Leider, ja. Nur wurde diese "Einsicht" nicht nur von einer Frau geprägt, da waren schon mehrere dran beteiligt. In gewissen Fällen hab ich schon aufs Ansprechen verzichtet, weil mir das Risiko zu gross schien, mich dann noch vor allen zum Trottel machen zu lassen. So ein "Jöö, der wollte mich zum Kaffee einladen" vor allen brauch ich nun wirklich nicht. Ich dachte eigentlich immer, dass das eine Sache von zwei Leuten ist...

    bisschen Datenmaterial zu dem, was

    sick86 schreibt, nämlich

    Zitat

    (...) dass die entscheidung zwischen beziehung und freundschaft meist in einem relativ kurzen zeitraum (...) nach dem ersten kennenlernen fällt.

    Meinen bisherigen Beziehungen gingen die folgenden Zeitspannen ab Kennenlernen voraus:


    1. Die Holzkeulenschwingerin: Knapp zwei Monate, während derer sie ein gutes halbes Dutzend zeitlich beschränkter Physiknachhilfestunden, gefolgt von jeweils fast uferlosen angeregten Diskussionen über Nichtphysikalisches mit mir hatte. Da ihr geübter, in Kumpel und potenzielle Partner einteilender Blick bei mir kein schlüssiges Resultat lieferte, fiel sie während eines gemeinsam besuchten Konzerts kurzerhand über mich her. Wie wir heute wissen, küsste ich wild entschlossen zurück, ich bezweifle aber, dass sie sich dessen im Moment des Angriffs sicher sein konnte. Ich war auch mit 23 noch ein Meister der Diskretion.


    2. Das Mädchen von Gegenüber: Ein geschlagenes halbes Jahr. Den grössten Teil davon war sie vergeben, was ihr die Lust an nächtelangen Philosophierereien mit uns Nachbarn keineswegs trübte. Kurzen Trost nach dem Beziehungsende fand sie - da ich gerade im Militärdienst weilte - bei meinem Mitbewohner; als das nichts wurde, lieh ich ihr Ohr, Arm und Herz;-) Das war meine kürzeste Beziehung, die dann einfach nicht wie erhofft gepasst hat... seit sechs Jahren ist sie wieder mit meinem damaligen Mitbewohner zusammen. Wie füreinander gemacht.


    3. Die Ex des Mitbewohners: Sechzehn Monate, und die zumeist mit Austausch handgeschriebener Briefe von wachsender Länge und Häufigkeit, seit sie realisierte, dass ihre Fernbeziehung zu meinem Mitbewohner gegen den Charme von 2.) keine Chance hatte. Sie fuhr in meinem Leben sehr lange auf der Kumpelschiene (als ich sie zum ersten Mal sah, fand ich sie nicht einmal attraktiv), bis ich das alles vergass, weil wir uns gerade in meinem Bett ineinander verliebt hatten. Es folgten dreizehn Monate Beziehungsachterbahn mit einem leicht dramatischen Showdown am Schluss.


    4. Die Connaisseuse: 51 Tage. Sie war mit einem anderen ziemlich guten Freund von mir zusammen, der hat sie sitzenlassen, und wir konnten es einrichten, dass ich derjenige war, der ihr ihre Gitarre, die sie noch bei ihm hatte, überbringen sollte. Bei dem Treffen war ich auf alles gefasst, und es passierte gar nichts. Bis auf eine neue Verabredung für eine Woche später, die seither als unser offiziell gefeiertes Datum gilt.


    Soviel zu meinen Vorlaufzeiten (und meinem Beuteschema8-))

    Zitat

    "wir" lassens tendenziell auch oft "zu" nah an uns ran ...

    Würd ich nicht mal so sagen. Wir sind doch einfch viel zu lieb und zu sehr auf Harmonie bedacht. Und langsam macht sich halt eine gewisse Verbitterung breit :-/:°(

    ich denk, wenn "wir" uns schon mal soweit nach vorne wagen und sie auf nen kaffee einladen, dann steckt da viel drin. gedanken, vorarbeit, schlaflose nächte ... eine absage ist da schon etwas belasten.


    jedenfalls bei mir wärs so.

    Im "Normalfall" klappt es ja ab und zu. Nur bei "uns" nicht. Irgendwie kann ich die Haltung von unbreakable (hab den Link letzte Woche oder so mal hier gepostet) langsam verstehen. Möglichst viele ins Bett zu kriegen ohne eigene Gefühle zu investieren. Eigentlich erschütternd. :-/:-(

    @herr koch

    Zitat

    weil man halt leidergottes sexuell werden muss. mhm. genau.

    Abgesehen davon, dass ich mich auch zu den Verehrern deines Schreibstils zähle ;-D, drängt es mich doch, dem "sexuell werden" etwas von jener Absurdität zu nehmen, die dein Text aufzeigt...


    "Sexuell werden" hat, glaube ich, überhaupt nichts mit der Ausführung von "sexuellen Handlungen" zu tun. Also nichts von der Art "...und dann, aus heiterem Himmel, wurde er plötzlich sexuell".


    Nennen wirs vielleicht lieber "sexuell sein". Das bist du nämlich: Du hast die ganze dazu erforderliche Ausstattung, du bist mit einzelnen Aspekten ihrer Handhabung höchstwahrscheinlich vertraut bis geübt, und zum Rest hast du dir, wie deine Teilnahme bei med1 belegt, durchaus Gedanken gemacht; du hast deine Sexualität (provisorisch) gewichtet und ihr einen Platz (nicht den ersten) in deinen Wünschen an eine Beziehung gegeben. Du kannst virtuellen Personen wie uns gegenüber äussern, was du dir wünschst, und das sogar pointiert und unterhaltsam. Insofern bist du ein sexuelles Wesen. Ich hoffe, du kannst das auch geniessen.


    Möglicherweise bist du, ähnlich wie ich damals, etwas, das ich als "schlafenden Beziehungsmenschen" bezeichnen würde... die Anlage für ein Leben zu zweit ist schon lange da, dir aber weitgehend unbekannt, da sie im Verlauf deines bisherigen Lebens noch nicht aufgeweckt worden ist.


    Beiläufig: wie stehts um dein Vertrauen in diese deine Anlage?


    Oder nennen wirs vielleicht lieber "sexuell empfänglich sein"? Natürlich nicht nur sexuell, sondern viel umfassender gemeint: beziehungsmässig. Gleich ob deine Vorfahren Jäger oder Sammler waren: beiden hilft es enorm, wenn sie Kopf und Augen offen haben zu erkennen, wenn das Ersehnte vor ihnen liegt. Und mit ruhiger Hand den Pfeil abschiessen oder die reife Beere pflücken.


    Wenn ich dir was wünschen dürfte, wäre es dieses Sammlerauge: das im blühenden Garten deiner Prinzessin die unbekannte Beere erspäht und weiss, dass sie reif ist. Und bereit ist, sie zu kosten - statt betrübt und hungrig weiterzugehen, weil der Sammler gerade jetzt keinen Beerentragkorb dabei hat oder so.


    PS: unreife Beeren verfrüht abzureissen erfüllt den Sammler mit Widerstreben und - tut ers denn trotzdem - mit Bauchweh.


    Vielleicht nennen wirs auch besser "sexuell wahrnehmbar sein". Beziehungsweise, umfassender: sinnlich wahrnehmbar sein. Darüber haben Berufenere als ich in diesem Faden schon mehr geschrieben. Ich war das damals nicht, dessen bin ich mir ziemlich sicher. Du bist aber weiter als ich es war, kennst du doch Wege, kleine Berührungen entstehen zu lassen. Ich hoffe, es möge dir mehr und mehr gelingen, dass seine Kräfte hierbei nicht in die Zurückhaltungsbremse fliessen, sondern in alle Sinne und Genusswahrnehmungszentren, die du hast. Dass du so viel als nur möglich von ihr fühlst. Und dich nur ein winzigkleines Bisschen dabei schämst, hörst du? Auf keinen Fall mehr!8-)

    8-)


    es hängt von der tagesform ab. am samstag war das sexuellste an mir mein labello in der hosentasche. der wird gross, wenn man dran dreht. und hart ist er auch.


    hm. mein vertrauen in die anlage ist nicht riesig. weil ich mich ab und an frag, ob die überhaupt vorhanden ist oder vielleicht nur mal eine wartung braucht.


    gestern abend war die übliche sonntagabend-miesstimmung da. in solchen momenten ist nicht viel los mit vertrauen in mich und irgendwelche anlagen. ausser die linsenwaschanlage.


    naja. hab mich nun ja entschieden, wann ich auf die jagd geh. und wenn ichs nicht schaff, dann den bogen zu spannen, dann ... ja. vegetarier leben ja scheinbar auch gesund.

    um zum kaffee zurück zu kommen

    jemanden zum kaffee einzuladen ist doch nichts besonderes. und wenn sich wer im umfeld der gefragten lustig über eine kaffee-einladung macht, dann ist das doch einfach nur kindisch und disqualifiziert sich von selbst. also mach dir nicht so viele gedanken über diese reaktion. wer darüber kichert findet sowieso immer was zum kichern.


    also dass ich eine kaffee-einladung zum kichern fand liegt schon mindestens 15 jahre zurück.

    ja, das stimmt wohl

    bei mir war es bei meiner "flamme" auch irgendwie superaufregend. das war schon irgendwie krass. hab ja trotzdem mind. 3 mal pro woche irgendeine andere frau wegen kaffee kontaktiert und war da natürlich nicht im geringsten aufgeregt.


    es ging mir aber eher darum, derartige reaktionen auf kaffee-einladungen (gekicher) nicht ernst zu nehmen.

    Zitat

    ich denk, wenn "wir" uns schon mal soweit nach vorne wagen und sie auf nen kaffee einladen, dann steckt da viel drin. gedanken, vorarbeit, schlaflose nächte... eine absage ist da schon etwas belasten.


    jedenfalls bei mir wärs so.

    Wär bei mir auch nicht anders bis auf die schlaflosen Nächte. Irgendwen ansprechen ist nicht das Problem, aber wenns jemand ist, denn man mehr als nur nett findet...


    Auch wärs mir scheißegal wenn sich irgendjemand darüber lustig macht, dass ich jemand angesprochen habe, wenn jemand der Pubertät noch nicht entkommen ist kann er mir nur leid tun.


    Aber wenn derjenige den ich anspreche blöd reagiert, würd ich wahrscheinlich nicht so schnell nochmal jemand ansprechen.