@Claudsia

    Was macht für dich eine Beziehung aus?


    Ich kann eine unglaublich tiefe Beziehung zu meinem besten Freund haben. Wir können über alles reden und sind immer für einander da. Was also unterscheidet diese freundschaftliche Beziehung zu meinem Freund zu meiner Partnerin? Ja, ganz genau. Die körperliche Beziehung. Dies ist der Unterschied! Wird diese körperliche Beziehung aber durch ein Fremdgehen, sei es noch so unbedeutend, zerbrochen verliere ich doch den Part, der eine freundschaftliche Beziehung in den wirklich intimen Beziehungsstatus erhebt.

    Zitat

    Ich finde es einfach nicht gut, dieses "abgöttisch" das hat für mich zu viel Negatives, zu viel von einer Vorstellung, dass mein geliebter Mann auf Gottstatus ist.

    Nein, dieses abgöttisch bedeutet, dass man seinem Partner nicht verletzen kann, weil man ihn wirklich von ganzen Herzen liebt. Einen Menschen, den man so liebt, kann man dies einfach nicht antun!!!

    Zitat

    Ist es denn nicht viel besser, die Liebe tief verwurzelt zu haben als eine gesunde und freie Basis?

    Du redest so, als würde die gesamte Leidenschaft mit der Zeit flöten gehen und daher formuliert man Liebe für sich einfach um. Es ist dann nichts mehr körperliches, sondern etwas metaphysisches. Daher spielt das Sexuelle keine große Rolle mehr, denn man ist über etwas höheres verbunden. Na das ist doch mal was. Das nenne ich dann Gottgleich ;-).

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    Freundschaft regieren zu lassen, statt unerreichbare Idealbilder (und das hat für mich das abgöttisch mal dabei)

    Die Freundschaft habe ich mit meinem besten Freund, die wahre Liebe mit meiner Partnerin. Will ich einen Freund in einer Beziehung mit dem ich dann ab und zu Spaß habe, dann nenne ich das offene Beziehung. ;-)

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    Wenn nämlich ein Gott einen Fehler macht, hat er den Gottstatus verloren, und dann sehe ich auch, die Beziehung ist beendet, denn der Gott ist nicht mehr.

    Es war nie ein Gott da, sondern ein Mensch den ich zutiefst geliebt habe. Der meine Einstellungen mit mir teilte. Wenn sich die Einstellungen von diesem Mensch mit der Zeit ändern, sollte er dies dem Partner mitteilen und dann gemeinsam eine Lösung suchen und nicht die Beziehung durch eine leichtfertige Handlung zerstören.

    Zitat

    Wenn ein Freund einen Fehler macht, dem verzeiht man, weil man weiß, er ist ein MENSCH.

    Ganz genau! Ich würde meiner Partnerin auch verzeihen! Doch Fremdgehen ist kein "kleiner" Fehler. Es ist kein Missverständnis, es ist etwas essenzielles, dass die Beziehung ins schwanken bringt und meistens auch zerstört.

    Zitat

    Ich habe letzte Woche unseren Wohnwagen nicht richtig angehängt und verloren. Ja, wie konnte das passieren? Mir ??? Ich hab einen Fehler gemacht, ich hab es nicht absichtlich gemacht, ich habe nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt, dennoch war es fatal.

    Typisches Beispiel, das aber auch nichts mit dem Akt des Fremdgehens zu tun hat. Nein, dies kann man damit nicht vergleichen. Es zerstört nicht die Grundpfeiler der Beziehung, wenn man einen Gegenstand zerstört. Es gibt Ärger klar, aber die Beziehung bleibt davon unberührt, da das Fundament nicht davon betroffen ist.

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    Aber ich bin ein Mensch, ich lerne daraus, ich mache Fehler. Ich bin kein Gott und niemand soll mich abgöttisch lieben, sondern so wie ich bin.

    Wunderschön gesagt und so soll es sein. :)^:)*@:)

    @Lian-Jill

    Zitat

    Seltsam ist, dass es überwiegend Männer sind, die sich diese Frage stellen und urplötzlich aus allen Wolken fallen.


    Fragt man die dazugehörigen Frauen, könnte man manchmal glauben, sie sprechen nicht von der selben Beziehung.


    Habe ich auch schon mehrmals im Bekanntenkreis erlebt.

    Ich kannte leider die andere Person sehr gut und diese Dame war wirklich sehr glücklich. Wir haben auch oft miteinander geredet und da hat sie Dinge erzählt, die doch dies eindeutig schließen ließen.


    Daher ist diese Handlung auch für mich völlig unbegreiflich. Sie selbst hat von Heirat gesprochen und Kindern. ??? Kannst du mir das dann erklären????

    socrates, du hast nicht verstanden.


    Die Freundschaft und Liebe ist die Basis. Freunde kann ich haben, ich kann auch mehrere Leute lieben (meine Kinder z.B.)


    Aber ich kann auf dieser Freundschaft noch etwas aufbauen, Leidenschaft, Verliebtsein, Schmetterlinge, hohe Gefühle, Intimität, ...


    Wenn da einiges weggeht (und das tut es nach 20 Jahren immer wieder in Intervallen) bleibt noch die Freundschaft.


    Die Liebe als Basis.


    Deswegen ist alles andere doch nicht weg. Für mich hat Sex keinen hohen Stellenwert, er dient meiner Befriedigung, meiner Lust.


    Für mich hat Liebe und Treue einen viel höheren Stellenwert.


    Und wenn mein Mann etwas macht, das nicht richtig war, dann fällt er von keinem Podest, auf das ich ihn gesetzt habe. Sondern er fällt zurück auf unsere Basis, und ich kann dir sagen, dass das eine weiche Landung ist.


    So ist es bei uns und ich möchte es nicht anders haben.


    Bei euch ist es anders, und du möchtest es auch nicht anders haben.


    Es gibt eine Mitte zwischen offener und geschlossener Beziehung, und die heißt, leben lassen und genießen, was das Leben bereithält.


    Und glaubst du, das Leben hat uns immer mit Samthandschuhen angepackt? Wenn ich sage, es fügt sich, heißt das nicht, dass man nicht kämpft, weil manchmal fügt sich auch der Kampf. Aber meiner ist real, ich kämpfe nicht gegen die Unabwägbarkeiten des Schicksals, sondern ich nehme an und kämpfe für mein gutes Leben.

    Hallo,


    ich lebe in einer zehnjährigen Beziehung, und bin seit 8 Jahren erkrankt, was zur Folge hat, dass unsere Beziehung auf sexueller Ebene nicht mehr das ist, wa sie mal war, und erstmal auch nicht mehr werden wird.


    ir beide arbeiten daran, mit dieser Situation umzugehen, und mein Freund kommt viel besser damit klar als ich selbst. Er hat sich noch nie beschwert, selbst wenn wir ein halbes Jahr keinen Sex hatten. Das lässt sich gerade noch ertragen, da wir uns ansonsten sehr gut verstehen, und die Beziehung in allen anderen Bereichen sehr schön und spannend ist.


    ich selbst komme leider nicht so gut mit unserer sexuellen Dauerflaute zurecht, deswegen gehe ich ab und zu fremd. Dabei geht es mir darum, mit einem Mann zusammen zu sein, der nichts von meiner Krankheit weiss, und der mich so behandelt wie eine gesunde Frau. Wenn ich fremd gehe ist das ein Versuch, aus mir selbst auszubrechen, und kurz jemand anders zu sein.


    Ich habe mich nie in einen ONS verliebt, denn ich weiss von vornherein, dass ich nur mit meinem Partner zusammen sein will.


    Das Fremdgehen befreit mich kurze Zeit von meinem angestauten Frust über meine Krankheit, und daher würde ich schon fast sagen, meine kurzen Seitensprünge tun unserer Beziehung sogar gut. Ohne diesen "Ausgleich" wäre ich irgendwann wahnsinnig frustriert, und diesen Frust würde dann geballt mein Partner abkriegen.

    @Claudsia

    Zitat

    socrates, du hast nicht verstanden.

    Na, da bin ich nicht so sicher. ;-)

    Zitat

    Die Freundschaft und Liebe ist die Basis. Freunde kann ich haben, ich kann auch mehrere Leute lieben (meine Kinder z.B.)

    Freundschaft, Liebe, Treue, Vertrauen!

    Zitat

    Aber ich kann auf dieser Freundschaft noch etwas aufbauen, Leidenschaft, Verliebtsein, Schmetterlinge, hohe Gefühle, Intimität, ...

    Ganz genau, was die Beziehung dann in den wirklichen Beziehungsstatus erhebt.

    Zitat

    Wenn da einiges weggeht (und das tut es nach 20 Jahren immer wieder in Intervallen) bleibt noch die Freundschaft.

    Finde ich traurig.

    Zitat

    Deswegen ist alles andere doch nicht weg. Für mich hat Sex keinen hohen Stellenwert, er dient meiner Befriedigung, meiner Lust.

    Das habe ich deutlich gemerkt. Na, du hast ja einen Mann, der diese Einstellung mir dir teilt und daher eine mündige Beziehung. Finde ich schön. :)^

    Zitat

    Für mich hat Liebe und Treue einen viel höheren Stellenwert.

    Treue hat also für dich einen hohen Stellenwert. Wie definierst du diese Treue denn? Ist es eine metaphysische Treue?

    Zitat

    Und wenn mein Mann etwas macht, das nicht richtig war, dann fällt er von keinem Podest, auf das ich ihn gesetzt habe. Sondern er fällt zurück auf unsere Basis, und ich kann dir sagen, dass das eine weiche Landung ist.


    So ist es bei uns und ich möchte es nicht anders haben.

    Tja, er hat einen Freifahrtschein und du auch -> sehe ich als offene Beziehung.

    Zitat

    Bei euch ist es anders, und du möchtest es auch nicht anders haben.

    Kannst mich altmodisch nennen, wie es die meisten tun. ;-)

    Zitat

    Es gibt eine Mitte zwischen offener und geschlossener Beziehung, und die heißt, leben lassen und genießen, was das Leben bereithält.

    Schön gesagt, oder einfach -> jeder macht wozu er Lust hat und behält es für sich. Dazu habe ich hier oft den Spruch gehört -> Was ich nicht weiß, dass macht mich auch nicht heiß. Naja, wenns klappt, supi. :)^

    Zitat

    Aber meiner ist real, ich kämpfe nicht gegen die Unabwägbarkeiten des Schicksals, sondern ich nehme an und kämpfe für mein gutes Leben.

    Ich auch nicht. Ich kam schon in Situationen, die waren wirklich sehr eindeutig. Du denkst, dass das Schicksal automatisch dazu führt, dass aus einer Beziehung die Leidenschaft gesaugt und die Treue neu definiert wird. Ich kämpfe gegen dieses Schicksal. Ich nehme es nicht an. Ich sehe es bei meinen Eltern. Es gibt das Ideal, wie es hier immer genannt wird. Ich finde es ist nicht das Ideal, sondern eine funktionierende Ehe!

    @ :)

    Lee, ein mutiger Beitrag. Du Arme, ich kann dich verstehen.


    aber mir kam grad noch ein anderer Gedanke.


    Melete war es glaub ich die schrieb, wenn nach 20 Jahren ein Fehltritt herauskommt, war das ganze Leben eine Lüge.


    Wie bitte???:-o


    ALLES eine Lüge? Nur weil ein Fehler gemacht wurde, den man nicht zu beichten wagte, weil vielleicht keinerlei Verständnis zu erwarten war? Was wäre passiert, wenn er gebeichtet hätte? Die Beziehung wäre zu Ende gewesen. Freilich hätte er vorher nachdenken müssen, hat er aber nicht. Punkt.


    So, jetzt der gedanke jemand macht etwas Schlimmes, einen Diebstahl, irgendwas, das auch nach 20 Jahren rauskommt. War dann das Leben auch eine Lüge, oder verzeiht man das?


    Wie kann man wegen eines Fehlers ALLES in frage stellen, all die schönen Momente, all die Dinge, die man gemeinsam erlebte...


    Das geht mir momentan nicht in den Kopf. Geht es da noch um Liebe oder nicht eher um verletzten Stolz?

    @vice

    Zitat

    Finde ich sehr nachvollziehbar. Auch sonst ist natürlich gegen einen reinen Ons nicht das Geringste einzuwenden.

    Einfach lächerlich. Wäre nichts einzuwenden, könntest du es ja dem Partner sagen, der hat dann bestimmt auch nichts einzuwenden.


    Was für eine Logik. Einfach traurig!

    @LeeHolloway

    Harte Story. Tut mir sehr leid für dich.


    Ich finde es nicht gut was du machst, denn dein Partner lebt auch diese sexuelle Frustration. Wie würdest du es finden, wenn er dich betrügt?

    socrates, wie lange bist du verheiratet?


    Glaubst du im Ernst, nach 20 Jahren hast du dir nicht 1000 mal gewünscht, lieber nicht geheiratet zu haben, während du 1000000000000000000 mal dem lieben gott gedankt hast, dass er dir deinen Partner an die Seite gestellt hat?


    Und nein, ich hebe keinen Freifahrtsschein und mein Mann hat keinen. wir sind uns treu. Aber wenn es passiert, ist es keine Sache, über die man reden muss.


    Und ich verstehe Treue als metaphysische, ja.

    Vice

    Vielen Dank für dein Verständnis. *:)


    Es ist und bleibt natürlich ein unbefriedigender Zustand für mich. Ich weiss manchmal schon gar nicht mehr, ob unsere Beziehung überhaupt noch funktionieren würde, wenn ich eines schönen Tages nicht mehr krank sein sollte. Ich glaube, meine Krankheit ist sozusagen Teil unserer Beziehung und auch der Grund, weshalb ich denke, dass ich meinen Freund nie verlassen kann und ich denke er weiss das auch. Er ist sexuell sehr zurückhaltend und auch nicht gerade aktiv (auch am Anfang nicht gewesen), und ich eigentlich schon. Ich denke deshalb kommt er gut mit der Situation zurecht und geht auch nicht fremd.

    @Claudsia

    Na da hab ich ja einen Knopf gedrückt. ;-)


    Nein ich bin nicht verheiratet, daher kann ich darauf nicht so genau antworten, ich sehe nur meine Eltern. ;-)


    Noch die alte Schule und da würde keine Seele auf die Idee kommen so etwas dem Partner anzutun.


    Ich habe einfach eine grundverschiedene Haltung als du.


    Ich kann mir das genau vorstellen, es gibt halt Probleme, wie in jeder Beziehung, nur, man kann doch reden. ;-)

    Zitat

    Und nein, ich hebe keinen Freifahrtsschein und mein Mann hat keinen. wir sind uns treu. Aber wenn es passiert, ist es keine Sache, über die man reden muss.

    OK. Also keine Sache über die man reden muss -> Du würdest es also nicht wissen wollen?

    Zitat

    Und ich verstehe Treue als metaphysische, ja.

    ;-).

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    Ja, ich will es eigentlich schon wissen, aber bestimmt nicht aus Gründen, die du nachvollziehen kannst. Bzw. ich weiß es. Er erzählte es mir.


    Ich habs ihm auch erzählt.


    Aber er sagte mir, er will es nicht mehr wissen, ich solle es, wenn, dann für mich behalten und ich respektiere das.


    Ich sollte es umformulieren: wir haben den Anspruch einander treu zu sein, wir wollen es, wir verlangen es auch irgendwo, aber wir genügen unseren Ansprüchen eben nicht immer.


    Meine Eltern waren übrigens 30 Jahre verheiratet und meine Mutter blieb ihrem Mann bis über den Tod hinaus treu.


    Vor dem Tod,... hmmm...


    Evtl. waren da Geschichten, die sogar ich kenne, die ich nicht ausführe.


    Meine Mutter brachte mir eben bei, dass beständige Liebe etwas ist, das nicht von Äußerlichkeiten abhängt, sondern einzig von dem Willen, zu einander zu stehen, egal was ist.

    -socrates-

    Zitat

    Noch die alte Schule und da würde keine Seele auf die Idee kommen so etwas dem Partner anzutun.

    Ich vermute, die Zahl der Ehebrüche blieb über die Jahrhunderte relativ konstant. Die Frage ist nur, wie publik es gemacht wird.


    Ob sich deine Eltern immer körperlich treu waren, wissen wahrscheinlich nur sie alleine ;-)

    Achja, das hab ich ganz überlesen..


    Die Silberhochzeit, in der das braunäugige Kind den blauäugigen Eltern gratuliert :=o


    Aber das muss nicht sein, keiner soll hier vom anderen vermuten, dass er nicht redlich oder wahrhaftig war. Oder Eltern etwas andichten bzw. nachsagen, was verletzen könnte.


    Nur ab und zu hinter den Schein schauen, hat nie geschadet.


    Vielleicht ist da ja alles so, wie es der Schein vorgibt


    :)^

    Nur damits kein Missverständnis gibt:

    Zitat

    Aber das muss nicht sein, keiner soll hier vom anderen vermuten, dass er nicht redlich oder wahrhaftig war. Oder Eltern etwas andichten bzw. nachsagen, was verletzen könnte.

    Sowas lag mir gänzlich fern.


    Mir ging es nur darum, dass Kinder wahrscheinlich eher selten erfahren, mit wem die Eltern ihre Sexualität (aus)leben. Und das meine ich vollkommen wertfrei.

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