

    Aber es ist überwiegend totaler Standard (muss ja auch nicht schlecht sein^^). Mir fehlt aber etwas...

    Gefühlstechnisch alles fantastisch, aber ich bin weit entfernt vom befriedigt sein.


    Er merkt das auch, aber wenn ich ihm dann etwas vorschlage oder ihm etwas zeige ist er in den meisten Fällen erstmal etwas irritiert und überfordert und wir müssen das ganze unterbrechen.

    Und das sind Dinge, von denen ich eigentlich gedacht hätte, dass sie "normal" sind.


    Wenn ich ihn richtig verstanden habe liegt es nicht an den Praktiken an sich, sondern daran, dass das ganze von mir ausgeht und er sich dann zu passiv fühlt.

    Und ich weiß nicht, wie ich das verhindern kann, dass er "schockiert" ist, ich nehme mich schon wirklich stark zurück.


    Bin das überhaupt nicht gewöhnt. Meine vorigen Partner waren sexuell eher dominant und selbstbewusst und haben sich einfach "genommen was sie wollten" (natürlich nur, wenn ich damit einverstanden war).


    Mir ist klar, dass man sich manchmal erst "einüben" muss und da bin ich auch bereit zu, weil es nachdem der erste Schock sozusagen überwunden ist, auch funktioniert und er wirkt auch nicht so, als wenn es ihm nicht gefällt, was er auch auf Nachfrage bestätigt hat.


    Aber ich möchte halt diese Gespräche zwischendrin vermeiden und ich will auch nicht, dass er sich irgendwie schlecht fühlt.

    Nur weiß ich nicht so ganz, wie man das anstellen soll...

    Ihn quasi unauffälliger zeigen, was er mit mir machen kann, ohne dass er sich fühlt wie ein Schüler.


    Hoffe das ist jetzt etwas verständlicher...

    ramajal schrieb:

    Naja mein Problem ist, dass ich mit dem Sex nicht wirklich zufrieden bin.

    Dann sprich es an.

    ramajal schrieb:

    ich finde wenn man jemanden gerne hat, dann kann der Sex gar nicht wirklich schlecht sein.

    Komische Einstellung. Wenn sich keiner Mühe gibt, kann der Sex natürlich beschissen sein.


    ramajal schrieb:

    Mir fehlt aber etwas...

    Sprich das an.


    ramajal schrieb:

    aber wenn ich ihm dann etwas vorschlage oder ihm etwas zeige

    Z.B.?


    ramajal schrieb:

    Wenn ich ihn richtig verstanden habe liegt es nicht an den Praktiken an sich, sondern daran, dass das ganze von mir ausgeht und er sich dann zu passiv fühlt.

    Komischer Typ. Soll er doch froh sein, dass du da was vorantreibst.


    ramajal schrieb:

    Und ich weiß nicht, wie ich das verhindern kann, dass er "schockiert" ist, ich nehme mich schon wirklich stark zurück.

    Ändere lieber den Typen als deinen Umgang damit.


    ramajal schrieb:

    Aber ich möchte halt diese Gespräche zwischendrin vermeiden und ich will auch nicht, dass er sich irgendwie schlecht fühlt.

    Weiß er das? Sprich genau darüber mit ihm.


    ramajal schrieb:

    Ihn quasi unauffälliger zeigen, was er mit mir machen kann, ohne dass er sich fühlt wie ein Schüler.

    Schenke ihm ein anständiges Buch darüber. Wieso kommt er denn selbst nicht auf solche Sachen?

    Vielen Dank schonmal für die Antwort!

    ramajal schrieb:

    Jaaa okay, da hast du recht. ^^ Hab das als selbstverständlich gesehen, dass man sich Mühe gibt.

    Okay, blöd ausgedrückt von mir. Auch wenn man sich Mühe gibt, es aber eigentlich nicht kann, wird der Sex Mist. ;)

    ramajal schrieb:

    Nur wie? Nicht, dass es eher die Situation verschlechtert...

    Am besten nicht gerade beim Sex. Auch nicht beim Kuscheln. Einfach mal zwischendurch.

    ramajal schrieb:

    Gibt anscheinend Frauen, die das erniedrigend finden...

    Gehörst du dazu? Findet er das komisch? Oder wieso erwähnst du das? :D

    ramajal schrieb:

    Ist das nicht irgendwie ein bisschen zu plump?

    Anscheinend versteht er es anders ja nicht. ;)

    Verhueter schrieb:

    Gehörst du dazu? Findet er das komisch? Oder wieso erwähnst du das? :D

    Ne ich finde das definitiv nicht erniedrigend (natürlich nur, wenn es für beide ok ist). Aber anscheinend alle vorigen Partnerinnen von ihm, deswegen war er z. B. irritiert, dass ich das nicht so sehe.


    Danke für deine Antwort.

    ramajal schrieb:

    Seit einigen Monaten habe ich einen neuen Partner, den ich schon viele Jahre kenne, wir waren lange befreundet und irgendwann hat es schließlich doch gefunkt.

    klingt ein bisschen so, als seien deine erwartungen etwas sehr hoch.

    ich meine, wenn man jahrelang auf jemanden steht und dann ggf. noch mitbekommmt, wie derjenige multiple sexpartnerinnen hat, hält man ihn vermutlich für einen sexgott.

    um mitzuhalten, lernt man möglichst, selbst gut im bett zu sein.


    da ist es dann schon enttäuschend, wenn der sexgott sich als ganz normaler mensch herausstellt.


    ich würde dir daher raten, das ganze nicht mit zu viel druck zu sehen. ihr müsst doch erstmal gucken, ob ihr sexuell überhaupt zueinander passt.

    ansonsten kannst du ihm sicher auch mal sagen, wie du was gern hättest - so lange du auch geduldig bist und ihm die chance gibst, es zu lernen oder sich umzustellen.

    Das meine Erwartungen vl etwas hoch sind kann ich nicht 100%ig abstreiten.

    Aber nicht, weil ich ihn mir als sexgott vorgestellt habe.

    Ich stand ja auch nicht auf ihn, hab ihn vorher wirklich nur als Freund wahrgenommen :D.

    Aber ich hatte davor halt einen "Sexgott" wenn man das so betiteln kann.


    Geduldig bin ich definitiv und ich hätte auch keine probleme, ihm das zu erklären, was ich gerne hätte.

    Nur fühlt er sich dadurch ja scheinbar angegriffen und das würde ich gerne vermeiden.

    Inwiefern beurteilst du das so negativ?

    "versagensängste" sind in dem Gebiet ja nicht unbedingt selten bzw dass man sich unnötig nen Kopf macht und dadurch alles nicht so klappt wie geplant. Oder etwa doch?

    Naja, warum fühlt er sich dadurch angegriffen? Kann er nicht vernünftig mit Dir darüber reden? Offenheit sollte doch in einer Beziehung wichtig sein, oder? Und dazu gehört auch, über eigene Ängste zu sprechen.


    Gruß Andi

    Ich denke auch, dass das wirkliche Problem auf einem Minderwertigkeitskomplex/ bzw Versagensangst deines Freundes basiert und sich eben nun in seinem Umgang mit der Situation wiederspiegelt.

    Man sollte nicht dem Irrtum aufsitzen, dass jemand, der viele Partner hatte, auch automatisch erfahren ist. Denn wenn die diversen Sexpartner zum Großteil eine gehemmte Einstellung zur Sexualität haben, dann kann man eben auch nur bedingte Erfahrungen sammeln, bzw immer nur die gleichen Dinge erleben und den sexuellen Horizont so sicher nicht erweitern.

    Ich frage mich auch, warum dein Freund sich eben nur jene eher gehemmten Frauen ausgesucht hat in der Vergangenheit. Vielleicht damit er sich nicht „bewerten“ lassen muss von einer erfahreneren Frau?

    Du könntest den sanfteren Weg gehen und versuchen ihn nach und nach aus der Reserve zu locken, indem du ihn über positives Feedback in den Bereichen motivierst, die bereits gut klappen und vielleicht nicht ganz so offensiv bist. Das scheint ihm ja Angst zu machen.

    Aber das wird vermutlich ein längerer und auch Frustrations besetzter Weg mit zudem ungewissem Ausgang sein, so wie es sich anhört.

    Auf der anderen Seite solltest du dich auch kritisch mal dahingehend hinterfragen, wie du auf ihn wirkst. Du wirkst hier recht selbstbewusst (was an sich prima ist!). Ich weiß nur nicht, in wieweit du ihm dein sexuelles Vorleben kommuniziert hast ( die 1,5 jährige Freundschaft + zB) und den von dir vorhin erwähnten sogenannten „ Sexgott“.

    All das ist völlig legitim, kann aber für jemanden, der eh ein nicht besonders starkes Selbstwert Gefühl hat ,wie ein Damokles-Schwert wirken.

    Wenn du mit diesem Mann trotz des unbefriedigenden Sex weiterhin zusammmenbleiben willst, würde ich an deiner Stelle erstmal daran arbeiten, dass er das Vertrauen aufbringt, dir zu sagen was eigentlich für ihn daran so angsteinfössend ist, dass du die Aktivere im Bett bist. Dh, ich würde das offene Gespräch suchen, denn im Grunde bestärkst du ihn mit der Vermeidung der offenen Aussprache und deiner Suche nach einer möglichst unauffälligen und eleganten Problem- Lösung nur in seinem Vermeidungsverhalten.

    Man kann auch offene Gespräche auf sehr sensible Art führen.

    Andifreak schrieb:

    Naja, warum fühlt er sich dadurch angegriffen?

    Ich vermute weil er dann ja sozusagen, aus seiner Sicht, in der vermeintlich schwächeren Position ist.

    Kann er nicht vernünftig mit Dir darüber reden? Offenheit sollte doch in einer Beziehung wichtig sein, oder? Und dazu gehört auch, über eigene Ängste zu sprechen.

    Da hast du definitiv recht und er hat es ja auch von sich aus angesprochen.

    Nur konnte er mir nicht sagen, wie ich/wir da am besten mit umgehen sollten und hat das Problem dann klein geredet. Nach dem Motto : ist neu für mich, muss mich bisschen dran gewöhnen und dann geht das.


    Vielen Dank für eure ausführlichen Antworten!!! Ich werde auf jeden Fa weiterhin versuchen darüber zu sprechen und das Bett ich definitiv der falsche Ort dafür :D