Ich habe jetzt zwar nicht alle Seiten durchgelesen, aber ich möchte auch etwas zu dem Thema sagen: Ich kann die TE sehr gut verstehen und mich auch gut in sie hineinversetzten. Zwar hatte ich mein erstes Mal mit 17 (inzwischen bin ich 25), jedoch auch nur ein ONS und seit dem keinen Sex mehr (was auch daran lag, dass mir danach jeder Spaß am Sex vergangen war, aber auch daran, dass ich gemerkt habe, dass ONS nicht mein Ding sind und ich lieber auf den Richtigen warte) wodurch ich mich irgendwann wieder als Jungfrau gefühlt habe, denn einmal is keinmal dachte ich. Ich hatte seit dem eine heiden Angst, was die Männer darüber denken würde und mich deshalb auch nicht wirklich getraut mich auf einen einzulassen. Einpaar mal hatte ich mich dazu überwunden es einem Mann zu gestehen, stieß jedoch jedesmal auf Ablehnung und wurde teilweise sorgar belächelt. Die Jahre vergingen und es wurde eine immer größere Belastung, bis Anfang diesen Jahres. Erst mein Freund hat mir gezeigt, dass Erfahrung nicht so wichtig ist, wenn echte Gefühle im Spiel sind (zu Beginn dachte er noch, ich sei noch Jungfrau). Zwar bin ich noch immer verunsichert, da ich eben noch in der Lernphase bin (klar, man lernt immer dazu, aber ein gewisses "Grundwissen" wird oft vorausgesetzt), doch macht er mir jedesmal aufs neue klar, dass er nicht wegen dem Sex mit mir zusammen ist.


    Ich kann die TE somit verstehen. Wäre mein Freund nicht gewesen hätte ich in naher Zukunft auch mit dem Gedanken einer Alternativen gespielt, denn ab einem gewissen Alter fühlt man sich einfach zurückgeblieben. Mit 25 oder älter möchte man ja unter Umständen auch nicht unbedingt einen 20jährigen oder jünger als Partner, nur weil dieser in etwa den gleichen Erfahrungsstand hat und es einem selbst nicht ganz so peinlich ist, dass man eben noch keine Erfahrung besitzt. Man möchte seinem Partner auch etwas bieten.

    Zitat

    dass Erfahrung nicht so wichtig ist, wenn echte Gefühle im Spiel sind

    Zum einen das.


    Zum anderen finde ich generell, dass Erfahrung hier zu hoch bewertet wird. Denn meiner Ansicht nach gibt es etwas noch viel höheres und wichtigeres, als Erfahrung, das – ganz nebenbei – von Natur aus in jedem Menschen steckt und nicht erlernt werden muss. Und das ist die Leidenschaft, die man dem Menschen gegenüber verspürt. Eine romantisch-sinnlich-sexuelle Motivation, durch die wir einem Menschen wirklich zeigen, wie wichtig er uns ist – eben, indem wir uns um ihn bemühen, – nicht doch dadurch, dass wir per se erfahren und "praktisch" perfekt sind!


    Das gilt doch hier irgendwie beim Sex wie für die ganze Beziehung selbst: Die lebt doch davon, dass man sich um einander bemüht, nicht primär davon, dass beide sich "perfekt" verhalten, weil sie wer-weiß-wie erfahren sind.


    Ich will damit zwar auch nicht sagen, dass praktisches Können nichts bringt – sicher ist es schön, aber für mich ist es nur ein Bonus, keineswegs die Grundvoraussetzung! Wie doof muss man denn sein, einen Partner abzulehnen, der sich sehr um einen bemüht, nur weil er es nicht alles perfekt kann? So jemanden würde ich doch wohl allemal mehr als den "Falschen" erachten, als mir Gedanken um meine mangelnden Erfahrungen zu machen, da es in meinen Augen eine völlig falsche Prioritätensetzung ist.


    Aber auch dann sehe ich sowieso nicht, was man denn so falsch machen kann. Wieso so unsicher sein? Von seinem eigenen Körper und genügend greifbaren Informationen über das andere Geschlecht erfährt man mehr als genug "Theorie". Wenn die besagte Leidenschaft gegenüber dem Partner zündet, wieso sich – salopp gesagt – nicht einfach an den Menschen "ranschmeißen", ausprobieren, Leidenschaft ausleben? Ich sehe da wirklich nicht, was man so falsch machen kann, dass es diese Überbewertung von Erfahrung rechtfertigen würde. Falsch ist, wenn man nur da sitzt und sich nicht traut, weil man sich unnötig wegen vermeintlich fehlender Erfahrung hemmt! Es verlangt vielleicht noch etwas mehr Mut als normalerweise mit einem neuen Partner. Aber je mehr Leidenschaft, desto weniger Mut ist wiederum nötig.


    Also ich kann da nur aus eigener unerfahrener Erfahrung sprechen. ;-) Ich bin den Mädchen bisher auch noch nicht so nahe gekommen, wie ich es mir wünsche, aber ich spüre, wie die Leidenschaft für sie regelrecht in mir brennt: Ich spüre einfach, wie sehr ich auf einzigartige Art und Weise Gefallen an ihnen finde. Und daher mache ich mir überhaupt keine Sorgen wegen mangelnder Erfahrung, weil ich genau weiß, dass ich dieser Leidenschaft einfach freien Lauf lassen werde, wenn der Moment einmal gekommen ist. Das macht vielleicht nicht den perfekten Liebhaber vom ersten Tag an, aber es garantiert, dass sie spüren wird, wie sehr ich mich für sie interessiere und mich um sie bemühe.


    Soll heißen: "Gut im Bett" ist zunächst doch vor allem, wer ganz bei der Sache ist und sich bemüht! Das Können an sich kommt dann doch von alleine, mit der Zeit. Liebe im Bett ist doch nicht reibungslose Befriedigung, sondern eben dieses Engagement, dieser leidenschaftliche Einsatz für den Partner und eben für so schöne sexuelle Erlebnisse, wie möglich.


    Und außerdem: Ich persönlich fände es überdies sogar noch schöner, wenn sie noch unerfahren ist. Gar nicht mal, weil ich selbst noch "unerfahren" bin, sondern vielmehr noch, weil es dann doch für sie auch noch wirklich etwas Besonderes, etwas Neues ist. Und nichts, was sie schon zig Mal gehabt hat und evtl. gar zu einer Art Gewohnheit verkommen ist. Da ist noch Potenzial für echte, lebendige Neugier; und diese Neugier zu spüren fände ich gerade so schön! Sie muss diese Neugier nur frei ausleben und sich nicht durch unnötige Unsicherheit hemmen. Sie muss einfach aktiv, aber doch keineswegs perfekt sein!