Mir war schon seit einiger Zeit klar, dass ich den Schritt den ich jetzt gegangen bin gehen muss. Nur musste ich es schaffen dafür die passende Gelegenheit zu schaffen. Wichtig war auch es weit genug weg von zu Hause zu tun, fern vom Alltag.

    Also...

    Das Buch lässt sich lesen, das ist schonmal etwas. In 3.5 Stunden kommt man locker durch die 230 Seiten.


    Für jemanden der schon seit einiger Zeit hier im Thread dabei ist, kommt eigentlich nichts Neues. Das halbe Buch ist gefüllt mit Fallbeispielen, dann kommen Interviews und Sichtweisen von Experten und schliesslich 10 Seiten konkretere Tipps.


    Wenn man die Seiten 1-80 von JM-1 durchliest, kommt man weiter. Das Buch bleibt leider beim Beschrieb und bei der Ursachenforschung. Für jemanden, der neu hinzukommt, lohnt sich die Lektüre meiner Meinung nach schon. Liest man zusätzlich den Beginn des Threads, so sollte spätestens dann ein Licht aufgehen...


    Erschreckt hat mich jedoch die Hoffnungslosigkeit, in der man hinterlassen wird. Man wird zum JM, weil in der Kindheit und in der Pubertät einiges schiefgelaufen ist und weil sich ungünstige Faktoren kumuliert haben. Es scheint mir, dass hier die Sichtweise, dass die Welt rundherum verantwortlich ist, zu sehr herausgehoben wird. Was mich richtiggehend schockiert hat, war die Feststellung, dass das in der Pubertät zu erwerbende Know-How, so es denn fehlt, kaum mehr wettzumachen ist und dass es ab 30 sowieso noch viel schwieriger wird, jemand zu finden. Ganz einfach nach dem Schema einmal AB - immer AB.


    Um es direkt zu sagen: Das Buch gefällt mir nicht. Wäre ich richtig schlecht drauf, so würde es mich in der Meinung bestärken, dass es besser ist, sein Leben vorzeitig freiwillig abzuschliessen, als auf den natürlichen Tod zu warten. Ich hätte mir mehr erhofft als die Kernaussage, dass man zu den Verlierern auf dem Beziehungsmarkt gehört und mit spätestens 30 definitiv verloren hat...


    Da gibt dieser Thread deutlich mehr Hoffnung und Zuversicht.

    Zitat

    Was mich richtiggehend schockiert hat, war die Feststellung, dass das in der Pubertät zu erwerbende Know-How, so es denn fehlt, kaum mehr wettzumachen ist...

    Dem würd ich glatt widersprechen, da hab ich andere Erfahrungen gemacht.


    Und ich kenne ja mittlerweile beides.

    Ich weiss ja auch nicht, wie der drauf kommt. Und der Thread zeigt auch eher das Gegenteil. Vielleicht tummeln sich ja in den AB-Foren noch ganz andere rum...


    Auf jeden Fall hab ich das Buch nicht als Hilfestellung sondern viel eher als Argument für die nächste Brücke empfunden :-/

    @ Die Steffi

    Wie soll ich das verstehen? Du hast in deiner Pupertät keine und alle Erfahungen gemacht? Sorry, aber ich glaube kaum, das du dich als Person, die in der Pupertät viel Erfahung gesammelt hast, dich wirklich in eine Person hineinversetzten kannst, die KEINE Erfahung gesammelt hat. Vieleicht kannst du einige Sachen nachvollziehen, aber hineinversetzten, das halte ich für einen trugschluss

    @ schüchtern

    Wann hab ich bitte behauptet, ich könnte ich mich in deren Lage versetzen???


    Ich kann sehr wohl ihren Kenntnisstand beurteilen bezüglich Sexualität, weil ich davon direkt profitiert habe ;-)


    Und darum gings.

    @ Bergi:

    Mich hat das Buch auch relativ ratlos zurückgelassen. Als Anlass, sich von der nächsten Brücke zu stürzen sehe ich es allerdings auch nicht. Die große Schwäche des Buches ist, dass es ausschließlich die Lebensgeschichte von Menschen darstellt, die wirklich jede Hoffnung aufgegeben haben. (Mal abgesehen von der einen Ex-Abine, die zu Wort kommt.) Der Autor versucht das ja auch ein wenig zu relativieren, in dem er darauf hinweist, dass bei den meisten ABs der Leidensdruck einfach nicht hoch genug ist, um sich für solch ein Projekt zur Verfügung zu stellen. Ich denke mal, dass außerdem noch der Wunsch des Verlages, möglichst gravierende Fälle darzustellen, eine Rolle spielte. Vermutlich erwartete man sich dadurch höhere Verkaufszahlen?!


    Ich habe das ja schon öfter mal geschrieben und bin auch weiterhin davon überzeugt: Ich glaube, der Ursprung des "Übels" ist nicht das JM/JF-Sein selber. Die Beziehungslosigkeit ist eher so etwas wie ein Symptom, das zeigt, dass der Mensch an einer andere Stelle gewaltig an etwas krankt. Das können die unterschiedlichsten Dinge sein:


    - zu geringes Selbstbewusstsein (auch hierfür gibt es x Gründe: Behinderung, Krankheit, Hänseleien in der Kindheit, distanzierte Eltern, "Andersartigkeit" durch Hochbegabung etc.)


    - der Zwang es jedem und allen immer Recht machen zu wollen


    - körperliche Nähe wurde als Kind in der Familie nicht "gelernt"


    - durch alkoholabhängigen/drogenabhängigen Elternteil war eine "normale" Interaktion mit Altergenossen in der Kindheit/Jugend nicht möglich (z.B. spontan jemanden zum spielen mit nach Hause bringen...)


    - es gab andere "Familiengeheimnisse", die vor Aussenstehenden verborgen werden mussten mit den gleichen Einschränkungen wie oben


    Die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Jeder trägt halt etwas anderes mit sich herum, was ihn/sie schon früh gelehrt hat "Du bist weniger liebenswert/attraktiv als andere". Erst wenn man mit all diesen Dingen abgeschlossen hat, ist man im Endeffekt bereit für eine Beziehung. Denn erst dann glaubt man tief in seiner Seele, dass man selber eines liebenden Partners "würdig" ist.

    @ Erzkanzler:

    Solange Du und die betreffende Frau Euch einig seid, dass ihr keine Kinder wollt, ist die Wahrscheinlichkeit bei nahezu null, dass Du Vater wirst. Wenn solche "Betriebsunfälle" passieren, haben meistens beide eher so eine "eigentlich ist es mir egal"-Einstellung gehabt.

    jens79

    ich hab angst vor der ganzen situation ... es ergibt keinen sinn, das weiss ich. ich wünschs mir und doch hab ich angst.


    anstatt einfach zu schauen, was auf mich zukommt, mach ich mir riesige gedanken ...


    angst zu versagen (also im konkreten moment) hab ich nicht. ich denk, da werden der kollege und ich ein tolles team abgeben.


    aber davor ... und währenddem. und auch alles, was nichts mit sex zu tun hat sondern nur mit zusammensein ... ich hab angst vor einer blockade. angst davor, ihr nicht zu genügen, weil ich mich selbst blockiere und dann nichts tu statt was zu versuchen ...


    aber s wird schon das beste sein, diese gedanken nicht zu stark zuzulassen, sondern einfach minute für minute nehmen.


    (daneben hab ich noch angst vor dem ersten kuss, weil ich nicht weiss, wies geht und mich das "es wird dann schon klappen" nicht wirklich beruhigen kann)

    was ich noch verinnerlichen muss ... ich bin ja nicht allein in den momenten ...


    drum ists elementar, dass sie vorher weiss, wie meine vergangenheit ausschaut. sonst bin ich halt nur n netter typ, der nicht küssen kann. oder so.