@ Berryfina

    Da hätte ich jetzt eine Frage:


    Sie schreiben, dass es weder Ihrem Mann, noch Ihnen selbst etwas ausmacht. Dann gibt es selbstverständlich kein Problem. Wie würden Sie handeln, wenn es Ihrem Mann so erginge wie mir?


    Um es noch einmal zu verdeutlichen:


    Für mich ist der Besuch meiner Partnerin bei einem Gynäkologen unerträglich. Das was passiert betrifft weniger die Ebene des Denkens, es ist die Gefühlsebene. Es geht nicht um Unterstellungen dem Mediziner oder der Partnerin gegenüber, es geht um die Nacktheit und Sexualität und deren Stellenwert. Ich erlebe einen solchen Arztbesuch als tiefgreifendes Leid, es ist keinen Deut anders als würde sie fremdgehen.


    Ich weiß nicht, wie sie empfinden würden, würden Sie betrogen. Ich weiß auch nicht, ob sie in einer solchen Situation schon wahren. Doch wenn sie das schon erlebt haben und sie daran sehr gelitten haben, dann können Sie sich in etwa vorstellen, wie ich empfinde.


    Unwissend, wie hier gehandhabt wird habe ich vorsichtshalber die Sie-Form gewählt.

    @ med-pein

    Erstmal zur Anrede: generell ist eigentlich "Du" üblich, deshalb benutze ich das jetzt mal einfach ;-)


    Das sieht mir danach aus, dass Du darunter sehr leidest, dass ein einfacher Arztbesuch deiner Partnerin von Dir so gefühlt wird, als ob Sie dich betrügen würde. Das belastet vermutlich auch Deine Partnerin und auch Deine Beziehung.


    Hast Du schon mal daran gedacht, eine Gesprächstherapie zu dem Thema zum machen. Das kann gerade bei solchen irrigen Vorstellungen und fehlgeleiteten Gefühlen helfen, wenn man darüber und über die damit verbundenen Ängste reden kann.

    @ Altair

    Ja, ich kenne das aus anderen anonymen Netzwerken, Blogs usw., dass man sich per Du anspricht. Ich habe zwar gerade im Schatten dieser Anonymität auch schon erlebt, dass dem Du Beschimpfungen folgen (der Weg vom Du dorthin scheint nicht sehr weit), aber ich passe mich gerne an.


    Zur Zeit habe ich keine Partnerin. Frühere Partnerschaften hatten unter meinen Vorstellungen nie gelitten. Die Frauen, mit denen ich zusammen war gingen alle zu Frauenärztinnen. Allerdings ging meine Ehe kaputt, weil meine Frau in einem Krankenhaus entbinden wollte bzw. dies getan hat und wie selbstverständlich ein anderer Mann zugegen war.


    Altair: "...als ob sie dich betrügen würde."


    Das tut sie, denn wenn sie sich unter diesen Voraussetzungen in eine Partnerschaft mit mir einlässt, dann ist der Gang zu einem männlichen Gynäkologen Betrug.


    Altair: "Hast Du schon mal daran gedacht, eine Gesprächstherapie zu dem Thema zum machen. Das kann gerade bei solchen irrigen Vorstellungen und fehlgeleiteten Gefühlen helfen, wenn man darüber und über die damit verbundenen Ängste reden kann."


    Das ist das, wovon ich rede. Die Intoleranz gegenüber meinen sexuellen Vorstellungen geht soweit, dass es offenbar nur so sein kann, dass meine Vorstellungen irrig sein müssen und dringend Therapie zur Anpassung an gängige Denkmuster angesagt sind.


    Zum einen habe ich solche Therapie bereits hinter mir. Man sagte mir beispielsweise, dass es sehr viele Männer gibt, die ähnlich fühlen wie ich. Der entscheidende Unterschied von mir zu den meisten anderen betroffenen Männern besteht darin, dass ich mich ohne Rücksicht auf die drohende Lächerlichkeit für meine Vorstellungen einsetze.


    Es gibt auf diesem Planeten eine Vielzahl von Gesellschaftsformen mit unterschiedlichen Mentalitäten. Stellt sich doch die Frage, weshalb sich unterschiedliche Mentalitäten in bestimmten Regionen bündeln. Der Hauptgrund dürfte wohl darin liegen, dass die Grundzüge des menschlichen Wesens in der Kindheit geprägt werden. So ist es nachvollziehbar, dass eine bereits bestehende Mentalität auf die Kinder übertragen wird und sich somit von Generation zu Generation in einem bestimmten Gebiet manifestiert. Würdest Du beispielsweise einem streng gläubigen Moslem sagen meine Vorstellungen seinen irrig, würdest Du wahrscheinlich auf Widerstand stoßen. Nein, ich bin kein Moslem, ich bin auch kein Christ. In unserer Gegend hat sich mittlerweile ein ziemlicher Mentalitäts-Kauderwelsch entwickelt (Stichwort Multikulti). So ist es nicht verwunderlich, dass sich in dieser Gesellschaft immer mehr Widersprüche breitmachen. So kann es durchaus sein, dass 100 Meter entfernt von Nackten an einem Badesee das Nacktsein strengstens untersagt ist. Was ist der Unterschied zwischen nackt auf dem Marktplatz und nackt am Badesee? Gesehen von den einen Leuten oder gesehen von den anderen Leuten. Ich will ja nicht sagen, dass das Eine gut und das Andere schlecht ist, doch habe ich den Eindruck, dass genau das bei dem Thema Gynäkologe im Allgemeinen nicht so gehandhabt wird. Was ist also an meiner sexuellen Ausrichtung so irrig? Es ist nichts Anderes als die sexuelle Ausrichtung der Monogamie an sich, die mir von Kindesbeinen an vorgelebt wurde, nur dass die Nacktheit und der medizinische Aspekt nicht Aussen vor gelassen werden. Ob hierfür mein Erlebnis als Vierjähriger der ausschlaggebende Grund ist, ist wenigstens zweifelhaft, denn die vielen Männer, von denen besagter Therapeut sprach und die vielen Frauen, die offenbar aus Scham nicht zu einem männlichen Gynäkologen gehen würden, haben sicherlich nicht Alle ein solches Erlebnis gehabt. Scham ist in einer Gesellschaft, in der Kleidung bei früher allen und heute fast allen öffentlichen Situationen gefordert ist eine absolut normale Reaktion. Die hauptsächlich in monogamen Verhältnissen gelebte Sexualität tut ihr übriges. Weshalb die frühere Notgedrungenheit die so entstandene Scham zu überwinden, weil es nur männliche Mediziner gab, heute weiterhin beibehalten wird ist für mich nicht nachvollziehbar. Ein Videofilm der von einer medizinischen Einrichtung ins Internet gestellt wurde zeigt beispielsweise, wie einem Mädchen vor ihrem ersten Gang zum männlichen Gynäkologen die Scham genommen werden soll. Ich weiß besten Willen nicht, weshalb man vorhandene Scham ausmerzen will und muss, wenn es auch einen möglichen Gang zur Gynäkologin gibt.


    Ich würde mich keiner Therapie mehr unterziehen, da wirkungslos und weil der Verlust innerhalb einer nach meinen Vorstellungen funktionierenden Partnerschaft enorm wäre. Ich besitze die Frechheit zu behaupten, dass Jemand, der seine Sexualität ganz anders ausgerichtet hat als ich, keine blasse Vorstellung von der erlebten Nähe zur Partnerin hat, die durch meine sexuelle Ausrichtung möglich wird. Weshalb muss der Dunkelhäutige krank oder kein Mensch sein? Weil er anders ist? Die Menschen lernen manchmal dazu. Im Falle der Dunkelhäutigen ist der Drang zum Rassismus mittlerweile einigermaßen abgemildert. In vielen anderen Bereichen ist die mögliche Vorstellungskraft von dem was gültig ist weiterhin stark beschnitten. Das gilt für die Wissenschaft genauso, wie für Religionen oder eben auch für die Sexualität. Dabei ist Alles in einem ständigen Wandel – was gestern noch Gültigkeit hatte ist heute widerlegt und es werden dabei heute wieder die selben Fehler gemacht wie einst – man ist wieder davon überzeugt das einzig Wahre erkannt zu haben. Dort wo so gedacht wird ist für Vielfalt kein Platz, sondern nur für die eine Schublade, die gerade geöffnet ist. Alles Andere wird aussortiert als falsch, minderwertig, krank, irre usw.


    Die Unterdrückung von Minderheiten zu Gunsten einer Mehrheit, die sich freilich selbst recht gibt, kann wohl nicht der Weisheit letzter Schluss sein.


    Ich möchte lieben dürfen, so wie ich lieben kann und ich möchte Liebe empfangen, so wie ich sie annehmen kann.

    du machst dir mit deiner Einstellung und Sturheit nur alles selbst kaputt, oder denkst du du findest eine Frau die zuhause entbindet und nie zu einem männlichen Arzt geht – nur weil du das so möchtest?

    @ Madame Charenton

    Wenn es Sturheit ist eine Partnerschaft, in der der Partner fremdgeht auszuschließen, dann ist es auch Sturheit eine Partnerschaft auszuschließen, in der sich der Partner in den Intimbereich schauen oder greifen lässt, andernfalls nicht.


    Frauen, die nicht zu einem männlichen Arzt gehen gibt es viele und ich hatte mehrere Partnerschaften mit solchen Frauen. Dass der Wunsch von Frauen, die zu keinem männlichen Gynäkologen gehen wollen, in einer Klinik missachtet und übergangen wird ist ein totgeschwiegener Skandal. Es kann nicht sein, dass die Medizin oberhalb der Selbstbestimmung über die eigene Intimsphäre thront und sich hier ungefragt oder gar dem Veto widersetzend Zugang verschafft.


    Nicht weil ich das so möchte, schließlich begebe ich mich ausschließlich mit Frauen in eine Partnerschaft, die von sich aus zu keinem männlichen Gynäkologen gehen würden.

    Zitat

    Allerdings ging meine Ehe kaputt, weil meine Frau in einem Krankenhaus entbinden wollte bzw. dies getan hat und wie selbstverständlich ein anderer Mann zugegen war

    und das findest du normal bzw. ok?!? sry aber in meinen Augen ist das krankhafteste Eifersucht.

    @ med-pein:

    dein Geschrei nach Toleranz entbehrt nicht einer gewissen Komik. Du wirfst hier seitenweise mit Schlagworten und die-anderen-dürfen-also-ich doch-wohl-auch um dich, um dein eigentliches Problem möglichst nett als deine persönliche sexuelle Ausrichtung zu verkaufen. Klingt ja auch ganz romantisch:

    Zitat

    Ich möchte lieben dürfen, so wie ich lieben kann und ich möchte Liebe empfangen, so wie ich sie annehmen kann.

    Ich, ich, ich. Gemerkt? Du sagst, du bist Ü50, man sollte meinen, du bist alt und lebenserfahren genug...und hättest dementsprechend begriffen, daß dein Sexualleben nicht nur aus deinen eigenen Wünschen besteht, sondern auch aus denen deiner Partnerin.


    So, Tacheles.

    Zitat

    Es stellt sich die Frage, weshalb Frauen, die vorgeben sich zu schämen und überwinden zu müssen, einem Mann bei diesen Untersuchungen den Vorzug geben, obwohl sie in jedem anderen Berufszweig darauf plädieren, dass Frauen die entsprechenden Positionen genauso gut ausfüllen könnten.

    Frauen, die sich schämen, sind in den meisten Fällen keine Frauen, sondern Mädchen. Die dürfen das. Und einem männlichen Gyn den Vorzug zu geben, beruht meistens schlicht auf Erfahrungswerten. Du wirst heutzutage, grob geschätzt, eine 50/50 – Front haben.

    Zitat

    Die männliche Begeisterung für den anders gebauten Körper

    Mag dir komisch erscheinen, aber weißt du, wie scheißegal mir das ist? Mein Gyn ist für mich Dienstleister. Der soll gucken, ob alles OK ist und halbwegs nett mit mir reden. Ob der sich auf das in mir gebrauchte Spekulum hinterher einen runterholt, interessiert mich einen Dreck. Soll er, die arme Sau. Ist für mich ungefähr so interessant wie der Kindergartenplatzverteiler im Rathaus, der sich, wenn ich nicht mehr da bin, Hardcorepornos reinzieht, nämlich gar nicht.

    Zitat

    Ich komme mir mit meiner Einstellung in etwa so vor wie ein Homosexueller vor 100 Jahren. Die Suche nach einem gleich gesinnten Partner ist wenigstens eine Gratwanderung, denn selbst diejenigen, die sich als offen und tolerant hervortuen haben ein Schema von richtig und falsch. Und wer nicht in das Schema passt wird verspottet, ausgegrenzt oder bestraft. Mit Toleranz hat das leider nicht das Geringste zu tun.

    Versuch' bitte nicht, dein ganz persönliches Problem aufzuwerten, indem du es auf eine gesellschaftstypische Ebene hievst. Das funktioniert nicht. DU bist derjenige, der hier besitzergreifend und eifersüchtig ist, nicht die achsoböse Gesellschaft.

    Zitat

    Was soll so schlimm daran sein, alle sexuellen Aspekte (auch die Nacktheit) ausschließlich der Partnerschaft widmen zu wollen?

    Gar nichts, solange du das mit dir selber abhandelst und für dich selbst auch so lebst. Aber deine Partnerin ist nunmal im Idealfalle ein eigenständig denkendes und handelndes Wesen – und es steht dir nicht zu, ihr vorzuschreiben, wie sie mit ihrem eigenen Körper umgeht.

    Zitat

    Wie würden Sie handeln, wenn es Ihrem Mann so erginge wie mir?

    Ich würde sagen, Weichei, werd' erwachsen. Bin ich etwa eifersüchtig auf die Zahnärztin, die deine wunderbare Zunge sehen darf? Bin ich eifersüchtig auf die Internistin, die das Muster deiner Brusthaare vor Augen hat? Bin ich eifersüchtig auf die Urologin, die dich anfäßt? Auf die Proktologin, die dich auf Knien vor sich hat?


    Nein, nein, Doppelnein. Alleine die Idee ist schräg und komisch! Alle diese -loginnen machen ihren Job, mehr nicht.

    Zitat

    Was ist also an meiner sexuellen Ausrichtung so irrig?

    Naja, was? Vielleicht, daß es sich hierbei nicht um eine sexuelle Ausrichtung, sondern um deine ganz persönliche Macke handelt?


    Wenn du 17 wärst, könnte man noch beruhigend sagen, och, da kommst du auch noch drauf, ist ungefähr so aufregend wie Bügeln. – Du bist aber keine 17 mehr. Du weißt aus deiner Lebenserfahrung heraus, daß frau ca. einmal im Jahr beim Gyn ist und daß da nichts auch nur halbwegs inniges passiert, du weißt, daß dir nichts von deiner Zweisamkeit mit deiner Partnerin weggenommen oder auch nur angetastet wird.


    Und damit, tut mir leid, hast du wirklich ein eigenes, ganz dir selbst gehörendes Problem. – Und das hier

    Zitat

    Allerdings ging meine Ehe kaputt, weil meine Frau in einem Krankenhaus entbinden wollte bzw. dies getan hat und wie selbstverständlich ein anderer Mann zugegen war.

    bringt dich dann auf die pathologische Schiene. DAS ist kaputt, DAS ist mehr als krank und übergriffig...und ja, das finde ich behandlungsbedürftig. Geh' mal Therapie. Und wenn du das nicht willst, weil die alle doof sind: sprich' mit Frauen in deinem Alter. Die werden dir hoffentlich den Kopf zurechtrücken.

    Hallo Med Pein

    Also zu deiner Frage, wie mein Mann damit umgehen würde, wenn er ein Problem mit einem männlichen Gynäkologen hätte, muss ich dir mitteilen, dass er damit leben müsse.


    Ich bin ein eigenständiger Mensch und suche mir selber aus von wem ich mich medizinisch behandeln lasse. Bei der Wahl meines Arztes gehe ich nicht nach dem Geschlecht, sondern einzig und alleine nach seiner mir gezeigten Fachkompetenz.


    Das du deine Frau verlassen hast, weil sie in einem Krankenhaus entbinden wollte (was medizinisch absolut ratenswert ist, da eine Geburt auch gut und gerne sehr gefährlich für Kind und Mutter werden kann), finde ich absolut schockierend. Das im Krankenhaus männliche Ärzte sind und man sich diese nicht so einfach auswählen kann wie in einer privaten Praxis, ist ein Umstand unserer Zeit, dem man sich einfach anpassen muss. Mit manchen Sachen muss man einfach leben, auch wenn sie einem nicht 100% passen.


    Weißt du, es ist nicht so, dass ich deine Gedanken nicht verstehen kann. Ich persönlich mag es auch nicht wenn andere Frauen meinen Mann anfassen. Aber das lässt sich nun mal schwer vermeiden. Und um medizinischen Bereich ist es halt notwendig. Da muss man durch.


    Sexualität als Exklusivität in der Partnerschaft einzufordern ist absolut nichts schlimmes. Allerdings solltest du versuchen zu unterscheiden. Ein Arztbesuch hat etwas mit der Gesundheit zu tun und rein gar nichts mit Sexualität. Es gibt einen Grad bei Eifersucht, was noch als gesund bezeichnet wird und was als krankhaft. Genau definieren kann man das nicht. Dieser Grad richtet sich nach der allgemeinen Einstellung der Gesellschaft zu diesem Thema. Dir muss ich leider mitteilen, dass deine Eifersucht sehr übertrieben ist. Das du es nicht schön findest ok, das ist deine Sache und das wird sich wohl nicht ändern, aber du solltest zum Wohle für dich selbst und zum Wohle künftiger Partnerschaften versuchen, zu lernen damit umzugehen.


    Sprich lerne es zu ertragen. Dir können wunderbare Menschen in deinem Leben entgehen, wenn du so auf deine Prinzipien pochst.

    @ med-pein

    Ich teile deine Ansicht und deine Gefühle in vielerlei Hinsicht. Am ausführlichsten habe ich das Thema seinerzeit in einer eigens eröffneten Diskussion besprochen, die dich interessieren könnte. Sie trägt den Titel: Nacktheit: Kann einem etwas "weggeschaut" werden?


    Wo ich nicht so ganz bei dir bin, ist, wohl weil ich selbst eine Frau bin, die Trennung zwischen Mann und Frau (zwischen weiblichen Körpern und männlichen Interessen und weiblichen/männlichen Blicken) bei der Sache. In dem Zusammenhang würde mich interessieren, nur sicherheitshalber nachgefragt, wie du es selbst hältst? Ist dir für dich selbst und auch gegenüber deiner Partnerin genau so wichtig, deine eigene Nacktheit möglichst exklusiv zu halten? Oder hast du das Gefühl, als Mann "sicher(er)" vor den Blicken fremder Frauen zu sein? Und wieso stört es dich nur, wenn es um Männer geht? Oder habe ich das falsch verstanden? Sind Frauen, die die Partnerin nackt sehen und im Intimbereich untersuchen nur das "kleinere Übel", weil du statistisch betrachtet davon ausgehen kannst, dass die meisten Menschen heterosexuell sind und sich daher eher Männer sexuell für den Anblick deiner Partnerin interessieren als Frauen? Dazu muss ich sagen, dass es meiner Einschätzung nach jedoch auch viele bisexuelle Frauen gibt, also zumindest solche, die durchaus auch einen Sinn für schöne Frauenkörper haben. Und was mich noch interessieren würde, weil du schreibst, dass es im Grunde auch gar nicht darum geht, dem medizinischen Dienstleister sexuelle Absichten/Gedanken zu unterstellen: Hast du mit nicht-sexuellen Blicken und Berührungen absolut gar kein Problem, also wenn deine Partnerin von einer eindeutig heterosexuellen Frau oder einem homosexuellen Mann angeschaut/berührt wird? Oder ist das, wie bereits gefragt, nur das kleinere Übel? (Mein persönliches Treue- und Exklusivitätsempfinden wird nämlich auch durch Blicke und Berührungen, die für den ausführenden Part wirklich nichts mit Sexualität zu tun haben, empfindlich gestört).


    Zu den Antworten und Kommentaren bisher lässt sich aus meiner Sicht sagen, dass sie meist ins Leere laufen. Zumindest wenn andere Treue- und Exklusivitätsvorstellungen im Gegenzug weiterhin anerkannt werden. Wenn zum Beispiel geschrieben wird:

    Zitat

    deine Partnerin ist nunmal im Idealfalle ein eigenständig denkendes und handelndes Wesen – und es steht dir nicht zu, ihr vorzuschreiben, wie sie mit ihrem eigenen Körper umgeht

    Kann man dem nur zustimmen. Ändert aber nichts daran, dass man sich eine/n Partner/in wünschen kann, die/der Treue und Exklusivität genau so definiert und empfindet wie man selbst. Und natürlich ist es immer Sache der Person selbst, wie sie mit ihrem eigenen Körper umgeht, das ist es auch bei "anerkannten" Treuewünschen, wie dem Wunsch vieler, der Partner möge nur mit ihnen Sex haben. Da gibt es interessanterweise nur halb so viel Geschrei drum, dieser Wunsch erscheint den meisten legitim, obwohl man da genau so die "Das muss dein Partner schon selbst wissen und wollen, du hast ihm da nichts vorzuschreiben"-Keule auspacken könnte.


    Um Vorschriften, die dem Naturell des Partners nicht entsprechen, geht es ja auch gar nicht. Da finde ich deine Aussage, med-pein, wieder sehr schön und zutreffend und kann mich ihr nur anschließen:

    Zitat

    Ich möchte keine Frau verbiegen und ihr ein ihr fremdes sexuelles Schema aufzwängen. Ganz im Gegenteil, wirklich wohl würde ich mich nur dann fühlen, wenn es eine Frau wäre, die das selbst so sieht.

    Und solche Frauen gibt es, daher sehe ich überhaupt keine Notwendigkeit von den eigenen Idealen abzukommen, auch wenn die Partnerwahl dadurch eingeschränkt wird. Das wird sie ja immer, jeder hat gewisse Vorstellungen und Wünsche und kann sich nicht auf jeden einlassen.


    Therapiebedarf sehe ich, wie bei anderen Treuevorstellungen, auch nicht, solange man nicht darunter leidet. Ob das bei dir der Fall ist, med-pein, das vermag ich jedoch nicht zu beurteilen, das kannst ohnehin nur du selbst wissen und spüren, ob ein Leidensdruck vorhanden ist oder nicht. Ich selbst habe ihn nie verspürt, sicherlich auch weil ich den passenden Partner gefunden habe. Was mich bei deiner Erzählung etwas nachdenklich stimmt, ist allerdings auch die Sache mit der Entbindung. Wenn ich da nochmal nachfragen darf:


    Es ging also darum, dass sich seitens des Krankenhauses gewissermaßen über euch hinweg gesetzt wurde und ein männlicher Arzt entgegen eures ausdrücklichen Wunsches anwesend war? Ich habe in der Hinsicht auch schon schlechte Erfahrungen gemacht, also ausdrücklich um weibliches Personal gebeten, was mir auch zugesagt wurde und letztlich sah ich mich dann doch mit männlichem konfrontiert. Ich hatte bis dato immer Glück und es war nie so akut, dass ich mich der Situation nicht hätte entziehen können (heißt: noch vor der eigentlichen Untersuchungs- oder Behandlungssituation gehen können und entsprechende Beschwerde einreichen). Wäre das aber nicht möglich gewesen in einer akuten Situation, in einem Notfall, wäre ich todunglücklich, wenn sich mein Mann anschließend deshalb von mir abwendet. Denn ich bin ja dann gewissermaßen "Opfer" und wurde selbst übergangen, in so einer Situation möchte ich mich dann schon auf entsprechenden Rückhalt meines Mannes verlassen können.


    Was war es letztlich, woran eure Ehe gescheitert ist? Am Vorfall selbst? Obwohl er für deine Frau genau so unangenehm war wie für dich? Oder war es für sie nur halb so schlimm und im Grunde wirfst du ihr das vor? Hat sie sich nach deinem Verständnis vielleicht zu leichtfertig der Situation und der "Gefahr" ausgesetzt, indem sie dieses Krankenhaus wählte und vorher nicht genug nach Alternativen gesucht hat?

    Hallo G.W.


    habe in deinem Faden von der Exklusivität der Nacktheit reingelesen und finde ihn sehr interessant. Ich sehe es ähnlich wie du, wenn auch nicht ganz so eng. Ich vermeide es auch, das mich Leute nackt sehen. Weder Frauen noch Männer. Beim Gynäkologen mache ich da keinen Unterschied ob Frau oder Mann und da muss man halt hin.


    Bei einem anderen Arzt, zum Beispiel ein Hautarzt würde mich das allerdings schon stören. Schließlich ist es für ihn nicht so normal nackte Frauen zu sehen, da wäre mir eine weibliche Ärztin lieber. Ebenso ein sehr junger Gynäkologe wäre mir nicht so angenehm.


    Mir persönlich würde es auch nie in den Sinn kommen im Schwimmbad nackt zu duschen oder oben ohne am Stand zu liegen. Früher war das schlimmer bei mir, mittlerweile (wo ich älter werde) sehe ich das allerdings nicht mehr ganz soooo eng. Man verliert ein bisschen an Scham.


    Zu deiner Aussage in deinem anderen Faden, das man von der Person etwas mehr weiß, wenn man sie nackt gesehen hat, muss ich sagen, das das nur begrenzt stimmt. Natürlich weiß ich dann ob die Person ein großes Muttermal auf dem Gesäß hat. Allerdings wenn ich diese Person dann das nächste mal bekleidet sehe, ist diese Vorstellung aus meinem Kopf nicht mehr so leicht abrufbar. Klar weiß ich das dann die die Person aussah, aber das hat dann keinerlei Einfluss darauf, wie ich mit der Person umgehe oder das ich sie dann mit anderen Augen sehen würde. Wenn ich zum Beispiel meinen Exfreund sehe, dann denke ich nicht daran wie er nackt aussieht oder das er weiß wie ich nackt aussehe. Er ist dann für mich ein normal bekleideter Mensch wie alle anderen auch, und ich habe nicht das Gefühl, das ich mehr von ihm weiß als von anderen, nur weil ich ihn nackt gesehen habe (ich weiß natürlich mehr von ihm, aber das beruht auf einer langjährigen Beziehung und nicht auf dem Anblick seines nackten Körpers). Hier bin ich also zwiegespalten.


    Ich persönlich empfinde meine Nacktheit als Geschenk und das möchte ich nicht jedem geben, sondern nur auserwählten Menschen.

    Darf ich den Beitrag mal rumdrehen:


    Stell dir mal vor dein Mann ist Gyn... was denkt man dann als dessen Ehefrau wenn er den ganzen Tag die unterschiedlichsten Brüste und Vaginas sieht und anfasst.


    Ich stell mir das schwierig vor dann abends umzuschalten wenn man mit der eigenen Frau intim wird, also von Beruf auf Beziehung umschalten muss...


    Zum Thema: notwendig und damit ist es gut, ich gehe lieber zu Männern, die Frauen die ich als Gyn erleben durfte (musste) waren alle etwas ruppig (stell dich nicht so an, ich weis was ich tu), die meisten Männer hingegen vorsichtig...


    Mein Mann erinnert mich sogar regelmäßig dran das ich mal wieder hinsollte.


    Und ich würde auch ihm nie Vorschriften machen im Bezug aus Uro-/Proktologin oder -loge. ":/

    @ Berryfina

    Zitat

    Zu deiner Aussage in deinem anderen Faden, das man von der Person etwas mehr weiß, wenn man sie nackt gesehen hat, muss ich sagen, das das nur begrenzt stimmt. Natürlich weiß ich dann ob die Person ein großes Muttermal auf dem Gesäß hat. Allerdings wenn ich diese Person dann das nächste mal bekleidet sehe, ist diese Vorstellung aus meinem Kopf nicht mehr so leicht abrufbar.

    Da habe ich über die Jahre mittlerweile herausgefunden, nicht zuletzt auch durch die Diskussionen hier bei med1, dass das bei mir wohl tatsächlich ein bisschen anders funktioniert als bei vielen anderen. Also ich weiß inzwischen, dass die meisten ein wesentlich weniger ausgeprägtes visuelles Erinnerungsvermögen haben als ich. Manche haben mir geschildert, dass sie sich schon wenige Minuten später nicht mehr wirklich gut an den Anblick erinnern und auch gar keine Details "abrufen" können.


    Im Rahmen solcher Unterhaltungen wurde auch öfter die Vermutung geäußert, ich könnte so etwas wie ein fotografisches Gedächtnis haben. Und auch wenn es das in der klassischen Form vielleicht nicht unbedingt ist, denke ich schon, dass meine Einstellung und mein Empfinden sehr stark damit zu tun haben. Ich kann mich jedenfalls an jedes Detail erinnern, ob ich will oder nicht, ich schrieb das an vielen Stellen schon: Wenn ich jemanden einmal (nackt) gesehen habe, dann vergesse ich diesen Anblick nie wieder. Da entsteht eine Art Abziehbild in meinem Gehirn. Natürlich auch von Menschen im bekleideten Zustand ;-) Nur ausgehend von mir, und ich bin sicher nicht die Einzige auf der Welt, der es so geht, ist es mir eben sehr unangenehm, ein derartiges Abziehbild von meinem nackten Körper in fremden Köpfen zu wissen.


    Du hast aber trotzdem auch recht, zumindest in dieser ausgeprägten Form kommt das sicher seltener vor, viele werden sich a) nicht sonderlich für meinen Anblick interessieren und b) ihn schnell wieder vergessen. Das führt aber zum nächsten Punkt, den ich gerade in der Diskussion zum Umziehen in der Öffentlichkeit angesprochen habe. Denn einerseits will ich nicht nackt gesehen werden, es sollte mir eigentlich durchaus entgegen kommen, wenn der Anblick anderen total egal ist. Aber andererseits ist das auch ein Umgang mit Nacktheit, den ich nicht mag, also für mich persönlich. Für mich ist Nacktheit nach wie vor besonders und ja, auch irgendwie wertvoll. Deshalb möchte ich sie auch entsprechend gewürdigt und nicht abgetan wissen.

    Zitat

    Mir persönlich würde es auch nie in den Sinn kommen im Schwimmbad nackt zu duschen

    Hmmmm – mir würde es nie in den Sinn kommen, im Schwimmbad nicht nackt zu duschen. Im Schwimmbad nicht und nach dem Sport erst recht nicht! Wenn ich meinen Körper reinigen möchte, dann komplett.


    Das "Nichtnacktduschen" kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen – zumal man sich dabei ja nicht vom jeweils anderen Geschlecht beobachtet oder taxiert fühlen muss. Frauen sind unter Frauen und Männer unter Männern.

    Zitat

    Frauen sind unter Frauen und Männer unter Männern.

    Das stimmt. Vor Männern wäre mir das natürlich noch nunangenehmer. Aber Frauen gucken auch und gucken sich den nackten Körper einer anderen Frau sogar unter kritischeren Augen an als Männer, was ich nicht als wesentlich angenehmer empfinde.


    Wenn ich mich reinigen möchte, mache ich das zuhause. Im Schwimmbad kann ich mich sowieso nicht so duschen, als das ich mich danach sauber fühle, denn der Chlorgeruch ist zu sehr in der Luft und bleibt dann am Körper kleben. Der geht bei mir erst nach einer Dusche zuhause wieder weg. Die meisten Frauen duschen allerdings auch nicht nackt. Es sind eher ältere Damen die nackt duschen, bei jüngeren Frauen sehe ich das nur sehr selten.


    Aber wie G.W. empfinde ich meine Nacktheit auch als wertvoll und deswegen zeige ich sie auch nicht jedem. Wobei sich das bei mir wirklich auf entblößen von Brust, Gesäß und Scham beschränkt. Beine, Bauch und so habe ich kein Problem mit. Wobei ich selber jetzt keine allzu freizügige Kleidung trage, einfach weil ich mich damit nicht wohl fühle.

    @ Berryfina:

    Zitat

    Aber Frauen gucken auch und gucken sich den nackten Körper einer anderen Frau sogar unter kritischeren Augen an als Männer, was ich nicht als wesentlich angenehmer empfinde.

    Männer gucken auch – aber es ist mir egal! Die, die gucken, können sich genau so wenig malen wie ich. Die Idealisierung des völlig makellosen Körpers in den Medien ist ohnehin völlig realitätsfremd. Leider lassen sich sehr viele, insbesondere junge Menschen dadurch manipulieren.

    Zitat

    Wenn ich mich reinigen möchte, mache ich das zuhause. Im Schwimmbad kann ich mich sowieso nicht so duschen, als das ich mich danach sauber fühle, denn der Chlorgeruch ist zu sehr in der Luft und bleibt dann am Körper kleben. Der geht bei mir erst nach einer Dusche zuhause wieder weg. Die meisten Frauen duschen allerdings auch nicht nackt. Es sind eher ältere Damen die nackt duschen, bei jüngeren Frauen sehe ich das nur sehr selten.

    Der Chlorgeruch hängt in großem Maße von der dort eingesetzten Wasseraufbereitung ab. In neueren Schwimmbäder wird wenig bis zuweilen sogar gar nicht mehr gechlort. Ich persönlich kann mich im Schwimmbad genau so reinigen wie zu Hause. Nicht immer hat man vielleicht die Möglichkeit, sich vor dem Schwimmen zu Hause zu duschen, z.B. wenn es nach der Arbeit direkt ins Schwimmbad geht. Dann habe ich ganz einfach das Bedürfnis, mich entsprechend zu reinigen, bevor ich in die Fluten springe – und erhoffe mir das von meinen Mitmenschen ebenso. Wenn ich z.B. grell geschminkte Damen im Wasser erblicke, empfinde ich das als abstoßend und ekelerregend.


    Im Übrigen kann ich Deine Beobachtung, dass sich eher reifere Personen unter der Dusche nackig machen als jüngere, bestätigen. Viele junge Menschen sind schamhafter, insbesondere in der Pubertät. Das sollte man dann auch so akzeptieren – Hauptsache, sie duschen überhaupt. :-)

    Zitat

    Aber wie G.W. empfinde ich meine Nacktheit auch als wertvoll und deswegen zeige ich sie auch nicht jedem.

    Sie ist wertvoll! Wer nackt ist, ist ungeschützt, ist verletzlich. Ich laufe auch nicht nackt in der Fußgängerzone herum. Aber unter der Dusche ist Nacktheit natürlich, unabhängig von Einzel- oder Gemeinschaftsdusche.


    Die Schamgrenze jedes Einzelnen ist verschieden. Man sollte sich ganz einfach so verhalten, wie man sich wohlfühlt.