Ich heiß zwar nicht Lewian aber ich schreib trotzdem mal was.

    Zitat

    a) Vielleicht ist JM einfach damit überfordert, wenn in seine erste Beziehung überhaupt auch gleich ein Kind mit eingebracht wird?

    Ich versteh nicht wieso er das sein sollte.

    Zitat

    b) Vielleicht wissen zu müssen, dass man für diese eine Person niemals die Hauptrolle spielen kann?

    Dann darf man nie Kinder in die Welt setzen.

    Zitat

    c) Vielleicht weil es ganz einfach nicht das eigene Kind ist?

    Und?

    Steffi

    Doch, dass ein Mann ohne jegliche Beziehungserfahrung überfordert sein könnte, kann ich verstehen. Ich verstehe auch, dass man Probleme hat, wenn es nicht das eigene Kind ist. Eine Beziehung zu einem Kind wächst auch nicht von heute auf morgen, das kostet ganz schön viel Energie und es ist nicht gesagt, dass der "Draht" - auch von Seiten des Kindes - vorhanden ist.


    Ich verstehe schon, dass man da zögert, ich als Frau würde auch zögern, denn man will ja seinem Kind nicht unnötige Probleme aufhalsen.

    Zitat

    Wenn man einen Menschen kennen und vielleicht lieben lernt liebt man auch die Kinder, weil sie dazu gehören.

    Nein, das ist nicht automatisch so, warum auch? Kenne Gegenbeispiele. Würde ich automatisch die Kinder eines Mannes lieben, weil ich den Mann liebe? Das kommt auch auf die Kinder an, ihr Alter, ihre Art.

    Ich als Frau würde nicht zögern wenn ein Mann schon Kinder hätte. Klar muss die Beziehung zu den Kindern erst wachsen, aber die Beziehung zu dem Partner doch auch und die Kinder sind ein Teil der Frau/des Mannes. Ich liebe auch nicht von heute auf morgen einen Mann, das entwickelt sich genauso.

    Steffi

    Ich will das niemandem ausreden, aber man darf auch nicht das Gegenteil tun. Es ist in jedem Fall schwieriger, die Beziehung unterliegt von Anfang an Zwängen, wenn die Kinder noch klein sind. Man ist viel weniger frei in der gemeinsamen Gestaltung der Freizeit, bei einer Frau mit Kindern ist dieser Punkt noch gravierender als bei einem Mann mit Kindern, in der Regel zumindest. Und sie hat natürlich weniger Zeit und Energie.


    Die Kinder sind außerdem nicht immer erpicht darauf, das kommt wiederum auch auf das Alter an. Mein Exfreund hatte eine jahrelange Beziehung mit einer Frau mit Kindern, es gab immer und immer Probleme, die Frau hatte praktisch die Kinder allein und gegen ihn. Er mochte sie einfach nicht und sie ihn nicht. Die Frau aber hat er geliebt.


    Man muss das wissen und bereit dazu sein, sonst tut man niemandem einen Gefallen.

    Ich bin Steffis Meinung. Wobei ich gar nicht sagen will, dass es keine Probleme gäbe oder unbedingt klappen würde.


    Aber ich mag diese Theoretisiererei nicht - ohne die Frau und ihr Kind überhaupt getroffen zu haben, wird herumspekuliert, ob man vielleicht die zweite Geige spielen würde, nicht klarkäme oder ein nicht eigenes Kind nicht akzeptieren könnte.


    Leute, wenn ihr dem Leben nicht die Chance gebt, euch zu überraschen, wird es das auch nicht.


    Meine Schwester ist übrigens manchmal sauer auf ihren Freund, weil der sich zu sehr in die Erziehung ihrer Kinder aus gescheiterter Ehe einmischt. Es ist also gar nicht gesagt, dass man von euch erwartet, den Ersatzvater zu markieren.

    Steffi, nicht für ungut, ich hab bis zum letzten Sommer wie Du gedacht.


    Persönliche Erfahrung hat mich etwas anderes gelehrt:


    Es ist machbar, ja, klar, aber eben wirklich nicht unproblematisch.


    Bei mir ist es gescheitert, weil ich eben nicht - wie er wollte - von heut auf morgen zur Mary Poppins mutieren konnte. KONNTE, wohlgemerkt, denn ich war mit besten Absichten und einiger Zuversicht an die Sache rangegangen. (Und den Sohn hab ich wirklich liebgewonnen, der kleine Kerl fehlte mir nach der Trennung am meisten. ;-)


    Eine Grundvoraussetzung ist, umzudenken und sich von althergebrachten Partnerschaftsvorstellungen zu verabschieden. Es ist eben ein ganz anderes System - anstelle der klassischen, abgeschlossenen Paar-Einheit von Anfang an ein nach mehreren Seiten durchlässiges Modell, in dem man nicht allein ist, sondern ein großer Teil des Alltags, und vor allem der Urlaubszeiten und Feiertage von aussen durch die Kinder (und auch den Ex-Partner des Partners) fremdbestimmt wird.


    Man muss eigene Lebenswünsche loslassen können, um mit dem Partner und dessen stets präsenter Vergangenheit einen ganz anderen, völlig neuen und dafür funktionierenden Weg zu beschreiten.


    Mein Fazit daher: Ich würd die Damen treffen.


    Wenn dann nur lauwarmes Gefühl vorhanden ist, nach dem Motto "Och, mal schauen" besser nicht, dann würds nicht reichen, um damit klarzukommen - wenn aber der Blitz einschlägt: Ärmel hoch und los!


    Bei mir wars der Blitz und darum hatte ich eh keine Wahl. ;-)

    Okay! :-)


    Mir schien einfach nur, dass Du Tortolas Bedenken anfangs mit einem "Love conquers all" etwas schnell beiseite schieben wolltest... Hast Du ja inzwischen relativiert, habs gelesen.


    Sieh mal, selbst eine Frau, die keine Kinder bekommen KANN und daher grundsätzlich froh ist, dass er aus erster Ehe bereits welche hat, muss phasenweise ganz schön dran knappsen. (Situation einer meiner besten Freundinnen)