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    Und wenn man sich eingesteht, daß man diese Angstzustände hat, darf man wiederum nicht den Fehler begehen, sich aufgrund dessen makelhaft gegenüber anderen zu fühlen.

    :)^ wichtiger Punkt!


    Mir geht´s genauso wie Kwak, fühl mich unwohl beim einkaufen, U-Bahnfahren und solchen Sachen... man muss sich dem Ganzen halt stellen, dann wirds nicht problematisch, es bleibt halt auf einem Level. Wenn man sich verkriecht wirds schlimmer, klar. Dass es sich durch Übung aber bis zur Angstlosigkeit völlig verbessert glaube ich inzwischen nicht mehr, denke das kann auch kein Therapeut oder eine Selbsthilfegruppe ändern. *schulterzuck*

    Zitat

    Dass es sich durch Übung aber bis zur Angstlosigkeit völlig verbessert glaube ich inzwischen nicht mehr, denke das kann auch kein Therapeut oder eine Selbsthilfegruppe ändern.

    Bei mir hats sich eigentlich so entwickelt. Es sind nur noch ganz spezielle Situationen, die mich ein bissel aus der Ruhe bringen, aber das Vermeidungsverhalten hab ich eigentlich lange hinter mir. Obwohl ich immer noch keine Frauen aus reinem Interesse anspreche :-/

    coppper,

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    Sicher mögen viele Leute aus gewissermaßen geschmacklichen Gründen diese riesigen Kaufhäuser nicht, vielleicht fühlen sie sich auch in gesundem Maß unwohl. Aber Angstzustände sind wie gesagt ernster, ohne daß man sie aber so schnell als solche erkennt.

    ja ich versteh wie du´s meinst.


    ich wollte kwak einfach sagen, dass er dem einkaufen als sache an sich nicht ausweichen soll.


    vielleicht kleinere geschäfte ausprobieren.. einfach das richtige für ihn finden.. verkäufer gibt es überall und wenn man sich in der nähe von verkäufern unwohl fühlt, dann ist das definitiv ein problem, das wollte ich nicht verharmlosen. :)*

    @Copper

    Zitat

    Also das Vermeidungsverhalten ist eigentlich das problematische daran... wenn man sich die Angst nicht eingesteht und stattdessen sagt, man mag halt keine Kaufhäuser oder so...

    stimmt, dann wirds schlimmer und schlimmer, hatte mal eine mehrmonatige Phase in der bin ich wirklich nur zum nötigsten raus und hatte auch keine Arbeit die mich gezwungen hätte, nach dieser Zeit wars echt der Horror sich wieder dem Leben zu stellen. :-|


    Und du hattest auch solche Menschenängste und die sind inzwischen, zumindest in alltäglichen Situationen, weg? Einfach nur durchs Stellen? Ich arbeite seit fast einem Jahr in einem Betrieb wo ich da öfters immer wieder in der Richtung beansprucht werde, die Angst ist dadurch dauerhaft auf einem erträglichem Level, aber das wars. Bin eigentlich auch zufrieden, nur dass es völlig verschwindet kann ich mir in meinem Fall einfach nicht vorstellen. Hm, wär natürlich toll wenns einfach noch ein wenig dauert - ein Jahr ist ja nicht viel.

    Zitat

    Also das Vermeidungsverhalten ist eigentlich das problematische daran... wenn man sich die Angst nicht eingesteht und stattdessen sagt, man mag halt keine Kaufhäuser oder so...

    copper,


    das seh ich genauso.


    jetzt versteh ich auch deine ähh direkte reaktion von vorhin gut. :)*

    @ kuckucksblume

    :)*

    @wallisii

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    Und du hattest auch solche Menschenängste und die sind inzwischen, zumindest in alltäglichen Situationen, weg? Einfach nur durchs Stellen?

    Ich habs vor 8 Jahren (also noch zu Schulzeiten) gemerkt, daß das, was ich da fühle, nicht ganz normal war. Habs mir eingestanden, viel drüber geredet... und bin nicht weiter allem aus dem Weg gegangen. Durchs Stellen alleine tut sich so schnell nichts... aber du gewöhnst dich zumindest an die Angst und hältst sie auf dem Level... wie du schon sagst.


    Aber irgendwann verinnerlichst du das, was du schon lang weißt... daß die Angst und die Symptome (die ja mitunter unabhängig von Angst trotzdem erscheinen) völlig unbegründet und gewissermaßen antrainiert sind.


    Bei mir war die permanente Selbstreflektion aller meiner Reaktionen auf meine Umwelt und meiner Umwelt auf mich ein Teil des Übels. Hatte dadurch keine klare Sicht. Mittlerweile ist das ziemlich überschaubar geworden... ich konzentrier mich auf die Außenwelt, ich konzentrier mich aufs Innenleben.


    Nur kann ich wie schon gesagt mein Inneres nicht in jeder Situation nach außen lassen. Zum Beispiel, wenn ich spontane Gefühle (fremden) Menschen gegenüber äußern möchte. Aber ich hab schon "verstanden", wie das gehen müßte ;-)

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    Bei mir war die permanente Selbstreflektion aller meiner Reaktionen auf meine Umwelt und meiner Umwelt auf mich ein Teil des Übels. Hatte dadurch keine klare Sicht.

    ging mir auch so, oder geht, ist besser als früher aber schon noch zu merken. Ich glaub ich hab das etwas schleifen lassen wenn ich jetzt so drüber nachdenke... hm... danke für das Posting. @:)

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    @kuckucksblume

    Ich habe schon auf der Rolltreppe angefangen mich unwohl zu fühlen. Als ich in der Herrenabteilung ankam wurde es noch schlimmer. Habe mich dann kurz umgeschaut und bin schnell wieder gegangen.


    Ich bin an diesem Tag auch nur in die Stadt gegangen weil Ostern bevor stand. Sonst wäre ich zu Hause geblieben.

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    Dass es sich durch Übung aber bis zur Angstlosigkeit völlig verbessert glaube ich inzwischen nicht mehr, denke das kann auch kein Therapeut oder eine Selbsthilfegruppe ändern. *schulterzuck*

    Wollte hier mal eben meine Erfahrung loswerden. Ich hatte so mit 16, 17 mit einer Angststörung und handfesten Panikattacken zu kämpfen. In Grundzügen ging es mir so wie euch - Unwohlsein in Kaufhäusern, U-Bahn, Menschenaufläufen etc. Irgendwann kam wurde auch Autofahren problematisch, Schule, jede Situation, in der ich nicht jederzeit "aussteigen" konnte, enge Räume...


    Irgendwann bin ich dann zum Arzt bzw. Therapeuten. Bei mir wurde es dann so eine Kombination aus Gesprächstherapie und Medikamenten (Anti-Depressiva). Und es hat geholfen und zwar dauerhaft (die Medikamente habe ich nur ca. ein Jahr oder so genommen)! Ich bin es heute echt fast ganz los (keine Panikattacken und nur noch superselten das erwähnte Unwohlsein). Und ich muss es wissen, ich wohne inzwischen in einem engen, überfüllten Land (Holland ;-D) und da auch noch ein einem Ballungsgebiet (Randstad) - und es geht mir gut!


    Außerdem habe ich noch die positive Nebenwirkung mitgenommen, dass ich mich jetzt eher mal was traue, weil ich gelernt habe, mich meinen Ängsten zu stellen. Früher war ich z.B. superschüchtern, habe mich in der Disko nicht mal getraut, einen Blickkontakt zu halten und immer gleich weggeguckt. Ist mal ein Typ auf mich zugekommen, bin ich vor Angst fast gestorben (war aber gar nicht nötig, durch mein abweisendes Verhalten hat mich eh niemand angesprochen ;-)). Tja, und irgendwann hab ich da echt ne 180°-Wendung hingelegt und selber Typen angesprochen.


    Natürlich ist eine gewisse Zurückhaltung und Unsicherheit geblieben, aber ich schaffe es doch immer wieder, über meinen Schatten zu springen und mich Dinge zu trauen (mich meinen Ängsten zu stellen). So, warum hab ich das jetzt eigentlich hier in epischer Breite dargelegt? ;-) Naja egal, betrachtet es als Plädoyer dafür, sich mit solchen Dingen auseinanderzusetzen (nicht nur Ängste, auch schlichte Schüchternheit) und als mutmachende Erfolgsgeschichte.


    So, jetzt habe ich dann aber auch fertig. *:)

    @Betsy

    Ich denke es sind keine richtigen Angstzustände. Es kamen mehrere ungünstige Sachen zusammen. Ich gehe generell ungern in die Stadt. Nach Kleidung in Geschäften zu schauen mochte ich auch nie gerne.


    An diesem Tag bin ich nur wegen bevorstehendem Ostern in die Stadt gegangen und weil ich schon mal da war bin ich auch ins Kaufhaus gegangen. Letzte Woche war ich schon von Anfang an schlecht drauf.


    In der Stadt trifft man immer auf so einiges was mich stört


    -Leute die nicht zielgerichtet laufen können


    -unübersichtlich eingerichtete Geschäfte


    -Wucherpreise (für mein empfinden)


    -Waren die nichts taugen


    Wenn ich jetzt so darüber nachdenke fällt es mir wieder ein wie es früher war als ich mit meinen Eltern in die Stadt gegangen bin um Kleidung für uns alle zu kaufen. Zum Glück kam das nicht so oft vor. Zuerst suchten wir die Sachen die ich brauchte was noch einigermaßen zügig ging. Aber dann wurde es unerträglich langweilig. Bis endlich mal alles gefunden war nach ewig langem anprobieren. Da konnte ich jedesmal was an mich kriegen. Schon recht bald habe ich mich geweigert bei diesen Stadtgängen mitzugehen.


    Was manche Leute an einem sog. Stadtbummel toll finden kann ich heute noch nicht verstehen. Ich sehe immer zu möglichst schnell zu finden was ich brauche und mache, dass ich wieder weg komme.


    Dazu kommt, dass viele Menschen an einem Ort für mich unerträglich sind. Ich mache einen großen Bogen um die Stadt wenn Schlussverkauf oder Samstag ist, auch die Vorweihnachtszeit meide ich wenn es irgendwie geht.


    Mit jemandem zu reden ist für mich immer ein Problem wenn ich nicht weiß was ich sagen soll. Ich wußte selbst nicht so genau was ich eigentlich wollte und ob ich überhaupt etwas kaufen will. Deswegen wollte ich auch mit keinem Verkäufer reden. Deswegen kann ich auch keine Frauen ansprechen. Ich wüßte nicht was ich sagen soll.


    Wenn das Thema feststeht ist das was anderes. Dann weiß ich was zu sagen ist und dann gelingt mir das auch.


    Danke für die PN. Ich denke es sind keine Angstzustände. Ich stecke noch immer in einem Loch aus dem ich noch nicht raus bin.