Deine Kette ist nicht ganz richtig:

    Es wäre eher so:


    1. eine liebend Beziehung führen


    2. Alltag und Sorgen dieses beschweren die Beziehung


    3. Auseinander leben und die Unfähigkeit, damit umzugehen und damit eine Entfremdung


    4. Sehnsüchte aufbauen - damit eine weitere Entfremdung vom Partner


    5. (zufällig) einen Menschen finden, auf den man die Sehnsüchte projizieren kann


    6. Eines kommt zum Anderen > Fremdgehen


    7. Begreifen, was passiert ist und entsprechend reagieren (Trennung oder Chance, wenn der Partner mitzieht)


    ...

    Zitat

    vielmehr oft als Aufschrei/Hilfeschrei

    Eben. Genau das stört mich. Für mich waren sexuelle Begegnungen mit Menschen immer vom dringenden Interesse aneinander, von großer Lust aufeinander, von einem Begehren zueinander geprägt. Solche Begegnungen konnten sich naturgemäß mit anderen Beziehungen überkreuzen. Aber ich habe sie nie als Funktion dieser Beziehungen gesehen.


    Ich weiß, dass genau das was Du schreibst, oft der Fall ist. Aber das ist nicht die Art wie ich Sexualität leben möchte.

    @ No Great Dark Man

    Es möchte wohl kaum jemand SO seine Sexualität "leben", oder auch nur "erleben". Aber dennoch passiert es und das nicht zu knapp. Viele Menschen bauen beispielsweise Streß und Aggressionen gut beim Sex (in der eigenen Beziehung!) ab - (be)nutzen also somit ihren Partner in dem Sinne auch "nur" für niedere Bedürfnisse ... Aus diesen "niederen" Bedürfissen kann es u.U. auch zu Affären kommen (Rache, Sehnsucht usw.).


    So ist das Leben.

    Zitat

    Diesen Satz fand ich schon immer tendenziell unbefriedigend.

    Ich weiß - ich mag auch keine "pauschal-resignierte Abschlußsätze", a la "Das ist eben so!". Aber einige Sachen sind nun einmal so, da beißt die Maus keinen Faden ab. Interessant (zumindest für mich) ist in dem Falle zu verstehen, WARUM das so ist ... (und da kommt dann auch weder die Befriedigung ins Spiel :)z).

    Zitat

    Aber ich will dennoch wissen, warum andere es anders machen

    Die kritische Auseinandersetzung mit dem was Andere tun, habe ich immer schon mühsam, und wenig gewinnbringend gefunden. Eine relevante Frage ist es für mich warum ich manchmal mit meinen eigenen Ansprüchen in Konflikt komme. Aber was Andere tun.. ? - Maßt Du Dir wirklich an, ausreichend Einblick zu haben, darüber urteilen zu können?

    Es geht mir (ähnlich, wie Dir) darum, einen Kontrastpunkt/Angelpunkt o.ä. für mein Tun zu haben. Um mich und mein Tun einschätzen zu können, muß ich zumindest eine Ahnung davon haben, wie es andere handhaben und warum ... Erst dann kann ich mein Tun/Handeln/Denken/Fühlen usw. verstehen und werten - bzw. weiß/verstehe ich, warum ich (wie Du es ausdrückst) mit anderen Menschen und deren Ansichten "in Konflikte komme" ...