Betsy

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    1. Wieso musste sie während Deiner "Offenbarung" weinen? War das für Dich irgendwie ersichtlich?

    Weil sie wegen den Kontaktlinsen öfters gerötete Augen hat ;-) (sagte sie mir jedenfalls...) Offensichtlich ist es ihr ziemlich Nahe gegangen, aber keine Ahnung warum. Ich habe vieles erwartet, aber das hat mich überrascht und auch etwas verunsichert. Als Frau müsstest du das doch eher verstehen können...

    Zitat

    2. Hat sie in der Zwischenzeit auf Deine letzte Mail (Bitte um erneutes 4-Augen-Gespräch) geantwortet?

    Nein, aber ich habe auch nichts anderes erwartet.

    Zitat

    Die Art und Weise, wie sie das Thema neulich angesprochen hat, lässt vermuten, dass es bei ihr immer noch ein wunder Punkt ist.

    Kann ich kaum glauben. Wenn sie mir sagt, dass ich nach 3 Monaten gefälligst nicht mehr in sie verliebt zu sein habe, wird das wohl für sie auch kein Problem sein, oder?

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    Was ist Dein Ziel im Hinblick auf die freundschaftliche/berufliche Beziehung zu ihr?

    In einer freundschaftlichen und auch in einer beruflichen Beziehung erwarte ich Ehrlichkeit, Offenheit und Fairness. Wenn ich die Sache so auf sich belasse, sende ich doch auch irgendwie das Signal aus, dass ich mir alles von ihr bieten lasse. Dann ist für mich die freunschaftliche Beziehung gelaufen, weil ich den gegenseitigen Respekt vermisse. :-/ Wenn allein sie die Themen bestimmt, Grenzen nicht respektiert, wo ist dann eine minimale gemeinsame Basis?


    Mag mich eigentlich gar nicht aufregen, aber ich hab jetzt echt langsam die Nase voll von dem ganzen Thema. Es ist doch zum davonlaufen. :°( :°(


    Steffi

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    Ne sorry, der letzte hat mir gereicht

    Ja, gib uns noch den Rest und raube uns den letzten Funken Hoffnung! ;-)


    meistermarkus


    Willkommen im Club! Dein Mitgliederausweis: :)* ;-)

    Möchte etwas weitergeben

    Hallo allerseits,


    ich selbst habe vor einigen Hundert Seiten in diesem Thread einmal meine Situation dargelegt und durch dieses Niederschreiben auf hilfreiche Anregungen gehofft. Mich haben die fehlenden sexuellen Erfahrungen zu dieser Zeit schwer belastet. Ich hatte psychologischen Behandlungsbedarf aufgrund schwerer depressiver Phasen. All das ist heute vorüber. Ich möchte nun versuchen, vielleicht zum Nutzen anderer, zu ergründen, wieso mich das Fehlen sexueller Erfahrungen nicht mehr belastet:


    Zunächst einmal haben aus der Rückschau betrachtet meine depressiven Phasen an Intensität und Häufigkeit mit zunehmendem Alter zugenommen - ich fühlte mich mit jedem weiteren Jahr fehlender Erfahrungen in diesem Bereich einfach immer unwohler. So wird es wohl vielen gehen. Irgendwann hat es die Schwelle überschritten, an der ich selber noch das Gefühl hatte, meine Stimmungsschwankungen alleine wieder in den Griff zu bekommen.


    Das war der entscheidende Zeitpunkt, zu dem ich psychologische Hilfe in Anspruch nehmen wollte. Ich habe also einer Psychotherapeutin meine depressiven Belastungen geschildert (bin allerdings nie auf meine fehlenden sexuellen Erfahrungen eingegangen). Vielmehr hab ich mich immer auf die ja ebenfalls belastenden negativen Erfahrungen mit Frauen und fehlender Fähigkeit, Beziehungen zu entwickeln, beschränkt.


    Die anschließend nach einiger Wartezeit einsetzende Therapie ist tatsächlich am besten mit Hilfe zur Selbsthilfe beschreibbar.


    Niemand nimmt wohl die Hilfe eines Psychotherapeuten in Anspruch, wenn er sie nicht wirklich braucht. Das Vorhandensein einer qualifizierten Fachkraft, die man einmal wöchentlich eine Stunde lang mit Fragen löchern kann - und die einem fundierte und bewährte Lösungsmöglichkeiten offeriert, ist sehr beruhigend.


    Wann die depressiven Phasen dann geendet haben, vermag ich nicht mehr auf den Monat genau zu sagen, sie haben aber vermutlich nach 5-7 Monaten Therapiedauer geendet. Ich habe die Therapie in der Folgezeit jedoch als Prophylaxe vor einem Rückfall fortgesetzt.


    Heute mache ich mir wegen den fehlenden Erfahrungen auf diesem Sektor kaum noch Gedanken. Wenn ich auf den ersten Blick interessante Frauen kennenlerne, dann versuche ich nicht mehr zwanghaft, sie für mich zu gewinnen. Es hat sich eine gewisse Gelassenheit und Entspannung breit gemacht. Wenn nun eine Frau den sozialen Kontakt intensivieren möchte, gehe ich den Schritt mit, so sie mir ebenfalls sympathisch ist. Wenn von ihr keine weiteren Impulse ausgehen, dann unternehme ich ebenfalls nichts mehr. Meine Haltung ist also passiver geworden.


    Früher war ich viel drängender, und habe womöglich bei Frauen dadurch keinen besonders begehrenswerten Eindruck hinterlassen. Meine neue Haltung habe ich auch erst in den letzten Monaten eingenommen, daher kann ich noch nicht beurteilen, ob sie letztendlich eher dazu führen wird, eine Beziehung zu einer Frau aufzubauen. Was ich mir aber im Gegensatz zu früher heute viel eher vorstellen kann, ist die Aussicht, dass es vielleicht nie dazu kommen wird. Ich habe mich also gedanklich von der Vorstellung gelöst, unbedingt irgendwann mal einem Menschen so nahe zu sein, wie es Beziehungen typischerweise mit sich bringen.


    Wenn es einmal zu Partnerschaften und damit einhergehend zu einem ausgeprägten Sexleben kommen sollte, ist das schön so, und wenn nicht, dann dreht sich die Erde deshalb auch nicht schneller um die Sonne! :-)


    Emotionale Angelegenheiten waren noch nie meine Stärke, es ist der Einsatz des Verstandes, der mir liegt. Darum konzentriere ich mich heute darauf, auf diesem Gebiet etwas zu bewegen. So fällt es mir heute viel leichter, mehr Zeit für mein Studium aufzuwenden - und dies schlägt sich erfreulicherweise auch in den Zensuren nieder. Später werde ich vielleicht auf diesem Wege auch meine berufliche Karriere nach vorn befördern können. Das sind die Dinge, über die ich etwas verändern kann. Wenn es dann noch dazu kommen sollte, einen passenden Lebenspartner kennenzulernen, ist das für mich nur noch das sprichwörtliche Tüpfelchen auf dem i, und nicht mehr das unabdingbar Notwendige.


    Gruß,


    Zyme

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    Was kennst du für Frauen? In meinem Freundeskreis gibt es eine und die bereut es sehr.

    Wie gesagt: alles gaaanz liebe Mädels, denen ich auch sofort einen Gebrauchtwagen abgekauft hätte! Die eine findet es schlimm, hat es aber dennoch gemacht und bereut ist (passiert ist es trotzdem). Der nächsten ist es passiert, als sie einen über den Durst getrunken hat. Eine andere führt so eine Art offene Beziehung, die beiden betrügen sich gegenseitig, mögen nicht, dass der jeweils andere ihnen untreu ist, machen aber weiter damit und tun so als wäre nichts (versteh das einer!). Eine andere hat schlicht und ergreifend Spass daran und vögelt sich lustig umher (würde man auch nicht vermuten, wenn man sie kennt). Eine weitere hat seit Jahren eine Affäre, obwohl sie verheiratet ist und Kinder hat... Und so weiter, und so fort...


    Ich hoffe, dadurch wird das Problem deutlicher... wenn schon die, denen ich vertraut hätte, fremdgehen, dann sind das aber düstere Aussichten - Affekthandlung hin oder her! Bleibt zu hoffen, dass ich wirklich nur eine schlechte unrepräsentative Auswahl habe!

    leider ist meine briefwaage grad in reparatur, sonst hätt ich natürlich auch gerne meinen beitrag zum thema "gewicht des gehänges" geleistet. über die länge schweig ich mich aus, musste gerade einen weiten weg durch ein arktisches eisfeld zurücklegen, was auswirkungen anatomischer art mit sich brachte.

    Bergsteiger

    Betsy hat einiges Bedenkenswerte zu deiner Situation geschrieben. Ich moechte das aus der Sicht eines Mannes ergaenzen, der sich schon in aehnlichen Situationen befunden hat wie du jetzt und mit aehnlichen Vorstellungen - und der spaeter gelernt hat, einem Irrtum aufgesessen zu sein.


    Der Hauptirrtum ist glaube ich folgender: Du glaubst, das Problem beruht auf einem Missverstaendnis, welches sich durch ein Gespraech klaeren liesse.


    Aber wozu das Gespraech? Sie hat dir derzeit nichts zu sagen. Dass du ein Gespraech willst, bedeutet aber, dass du (unter anderem auch) willst, dass sie dir was sagt. Nur was? Sie hat dir eine klare Grenze gezeigt und ist an nichts anderem von dir interessiert als vor dir Ruhe zu haben. Du bist noch nicht "entliebt", und das haelt sie fuer gefaehrlich - nicht allzu unverstaendlich. Wenn du jetzt auf ein Gespraech draengst, fuehlt sie sich bedraengt. Nicht zu Unrecht.


    Nun hat sie etwas getan, worueber du dich zurecht geaergert hast. Musst du dir das bieten lassen? Nein. Du darfst dich sehr wohl bei ihr beschweren, wenn du nicht willst, dass sie so mit dir umgeht.


    Du hast ein Recht, ihr zu sagen, dass du das verletzend fandst und nicht so behandelt werden moechtest.


    Kein Recht hast du darauf, irgendeine Reaktion von ihr zu bekommen.


    Ich denke, du vermischt zwei Sachen. Naemlich zum einen deinen verstaendlichen Aerger, zum anderen aber deine Gefuehle fuer sie bzw. dein JM-typisches Harmoniebeduerfnis. Du darfst deinen Aerger kundtun und ihr Grenzen setzen (so wie sie es auch dir gegenueber getan hat), keine Frage. Du aber willst mehr. Du willst deinen Aerger kundtun und dabei gleichzeitig irgendwie kontrollieren, dass sie dich dabei so genau versteht, dass sie dir trotz allem nicht boese ist. Deswegen willst du das Gespraech, das ist meine Interpretation.


    Und dabei hast du dich geschnitten. Denn du spielst auf deine Rechnung und sie spielt auf ihre. Du kannst im Moment nicht hoffen, dass diese Positionen irgendwie durch ein Gespraech, das die Missverstaendnisse wegraeumt, wieder zusammenfinden. Der Kernpunkt ist, dass sie im Moment nichts mit dir zu tun haben will, und da gibt's kein Missverstaendnis.


    Wenn du ihr gegenueber innerlich frei waerest, wuerdest du ihr klarmachen, wo fuer dich die Grenzen sind, ohne Ruecksicht auf Verluste, und also ohne "klaerendes Gespraech".


    Das waere fuer sie auch einfacher - denn sie wuesste dann, dass sie sich um deine Gefuehle keine Sorgen und kein schlechtes Gewissen machen muss, weil du selber auf sie aufpassen kannst - ohne ihre Grenzen zu ueberschreiten.


    Manche Arten von Egoismus haben nichts mit Arschlochtum zu tun, sondern damit, dass man zeigt, wer man ist, und nicht dem anderen durch uebertriebene Ruecksichtnahme das Gefuehl gibt, einen mit Samthandschuhen anfassen zu muessen.

    Zitat

    Was die Geschenksituation angeht, denke ich nach wie vor, dass für uns beide das Beste war, ihr die Wahrheit zu sagen. Die Situation wäre ansonsten für beide unmöglich gewesen, weil sie es ohnehin gespürt hat, nur hat sie es nicht wahrhaben wollen, aus welchem Grund auch immer.

    Naechster Irrtum.


    a) Es ist nicht an dir, zu entscheiden, was fuer sie das Beste ist (wie gesagt, du spielst auf deine Rechnung, sie auf ihre).


    b) Da sie dir bereits vorher gesagt hat, dass es zwischen euch fuer mehr nicht reicht, hat sie die Wahrheit sehr wohl schon vorher klargehabt.


    Ich glaube, sie war nicht deshalb schockiert, sie war aus einem anderen Grunde schockiert. Sie hatte gehofft, dass du nach ihrer Warnung deine Ambitionen ganz unspektakulaer einstellst und weiter die Freundschaft mit ihr fuehren willst - dass du trotz Warnung einen Schritt weitergegangen bist, hiess fuer sie, dass du die Freundschaft opferst fuer eine kleine Chance, mehr zu bekommen - etwas, wofuer sie nicht zu haben war.


    Natuerlich wolltest du die Freundschaft eigentlich gar nicht opfern. Aber das ist ihr Irrtum. Und dieser Irrtum hat sie so sehr mitgenommen.


    Ich bin mir recht sicher in dem was ich sage, weil ich sowas ziemlich praezise so auch erlebt habe - und die betreffende Frau mir einige Monate spaeter tatsaechlich doch die Chance gegeben hat, herauszufinden, was wirklich los war - als sie sich davon ueberzeugt hatte, dass ich nunmehr wirklich harmlos war.


    Ich wuensche dir, dass du auch so viel Glueck hast.

    Meistermarkus:


    Willkommen! Mir hat in deinen Postings vieles gefallen, insbesondere deine entspannte Einstellung und Erkenntnis, dass es dir nicht so vorrangig wichtig ist. Du stehst dazu, anders zu sein als der Mainstream. Sehr gute Einstellung!


    Ein wenig schmunzeln musste ich aber, als ich deine Ausfuehrungen zum Thema Treue und Liebe las. Solche Theorien klingen ein wenig seltsam von jemandem, der's noch nie erlebt hat.


    Echte Liebe, so wie ich sie kenne, ist dazu geeignet, im Leben so einiges ueber den Haufen zu werfen - wart's mal ab. Ich hoffe, wenn das Abenteuer Liebe fuer dich mal beginnt, bist du offen genug, was dich an vorher sauber ausgebrueteten Theorien behindert, rechtzeitig in den Mueeleimer zu werfen!


    Steffi:


    Du hast du unserem Jungmannkreis ja nun einen schweren Schlag versetzt. So grausam konntest du sein! @:)


    Zyme:


    Klingt recht einleuchtend, was du schreibst.

    @Zyme

    Deine Geschichte erinnert mich etwas an meine. Ich war auch mal bei nem Therapeuten. Das Problem der mangelnden sexuellen Erfahrung habe ich dabei aber am Rande angesprochen.


    Pass auf dass du dier da nix einredest. Man wird täglich an Sex erinnert und zu sagen, dass man sich wegen der mangelnden eigenen Erfahrung weniger Gedanken macht klingt fast unglaubhaft. Ehe man kein befriedigendes Sexualleben hat, wird das immer eine gewisse Belastung bleiben. Ich hoffe du unterdrückst das nicht und es trifft dich nicht irgendwann wieder umso härter.


    Ich hatte auch mal das Gefühl, dass mir die mangelnde Erfahrung auf einmal weniger ausmacht und bin noch passiver geworden. Nur damit erreicht man auch nichts. Irgendwann kommt wieder der Punkt wo man sich fragt, ob man sich in Sachen Sexualität und Partnerschaft weiterentwickelt hat und zurückblickend feststellt, das man dahingehend gar nichts unternommen hat. Ich überlege gerade ernsthaft wie ich mein Verhalten hin zu mehr Aktivität ändern kann, denn alles andere bedeutet Aufgeben.