Zitat

    jene Frau wieder gesehen, der ich damals eine Liebeserklärung gemacht habe (ein Fehler, der mir heute noch peinlich ist.).

    hallo fiann!


    so ein peinlichkeitsgefühl kann für lange zeit viel blockieren und verunmöglichen, bei mir jedenfalls.


    hast du irgendwie versucht das peinlichkeitsgefühl zu verlieren?


    du bist ja sicher, dass du einen fehler gemacht hast, würde eine art beichte bei ihr dein gewissen wieder leichter machen?

    für den fall, dass undeutlich ist, wen ich mit meinem beitrag angesprochen habe: nicht dich tam, sondern jens.


    @tam:


    dir möchte ich sagen, wie auch schon frollein, dass das, was du erlebt hast, nämlich dass du einen steifen hast und geil bist und in dem moment, in dem ein kondom übergestreift wird, die ganze geile pracht in sich zusammenzufallen beginnt, nicht gerade selten ist.


    darüber musst du dir wirklich keine sorgen machen, das ist (leider) relativ normal. das ist leider auch (manchmal) bei mir so, und ich bezeichne mich als ziemlich erfahrenen mann.


    diese reaktion, dass der penis an härte verliert, liegt bei mir einerseits daran, dass ich gummis generell nicht mag und auch nur sehr selten benutzt habe. manchmal muss ich halt doch eines benutzen. andererseits hängt es damit zusammen, dass die nähe durch das handwerken mit dem gummi kurzfristig verloren geht. man muss die verpackung öffnen, dazu muss man sich schon mal konzentrieren, sonst kriegt man sie nämlich gar nicht auf. diese konzentrationsübung bringt schon mal unerwünschten abstand zur partnerin, ist wie eine zäsur im sonst lustvollen umgang miteinander. dann muss man sich als nächstes darauf konzentrieren, dass man das gummi richtig rum ansetzt, das heisst, du musst erkennen, wie die abrollrichtung ist. wenn man falsch angesetzt hat, heisst das neue packung aufmachen, von neuem beginnen. dann kommt das abrollen, das geht bei mir meist nur ziemlich mühsam, weil diese verkackten gummis meist ziemlich eng sind, ich komme mit dem abrollen deshalb nur langsam voran ... .


    bis ich dann fertig bin, kann es durchaus vorkommen, dass ich feststelle, dass meine lust beginnt in richtung keller zu gehen. dann heisst es, gegen diesen lustabfall anzukämpfen, was in aller regel den genau umgekehrten effekt hat, nämlich, dass mein lustabfall größer wird.


    das passiert mir leider auch noch heute ab und zu, und dann ist es sehr wichtig, eine partnerin zu haben, die das auffangen kann, die dich dann zum beispiel so berührt, dass du wieder geil wirst.


    was ich sagen möchte: such den "fehler" dafür, dass deine geilheit schwindet, nicht bei dir oder deiner partnerin, die gründe liegen in dem "umgehen müssen" mit diesem verkackten gummi. da gibt es halt eine menge männer, für die das kein problem ist, so wie es auch eine menge männer gibt, für die das sehr wohl ein problem sein kann. und meiner erfahrung nach sind es eher die weniger sensiblen männer, denen das hantieren mit dem gummi weniger ausmacht, während die sensibleren dabei "probleme" bekommen.

    Zitat

    @Frollein


    Das hilft mir aber auch nicht

    doch tam, es kann dir helfen.


    es kann dir dazu verhelfen, dich so anzunehmen, wie du bist. es kann dir sagen, dass diese "schlaff-werd-problematik" nicht an deinem jm-dasein liegt.


    daneben sagt es, dass frollein (als vermutlich auch nicht mehr gänzlich unerfahrene) diese geschichte durchaus kennt, dass sie ihr also schon mehrfach begegnet ist.


    daraus kannst du entnehmen, dass es für frollein nicht sooo schlimm ist, denn sie hat sich in keiner weise abfällig darüber geäussert, vielmehr hat sie verständnis dafür gezeigt.


    das sollte dir sagen "es ist eben so wie es ist, eine "gute" frau kann damit umgehen und lässt mich deshalb nicht fallen".


    und es sollte dir sagen, dass "dein" problem auch sehr erfahrene männer haben (deshalb der verweis auf die routiniertesten casanovas).


    das von frollein geschriebene kann dir also eine menge helfen, aber es kann dir nicht dazu verhelfen, dass das phänomen "kleinwerden" weggeht. das ist eben ein merkmal des sensiblen tam, das gehört zu dir.

    @ jens

    Zitat

    Hmmm. Ich finde, beides sollte man machen. Also, neues ausprobieren, sich vieleicht auch mal zwingen, sich zu trauen.

    Ja, und wenn du schreibst, daß du dadurch lockerer geworden bist, dann hat es dir ja wirklich geholfen. Wie gesagt, ich meine ja auch nicht, daß man nichts tun soll. Aber wenn man sich zu oberflächlich, halbherzig einfach nur zwingt, was zu machen, dann besteht ne höhere Wahrscheinlichkeit, daß sich trotzdem nicht so viel ändert. Was auch verdammt frustrierend ist, wenn nicht noch mehr. Denn wo bleiben die Chancen (als Strohhalme zum festhalten), wenn man das meiste davon erfolglos ausprobiert hat?


    Vielleicht war das auch nur zu viel drum herum gedacht, ich bin jedenfalls der Meinung, daß ich mir lange Zeit vieles nur angewöhnt hatte. Raus auf die Piste zu gehen, wenns sich ergibt ein bissel quatschen (ob mit Frauen oder Männern), mit Mädels flirten, Nummern tauschen, treffen, im Internet rumschreiben, mich mit den Mädels treffen. Die ganze Unkompliziertheit, mit der ich dem gegenüberstand, war gewissermaßen angewöhnt. Tatsächlich fand ichs gar nicht soo unkompliziert. Tatsächlich war ich gar nicht so offen und bereit, mein Leben zu ändern bzw. wie ichs lieber ausdrücke, in meine eigenen Bahnen zu lenken. Und jemanden in mein Leben hereinzulassen.


    Deswegen ist darüberhinaus bis jetzt nichts "passiert". Da kommt man schon mal auf den Gedanken, sich zu fragen, was die ganze Aktivität eigentlich bringt. Nicht in dem Sinn, das aufzugeben, so war ich nie, aber sich dem ganzen gegenüber total machtlos zu sehen. Was sollte man dann noch machen, wenn die ganze Aktivität nichts bringt? Was ist, wenn man merkt, daß man dem, das man sich wünscht, unterbewußt ziemlich abweisend eingestellt ist?


    Das ist der Punkt, an dem dieses Aufraffen, Kämpfen an Grenzen stößt. Dann sollte man wissen, daß man woanders weitermachen muß.

    @ jens

    Zitat

    Und ich glaube auch, meine Beziehungsarmut ist ein Ergebnis meiner Entscheidungsschwäche.

    Über meine Entscheidungsschwäche hab ich mir auch Gedanken gemacht. Aber mir platzt dabei noch der Schädel ;-)


    Ich werd jedenfalls besser im Entscheiden, das zählt.

    Zitat

    Indem ich mich für eine Beziehung entscheide, entscheide ich mich gleichzeitig gegen alle anderen potenziel möglichen Beziehungen zu dieser Zeit. Ohne zu wissen, ob denn diese eine Beziehung auch die richtige ist. Das kann man natürlich niemals wissen. Aber so habe ich mich dummerweise um alle Beziehungen gebracht.

    Naja, und wenn du einfach sinnlicher, mit mehr Lust und Laune herangehen würdest?


    Dieser Gedankengang, den zu beschreibst, ist mir nicht fremd. Ich denk aber, wenn ich keinen Gedanken an die Zukunft verschwende, sondern mich einfach nur an Ort und Stelle aufs Wahrnehmen und Genießen konzentriere, dann entscheide ich mich (ohne es überhaupt zu merken) viel überzeugender und zuverlässiger.

    @ Prinz

    Wir haben es ja eigentlich auch recht locker genommen. Sie meinte so, ob der kleine sie nicht mag und ich hab gegrinst und gemeint, dass ich dann die Packung wohl umsonst aufgemacht hab. Und dann haben wir halt anders weiter gemacht :-)

    @Fiann

    Zitat

    Wie sollte ich aus deiner Sicht zu dieser damaligen Tat stehen, wenn ich jemanden aus dem Umfeld dieser Frau kennenlerne…Die Karten gleich offen auf den Tisch legen? Oder schweigen bzw. nur das notwendigste zugeben, und nur wenn ich darauf angesprochen werde? Oder das Ganze grundsätzlich auf die leichte Schulter nehmen, darüber lachen?

    Hm... das letzte wäre doch toll wenn du kannst. Erste Möglichkeit ist keine gute Idee glaub ich und die zweite ergibt sich ja aus der Situation... aber was ist das "notwendigste"? hört sich ja schlimm an. ... ich glaub du malst dir zuviele Horrorszenarien aus ;-) ... und du verurteilst deine Menschlichkeit(!) zu sehr - möglicherweise tut das eine potentielle Freundin im Gegensatz zu dir nicht. Meinem Gefühl nach ist das sogar recht wahrscheinlich und jedes Horrorszenario fällt mit dieser Möglichkeit. :-)


    Und wenn du dir diese böse Tat verziehen hast empfindest du selbst eine Erklärung der damaligen Situation nicht mehr als Grund dich zu schämen, oder verteidigen/rechtfertigen zu müssen. Du weißt ja eigentlich dass du nichts böses getan hast - (zumindest entnehme ich das ein paar Formulierungen) - lass dich überzeugen von diesem Wissen.


    (ich hab heut mein esoterischen wie mir scheint %-|;-D)


    *:)

    S.wallisii


    Danke für diese Interpretation:-D


    Ja, das wäre natürlich das Beste, diese Möglichkeit des Nicht-Verurteiltwerdens durch eine Freundin.


    kuckucksblume

    Zitat

    hast du irgendwie versucht das peinlichkeitsgefühl zu verlieren?


    du bist ja sicher, dass du einen fehler gemacht hast, würde eine art beichte bei ihr dein gewissen wieder leichter machen?

    Hm, komplexe Fragen. Da würde ich mich wohl zu sehr in Abstraktionen verlieren, wenn ich eine präzise Antwort darauf geben wollte...:-/ Das Echo, das ich hier bisher bekam geht in die Richtung, dass ich gar keinen Fehler gemacht habe. Wenn ich sicher wäre, dass das Peinlichkeitsgefühl berechtigt ist, hätte ich es sicher längst überwunden:-/ Aber aufgrund der unklaren Situation gährt es unterschwellig weiter. Wenn man eine Tat aus unbewussten Motiven begeht, die erst später bewusst werden, muss man dann trotzdem die volle Verantwortung übernehmen für die damalige Tat???:-/

    fiann

    Zitat

    Wenn man eine Tat aus unbewussten Motiven begeht, die erst später bewusst werden, muss man dann trotzdem die volle Verantwortung übernehmen für die damalige Tat?

    ich denke schon, ja.


    und zu der frage berechtigt - unberechtigt,


    das peinlichkeitsgefühl ist da.


    so wie eine angst oder frohsein oder sonst ein gefühl, du fühlst es eben so - ob berechtigt oder nicht.


    es heißt ja nicht umsonst "das ist mir peinlich". jemand anderer würde vielleicht ganz anders fühlen, er würde den brief im nachhinein total in ordnung finden.


    aber du findest es eben nicht in ordnung. du hast aber nur deinen eigenen beurteilungsmaßstab, also es bleibt dir ja nichts anderes übrig als dein "das ist mir peinlich-gefühl" ernst zu nehmen.

    Zitat

    nur deinen eigenen beurteilungsmaßstab

    Und wenn damit etwas nicht stimmt? Dann wäre es doch sinnvoller, ihn durch Meinungen von Aussen zu relativieren.


    Ich bin nicht sicher, ob "Peinlichkeit" bzw. mit Gefühlen wie Freude oder Trauer vergleichbar ist, es kommt noch irgendwie so etwas Moralisches dazu:-/ Es ist doch viel weniger Ichbezogen als andere Gefühle, und deshalb auch komplizierter.

    @ Fiann:

    Zitat

    Es ist mir einfach irgendwie peinlich, dass wohl nicht echte Liebesgefühle meine Motivation für diese Tat waren, sondern eher die verlockende Möglichkeit, dass ich es noch vor 30 schaffen könnte, eine Freundin zu finden.


    Wie sollte ich aus deiner Sicht zu dieser damaligen Tat stehen, wenn ich jemanden aus dem Umfeld dieser Frau kennenlerne…Die Karten gleich offen auf den Tisch legen? Oder schweigen bzw. nur das notwendigste zugeben, und nur wenn ich darauf angesprochen werde? Oder das Ganze grundsätzlich auf die leichte Schulter nehmen, darüber lachen?

    Diese Stelle hatte ich bisher irgendwie überlesen. In welchem Zusammenhang vermutest Du denn, würde Dich jemand darauf ansprechen? Bzw. auf was würde er/sie Dich ansprechen? Hattest Du in dem Brief geschrieben, dass Du noch JM bist/warst?


    Was damals Deine Motivation war, weiss ja wahrscheinlich niemand. Das würde ich einfach für immer für mich behalten. Falls Dich doch mal jemand auf das "Geständnis" anspricht, würde ich einfach nur sagen: "Ich hatte damals das Gefühl, dass es zwischen uns gefunkt hat. Deshalb habe ich x den Brief geschrieben." Falls weitere Fragen kommen, würde ich die konsequent abblocken: "Ach, das ist alles so lange her. Das habe ich vor langer Zeit für mich abgeschlossen und möchte da jetzt nicht weiter drüber reden." Im Grunde geht das niemanden was an. Auch wenn Du mal eine Freundin hast, die irgendwie mitbekommen hat, dass "da mal was war", kannst Du sagen, Du willst da nicht drüber reden. Das ist auch in einer Beziehung Dein gutes Recht.