RajMerchant

    Zitat

    Und von List und Tarnung mußt du ausgehen wenn du weißt, was ein Alpha-Schimpanse mit einem gruppenfremden Männchen anstellt

    Anders siehts aber in Bonobogruppen aus, die genauso mit uns verwandt sind und wo die Weibchen das Sagen haben. Wenn du also ein "So ist es und das ist die Regel" begründen willst und zwar ohne ein "Es kann auch anders sein", musst du jegliche Gegenbeispiele, wie z.B. die Bonobos, ignorieren. Dann gibts auch noch Synergien und Kooperation. Z.B. der Fischschwarm von kleinen Fischen, der von weitem für einen Fressfeind aussieht, als sei es noch ein größerer Fisch. Oder die Fischart, bei der es zwei Sorten von Männchen gibt: die Starken und welche, die genauso aussehen wie die Weibchen (sozusagen Frauenversteher) Beide haben gleich viel Erfolg bei der Fortpflanzung, aber mit unterschiedlicher Strategie.


    Damit will ich sagen, dass es genug Gegenbeispiele gibt, die zeigen, dass es nicht DIE richtige Strategie gibt, die zum Erfolg führt, sondern verschiedene nebeneinander und daher kann man auch keine absoluten Regeln ableiten. Gerade beim Menschen ist schon der Begriff "Erfolg" extrem schwammig. Will ich z.B. lieber einen Mann, der gut Kohle ranschafft, oder einen, der sich liebevoll und gleichfalls um die Kinder kümmert, weil ich selber gut verdiene? In einer technologisch geprägten Welt machen sportlich völlig unterbemittelte Computerfreaks erfolgreiche Karriere, im Dschungel hätten sie hingegen schlechte Karten. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Sozialkompetenz, die zu Erfolg führt. Kann ich gut mit anderen kooperieren, kann ich deren Kompetenzen mit nutzen. Es bilden sich Synergien und daher sind oft diese Verkäufertypen, die gut im Socialising sind, sehr erfolgreich, obwohl sie vielleicht sonst nix können. Es führen also sehr verschiedene Wege zum Erfolg und mich stört dieses recht undifferenzierte und simple lineare, kausale Denken, was ihr hier an den Tag legt, so als habe die Wirkung nur eine festgelegte Ursache und eine Ursache nur eine bestimmte Wirkung. Die Realität ist nicht kontinuierlich, nicht linear und schon gar nicht gleichmäßig linear (siehe Chaosforschung, kleine Ursache, große Wirkung).


    Deine Erklärung lässt die Komplexität völlig außer Acht, sondern geht von einer Konvention aus, auf die du alles überträgst. Du gehst von der These aus, dass derjenige, der sich auf irgendeine Art kämpferisch durchsetzt, Erfolg hat und ausgehend davon, ist deine Wahrnehmung so subjektiv geprägt, dass du alles genau in deine gewünschte Richtung deutest. Die Evolution baut auf eine Verkettung von Zufällen auf. Anderer Zufall und es könnte alles komplett anders sein. Es ist aber für das menschliche Denken so schön einfach und "sauber", wenn man sich so ein schön lineares Erklärungsgerüst konstruieren kann.


    "Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners" (Heinz von Foerster)


    Frag mal die Quantenpysiker nach der Eindeutigkeit von Ursache und Wirkung...

    Zitat

    Vielleicht kann man aber das Wort "körperliche Stärke" durch "kämpferische Stärke" ("kämpferische Fähigkeit") ersetzen.

    Erfolg haben kann man ebensogut durch Kooperation. Es gibt sogar eine Computersimulation, die zeigt, dass dies langfristig sogar viel erfolgreicher ist. Für Kooperation braucht man keine Stärke, sondern Sozialkompetenz und da ist das Gegenteil von "kämpferischen Fähigkeiten" erfolgreich. Alle kämpferischen "Helden" (oder kämpferische Nationen) waren zumeist nicht langfristig erfolgreich. Diese Sichtweise des Kampfes, die ihr hier verteidigt, ist extrem eingeschränkt, weil sie ganz viele Beispiele von anderen Lösungen völlig außer Acht lässt. Es ist auch nicht im Sinne der Evolutionsthese, denn da geht es nur nachträglich darum, was erfolgreich war und nicht darum, dass man sich für Erfolg kämpferisch durchsetzen muss. Das ist eine Behauptung, von der die Evolutionsthese gar nichts sagt.

    RajMerchant

    Zitat

    welches das überlegene Prinzip ist

    Meine Antwort darauf


    It depends!


    "Überlegenheit" oder "Erfolg" ist immer etwas, was nur im Wechselspiel mit dem Bedingungen erfolgreich ist. Ein Manager, der auf Grönland vom Robbenjagen überleben soll, ist ganz schön aufgeschmissen. Ein Eskimo, der erfolgreichste Jäger seines Stammes, wird hingegen in unserer Kultur nicht erfolgreich mit seinen Stärken sein. So wie ich dich aber verstehe, versuchst du allgemeingültige Kriterien für Erfolg aufzustellen, nämlich welche, die in irgendeiner Weise auf "Kampfkraft" (körperlich oder intellektuell: also "List") zurückzuführen sind. Diese Sichtweise finde ich zu banal. Es gibt nicht EINE erfolgreiche Strategie, sondern der Erfolg hängt von den Umständen und Umweltbedingungen ab. Man kann also m.E. nicht grundsätzlich sagen, was erfolgreich ist, sondern höchstens sagen, was unter bestimmten Umständen erfolgreich ist. Ändern sich die Umstände z.B. sehr schnell, ist der kreative Mensch besonders erfolgreich, weil er besonders schnell im Umdenken ist. Ist die Umwelt eher statisch, ist der Routinemensch, mit Durchhaltevermögen besser dran, wärend der chaotische kreative "Springinsfeld" eher Probleme hat. Menschen sind vielseitig und ebenso komplex ist zumeist ihre Umwelt und ebenso vielseitig die Chancen, Erfolg zu haben.


    Das gilt auch für den Erfolg bei Frauen. Und wäre ja schlimm, wenn es nicht so wäre, denn dann würden ja alle Frauen auf den gleichen Typen fliegen. Eine Frau ist beeindruckt, wenn er beim Kampf mit anderen immer gewinnt, eine andere ist beeindruckt, wenn er ihr gefühlvolle Liebesgedichte schreibt, etc. Hier allgemeingültige Kriterien zu suchen, ist einfach der Mühe nicht Wert, aber manche Menschen scheinen es nicht auszuhalten, dass verschiedenen Wahrheiten nebeneinander existieren können und nicht nur eine richtig ist. Also suchen sie immer wieder nach DER Ursache, die allgemeingültig ist, aber genau die gibt es m.E. gar nicht (was mittlerweile selbst der mordernen Physik, die Kausalwissenschaft schlechthin, aufgefallen ist, selbst da ist man davon abgerückt, dass es klare, absolute und immer gültige Gesetzmäßigkeiten gibt).

    STARSer

    Zitat

    sondern eher auf gruppeninterne Machtkämpfe innerhalb eine Menschengruppe (Sippe, Großfamilie). Der beste Jäger (Mut, Ausdauer, Schnelligkeit, Kraft, Geschick) oder stärkste Krieger war der Anführer der Männer,..

    Da gehst du aber von der eingeschränkten Sichtweise unserer Kultur aus. Es gibt nämlich auch Völker, wo die "Mittelmäßigkeit" das Non-Plus-Ultra ist und wer zu viel Ehrgeiz zeigt, wird als nicht teamfähig gesehen. Die moderne Teamforschung ist mittlerweile ebenfalls an dem Punkt, dass die Konkurrenz um den höchsten Rang ein Energiefresser ist, man sich in diesem Gerangel gegenseitig behindert und die Unternehmen viel erfolgreicher sind, die ein sehr kooperatives Arbeitsklima pflegen und außerdem gute Kooperationen nach außen pflegen (das sog. "networking"). Heute wird ja viel von "Die Wirtschaft braucht Innovation" geredet, weil nämlich 7/8 des Erfolgs eines Unternehmens auf Innovation beruht. Was ist der größte Feind eines innovativen Unternehmens? Die internen Machtkämpfe, die du oben beschrieben hast. Wieso setzen sich oft vernünftige Gesetze nicht durch? Weil die Opposition aus reinen Machtgedanken heraus, grundsätzlich dagegen ist. Machtgerangel ist innerhalb einer Gruppe absolut kontraproduktiv (und wir sind nunmal Lebewesen, die in Gruppen leben und bei der heutigen Zeit der Globalisierung, sitzen wir in machen Dingen, z.B. Klimakatastrophe, weltweit in einem Boot und mit Konkurrenz wird nur noch mehr kaputt gemacht). Du bist da nicht auf dem neusten Stand der Forschung, sondern gehst von altherkömmlichen Dogmen aus.

    @ wieauchimmer:

    Du legst ein recht großes Wissen, viel Intellekt und eine gute Begabung zur Sprache dar und deine Worte klingen sehr überzeugend, es ist nicht einfach die richtigen Worte zu finden, um zu kontern *Lob aussprech*. :-)


    Leider kam es jetzt bei mir so an, als scheinst du bei deiner letzten Stellungnahme etwas von Inhalt meiner Behauptung abgekommen zu sein. Vielleicht irre ich mich ja (ich will dir die Worte nicht im Mund verdrehen), aber ich empfinde es so, als dass du jetzt eher auf eine Nebensächlichkeit abgleitest (welche sicherlich nicht weniger wichtig ist). Ich hoffe mein Beitrag macht verständlich was ich sagen wollte, ohne alle Details der Behauptung gegen Nebenkritiken abzusichern (Goldwaagentechnisch). Sorry.


    Eigentlich erwarte ich jetzt eher eine Reaktion auf meine Aussage:

    Ich will dich wirklich nicht persönlich angreifen; vielleicht nehme ich deine Aussagen auch anders auf, als du sie meintest oder ich fehlinterpretiere.

    Zitat

    Da gehst du aber von der eingeschränkten Sichtweise unserer Kultur aus.

    Ja, dass stimmt. Ich gehe hauptsächlich von unserer bekannten Kultur aus, denn diese empfinde ich als die Grundlage unseres Gesprächs, wenn nichts anderes expliziet erwähnt wurde. Um dieses Thema in jeder Kultur, oder besser in jedem Kulturkreis, zu behandeln, bräuchten wir wohl ein eigenes Forum und viel Zeit (und Ahnung). Die Vielfalten in die sich die Kulturen entwickelt haben sind gar nicht mehr alle nachzuvollziehen. Allerdings ist davon auszugehen, dass die Menschen ihren Ursprung in Afrika haben und es gemeinsame Vorfahren gibt. Und zu dieser "archalisch" Zeit, von der zu Beginn die Rede war, gehört auch die gemeinsame frühmenschliche Vergangenheit. Dass es sicherlich schon kurz nach Beginn der Welteroberung Veränderungen und neue Erkenntnisse in den Kulturen gab, bin ich mir sicher. So entwickelten sich diese in unzählige Richtungen und mit unterschiedlicher Geschwindigkeit.


    Auch die unsere Kultur erkannte schließlich irgendwann das die Vorteile der Cleverness die Stärke überwieden. Es ist davon auszugehen, dass zumindest zeitweise (doch deutlich länger als es das Patriarchat gibt/gab) das vielgepriesene Ur-Matriarchat (eher eine gleichberechtigte Gesellschaft, in der die Frauen die spirituelle Führungsrolle inne hatten) gab. Doch vor dieser Zeit, ist sicherlich größtenteils - weitgehend (= nicht ALLE) tendenziell - die von mir aufgestellte These nicht unzutreffend.


    Meine These bezieht sich auf die beschriebe sehr, sehr frühe Menschheitsgeschichte und hauptsächlich auf unseren Kulturkreis (Europa, Vorderasien). Vielleicht ist meine Definition nicht absolut korrekt in jeder Einzelheit, doch denke ich, dass jeder versteht worauf ich hinaus will (bitte auch hier keine Goldwaage).


    Wie schon in meinen Postings zuvor, stimme ich dir bei deinen Ausführungen zur Zeit des zivilisierten Menschen wieder absolut zu (der Rest deines letzten an mich gerichteten Postings). Du hast wirklich recht. Da will ich dir auch gar nicht widersprechen, da ich gleicher Meinung bin.

    Zitat

    Du bist da nicht auf dem neusten Stand der Forschung, sondern gehst von altherkömmlichen Dogmen aus.

    Hmm.. welche Quelle hast du denn zu deiner These (dies soll keine Gegenprovokation sein, sondern eine einfach Gegenfrage).


    Auf dein allgemeines Posting hin:

    Zitat

    Erfolg haben kann man ebensogut durch Kooperation. Es gibt sogar eine Computersimulation, die zeigt, dass dies langfristig sogar viel erfolgreicher ist.

    Dies wurde nie bestritten. Warum ich dann glaube, dass es in der Frühzeit so war? Gerade die männliche Hierarchie in einer kleinen Gruppe (ausgeglichen - mit einigen (Surchsetzungs-)"Stärkeren" und (Durchsetzungs-)"Schwächeren") funktioniert teilweise noch heute wunderbar. Gerade sie ermöglicht die von die beschriebene Kooperation. Im großen Stil allerdings, bringt eine Hierarchie nur ärger, da es kein kommunikative und soziale Bezüge gibt.


    Folgendes habe ich gelesen:


    Ein reines Männerteam und ein reines Frauenteam wurden jeweils mit etwas Überlebensausrüstung auf eine einsame Insel gesetzt und von Wissenschaflern beobachtet. Die Männer gingen sofort daran die Arbeiten zu verteilen und loszulegen. Die Hierarchie wurde unterbeswusst gebildet, klar gab es ab und an kleine Machtspielereien (meist unter den "Stärksten"), doch im allgemeinen akzeptierte jeder Mann seine Rolle; vielfach sogar sehr zufrieden; und selbst nach einem (in jeder Gruppe aufkommenden) Streit konnten sich die Betroffenen zusammenreisen und weiterarbeiten.


    Die Frauen hingegen setzen sich auf gleicher augenhöhe zusammen und berieten sich gemeinsam in der Gruppe. Zu Beginn noch sehr kooperativ und gerecht (Gleichberechtigt) mit sehr guter Stimmung, bildeten sich im Hintergrund auch Symaptie- und Überzeugungsgruppierungen um andere zu überzeugen, auszuspielen oder zu übergehen. Im Vorderung spielte man (Frau) allerdings das Spiel der Friedlichkeit weiter. Es folgte das weitverbreitete und teils bekannte "gezicke". Teilweise war die Frauengruppe mehr damit beschäftigt zu reden und Probleme zu klären als für ihr Überleben zu arbeiten.


    Schließlich wurde dieses Experiment nach wenigen Tagen abgebrochen, da die am Schluss gesplittete und teils verstrittene Frauengruppe zu verhungern drohte.


    Dies soll jetzt nicht der Non-plus-Ultra-Beweis sein sondern nur ein Hinweis, dass die Hierarchie nicht die Kooperation grundsätzlich ausschließt.


    Bezogen auf:

    Zitat

    Hier allgemeingültige Kriterien zu suchen, ist einfach der Mühe nicht Wert, aber manche Menschen scheinen es nicht auszuhalten, dass verschiedenen Wahrheiten nebeneinander existieren können und nicht nur eine richtig ist. Also suchen sie immer wieder nach DER Ursache, die allgemeingültig ist, aber genau die gibt es m.E. gar nicht

    Alle Thesen zu Menschen, Kultur und Sozialleben können immer nur tendenziell sein, denn die Fähigkeit des Menschen individuell zu sein, ermöglicht es ihm auch anders zu sein. Absolute Lösungen gibt es für diese Themengebiete nicht, doch es gibt Richtungen/Tendenzen (meist abwertend als "Schublade" bezeichnet) in welche die Individuen unterschiedlich tendieren.


    Wenn bei einer Explosion in deren unmittelbarer Nähe 1000 Menschen sind und davon 970 Panik fallen, da es in unserem Urwissen (Instinkt) verankert ist, kann man von einer starken Tendenz sprechen. Wenn es von 100 mindestens 95 Menschen peinlich ist nackt durch die Stadt zu rennen, kann man auch von einer Tendenz sprechen. Dann gibt es auch Themenbereiche in denen zwei, drei, vier oder mehr Tendenzen die alle als "Wahrheiten" durchgehen nebeneinenader existieren.


    Macht Spass... :-)

    @wieauchimmer

    Zitat

    Deine Erklärung lässt die Komplexität völlig außer Acht, sondern geht von einer Konvention aus, auf die du alles überträgst. Du gehst von der These aus, dass derjenige, der sich auf irgendeine Art kämpferisch durchsetzt, Erfolg hat und ausgehend davon, ist deine Wahrnehmung so subjektiv geprägt, dass du alles genau in deine gewünschte Richtung deutest.

    Nein, gehe ich nicht. Ich gehe von der These aus, daß man mit Intelligenz, Kooperationsfähigkeit, Anpassungsfähigkeit, Innovationsfähigkeit usw. erheblich weiter kommt als mit bloßer Kraftentfaltung. Weil sowas erfahrungsgemäß meist mit "Ja, aber in Gewaltsituationen..." gekontert wird, zeige ich in meinen Beispielen, daß nicht mal da "Stärke" die ausschlaggebende Eigenschaft ist.


    Ähnlich ist es mit den Bonobos: Wenn mir jemand erzählt, die Starken würden immer alle Frauen kriegen und ich dann von Bonobos anfange, hat das eine geringere Widerlegungskraft als das Schimpansen-Beispiel. Gegenbeispiel Bonobo heißt "Die Regel gilt nicht überall", Gegenbeispiel Schimpanse heißt "Selbst wo die Regel zu gelten scheint, wird sie nicht beachtet – sie gilt also offenbar gar nicht." Im "gar nicht" ist aber das "nicht überall" schon enthalten, weshalb ich mir Bonobo-Kommentare gespart habe.


    @STARSer

    Zitat

    - Die (zumeist) Durchsetzungsfähigsten pflanzen sich fort und erhalten ihre Art.


    - Die "Fittest"(en) sorgen dafür, dass sich die Art weiterentwickelt und das diese Art den Überlebenskampf meistert (jaja... weit ausgelegt ist dies auch eine Form von "Arterhaltung"

    Wenn die "fittesten" so wichtig für die Weiterentwicklung und das Meistern des Überlebenskampfes sind, also über dringend(st) benötigte Eigenschaften verfügen, warum sollten dann ausgerechnet die die besseren Fortpflanzungschancen (gehabt) haben, die nur weniger wichtige oder besser kompensierbare Eigenschaften beitragen?

    STARSer

    Zitat

    Meine These bezieht sich auf die beschriebe sehr, sehr frühe Menschheitsgeschichte und hauptsächlich auf unseren Kulturkreis (Europa, Vorderasien).

    Darüber weiß man aber so gut wie nix. Das ist das Problem und daher mache ich keine Aussagen über etwas, wovon ich so gut wie nix weiß, denn das sind reine Vermutungen. Außerdem hat das auch nichts mit heutigem "Beuteschema" zutun, das unbreakable hier anpreist.

    Zitat

    "Stärkeren" und (Durchsetzungs-) "Schwächeren") funktioniert teilweise noch heute wunderbar. Gerade sie ermöglicht die von die beschriebene Kooperation. Im großen Stil allerdings, bringt eine Hierarchie nur ärger, da es kein kommunikative und soziale Bezüge gibt.

    Durchsetzungskraft einer Person bringt meistens Ärger, auch im kleinen Stil. Erfolgreich wäre, wenn sich die bessere Idee durchsetzt. Leider wird aber gerade das durch Menschen, die meinen, sie müssten ihre Macht ausspielen, verhindert. Es ist ein Unterschied, ob sich Menschen freiwillig von jemandem führen lassen, weil sie ihm eine höhere Kompetenz zutrauen, als sie selber haben, oder ob sich derjenige mit Machtmitteln durchsetzt und die Führerrolle übernimmt, die aber von den Untergebenen nicht akzeptiert wird.


    Hast du schonmal einen Vorgesetzten gehabt, der keine Ahnung hatte, sondern sich mit Durchsetzungsvermögen an seine Position gebracht hat? Funktioniert das gut? Nein. Heute muss es übrigens gar kein Durchsetzungsvermögen sein, sondern es reicht oft Geld. Und auch hier spielt die soziale Kompetenz wieder hinein, denn zumindest hier am Orte wird 50% über "Klüngel", also "Networking" oder "Beziehungen" geregelt. Man muss die richtigen Leute kennen und mit ihnen gut können, dann hat man Erfolg. Als ob es da noch den starken, durchsetztungsvermögenden Held gäbe, der sich erfolgreich an die Spitze setzt. Ohne die Unterstützung der Großindustrie (Macht = Geld) wäre selbst Hitler niemals an die Macht gekommen und von vielen scheinbar mächtigen Personen hat man den Eindruck, sie seien nur Marionetten. Bush wäre nicht Präsi, ohne seine einflussreiche Familie. Da hat sich aber nicht das Durchsetzungsvermögen vererbt, sondern der familiäre Status und wieder das Geld und die guten Beziehungen zur Großindustrie.

    Zitat

    doch es gibt Richtungen/Tendenzen

    Von denen kannst du aber nicht beweisen, inwieweit sie auf erlerntes Rollenverhalten gründen, oder "natürlich" bedingt sind. Dein Beispiel mit Männern und Frauen auf der Insel, kann ich so nicht bestätigen. Erstens herrschen unter Männern genauso viel Intrigen, sie werden nur anders ausgetragen und zweitens habe ich auch nicht die Erfahrung gemacht, dass man mit Frauen nicht kooperativ zusammenarbeiten kann, ohne Gezicke. Genauso wie es bei Männern meist einzelne sind, die den Machtkampf gegenüber der Teamarbeit in den Vordergrund stellen, sind es bei Frauen auch immer einzelne, die rumzicken. Daraus kann man kein "Männer sind so" und "Frauen sind so" ableiten. Habe übrigens länger in einem reinen Männerteam (abgesehen von mir) gearbeitet, wo es keine Hierarchien gab.

    Zitat

    (meist abwertend als "Schublade" bezeichnet)

    Die Schubladen entstehen in unserem Denken, weil wir mentale Muster bilden und gar nicht anders können, als in Kategorien zu denken. Das beruht auf unserer eigenen Denkkonstruktion und ist keine Abbildung der Realität.

    nicht zu fassen. . .

    . . .ihr quasselt immer noch über diesen absurden text von "unerbrechbar"? um himmels willen, nehmt ihn doch einfach nicht ernst, das hat er sich mit diesem "hirn-schiss" gar nicht verdient.


    und noch kurz @unbreakable; ich find es schon recht seltsam das du mit anmerkungen wie folgende rauslässt:


    "Das geht aber jetzt schon weit am Thema vorbei wie ich finde.


    Mehr Bezug zum Eingangsbeitrag und mehr Bezug auf die Fragen, die sich daraus ableiten wäre hier in meinen Augen angebracht."


    phuu, du glaubst echt das diese texte einen "beitrag" darstellen? was ergeben sich denn daraus für fragen? naja, einige würden mir vielleicht einfallen: gehört der verfasser behandelt? ist es klug fremde texte zu posten um dann zu sagen so denk ich eigentlich auch? (besonders wenn sie so langweilig und schlecht geschrieben sind) entspricht es der wahrheit das männer immer zu schnell kommen und sich deshalb beim nächsten mal eine andere frau suchen um nicht ausgelacht zu werden wenn es ihnen beim zweiten mal auch schon wieder nach drei minuten kommt? ist es fair einem anderen menschen gegenüber (mann oder frau, völlig egal - ein mensch ist ein mensch) sie als spielball zu sehen, strategien zu entwickeln sie möglichst schnell und unkompliziert in die kiste zu bekommen und sie danach flach zu legen? zeugt es von wahrer größe sich selbst als maß aller dinge zu sehen und vorauszusetzen?


    irgendwer muss dir mal verdammt weh getan haben, wenn du in der art und weise weiterlebst, naja, also ich wünsche dir das du dich wieder fängst und ein normales leben führen kannst; und ich wünsche mir das keine frau auf dich reinfällt, weil ausbaden, ausbaden müssen es dann nämlich wieder mal die anderen. aber dir kanns ja egal sein solange die "quote" stimmt.

    RajMerchant

    Zitat

    Ähnlich ist es mit den Bonobos: Wenn mir jemand erzählt, die Starken würden immer alle Frauen kriegen und ich dann von Bonobos anfange, hat das eine geringere Widerlegungskraft als das Schimpansen-Beispiel.

    Und wieso das so ist, dafür gibt es eine plausible Erklärung: subjektive, selektive Wahrnehmung. Wir sehen nicht etwas und das Gehirn wertet dies analytisch aus, um zu erkennen, was es ist, sondern das Gehirn hat schon seine Vorinterpretationen, noch bevor wir etwas sehen und daher sehen wir selektiv. Es gibt keine Wahrnehmung ohne Vorurteil. Das erklärt, dass das Schimpansenbeispiel eher und stärker wahrgenommen wird, als das Bonobobeispiel, weil das Schimpansenbeispiel besser in das Vorurteil passt.


    "Die moderne Hirnforschung stellt fest: "Wahrnehmung ist stets ein aktiver Prozeß, keineswegs bloßes Aufnehmen von Sinneseindrücken... Unsere Wahrnehmungssysteme sind in hohem Maße interpretativ. Die Bilder, die sie erzeugen stimmen nicht unbedingt mit physikalischen Gegebenheiten überein." In der Psychologie wird von Konstruktivismus gesprochen, da jeder Mensch seine eigene Wirklichkeit konstruiert. Diese modernen Erkenntnisse finden sich sogar schon hunderte von Jahren früher im Buddhismus....Zum Wahrnehmen und Verstehen von komplexen Vorgängen werden so genannte mentale Modelle vom Wahrnehmenden geschaffen, logische Verknüpfungen vor dem "geistigen Auge", um so eine Repräsentation der für die Realität relevanten Aspekte und ihrer dynamischen Wechselwirkungen im Gehirn zu schaffen. Die Wahrnehmung variiert durch die individuellen Gedächtnisinhalte, Stimmungen und Denkprozesse, die zum Aufbau des mentalen Modells benutzt werden. Jedes Wesen hat eine eigene Wahrnehmung."


    Und diese Wahrnehmung ist stark geprägt davon, was wir erlernen, also was die Kultur uns an "Vorurteilen" schon vorgibt. Sinn macht es trotzdem, weil es schneller geht, als wenn das Gehrin tatsächlich einen gesamten Wahrnehmungseindruck in seiner ganzen Komplexität erst genau analysieren würde, um dann Schlüsse zu ziehen. In gewisser Weise ersetzten diese Vorurteile das tierische automatistische Reiz-Reaktionsschema. Es ist nur nicht so eingeschränkt, weil es jederzeit veränderbar, also lernfähig sind, während ein Reiz-Reaktionschema angeboren ist und immer gleich bleibt.

    Zitat

    warum sollten dann ausgerechnet die die besseren Fortpflanzungschancen (gehabt) haben, die nur weniger wichtige oder besser kompensierbare Eigenschaften beitragen?

    Warum gibt es dann überhaupt Menschen ohne Durchsetzungsvermögen, die müssten doch dann langsam wegen Erfolglosigkeit ausgestorben sein? Weil Vielfalt am aller erfolgreichsten ist und es daher auch Sinn macht, dass sich nicht nur bestimmte Eigenschaften, wie Durchsetzungsvermögen, durchsetzen, sondern möglichst vielfältige Eigenschaften. Würde die Menschheit irgendwann nur noch aus durchsetzungsfähigen "Rambos" bestehen, würde gar nichts mehr funktionieren. Man kann hier m.E. insofern einen Vergleich mit der Tierwelt anstellen, dass es dort ebenfalls effizient ist, wenn alle Nischen genutzt werden. Da gibts eben Tiere, die überleben, weil sie kämpfen, groß und stark sind, andere überleben, weil sie schnell weglaufen oder klein und unscheinbar sind und sich gut tarnen, oder sie überleben, weil sie sich in einer Umgebung aufhalten, die für andere giftig ist (Anemonenfische) oder weil sie gut klettern können oder andere Nischen nutzen oder weill sie in einer Horde leben und von der Gemeinschaft profitieren. Da der Mensch an sich flexibel ist, weil lernfähig, nutzen verschiedene Menschen gleichfalls verschiedene Nischen und sind mit verschiedenen Strategien gleichfalls erfolgreich.

    @ magic.hand...

    naja wer mir was wehgetan hat habe ich eigentlich schon oft geschrieben gehabt.Es ist nicht eine Frau sondern vielmehr sind es die Anzahl der Frauen und die Dauer des "Ignoriertsein" und "verarschtseins"...


    Klar habe ich mir auch oft selbst im Weg gestanden das will ich garnicht leugnen nur irgendwann platzt dann mal der Kragen und man fragt sich eigentlich was ist HIER LOS??


    Dann erkennt man einge Zusammenhänge,macht Erfahrungen,macht positive ERfahrungen und irgendwann kommt dann der Punkt, dass man auf alles eine innere Wut hat und es auch rauslässt und dann fühlt man sich wie befreit...


    Man scheisst auf Gefühle,auf Zuneigungen auf Kompromisse und ignoriert alles und genau das macht diese Attraktivität aus die erkennt man dann die erfährt man in sehr regelmässigen Abständen..Erst diese SCHEISSEN wirkt befreiend!