Prüfungseinredungen

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    Ich werde in meiner Prüfung eine 2,0 schaffen.

    Ne Kwak, so wird das nichts. Du willst dir da ein Ergebnis einreden, das du nur bedingt - durch dein Lernverhalten - einreden kannst. Du kannst dadurch aber nicht die Notenfindung des Profs. beeinflussen.

    Das sehe ich nun genauso. Genauso kann man sich einreden, im Lotto zu gewinnen. Allerdings: Wenn man fleißig gelernt hat und deshalb überzeugt ist, den Prüfungsstoff gut zu beherrschen, kann man sich zur Motivation einreden, die verdiente gute Note zu bekommen.

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    Wie wäre es denn hiermit:


    "Ich werde mein Bestes geben, in dem ich mich gut vorbereite und bis zur Prüfung täglich lerne."


    Tortola

    Ich möchte das gerne noch etwas konkretisieren. Nach Kwaks Beiträgen scheint ihm die ganze Prüfungsvorbereitung zu bedrücken, und der empfindet sie als Last. Ich glaube, dass eine solche Einstellung dem motivierten Lernen zumindest nicht gerade förderlich ist. Man lehnt vieleicht die ganze Prüfungsvorbereitungsphase innerlich ab, und damit vieleicht sogar den Prüfungsstoff, den man doch eigentlich aufnehmen sollte.


    Ich finde, für mich ist es gut, sich konkrete Zeitpläne zu machen. Je nach eigenem Biorythmus z.B:


    7:00 Austehen und gemütliches Frühstück


    8:00 Halbe Stunde Frühsport, damit der Kreislauf in Schwung kommt (Radfahren, Jogging, etc.)


    8:30 Duschen, etc.


    9:00 -13:00 Lernen


    Gegen Mittag sackt meist der Biorythmus ab, also erledigt man dann die Nebensächlichkeiten:


    13:00-15:00 Mittagessen, Einkaufen, Wäschewaschen. Vieleicht etwas Musik hören oder ein kurzes Mittagsschläfchen. Oder etwas Sport. Oder E-Mails lesen.


    Gegen 15:00 geht der Biorythmus wieder nach oben.


    15:00-19:00 Lernen


    19:00 Feierabend! Danach gönnt man sich eine Belohnung, z.B. ein leckeres Sandwich, oder eine Fernsehserie, oder was einem Spaß macht. Oder im Forum lesen.


    spätestens 23:00: Schlafenszeit


    Damit kommt man auf 8 Stunden Arbeit am Tag, auf 8 Stunden Schlaf, muß nicht zu früh aufstehen, und hat trotzdem noch Zeit für Spaß oder angenehme Dinge.


    Natürlich ist so ein Plan individuell und man muß ihn auf den eigenen Biorythmus abstimmen, damit man in den Hochphasen lernt, und in den Niedrigphasen die unwichtigen Dinge tut.


    Und nun kann man sich die positiven Dinge einreden: z.B.


    "Ich werde morgen vormittag mit Freude, mit Interesse und mit Konzentration das 3. Kapitel aus dem Lehrbuch und die entsprechenen Vorlesungsmittschriften durcharbeiten und die Kernthesen in eigenen Stichworten zusammenfassen.


    Ich werde morgen nachmittag mit Freude, mit Interesse, mit Konzentration und mit Spaß am rechnen die zugehörigen Übungsaufgaben 4-8 durchrechnen, ohne mich ablenken oder stören zu lassen."


    Das sind, finde ich, konkrete Einredungen, durch die man seine Einstellung zum Lernen positiv beeinflussen kann.


    Vor allen Dingen sind das Dinge, die man selber in der Hand hat und zum positiven wenden kann. Man kann nicht beeinflussen, ob der Prof. bei der Prüfung schlecht gelaunt ist und deshalb strenger als üblich prüft. Aber man kann seine eigene Einstellung zum Lernen, seine Bereitschaft, fleißig und konzentriert zu lernen, beeinflussen. An Dingen, die man ändern kann, sollte man ansetzen.


    Was man sich für einen Tag vornimmt, muß natürlich realistisch sein: Man kann kein ganzes Lehrbuch an einem Tag lesen.


    Und man muß sich auch nicht so ganz sklavisch an den Plan halten. Man kann nach dem halben Kapitel dann erst mal die Aufgaben 4-6 rechnen und am Nachmittag den Rest lesen und rechnen; das kann man dann spontan entscheiden.


    Und vieleicht benötig man gar keinen so konkreten Arbeitsplan. Die Menschen sind ja verschieden.


    Dann kann man sich aber immer noch einreden: "Ich werde morgen mit Freude und Konzentration zügig und ohne Ablenkungen lernen und am Ende des Arbeitstages ein gutes Stück geschafft haben."


    Beste Grüße

    hm.


    "ich werde morgen trotz verschlafen wieder viel zu früh aufstehen für mich, im tram keine gratiszeitung finden, im büro dank netzwerkproblemen wieder nicht arbeiten können und drum in ein riesiges gehetz kommen."


    wär auch ein konkreter plan. zudem ein äusserst realistischer ;-)


    tam


    du schreibst, das sei nicht als ernsthafte sache gedacht. wars das die anderen beiden male auch nicht? vielleicht liegt halt doch da das problem drin ... vielleicht "musst" du 10 mal kuscheln, bevor du sex haben kannst. so als überspitzte vermutung. und wie oben erwähnt ... nichts ist das nicht. ich finds ziemlich viel und hoffte, nur die hälfte davon hinzukriegen.

    @Copper

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    Diese Sachen geht jeder in anderen Schritten an, aber so verschieden ist das nicht von meinem Erleben, würd ich sagen.


    Diese Unwissenheit, wie die Grenze zu überschreiten ist, ist bei mir eng mit der Selbstunsicherheit verbunden, denk ich.

    Seh ich auch so.

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    Wenn ich aber mich und meine Gefühle ernst nehme, und ich ein Gefühl davon hab, was ich jetzt als nächstes mit der Süßen anstellen möchte, dann ist das ne klare Sache. Dann brauch ich keine Erfahrung, und dann brauch ich auch keine offizielle Einladung von ihr, denn die kam schon, sonst wär ich nicht an diesem Punkt angelangt. Dann leg ich los - soviel zur Theorie. Es fehlt die Gelegenheit, das passende Mädel.

    Ich finde, was Du sagst, gibt es gut wieder. Wenn man seine Gefühle ernst nimmt, wie Du schriebst, denkt und grübelt man nicht, sondern man fühlt unmittelbar, was richtig und falsch ist, was man tun möchte und wie. So, wie ich es nun beschrieben habe, klingt das fühlen wieder wie ein denken. Tatsächlich aber, so kenn ich es, ist das richtige Gefühl für die Situation unmittelbar einfach da und leitet einen. Und dann braucht man auch keine Erfahrungen.


    Obwohl, eine Bekannte hat mir neulich gesagt, dass Beziehungen auch Übungssache sind. Aber sie meint wohl eher das Zusammenleben, den Alltag, wie organisiert man die Hausarbeit, welche Kompromisse muß man eingehen, Rücksichtnahme, usw. Eine Beziehung ist ja nicht immer nur Kuscheln und Zärtlichkeiten, sondern auch Alltag.

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    Aber die Selbstsicherheit (und mich selbst zu mögen), machts mir im Vergleich zu früher ziemlich leicht, denk ich. Ich fühl mich nicht mehr machtlos gegenüber solchen Gelegenheiten - die sind kein Zufall mehr. Davon hab ich mich in den letzten 2 Wochen fast jeden Tag überzeugen können. Die Reaktionen stimmen einfach und bewirken ihren Teil.


    Ich mein übrigens nicht ausschließlich Flirtsituationen, sondern ganz alltägliche Situationen, in denen ich nun nicht mehr das Gefühl hab, nur an irgend ner Leine Gassi zu gehen


    Copper

    So sehe ich das auch. Selbstsicherheit und sich zu mögen sind positive Verstärkungen, die die Kontakaufnahme oder den Umgang mit Mitmeschen erleichtern.


    Einige haben hier "Verarschungssituationen" geschildert, bei denen sie glaubten, bei einem Flirt "verarscht" zu werden, statt an Interesse der anderen. Und entsprechend, also mit einer gewissen Abwehrhaltung haben sie reagiert. Und entsprechend wird wohl dann auch der Flirtpartner reagieren, also sich zurückziehen. Kein Wunder, dass dann doch kein Kontakt zustande kommt. Und damit verstärkt sich der Kreislauf negativer Erfahrungen, negativer Einstellungen und Handeln/Reagieren.


    Mit Deiner Selbstsicherheit wirst Du solche Situationen (z.B. Flirt) zunächst erstmal als positives Interesse fühlen, und entsprechend positiv reagieren. Dadurch reagieren die anderen Menschen auch positiv, usw. Bei beidseitigem Interesse kann (z.B. bei einem Flirt) dann etwas mehr draus werden.


    Das ist jetzt nicht nur auf Flirts beschränkt, sondern allgemein auf den Umgang mit Menschen.


    Beste Grüße

    hallo herr koch,

    ich glaube, du wolltest dir einen spaß mit mir erlauben. ;-)

    Zitat

    hm.


    "ich werde morgen trotz verschlafen wieder viel zu früh aufstehen für mich, im tram keine gratiszeitung finden, im büro dank netzwerkproblemen wieder nicht arbeiten können und drum in ein riesiges gehetz kommen."


    wär auch ein konkreter plan. zudem ein äusserst realistischer

    stimmt.


    aber das mit dem verschlafen kannst du möglicherweise in gewissem rahmen ändern. als ich eine zeitlang immer im halbschlaf ins büro kam, hatte ich meinen tagesrythmus umgestellt. am wochenende hatte ich mir den wecker auf 5 in der früh gestellt, einen joghurt gegessen, und dann sofort eine halbe stunde im park gelaufen. danach duschen und frühstück, und weil's wochenende war, konnte ich danach weitertrödeln. die umstellung war also nicht so schlimm.


    am montag habe ich das dann aber auch so gemacht, bloß nach dem frühstück dann ins büro. nach etwa einer woche war dieser rythmus drin, und der sport hatte mir zunehmend spaß gemacht. ich war also morgens nicht mehr verschlafen.


    und die netzwerkprobleme kannst du nicht ändern. höchstens indirekt, indem du die edv-abteilung oder deinen chef regelmäßig darauf ansprichst.


    beste grüße

    mein chef hält word für die krönung der informatik und hat ein problem, wenn er die eigenen dateien nicht findet. der support ist informiert, die sind seit samstag ziemlich am rotieren, hab ich gehört.


    nö, im moment kann ich nicht gut gelaunt ins büro gehn am morgen. der anschiss ist zu gross. es braucht 2, 3 stunden, bis ich den nötigen zynismus entwickelt hab unds ertrag.


    aber das wird wieder besser ;-)

    @ jens

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    Einige haben hier "Verarschungssituationen" geschildert, bei denen sie glaubten, bei einem Flirt "verarscht" zu werden, statt an Interesse der anderen. Und entsprechend, also mit einer gewissen Abwehrhaltung haben sie reagiert. Und entsprechend wird wohl dann auch der Flirtpartner reagieren, also sich zurückziehen. Kein Wunder, dass dann doch kein Kontakt zustande kommt. Und damit verstärkt sich der Kreislauf negativer Erfahrungen, negativer Einstellungen und Handeln/Reagieren.

    Genau. Und so leicht läßt sich diese Abwehrhaltung auch gar nicht abgewöhnen. Weil man sich erstmal in einen viel sicheren Zustand bringen muß, in dem dieses defensive Verhalten unnötig ist.


    Es hilft nichts, willentlich diesen Selbstschutz, der im Wege ist, runterzureißen. Sich permanent nur zu zwingen, offener zu sein, Distanzen zu überbrücken, was weiß ich - obwohl man sich gar nicht danach fühlt. Das ist ziemlich widersprüchlich ...und so benimmt man sich dann wahrscheinlich auch. Das ist man nicht selbst.


    Das bedeutet nicht, daß es nichts bringt, aktiver zu werden, was anderes auszuprobieren. Aber daß es auch nicht unbedingt den erwünschten Erfolg bringen muß, sich einfach nur zu trauen oder zu zwingen, etwas zu tun. Weil sich unter der Oberfläche eben gar nichts tut.


    Darauf muß man bei allen Mühen achten, würd ich sagen... daß man sich selbst näher kommt.... und sich nicht nur irgendwie verändert.

    @Kwak

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    Klingt gut.


    Mein Ziel ist es mal so ähnlich formulieren zu können.

    Hallo Kwak, ich glaube, das kannst Du jetzt schon. Z.B: Abitur hast Du geschafft. Klausuren oder Übungsaufgaben an der Uni wirst Du wohl auch einige bestanden haben. Der Urlaub in Hamburg.

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    Der Erfolg der am Ende herauskommt ist entscheidend.

    Es kommt darauf an, wie Du es meinst. Das Leben beginnt ja nicht erst mit dem Diplom in der Tasche.

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    Ich bin noch auf dem Weg dort hin und es wird noch einiges an Kraft und Geduld kosten.


    Kwak

    (Da ich Dich nicht wirklich kenne, spekuliere ich jetzt etwas, rede etwas ins Blaue und hoffe, dass es irgendwie zutrifft. Wenn es aber nur Unsinn ist, was sich schreibe, dann lass Dich dadurch nicht stören. Außerdem rede ich auch nur so, wie ich's gerade so denke, und habe auch keine engültigen Weisheiten in der Tasche.)


    Du bist auf dem Weg zu einem Diplom, wenn ich das richtig sehe. Aber auf dem Weg dahin hast Du doch schon einige Erfolge erreicht: Abitur. Je nachdem, wieweit Du im Studium bist, hast Du einige Klausuren bestanden oder Scheine bekommen. (Ich vermute, was Du jetzt bei Dir ansteht, ist eine Zwischenprüfung.)Dein Urlaub in Hamburg. Und andere Dinge, die ich nicht kenne.


    Nun schreibst Du, Du hattest in Deiner Vergangenheit Probleme (von denen Du hier nichts schreiben möchtest). Dann möchte ich dazu anmerken:


    Und trotz dieser widrigen Umstände, trotz Deiner Probleme hast doch etwas erreicht! Es ist doch viel schwieriger, unter ungünstigen Ausgangsbedingungen etwas zu erreichen als unter optimalen Ausgangsbedingungen. Das, finde ich, ist ein Erfolg.


    Und:


    Du hast geschrieben, dass es in Deiner Vergangenheit eine Phase gab, in der Du "nichts vorzuweisen" hättest. Aber diese Phase hast Du doch überwunden, oder bist gerade dabei, sie zu überwinden.


    Und Du hast doch Deine Probleme immerhin soweit im Griff, dass Du jetzt trotzdem studieren kannst. Das, finde ich, ist auch eine Leistung, ein Erfolg.


    Von daher finde ich, Du solltest Dich nicht schlecht reden.


    Das war jetzt von meiner Seite aus viel Spekulation. Eigentlich ging es mir darum, Dich zu ermutigen, eine etwas andere Sichtweise auf Deine Situation in Erwägung zu ziehen. Dich in Deiner Sichtweise vieleicht nicht unbedingt so sehr auf das Begriffspaar "beruflicher Erfolg/Mißerfolg" zu versteifen. Oder auf das Begriffspaar, "JM/kein JM mehr". Sondern vieleicht dazu quer liegende Begriffspaare zur Beschreibung Deiner Situation oder Deiner Biographie zu finden. Vieleicht auf Deinen Hamburg-Urlaub bezogen: "Neues ausprobieren/im altbekannten verharren". Vieleicht auf deine Prüfungssituation bezogen: "Das Problem angehen und lernen/Prüfungen ewig hinauszögern", statt "Prüfung bestehen/nichtbestehen".


    Ich glaube, das heißt, ich vermute und spekuliere, dass solche anderen Sichtweisen auf das eigene Leben möglicherweise hilfreich sein könnten, sich aus dem "Hamsterad" des ewigen Kreislaufs eingefahrener negativer Gedanken etwas zu befreien.


    Mir geht es, wenn ich in negativer Stimmung bin, ja gerade so: Meine Gedanken gehen den immergleichen Kreislauf vom negativen ins negative, und alle Probleme türmen sich haushoch vor mir auf, und meine eigene Situation, mein ganzes Leben erscheint mir pechschwarz.


    Und wenn ich im Überschwang bin, erscheint mir mein Leben, oder Teilaspekte davon, strahlend weiß.


    Mittelgrau ist es wohl in echt.


    Ich denke, das war jetzt mal wieder lang genug, und ich will Dich ja nicht vom Lernen ablenken. Viel Spaß dabei!

    @tam

    Sieh es mal nicht so negativ. Es ist klar, dass du enttäuscht bist wenn dein kleiner Freund nicht so will wie du. Dieses Problem hat wahrscheinlich jeder JM am Anfang. Viele Jahre lang kanntest du nur SB. Mit einer Frau ist es etwas ganz anderes. Das ist eine große Umstellung. Darauf musst du dich geistig und körperlich einstellen.


    Sieh es positiv! Sie will sich wieder mit dir treffen. Also kriegst du wieder eine Chance. Setz dich nicht unter Druck.

    S.wallisii

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    Recht wahrscheinlich hättest du ohne das Liebesgeständnis diese Erkenntnis dass du zuviel auf sie projeziert hast auch bis heute nicht gemacht.

    Da hast du sicher Recht. Positiv ausgedrückt war es wohl ein notwendiger Schritt, durch den ich etwas weniger idealistisch wurde. Aber auf die Folgewirkungen noch Jahre danach könnte ich irgendwie schon verzichten, auch wenn diese Wirkungen natürlich von meiner eigenen Psyche ausgehen, jedenfalls grösstenteils. Es ist so eine Altlast, die es mir erschwert, unbefangen nach Alternativen Ausschau zu halten.


    Es ist mir einfach irgendwie peinlich, dass wohl nicht echte Liebesgefühle meine Motivation für diese Tat waren, sondern eher die verlockende Möglichkeit, dass ich es noch vor 30 schaffen könnte, eine Freundin zu finden.


    Wie sollte ich aus deiner Sicht zu dieser damaligen Tat stehen, wenn ich jemanden aus dem Umfeld dieser Frau kennenlerne…Die Karten gleich offen auf den Tisch legen? Oder schweigen bzw. nur das notwendigste zugeben, und nur wenn ich darauf angesprochen werde? Oder das Ganze grundsätzlich auf die leichte Schulter nehmen, darüber lachen?

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    Du würdest vielleicht lediglich deine Feigheit verfluchen und bei der nächsten Frau möglicherweise dieselbe Überhöhung praktizieren...

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    Direkter wäre die einfache Tatsache dass es dir sicher nicht leicht gefallen ist damals, da hast dich also überwunden und das ist gut.

    Hm, aus heutiger Sicht hatte eben diese Liebeserklärung auch irgendwie etwas Feiges, ich bezweifle, ob ich mich überwunden habe zu einer mutigen Tat… Ich hielt irgendwie die Spannung nicht aus, wollte eine Abkürzung nehmen, gar nicht unbedingt um schneller am Ziel zu sein, sondern um den Ängsten, die ich auf dem Weg zum Ziel hätte konfrontieren müssen auszuweichen.


    "Überhöhung": Ja, aber nicht dass ich sie als "Engel" gesehen habe, eher als Befreierin, die mich aus meinem Einzelgängerdasein hätte befreien könnte. Ich sah sie so in einem selbständigen, unabhängigen Licht.

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    So wie es aber gelaufen ist, stehst du der Gefahr auf potentielle Partnerinnen die falschen Sehnsüchte zu übertragen doch wachsamer gegenüber. Ist vielleicht ein recht um die Ecke gedachter Vorteil deines Liebesgeständnisses.

    Um die Ecke gedacht ist das nicht. Bei der anderen Frau (über die ich an anderer Stelle mal geschrieben habe) hab ich einen solchen Fehler (bis jetzt) noch nicht gemacht. Ich habe tatsächlich etwas daraus gelernt, wenn auch für meinen Geschmack die Lernerfahrung etwas spät stattfand und ich dafür etwas allzu grosse Opfer erbringen musste.

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    Wenn du dich das nächste Mal überwindest dann wirst du das mit den richtigen Motivationen tun und dafür hast du damals die Grundlage gelegt - die Grundlage nimmst du dir nur wenn du den Fehlschlag, die Fehlmotivation und deine Scham über die positive Seite dominieren lässt.

    Hm, ja, so könnte man es formulieren: Ich hab mich zwar überwunden, aber mit der falschen Motivation. Stimmt, ich kann es nur als Grundlage für weitere Versuche sehen, wenn ich das Positive daraus ziehe. Nur dumm, dass die Folgen dieser Tat in die Gegenwart hineinwirken auf eine Art und Weise, die ich nicht kontrollieren kann, da ein anderer Mensch so stark involviert ist. Aber es ist sicher weniger schlimm, als ich es mir ausmale.


    Betsy

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    Niemand (auch sie nicht!) wird annehmen, dass Du sie nach dieser Zeit immer noch anschmachtest, vor allem da ihr ja über Jahre scheinbar gar keinen Kontakt hattet.

    Das hoffe ich auch nicht, sie lebt ja jetzt auch mit einem anderen Mann zusammen etwas ausserhalb der Stadt. Ich habe keine Liebesgefühle mehr für sie, was mich noch bindet ist nicht Liebe sondern eher so etwas wie Befangenheit, Reue, Scham, worunter es mir so schwer fällt einen Schlussstrich zu ziehen.


    Wieso denke ich nur immer für die anderen mit, das macht alles so kompliziert....

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    ...wieder rauskramen und ihn irgendwem unter die Nase halten. Das halte ich für völlig ausgeschlossen.

    Nein, das glaube ich auch nicht. Aber sie wird es vielleicht mal nebenbei erwähnen, im Wissen, ein "Beweismittel" (mir fehlt grad kein besserer Begriff ein…) zu haben. Ich hoffe deshalb, dass es so ist wie Kwak sagte. Das würde mich beruhigen, wenn es so wäre.

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    Ich kann total gut verstehen, dass ein solches Zusammentreffen nach Jahren sehr schwierig ist. Es erfordert von beiden Seiten den Mut, sich auf einem neuen Level wieder aufeinander einzulassen.

    Also es war eigentlich kein richtiges Zusammentreffen, es gab keinen Augenkontakt. Es gab keinerlei Kontakt. Vermutlich hab nur ich sie gesehen und sie mich nicht.


    Das buddhistische Gleichnis ist übrigens passend, kann mich nur zu gut mit dem zweiten Mönch identifizieren.