Ich, Hetero-Frau, stehe auf Schwule und werde als krank von der Familie eingestuft

    Hallo ich habe folgendes Problem und weiß nicht wie ich damit umgehen soll. Ich hoffe, dass mir jemand einen Rat geben könnte:


    Ich bin selbst weiblich, Mitte 20, recht glücklich verheiratet mit meinem Mann und doch lese ich gerne Schwulen-Geschichten, sehe mir Filme oder auch Animes (japanische Animationsfilme) über Schwule und gelegentlich auch Schwulenpornos an (nur Schwule, Lesben sind dagegen nicht so mein Ding). Mein Mann weiß von den Geschichten und den "normalen" Filmen mit Schwulen, die Pornos verheimliche ich ihm. Das hat den Grund, dass er es recht abstoßend findet. Sowohl er, als auch meine ganze Familie halten nicht viel von homosexuellen Menschen. Meine Mutter und Schwester tolerieren sie zwar und finden sie manchmal "süß" doch ansonsten finden sie gleichgeschlechtliche Paare unnatürlich. Die männlichen Mitglieder meiner Verwandschaft ekeln sich geradezu vor ihnen, ich würde sie sogar als homophob bezeichnen. So auch mein Mann. Ich darf in seiner Gegenwart meine oben genannten Hobbys kaum erwähnen, weil er sonst sofort ausflippt. Natürlich weiß ich, dass es öfters Frauen gibt, die Schwulen-Beziehungen in Büchern und Filmen gern sehen/lesen. Doch wie mache ich das meiner Familie klar? Sie sind alle recht christlich (auch ich bin christlich aufgezogen worden) doch nicht wirklich so stark in dem Glauben, dass sie jeden Sonntag in die Kirche gehen oder so. Dennoch sagen sie immer wieder: "Gott hat nicht umsonst Eva für Adam erschaffen. Zu einem Mann gehört eine Frau und anders herum genauso."

    Auch mein Mann bezeichnet mich immer wieder als 'krank'. Wie gesagt, im Grunde weiß ich, dass ich nichts schlimmes mache aber die gesammte Situation belastet mich und ich weiß einfach nicht mehr weiter. Das geht inzwischen so weit, dass ich auch meinen Freunden nichts davon erzähle, weil ich einfach Angst vor Ablehnung habe.


    Ich würde mich über einen Ratschlag sehr freuen.

    LG

  • 32 Antworten

    Aha, und wenn Dein Mann zwei Frauen zusammen in Action sieht, lässt ihn das kalt oder wie?

    Du bist nicht krank. Es ist halt Deine Vorliebe. Deine Leute sind ziemlich streif und instolerant....dann mache die Sache am besten nur mit Dir aus.

    Zitat

    Natürlich weiß ich, dass es öfters Frauen gibt, die Schwulen-Beziehungen in Büchern und Filmen gern sehen/lesen. Doch wie mache ich das meiner Familie klar?


    Reicht Dir das nicht, dass Du das für Dich weißt?
    Warum meinst Du, dass Du es Deiner Familie "klar machen" musst?


    Ich würde einfach die Vorliebe nehmen, als das, was es ist ... eine (von mehreren) Möglichkeiten, Dich sexuell zu erregan ... und das genießen, wenn Du alleine bist und Lust dazu hast ... und das nur für Dich ... den Rest der Familie (inkl. Mann) klammerst Du dabei einfach aus.
    Das ist Deine Sexualität, und nicht ihre ... und die würde ich mir weder schlecht reden lassen (also gib ihnen gar nicht erst die Gelegenheit dazu) und es mir auch nicht "schlecht denken", weil an Dir selber ...


    Zitat

    "Gott hat nicht umsonst Eva für Adam erschaffen. Zu einem Mann gehört eine Frau und anders herum genauso."


    Es gab Zeiten, da haben gläubige Menschen auch Hexen verbrannt, oder waren fest davon überzeugt, dass dunkelhäutige Menschen weniger Wert seien.

    Und wenn ein angeblich so liberaler Papst sagt, dass man homosexuelle Jungen, ganz früh schon therapieren soll, um das evt. noch zu "heilen", dann wird mir übel.


    Sorry, ich bin selber christlich aufgewachsen, aber wenn Menschen anfangen irgendetwas, im Namen eines Gottes zu interpretieren oder zu bewerten, dann hört bei mir der Glaube (in diese Menschen) auf.

    Entweder glaubt man daran, dann sollte man aber ebenso daran glauben, dass die Individualität und die Vielfalt durchaus gewollt ist.

    Oder man glaubt nicht daran, dann kann einem das auch völlig egal sein.


    Ich finde da eine Spruch von Hirschhausen sehr gut "Liebe Dich selber ... dann können die Anderen dich gern haben" ...


    Also .. schau nicht, was andere denken ... schau, was Du denkst und fühlst ... und solange Du Niemanden Anderen damit schadest ... lebe einfach so ... das ist meine Interpretation davon christlich zu leben.

    Wozu willst du das überhaupt deiner Familie klar machen oder Freunden davon erzählen ? Ist doch völlig egal was du so privat für dich machst, wenn du jetzt auf irgendwelche Körperflüssigkeiten stehen würdest würdest du denen doch auch nicht vom neusten "Pinkel-Porno" erzählen.

    Wenn du dir zur persönlichen Erregung Schwulenpornos ansiehst ist das dein Ding, wenn du Animes oder schwule Liebesgeschichten magst auch und das ist nichts anderes als wenn jemand "normale" Pornos schaut und Fantasyfilme schaut.

    Hi,

    nun hat sich ja die TE noch nicht wieder gemeldet, wäre schon schön, wenn sie sich noch mal äußern würde.

    So können wir nur spekulieren über ihre Motive. Vielleicht treibt sie eine Art von liberalem Missionars-Streben dazu, die Familie mit ihrem Interesse an schwulen Geschichten usw. zu konfrontieren. Ich fände das durchaus ehrenwert - würde aber meine ganz persönlichen Vorlieben sorgfältig aus solchen Diskussionen raushalten.

    Ach ja genau, was meine Vorredner sagten, wollte ich auch noch mitteilen:


    Behalte das doch für Dich, bzw. warum hast Du es nicht grundsätzlich von vornherein für Dich behalten und sogar Deinen Eltern und Verwandten mitgeteilt.

    Nie und nimmer würde ich meine sexuellen Phantasien meinen Eltern erzählen....never ever....ich glaube ich würde enterbt. :_D


    Und das geht die ja auch wirklich überhaupt nichts an. Ich fände es widerwärtig, der elterlichen Familie, zu der man ja im nichtsexuellen Kontakt steht, davon zu berichten.


    Es gibt auch einiger sexuelle Phantasien, die ich habe, die nur ich kenne und ich wirklich niemals jemanden mitteilen würde.

    sunny-livy schrieb:

    Auch mein Mann bezeichnet mich immer wieder als 'krank'. Wie gesagt, im Grunde weiß ich, dass ich nichts schlimmes mache aber die gesammte Situation belastet mich und ich weiß einfach nicht mehr weiter.

    also erstmal scheint dein mann da ziemlich intolerant zu sein. aber damit musst du leben, immerhin hast du ihn geheiratet.

    schmink dir die idee ab, deine familie und deinen mann umzustimmen. sie sind, wie sie sind. nimm sie so. wenn das nicht geht, weil sie dir zu engstirnig, kleinbürgerlich und intolerant sind, musst du sie eben aus deinem leben raus werfen, dich scheiden lassen und dir einen mann suchen, der deine offenheit und toleranz teilt.


    zweitens kommt mir dein ansinnen, darüber zu reden aber auch irgendwo komisch vor. ich meine, ich schaue mir als hetero-mann auch manchmal lesbenpornos an. ja, das ist irgendwo faszinierend für mich. ;-D

    aber ich würde mich nie zu meinen (intoleranten und engstirnigen) eltern an den tisch setzen und ihnen vom letzten lesbenporno erzählen, den ich gesehen habe und dann erwarten dass sie das nicht total schräg und grenzüberschreitend meinerseits finden.

    denn: sexualität ist was sehr persönliches. ich und du haben ein recht auf unsere tolerante auslegung, andere haben aber ebenso ein recht auf ihre engstirnige und homophope auslegung.


    drittens frage ich mich, was genau da jetzt das problem ist. wünschst du dir einen dreier mit einem anderen mann und weisst jetzt schon, dass dein mann da nicht mitmachen wird? wünschst du dir den besuch in einem schwulen-swinger-club, um zuzusehen und weisst, dass dein mann da nicht mitmachen wird? ich meine, wo genau ist dein problem? du interessierst dich für was und schaust filmchen und andere in deinem umfeld haben eben andere interessen und schauen vielleicht andere filmchen. dafür hat der liebe gott die heimlichkeit erfunden. ;-)

    solange dadurch bei dir nicht so ein wunsch wie oben entsteht, das auch mal im reelen leben auszuleben, ist doch alles gut. und wenn der wunsch dann doch mal entsteht und zu gross ist, wirst du dich eben fragen müssen, ob du dich trennst oder ihn eben heimlich betrügst. aber das ist dann doch ein zukünftiges problem.

    Also erst einmal, danke für die vielen Antworten.

    Und dann... ich glaube ich habe mich etwas unglücklich formluliert.


    Es ist nicht so, dass ich mit meinem Mann und meiner Familie detailiert davon berichte was ich gelesen oder angeschaut habe. Es ist so, dass sie nur wissen, dass ich sowas lese und anschaue (ausgenommen die Pornos). Bei meiner Familie ist es mir einfach rausgerutscht, dass ich auf einer Fanfiktion-Seite Geschichten über einen schwulen Harry Potter lese und mein Mann hat es selbst mal zufällig mitgekriegt. Es war nie meine Absicht mit meinen Eltern und meinem Mann den neuesten Schwulenporno oder ähnliches zu bereden.


    Mein Problem besteht hauptsächlich darin, dass ich durch meine Umgebung langsam selbst daran geglaubt habe nicht mehr ganz "normal" oder auch "krank" zu sein. Auch wenn mir bekannt ist, dass ich nicht die einzige Frau mit diesen Vorlieben bin, kommen mir bei manchen Komentaren Zweifel. Außerdem bin ich (soweit ich weiß) in meinem Umfeld die Einzige mit diesen Vorlieben.


    Und natürlich weiß ich, dass ich weder meine Familie, noch meinen Mann in ihrem Denken umstimmen kann. Dennoch fände ich es natürlich schön, wenn sie etwas toleranter gegenüber Homosexuellen wären, damit ich mich nicht immer mal wieder so komisch fühle (als wäre nunmal ich die Eigenartige).


    Aber wie schon erwähnt bedanke ich mich noch mal herzlich für die ganzen Beiträge. Sie haben mir wirklich geholfen. ;-)

    sunny-livy schrieb:

    Außerdem bin ich (soweit ich weiß) in meinem Umfeld die Einzige mit diesen Vorlieben.

    also muss ein neues umfeld her. ;-)



    sunny-livy schrieb:

    Dennoch fände ich es natürlich schön, wenn sie etwas toleranter gegenüber Homosexuellen wären, damit ich mich nicht immer mal wieder so komisch fühle (als wäre nunmal ich die Eigenartige).

    das kann ich ja verstehen, aber es scheint eben auch zu viel verlangt zu sein. ein stück weit wirst du dir da eben ein dickes fell zulegen müssen.


    seitdem ich denken kann bin ich z.b.

    die meisten in meiner verwandtschaft können damit gar nichts anfangen und finden das ziemlich lächerlich. dann sind die eben so armselig, dass sie mir ihre eigene mangelnde fantasie tagtäglich unter die nase reiben müssen. und ich suchte mir derweil eben ein erweitertes umfeld, in dem meine hobbies geduldet oder sogar geteilt werden.

    Meiner Meinung nach ist diese Verurteilung durch Deine Angehörigen ein Zeichen von Selbstunsicherheit und Angst und falsch verstandener christlicher Lehre. Da ist eher die Frage, ob ihre Einstellung krank ist.

    Lass Dich nicht so verunsichern und lebe Deine Sexualität für Dich so, wie es Dir gut tut! Auch auf diesem Gebiet kann und muss man nicht alles mit dem Ehepartner teilen. Ich schreibe aus eigener Erfahrung ... und bin sicher: was niemandem schadet, steht auch einem Leben im (christlichen) Glauben nicht entgegen!