@ gauloise

    Hab ich irgend wo von schrecklichen Frauen gesprochen?


    Nun ja, wenn ich hier von Partnerschaft spreche, dann sicherlich nicht von irgendeiner Partnerschaft, sondern von einer, die mich als Teil dieser Partnerschaft beinhaltet. Somit bin ich 50 % dieser Partnerschaft. Zur Problemeinsicht, da bleibt in DIESEM Fall gar nichts anderes übrig, müssen wir jetzt schon berücksichtigen, dass meine grundsätzliche Schwierigkeit maßgeblich ist. Du verstehst schon, dass es die allgemeine Partnerschaft gar nicht gibt, sondern nur eine individuelle Partnerschaft, da aus Individuen bestehend. Soll heißen, wenn Jemand mit mir in einer Partnerschaft ist, so bin logischerweise ich mit meinen grundsätzlichen Schwierigkeiten, wie Du es nennst, maßgeblich an der Bildung dieser Partnerschaft beteiligt. Viel maßgeblicher als beispielsweise Du, da eine Partnerschaft, die gleichzeitig Dich und mich beinhaltet (entschuldige bitte) eher unwahrscheinlich ist.


    Also, Du hast zwar nicht argumentiert, dennoch behauptet, dass ich falsch liege und zwar nicht etwa in Deiner Partnerschaft, sondern in meiner.


    Trotzdem muss ich eingestehen, dass auch ich teilweise den Fehler mache von der Formulierung her nicht speziell von mir zu schreiben, sondern in einer verallgemeinernden Form. Spielt aber keine Rolle, denn...


    ...ich unterscheide zwischen dem Wort Beziehung und Partnerschaft:


    Eine BEZIEHUNG ist der Versuch den jeweils Anderen ins eigene Schema zu ZIEHEN, weil offenbar im Sinne von "Gegensätze ziehen sich an!" vergessen wurde die Verträglichkeit zu prüfen. Mir ist deshalb das Wort Partnerschaft lieber, SPRICHT DAS WORT PARTNER DOCH EHER DAVON EINE GEMEINSAME AUSRICHTUNG UND ABSICHT VON VORNHEREIN GESUCHT ZU HABEN.


    In dem Sinn ist eine Partnerschaft wie ein Boot, in das sich die Menschen begeben, denen dieses Boot passt. Ein Boot auf dem Bodensee, auf dem ein Schild Mainau steht wird wohl auch nach Mainau fahren. Und wenn Lindau nicht draufsteht, dann wird es wohl kaum nach Lindau fahren. Wäre also nicht so gut, wenn man in das Boot nach Mainau einsteigt obwohl man nach Lindau will. Eine Partnerschaft ist ein Boot ohne Schild, da muss man Reden, möglichst bevor man das Boot betritt. Vor allem über solch grundlegende Dinge wie "GRUNDSÄTZLICHE SCHWIERIGKEITEN". So, und jetzt stell Dir die Lady vor, die in das Boot nach Mainau eingestiegen ist und jetzt plötzlich nach Lindau will und auf Biegen und Brechen ihren Kopf durchsetzen will ohne Rücksicht auf die restlichen Insassen.


    Der Vergleich mit dem Boot hinkt übrigens ein wenig, denn in einer Partnerschaft sollten zwei Menschen Platz genommen haben, die sich lieben.


    Was sollte also in einer Partnerschaft den Schmerz des einen Partners rechtfertigen, wenn man sich vor Augen geführt hat, was Partner im Wesentlichen sind?

    Ich finde Deinen Wunsch männliche Gynäkologen "auszurotten" schon ziemlich bedenklich, er greift einerseits in die freie Berufswahl ein, andererseits in die freie Arztwahl. Während hier schon von lesbischen Gynäkologinnen gesprochen wurde, was wäre mit einem schwulen Gynäkologen? ??ja, eher unwahrscheinlich, aber theoretisch möglich??.


    Ich gehe zu einem männlichen Gynäkologen und das wird auch so bleiben. Einmal wurde ich von einer Frau untersucht (sie war Vertretung, der Gyn bei dem ich den Termin hatte war krank) und dabei fühle ich mich einfach nicht so wohl. Die Frau war nicht viel inkompetenter als ihre männlichen Kollegen aber es hat halt nicht so gepasst.


    Ein Besuch beim Gyn ist, wie schon angesprochen, ein Verhältnis wie Dienstleister/Dienstempfänger. Ich muss meinen Gyn nicht attraktiv finden (einen Partner in der Erotik schon), ich muss ihn nichtmal besonders leiden können. Er muss fachlich kompetent sein. Er muss auf Fragen eingehen können. Er muss mir Höflichkeit entgegenbringen und meine Wünsche akzeptieren. Einen Gyn besucht man in guten und in schlechten Tagen. Aus positiven, negativen oder auch mal neutralen Gründen. Er muss darauf eingehen können. Mehr will ich nicht von einem Gyn.


    Eine Untersuchung ist nichts erotisches. (Eine Geburt auch nicht, das kann ich mit Sicherheit sagen obwohl ich noch keine hinter mich gebracht habe.) Wenn man da wartet dass der Nachwuchs kommt und ein Mann kann mir helfen dann soll er das doch bitte. Und um das zu tun muss er eventuell auch mal lernen. Dass deine Beziehung dadurch (indirekt oder direkt) kaputt gegangen ist, das ist wahrlich nicht normal.

    @ just_looking

    Was normal ist und was nicht spielt hier keine Rolle. Haben Menschen, nur weil sie mit ihren Vorstellungen nicht der Norm entsprechen kein Selbstbestimmungsrecht? Den Berufszweig ausrotten? Davon habe ich nicht gesprochen. Eher davon, dass Frauen die Möglichkeit dazu hätten, wenn sie das wollten. Andersrum gefragt, wenn alle Frauen das wollten, müssten sie dann trotzdem zu Männern gehen, um den Berufszweig nicht auf Frauen zu begrenzen? Der entscheidende Punkt ist, dass einer Frau, so wie es in dem Fall der Entbindung meines Sohnes war, der ausdrückliche Wunsch keinen männlichen Gynäkologen dabei haben zu wollen nicht Folge geleistet wird. Wenn Du zu einem Mann gehst und Dein Mann kein Problem damit hat, dann sehe ich für Euch kein Problem. Das ist aber die Situation bei Euch. Nur weil ihr kein Problem damit habt muss das schließlich nicht für den Rest der Welt so gelten. Dass der Partner mit seinen Wünschen auf die Wünsche und Handlungsweise seiner Partnerin angewiesen ist, um eben diese Wünsche umgesetzt zu sehen ist gegeben.


    Gehen die Partner in ihren Vorstellungen dieses Thema betreffend konform, gibt es kein Problem. Die Aus- und Absprache dieses Thema betreffend ist deshalb zu Beginn der Partnerschaft unverzichtbar, für den Fall, dass es ein Problem darstellt. Inwieweit die Missachtung eines gegebenen Problems dieser Art durch die Partnerin die Partnerschaft in Frage stellt ist eine Frage, die nur innerhalb der betroffenen Partnerschaft geklärt werden kann und nicht nach einem allgemein gültigen Schema von Außen. Die Schwere des Problems wird, wie bei allen Problemen, das Zünglein an der Waage sein.


    Eines dürfte klar sein, ein Problem, das gegeben ist, existiert. So zu tun, als existierte es nicht oder in Frage zu stellen, ob es eine Daseinsberechtigung hat, wird es kaum auflösen können. Was es nicht hier im Forum, sondern in der betroffenen Partnerschaft selbst zu klären gilt, sind Fragen nach der Gleichheit oder Unterschiedlichkeit der Auffassung beider Partner gegenüber dem Thema, die Schwere des Problems, die Bereitschaft bei unterschiedlicher Auffassung für sich das geringere Übel zu sehen (betrifft beide Sichtweisen, nicht wieder falsch verstehen), ein Abwägen, ob mit der Aufrechterhaltung des Problems eine Aufrechterhaltung der Partnerschaft möglich ist oder nicht usw.


    Das Problem in dieser Diskussionsrunde ist ein ganz Anderes. Es wird versucht Standpunkte allgemeingültig zu machen, also den eigenen Standpunkt durchzusetzen bei gleichzeitiger Vernichtung des anderen Standpunktes. Wenn das eine richtig ist, muss zwangsläufig das andere falsch sein. Und das nicht etwa für jede Partnerschaft individuell erörtert, sondern allgemein für alle Partnerschaften geltend. Das eigentliche Problem liegt an den medizinischen Einrichtungen, die nicht alle Ansichten bedienen wollen und sich gegebenenfalls über ausdrücklich vorgebrachte Abgrenzungen hinsichtlich dieses Themas hinwegsetzen.


    Der medizinische Apparat wird nicht etwa von den Krankenkassen finanziert. Die Krankenkasse ist nur der Verwaltungsapparat, der die Gelder der Patienten verwaltet. Auftraggeber für sämtliche Dienstleistungen medizinischer Art sind somit die Patienten und nicht die Krankenkassen. Dass der Auftraggeber nicht mehr entscheiden kann, was er will bzw. was nicht, dürfte innerhalb dieses Wirtschaftssystems absolute Alleinstellung genießen.

    @med-pain

    Ich würde dir mal einen Besuch beim Psychologen/Psychologin nahelegen. Deine "Erlebnisse" entstammen doch nicht der Realität.

    Zitat

    "Mit dieser Vorgabe, nahm mich meine Mutter zu ihrem Gynäkologen mit, wo ich neben ihr im Wartezimmer saß. Vom Wartezimmer aus führte eine Tür direkt in den Praxisraum. Eine Arzthelferin ließ diese Tür weit offen stehen, sodass ich direkt auf den Stuhl sehen konnte, wo eine Frau mit weit geöffneten Beinen saß."

    und

    Zitat

    "Er sprach mit mir über das Ergebnis der Spiegelung und verwies dabei auf den Arztbericht, der ihm vorlag. Dann bat er mich ohne ersichtlichen Grund die Hose herunterzuziehen, öffnete in dem Moment die Praxistür und bat seine Helferin herein."

    Wenn soetwas in deiner Phantasie Platz hat – ok – aber bitte starte dann hier nicht diese Diskussionen in denen sowas als echt verkauft wird.

    Naja, ist mir auch schon passiert dass ich beim (männlichen ]:D ) Gyn war und die Arzthelferin die Tür aufgerissen hat und hineingestürmt ist. Weil es eben etwas sehr wichtiges zu besprechen gab.


    Ich denke nicht dass die Geschichten notwendigerweise an den Haaren herbeigezogen sind..

    Zitat

    Der medizinische Apparat wird nicht etwa von den Krankenkassen finanziert. Die Krankenkasse ist nur der Verwaltungsapparat, der die Gelder der Patienten verwaltet. Auftraggeber für sämtliche Dienstleistungen medizinischer Art sind somit die Patienten und nicht die Krankenkassen. Dass der Auftraggeber nicht mehr entscheiden kann, was er will bzw. was nicht, dürfte innerhalb dieses Wirtschaftssystems absolute Alleinstellung genießen.

    Du bist nicht Auftraggeber, sondern Versicherungsnehmer. Und also solcher kannst du definierte Leistungen in Anspruch nehmen. Wenn du Leistungen willst, die nicht im Versicherungskatalog enthalten sind, kannst du versuchen, eine Zusatzversicherung abzuschließen / auszuhandeln.


    Dein Problem hast du hier beschrieben:

    Zitat

    Ich wuchs in einem streng katholischen Elternhaus auf. Mir wurde von Kindesbeinen an Nacktheit als Sünde nahegebracht

    Deine Eltern haben dich verkorkst und das ist das Problem, für das du eine Lösung suchen solltest.

    @ Stuhlbein

    Danke für Deinen Hinweis auf die eventuelle Möglichkeit mit einer Zusatzversicherung. Werde mich informieren.


    Dass die Entwicklung in der Kindheit maßgeblich ist für das spätere Leben und dass hier entgegen der landläufigen Meinung nachträglich nicht nachjustiert werden kann ist eine Tatsache, die selbstverständlich nach individuellen Lösungen sucht. Eltern sollten möglichst ihre Kinder daraufhin unterstützen in den bestehenden Gegebenheiten später möglichst gut zurecht zu kommen. Wenn Eltern hingegen ihre Kinder nicht auf diese bestehenden Gegebenheiten hin vorbereiten, sondern auf gegenläufige Vorstellungen hin, dann müsste man wohl von schlechter Erziehung sprechen. Wenn sich, wie in unserer heutigen schnelllebigen Welt die Gegebenheiten im großen Stil verändern oder mit anderen Gegebenheiten vermischen, wird dies teilweise unmöglich sein.


    Die individuelle Lösung sieht ganz einfach so aus:


    Nacktheit ist innerhalb einer Partnerschaft in der ich mich befinde grundsätzlich ein Privileg der partnerschaftlichen Wertschätzung und genießt den uneingeschränkten Status von Exklusivität auch gegenüber nicht gleichgeschlechtlicher Ärzte.

    Muss natürlich so heißen:


    Nacktheit ist innerhalb einer Partnerschaft in der ich mich befinde grundsätzlich ein Privileg der partnerschaftlichen Wertschätzung und genießt den uneingeschränkten Status von Exklusivität auch gegenüber gleichgeschlechtlichen Ärzten.

    Zitat

    und dass hier entgegen der landläufigen Meinung nachträglich nicht nachjustiert werden kann ist eine Tatsache

    Nein, das ist natürlich keine Tatsache.


    Wie auch immer: wenn du selber nichts ändern willst, sondern nur von anderen erwartest, dass sie auf deine Befindlichkeiten Rücksicht nehmen, musst du halt schauen, inwieweit das funktioniert und andere dazu bereit sind.


    Aber über was willst du dann hier diskutieren? Oder was erwartest du von dieser Diskussion?

    Zitat

    Wie auch immer: wenn du selber nichts ändern willst, sondern nur von anderen erwartest, dass sie auf deine Befindlichkeiten Rücksicht nehmen, musst du halt schauen, inwieweit das funktioniert und andere dazu bereit sind.

    Wüsste nicht, was es da sonst zu kommunizieren gäbe. Wer sich von seiner Frau trennt, weil sie nicht zuhause entbinden wollte, der hat für mich massivste Probleme. Ist auch letztendlich egal, denke du hast deiner Frau damit letztendlich einen Gefallen getan. Irgendwo auf der Welt rennt gewiss eine Frau rum, die als Kind auch so verkorkst wurde wie du und diene Meinung teilt. Die zu finden wird nicht einfach sein, aber wünsche dir dennoch viel Erfolg!

    @ Stuhlbein

    Du hast sicherlich gesehen, dass diese Diskussion hier schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Ich hab sie zufällig aufgeschnappt und hab mich aufgrund dessen, selbst von diesem Thema betroffen zu sein hier eingeklinkt. Weshalb ich schreibe hat 2 Gründe. Einerseits hätte ich gerne hier Leute getroffen, die ähnlich gestrickt sind, um Gedanken auszutauschen, die eventuell auch neue Möglichkeiten für mich bieten würden meinem Strickmuster gerecht werden zu können. Andererseits, da ich mich ja eher mit Leuten konfrontiert sehe, die mich angreifen, gehe ich in die Verteidigung. 2 bis 3 Hinweise, die hilfreich sein könnten, habe ich schon bekommen. Vielleicht sollte ich dafür dankbar sein und es dabei belassen.

    @ PrimadonnaGirl

    Habe ihr damit keinen Gefallen getan, wir waren vorher ein 7 Jahre rundum glücklich verheiratetes Ehepaar, das sich als Krönung auf den Nachwuchs gefreut hat.


    Kannst Du mir mal erzählen, weshalb ein Wurm über das Universum schreibt? Er weiß doch gar nicht was das ist.

    @ Stuhlbein

    Zitat

    und dass hier entgegen der landläufigen Meinung nachträglich nicht nachjustiert werden kann ist eine Tatsache


    Nein, das ist natürlich keine Tatsache.

    Ob das eine Tatsache ist kann ich aus eigenem Wissen heraus nicht beurteilen. Diese Aussage stützt sich auf ein Arztgespräch, das ich geführt hatte.

    Zitat

    Habe ihr damit keinen Gefallen getan, wir waren vorher ein 7 Jahre rundum glücklich verheiratetes Ehepaar, das sich als Krönung auf den Nachwuchs gefreut hat.

    Und alles in die Tonne getreten, weil ein männlicher Arzt euer Kind entbunden hat? Hammer.

    Zitat

    Kannst Du mir mal erzählen, weshalb ein Wurm über das Universum schreibt? Er weiß doch gar nicht was das ist.

    Wenn das deine Art Menschen gegenüber ist, kannst du lange weiter nach deinem Gegenstück suchen. Seltsame Vorstellungen über Berufsgruppen und Nacktheit zu haben ist das eine, rRespektlosigkeit und Überheblichkeit das andere.