Gentille

    Eine sehr gute Frage. Ich kann natürlich nur für mich antworten.

    Zitat

    "Die meisten JM würden es begrüßen, wenn eine hübsche und sympathische Frau sie begehrt, es zu Intimitäten (oder gar Sex) kommt - auch wenn eine daraus resultierende Beziehung unwahrscheinlich ist."

    :)^ Endlich das seit soooo vielen Jahren drängende JM-Sein beenden.

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    Aber wenn ereignislose Jahre/Jahrzehnte verstreichen, kann eine leidenschaftliche Nacht OHNE Liebe vielleicht ja doch 1. männliche Selbstbestätigung sein, 2. Berührungsängste abbauen und 3. etwas von der entstandenen Bitternis löschen - oder irre ich mich da?

    :)^ Genau richtig. Manchmal habe ich schon daran gezweifelt ob ich überhaupt dazu fähig bin mit einer Frau Sex zu haben. Endlich den unwiderlegbaren Beweis zu haben dazu fähig zu sein wäre eine große Erleichterung. Auch die lange aufgestaute Bitternis würde es sicher abbauen. Ich spüre es bei mir immer wieder wieviel Bitterkeit und Enttäuschung aber auch einfach Wut über das Schicksal sich in mir gesammelt hat. Das alles ließe sich damit abschütteln.


    Dazu ein Erlebnis aus meinem JM-Erfahrungsschatz. Ich hörte mal ein Gespräch zwischen 2 Mädels an der Uni mit. In eine der beiden war ich mal verliebt bis ich erfuhr, dass sie vergeben war. Sie klagte ihrer Freundin ihr Leid über ihren Freund. Er hatte keine Zeit für sie, kam sie am WE nicht besuchen weil ihm eine Stunde Fahrzeit zu lange war, sie hatte ihn seit 3 Wochen nicht gesehen. Wenn sie mich gefragt hätte ob ich mit ihr ins Bett will einfach mal so nur einmal. Ich hätte mich sicher nicht 2mal bitten lassen. Zottel sagt er hätte nicht die zweite Geige spielen wollen. Ich sage (inzwischen): Lieber die zweite Geige spielen als stumm bleiben.


    Die Tortola & Betsy Version habe ich auch lange als die einzige Lösung angesehen. Aber ich musste einsehen, dass ich diese Glück nicht habe.

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    Die Tortola & Betsy Version habe ich auch lange als die einzige Lösung angesehen. Aber ich musste einsehen, dass ich diese Glück nicht habe.

    Mensch Kwak, das ist doch Unsinn. Du musst ganz fest daran glauben, dass Du eines Tages eine Frau finden wirst, die Du liebst und die Dich liebt. Wenn Du selber nicht glaubst, dass Du ein liebenswerter (also der Liebe würdiger!) Mensch bist, wer dann?!


    Das Ganze hat überhaupt nichts mit Glück oder Schicksal zu tun. Du bist doch keine Marionette, Du bist ein Mensch mit freiem Willen und der Macht, Dein Leben selber zu lenken. Du bist nicht dazu verdammt, ewig zu erdulden und über Dich ergehen zu lassen. Es liegt ganz allein bei Dir, Dein Leben zu formen. Aber dafür musst Du erstmal an Dich und an diese Macht tief in Dir selber glauben.

    ONS/Sexbeziehung

    Ich würde einer Frau schon deshalb von ONS mit mir abraten, weil ich annehme dass ich mich dann verliebe. So rein theoretisch... in der Praxis siehts ja oft so aus dass man schon mittendrin ist wenn man "nein" sagen wollte, ... und in dem Moment ist Vernunft ja nicht gerade die eindringlichste Empfindung. ;-D


    Außerdem hatte ich das schon mal, anfangs echt nett, aber irgendwie schlich sich mit der Zeit ein schlechtes Gewissen ein. Hab damals beschlossen mich auch für ONS zu verschließen.


    Dasselbe wars einige Zeit vorher mit meiner Exfreundin, nach einigen Malen Petting, Rumknutschen und so, hab ich mich auch da schlecht gefühlt, jeweils im Nachhinein. Während der Beziehung wars aber gar nicht so, schließe also dass es wirklich daran liegt dass der Sex außerhalb einer fest definierten Beziehung stattfand.


    Mein Fazit aus diesen Erfahrungen ist dass ichs eben lasse. Allerdings weiß ich dass es funktioniert, oder besser gesagt, nicht an den üblichen vorgebrachten Gründen scheitert. Freundschaften gehen an sowas nämlich nur kaputt wenn die Leute sich dann nicht mehr in die Augen sehen können. Aus Scham oder warum auch immer, versteh das ehrlich gesagt nicht.


    Mit der zuerst Erwähnten habe ich bis heute Kontakt (war bestimmt 8 Jahre her) und weder heute noch damals stand das irgendwie zwischen unserer Freundschaft.

    Liebe Gentille

    Einfach ist die Antwort auf deine Frage jedenfalls nicht. Eigentlich habt ihr beide Recht. Es kommt immer darauf an, was derjenige im Moment will. Auf jeden Fall fühlt es sich besser an, in einer Art Ungewissheit zu schweben obs nicht doch etwas werden könnte, als gleich alles zu unterdrücken.


    Warum nun sollte ich aber - jetzt mal rein praktisch gesehen - eine hübsche, sympathische Frau von der Bettkante stossen? Sie holt sich dann halt einen anderen der es ihr besorgt und ich gehe leer aus. Ein ONS ist reine Triebbefriedigung, und hat überhaupt nichts mit Liebe zu tun. Wenn sich keine Frau findet, muss ich es mir eben selbst besorgen. Das ist ganz einfach. Ein geiler Körper, rein-raus und ohne weitere Verpflichtungen.


    Was ist aber die grosse, wahre, aufrichtige Liebe? Ich weiss es nicht. Gibt es überhaupt so etwas? Ich weiss wie sich Zurückweisung, Enttäuschung und Ignoranz anfühlen, von Liebe habe ich keine Ahnung. Ich sehe das mittlerweile ganz mechanistisch: Der Mann ist dazu geschaffen, seine Gene möglichst breit zu streuen, die Frau muss sich die besten Gene aussuchen. Daher kommt vielleicht auch das Bedürfnis nach dem "würdigen Empfänger" an den die Jungfräulichkeit geschenkt werden soll. Einen tieferen Sinn dahinter kann ich nicht erkennen. Wie soll ich merken, ob sie "die Richtige" ist? Nur weil ich meine es zu "fühlen"? Warum verliebe ich mich denn immer wieder in "die Richtige", wenn es sich später nur als Seifenblase herausstellt? Ist die "grosse Liebe" nicht einfach nur das Fehlen von Enttäuschung und Verzweiflung? Ist eine Beziehung nicht einfach nur die Suche nach der grossen Liebe, ein schöner Lebensabschnitt?


    Was soll an Sex so anders sein, wenn man die Person liebt? Ist es nicht einfach nur das Entdecken eines Körpers, ein Spiel mit der Lust?

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    Aber wenn ereignislose Jahre/Jahrzehnte verstreichen, kann eine leidenschaftliche Nacht OHNE Liebe vielleicht ja doch 1. männliche Selbstbestätigung sein, 2. Berührungsängste abbauen und 3. etwas von der entstandenen Bitternis löschen - oder irre ich mich da?

    1. Ja


    2. Ja


    3. Nein - diese Wunde ist zu tief, das Erlebte kann man nicht einfach so vergessen.

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    Wie seht Ihr anderen das? Würden Euch loderndes Begehren, Sympathie und Respekt ausreichen - oder würdet Ihr lieber abwarten, bis der Blitz einschlägt und Ihr trunken vor Verliebtheit seid?

    Um es kurz zusammenzufassen: Loderndes Begehren würde mir reichen, um mit einer Frau ins Bett zu gehen. Warum sollte ich - vielleicht das ganze Leben - auf einen Moment warten, den andere ganz einfach, sozusagen im Vorbeigehen, erleben dürfen? Ich brauche mir mein Leben doch nicht unnötig zu erschweren.


    Brauche ich überhaupt die grosse Liebe um glücklich sein zu können? Ist es denn nicht viel wichtiger, seine Träume auch zu leben, oder zumindest zu leben versuchen, einfach nur das zu tun, was man im Moment für richtig hält?


    Irgendwie beschleicht mir aber doch noch ein komisches Gefühl was diese Diskussion angeht. Bin ich wirklich ein so armes, bemitleidenswertes Wesen, nur weil ich halt keinen Sex gehabt habe?


    Ich habe in der letzten Zeit einzigartige Momente erleben dürfen, ein Traum ist Realität geworden. Ich brauchte mir nur zu sagen "ich will es versuchen" - und einen kleinen Anstoss dazu. Ich hatte den Mut es zu versuchen, und ich wäre nicht enttäuscht gewesen, wenn es doch nicht gegangen wäre. Und nun kann ich von weiteren Zielen träumen und daraufhin arbeiten :-) Wenn mich eine Frau auf diesem Weg begleiten will, so darf sie das gerne tun, und wenn nicht, so erlebe ich diese Momente auch ganz gerne alleine ;-)


    Wenn ich hier unten wieder haufenweise verliebte Pärchen sehe, so muss ich mir einfach die unvergesslichen Momente vor Augen führen, die ich mir selbst erarbeitet habe, die mir ganz allein gehören und die mir nicht einfach so geschenkt wurden. Dann lässt sich das Alleinsein auch ertragen und ab und zu auch geniessen.

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    Was soll an Sex so anders sein, wenn man die Person liebt? Ist es nicht einfach nur das Entdecken eines Körpers, ein Spiel mit der Lust?

    mich stört das "nur".


    das ist etwas, das ich nicht bei jeder machen möchte ... nicht jeder weibliche körper weckt bei mir automatisch neugier. wie das grundsätzlich aussieht, weiss ich schon. dazu reicht ein bild.


    ich möcht wissen, wie bestimmte körper aussehen. wie sie sich anfühlen, wie sie riechen, etc. und das sind halt die, in die ich mich verliebe.


    den rest mit der angst, dem nötigen vertrauen und der antastphase hab ich ja auch schon geschrieben. ich kann mir nicht vorstellen, dass ich "auf kommando" funktioniere. wie tortola das erlebt hat ... ich denk, mir würds zu schnell gehen. das zeigen auch meine "panikattaken", wenn ich die "gefahr" wittere.


    obs heute passiert oder in 10 jahren ... ich werd noch manche traurige nacht verbringen. wenns dann aber passiert, dann bin ich zumindest in diesem einen moment sicher, nichts in meinem leben falsch gemacht zu haben, weil ich sonst diesen moment so nicht erlebt hätte.

    @ herr koch:

    Sehr schön gesagt!

    @ Bergi:

    Klar ist Sex in erster Linie was Körperliches. Und egal, was uns die Rosamunde Pilchers und Marie-Louise Fischers dieser Welt glauben machen wollen, "Liebe" hat nichts mit dem blumigen Gewäsch zu tun, was uns in den einschlägigen Romanen und Fernsehfilmen dafür verkauft wird. Statt dessen hat es für mich viel mit der Gewissheit zu tun, dass da jemand ist, der mit mir das Leben teilt - in guten aber vor allem auch in schlechten Zeiten. Vermutlich ist Sex nicht intensiver oder weniger intensiv, nur weil man ihn in einer festen Partnerschaft hat. Ich denke aber schon, dass man ihn einfach anders erlebt (obwohl mir dafür natürlich letztendlich der Vergleich fehlt). :)*

    Zitat

    1. männliche Selbstbestätigung sein

    Kommt - wie schon gesagt - drauf an, wie es läuft. :-/

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    2. Berührungsängste abbauen

    Ja, das auf jeden Fall! :-D

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    3. etwas von der entstandenen Bitternis löschen

    Nein, die Vergangenheit kann man dadurch nicht löschen. ;-) Ich frage mich aber gerade, ob Sex für einen JM der Weg aus einer ggf. vorhandenen Verbitterung heraus sein kann. :-/ Ist es nicht eher so, vorher mit sich ins Reine zu kommen? Das Leben zu genießen, auch wenn man noch JM / JF ist? Dann wirkt man gleich viel offener für andere, es ergeben sich vllt Gelegenheiten, die man vorher nicht hatte. Vielleicht gibt es dann auch Sex, who knows? Und in so einer Situation wird der erste Sex keine Verbitterung löschen können, da sie nicht vorhanden ist. Es ist eher der konsequente Weg eines Lebens, das einfach Spaß macht und so vieles für einen bereit hält. ;-)

    Vielen Dank für Eure Antworten!

    @:)

    Schon der erste Satz von Zottelbär bringt's auf den Punkt:

    Zitat

    Das kann man sicherlich nicht verallgemeinern.

    Ich möcht jetzt jedem von Euch etwas schreiben und werd einfach schauen, wie weit ich heute Abend komme - um diese Zeit hab ich in letzter Zeit immer Panikattacken-Anflugsgefühle und muss irgendwann vom Rechner weg und mit meiner Katze auf die Couch.


    @ Zottelbär


    Kann ich nachvollziehen... Die "Nummer 2", das ist generell schon demotivierend. (In dem Film "Vier Hochzeiten und ein Todesfall" bringt der kauzige Schwule einen Toast aus: "Auf dass wir alle sagen können werden: Auch ich wurde einst angebetet." Den Spruch find ich phänomenal. Und wenn es nur eine Nacht ist, in der ich angebetet wurde. :)D Aber, wie heisst es so christlich: "Du sollst keine anderen Götter haben, neben mir." Daher: Keine Nummer 2!)


    Ich vergass in der Tat, zu schreiben, dass mir bei meinem Beispiel durchaus eine gewisse Exklusivität vorschwebte. (Siehe tam) Hm, zur Illustration eine Episode aus meinem letzten Jahr: Ich hatte gerade angefangen, neben der Panik-Therapie zusätzlich Medikamente einzunehmen. Hatte die letzten Monate jede Nacht bei meinen Eltern geschlafen. War also grundlegend durch den Wind und orientierungslos. In dieser Situation tat ich mich mit einem männlichen Neurotiker zusammen, der im Jahr davor Depressionen gehabt hatte und sich ebenfalls neu sortieren musste. Wir waren uns einig: Keine Liebe. Und hatten ein paar schöne Wochen zusammen, mit Picknick an der Elbe, gemeinsamem Baden, Kochen - und eben auch Schäferstündchen, in denen allerhand passiert ist, nur eben nicht der klassische Akt an sich.


    So etwas schwebte mir vor.


    Durchaus exklusiv, aber eben nicht sonderlich zukunftsträchtig.


    In Deinem Fall ist ja alles gut ausgegangen! Generell *vorsicht-moralin-sauer* ist es vermutlich sowieso immer die richtige Entscheidung, sich nicht zum Ehebrecherhelfershelfer machen zu lassen.


    (Man könnte fast meinen, das Schicksal war von Deinem Rückgrat so beeindruckt, dass es Dir kurzerhand cara und die Liebe vorgesetzt hat. :-D)


    @ Herr Koch 19:51 und Betsy 20:39


    Eure Beiträge haben etwas gemeinsam - obwohl Herr Kochs Schnügi-Szenerie hypothetisch ist und Betsys eine Erinnerung:


    Ihr wart/seid beide verliebt/gewesen!


    Das wiederum ist ein spezieller Fall! Wenn man verliebt ist, weiss man, was man will. Ihr hattet richtig brummenden Heisshunger und Schnügi und der schurkische J. bieten Euch nur einen Kuchenkrümel...


    Mein Therapeut hat mich entsprechend gedrillt - ich würd in diesem Fall auch "Nein danke" sagen und allein heimgehen. Letztes Jahr habe ich - in der irrigen Annahme, ich sei schon wieder bereit für etwas Richtiges - auch einen Mann davongeschickt. Er: "Ich bin Single aus Überzeugung." Ich, freundlich: "Dann schlag ich vor, dass Du deine Sachen nimmst und dort (Zeigefinger Richtung Tür) hinaus gehst und Dich erst wieder meldest, wenn Du das Singleleben satt hast." Meine Freundlchkeit war übrigens nicht gespielt - wenn man Verletzungen nicht zulässt, wird man nicht verletzt und muss dem andren auch nicht gram sein. Bin ihm kürzlich nachts über den Weg gelaufen: Alles in Ordnung. :-)


    Und an Betsy speziell: Alkohol ist sowieso blöd, in so einer Situation!


    Meist trübt er ja das Urteilsvermögen - gottlob hast Du die Fassung bewahren können. Ein recht neuer Freund von mir sagt immer: ??Man-muss-sich-jeden-Morgen-im-Spiegel-in-die-Augen-sehen-können-und-am-Ende-des-Tages-muss-unterm-Strich--DEIN-Name-drunterstehen??


    Hoffe, ich hab das mit den Sternchen richtig hingekriegt... :-/ Will nicht, dass er sich eines Tages über Google hier findet. ;-)


    @ Tortola


    Hm, die Versagensangst ist sicherlich ein Punkt. Aber auch den kann man von beiden Seiten betrachten:


    1. Wenn man auf die Liebe wartet und, so man sie denn gefunden hat und es zwischen die Laken geht, die entsprechende Frau SEHR-SEHR will, kann der anfängliche Leistungsdruck größer sein, als mit jemandem, der sich freundlich mit einem im Bett balgt, ohne, dass viel (nämlich das Herzensglück) auf dem Spiel stehen würde.


    2. Andererseits wird ein *hüstel* "technisches Versagen" in liebevollem Umfeld (mit Möglichkeit zur Steigerung beim nächsten Mal) sicher besser aufgefangen, als wenn es eine rein sportliche und einmalige Veranstaltung ist. (Und einem irgend ein grad aus der Bar mitgeschlepptes frustriertes Betthäschen gegenüber sitzt, dessen Namen man schon wieder vergessen hat. <- Das wär aber auch der schlimmste Fall, ein Worst Case, der mir bei meiner ursprünglichen Fragestellung keineswegs vorschwebte!)


    So, ich schick das jetzt erstmal ab, bevor mir hier noch was verlustig geht. :)D

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    Man könnte fast meinen, das Schicksal war von Deinem Rückgrat so beeindruckt, dass es Dir kurzerhand cara und die Liebe vorgesetzt hat.

    ...und dabei hatte mir cara damals noch geraten, auf jeden Fall auf das Angebot einzugehen, ich solle mir keine Möglichkeit entgehen lassen, Erfahrung zu sammeln. ;-D


    Wie das Leben so spielt. ;-)


    Und vier Wochen später sprach sie von ihr als: "Die böse XY!"".


    Denn da war sie ja auf einmal "Konkurrentin" :-p