@ Shadowmann

    Deine Vorraussetzungen sind doch ganz gut. Meine jetzt für einen Job. Du hast eine Wohnung, wo du aktuell wohnen kannst. Jetzt kannst du nach einem Job schauen, wenn du keinen in der Umgebung findest, kannst du ja weiter weg bewerben, kannst ja immer sagen, das du so "flexible" bist, und auch an einen Wohnungswechsel für den Job denken würdest. Aus welchen Grunden du die Wohnung wechseln möchtest, musst du ihnen doch nicht sagen.


    Die Frage ist, was hast du gelernt, bzw. als was möchtest du arbeiten? Irgendeine Richtung?

    Lewian

    Zitat

    Aber erstrebenswert findest auch du das nicht, oder?

    Das nicht unbedingt. aber ich glaube ich finde es auch nicht so schlimm. Oder sagen wir, ich finde es mehr oder weniger "normal", dass einem der andere immer ein bisschen fremd bleibt. Viele glauben ja, den Partner in und auswendig zu kennen. Dass das ein Irrtum ist, merken sie erst wenn derjenige etwas unerwartetes tut. Wirkliche Nähe würde für mich einen kontinuierlichen und tiefen Gedankenaustausch sowie große gegenseitige Aufmerksamkeit bedeuten, und ich glaube, das ist auf Dauer gesehen eher selten.

    Zitat

    Habe dich so verstanden, dass du die Naehe schon willst, aber vorsichtig und mit Zeit, um bis dahin zu kommen? (Sorry, OT, aber hat mich halt interessiert, als du es geschrieben hast.)

    Ja, so könnte man es ausdrücken. Wobei diese Nähe vom Gegenüber ja auch gewünscht sein muss, sonst funktioniert's nicht. Außerdem würde wirkliche Nähe sehr, sehr viel Vertrauen vorraussetzen. Das entsteht bei mir sicher nicht einfach so, da müsste jemand schon direkt "dahinter sein", um wirkliche Nähe herzustellen. Insofern finde ich ein bisschen Nähe auch schon nicht zu verachten...


    Kennst du "Brief an D." von Andre Gorz? Es ist ein Brief an seine Frau und eine außergewöhnliche, (neidisch machende ;-D ) Liebesgeschichte. Viel besser als alles was Hollywood je produzieren könnte, und dieses Paar hat z.B. tagelang nicht gesprochen, weil er in seine Arbeit vertieft war. Wenn hier im Forum jemand schreiben würde, dass er/sie tagelang nicht mit seinem Partner spricht, würden wohl viele an der Qualität der Beziehung zweifeln... Insofern neige ich dazu zu wirkliche Nähe für kompliziert und selten zu halten... ;-D

    Lola

    Zitat

    und ich glaube, das ist auf Dauer gesehen eher selten.

    Empirisch magst du recht haben, aber als anspruchsvoller Mensch koenntest du natuerlich trotzdem sagen, "das will ich". Liegt ja auch an dir, ob es zustande kommt, nicht nur am Zufall. ;-)


    Und klar, es braucht Zeit, und es geht nicht ueber "Wissen" bzw. zu wissen glauben, wer der Partner ist, sonder unter anderem ueber Offenheit fuer Ueberraschungen und Veraenderung.

    Zitat

    Kennst du "Brief an D." von Andre Gorz?

    Nein, muss ich mir mal ansehen. Klingt vielversprechend.

    Zitat

    dieses Paar hat z.B. tagelang nicht gesprochen, weil er in seine Arbeit vertieft war.

    Was insofern "wirkliche Naehe" waere, als dass es fuer beide in dem Moment "richtig" erscheint. Und deswegen, weil es funktioniert, verbindet und nicht trennt. (Sage ich jetzt natuerlich ohne das Buch zu kennen.)

    Zitat

    Insofern neige ich dazu zu wirkliche Nähe für kompliziert und selten zu halten...

    Es ist eben deshalb letztlich nicht "kompliziert", weil man so gut zusammenklingt, dass man dem anderen Freiraum geben und dann "wie von selber" so passend reagieren kann, dass man sich verbunden fuehlt, egal was passiert.


    Wobei es natuerlich kompliziert ist, erstmal dahin zu kommen. Man braucht die richtige Einstellung, und die passenden zwei Menschen dafuer.


    Und klar, wenn man auch dann nicht alleine sein will, so lange man das noch nicht erreicht hat, faengt man lieber mal klein an, mit "nur" ein bisschen Naehe...

    Hmm,


    Nähe ?


    Ich habe mal gelesen, dass man immer mit sich alleine ist, also Einsamkeit eine Illusion ist. Jedoch wäre Nähe dann auch eine Illusion.


    Denke inzwischen aber anders darüber. Ich habe mich so oft und zum teil körperlich schmerzhaft, alleine und einsam gefühlt, dass das für mich perasönlich keine Illusion sein kann. Solch gefühlte Einsamkeit ist auch Einsamkeit. Denke das ist bei vielen Gefühlen so, auch bei Nähe.


    Jedoch wechseln Gefühle auch, je nachdem wie sehr man sie nährt und was man von anderen erfährt. Ich war nicht immer einsam, auch wenn ich nicht unter Menschen war und ich war auch manchmal furchtbar einsam unter Ihnen. Muss das Pferd leider von hinten aufzäumen, weil von Einsamkeit hab ich viel mehr Ahnung als von Nähe *schmunzelt leicht*. Jedoch denke ich auch, kann man Erfahrungen in einem Gefühlsbereich auf einen andern übertragen. Logik die sich mit Gefühlen beschäftigt *arghs*. Man kann auch vieles zerdenken, weil man mit Logik nur sehr schwer (gar nicht) Gefühle schaffen kann.


    Jedoch zu Nähe denke ich, es ist ein eigenes Gefühl, was jeder Mensch selber schaffen muss in sich, vll. begünstigt durch andere Menschen. Man braucht auf jeden Fall ein gegenüber, dem man nahe ist, in einem solchen Fall (im Gegensatz zur Einsamkeit). Ich denke auch, man muss sich dafür öffnen, also alle Masken fallen lassen, sonst ist die Nähe ziemlich direkt wieder weg, man baut ja sonst eine Mauer. Und Offenheit bedingt vertrauen nicht verletzt zu werden. Man muss also schon selbstsicher sein, um Nähe aufkommen zu lassen, indem man keine Angst vor Verletzungen hat oder sich jemandem Stück für Stück immer weiter öffnen, bis man genug Vertrauen aufgebaut hat, sich zu öffnen. Wird dies erwidert und bestätigt, kann es zur wirklichen Nähe kommen, dass sind für mich die Momente, wo diese Nähe auf einem stillschweigendem Gegenseitigen beruhen. Wenn man wirklich erkennt, in den Augen liest, der andere ist einem auch Nahe.


    Ich kann übrigens auf Grund meiner Unberührtheit nicht so selbstsicher sein, keine Angst vor verletzungen zu haben, dafür braucht es korrektive Gegenerfahrungen, dass mich keiner verletzt oder ich hätte solche Erfahrungen nicht machen dürfen. Also bleibt nur das schrittweise öffnen, Vertrauen aufbauen. Aber Nähe hat für mich unbedingt mit Vertrauen zu tun und auch irgendwie mit Intimität, denke ich mal. Wenn ich jemand wirklich Nahe sein will, bzw. dies spüre, will ich auch in Ihn dringen (den Menschen), alles teilen, den anderen als Teil von mir spüren. Nähe und Liebe sind für mich auch zwei Dinge wohl, die zusammen gehören.


    Jedoch denke ich, es ist wie mit dem glücklich sein, man kann nicht permanent zu jemandem Nähe empfinden, dass sind Momente, vll. Tage manchmal. Ist auch gut so, jeden Tag Fleisch wird auf die Dauer auch langweilig (hoffe Ihr wisst was ich damit sagen will).


    Ist zwar ziemlich theoretisch gedacht, aber was soll ich machen ^^.

    Zitat

    Empirisch magst du recht haben, aber als anspruchsvoller Mensch koenntest du natuerlich trotzdem sagen, "das will ich".

    Dazu müsste ich erstmal sicher sein, dass ich dazu überhaupt in der Lage bin. ;-D Vielleicht würde ich mir zu sehr ausgeliefert fühlen, oder die wirkliche Nähe hätte einen Preis, den ich nicht bezahlen will... Wer weiß. ;-D

    Zitat

    Liegt ja auch an dir, ob es zustande kommt, nicht nur am Zufall.

    Ja, an mir, aber eben auch am Gegenüber. Und so austauschbar ist das Gegenüber ja nicht, dass man sagen würde: Na gut, wenn du keine wirklich tiefe Nähe willst, dann gehe ich eben...

    Zitat

    Und klar, es braucht Zeit, und es geht nicht ueber "Wissen" bzw. zu wissen glauben, wer der Partner ist, sonder unter anderem ueber Offenheit fuer Ueberraschungen und Veraenderung.

    Ja, glaube ich auch.

    Zitat

    Es ist eben deshalb letztlich nicht "kompliziert", weil man so gut zusammenklingt, dass man dem anderen Freiraum geben und dann "wie von selber" so passend reagieren kann, dass man sich verbunden fuehlt, egal was passiert.

    Sich-verbunden-Fühlen ist eines. Aber dieses "egal was passiert", kann ich mir so eben nicht vorstellen. Für mich gibt es schon Dinge, die passieren können und alles ändern würden. Ich glaube meine Gefühle sind weniger belastbar als die manch anderer Leute. Sie sind zerbrechlich.

    Zitat

    Und klar, wenn man auch dann nicht alleine sein will, so lange man das noch nicht erreicht hat, faengt man lieber mal klein an, mit "nur" ein bisschen Naehe...

    Wie sollte man denn sonst anfangen, außer klein? ??? Ich glaube so passend könnte ein Mann gar nicht sein für mich, dass ich "groß" anfangen könnte. Wie gesagt, ich kenne keine rosarote Brille, das macht kleine Dinge automatisch wertvoller... ;-D

    Ach, Nachtrag

    Hmm, etwas wirr oben formuliert, aber geht noch, denke ich ^^.


    Noch ein Nachtrag:


    Wie Lola so richtig schrieb:

    Zitat

    Wirkliche Nähe würde für mich einen kontinuierlichen und tiefen Gedankenaustausch sowie große gegenseitige Aufmerksamkeit bedeuten, und ich glaube, das ist auf Dauer gesehen eher selten.

    Gerade das, halte ich auch für die Grundvorraussetzung. Man kann in keinen Menschen hineinsehen, aber ich denke man kann lernen, einen anderen Menschen zu verstehen, Ihn wirklich zu kennen, und dann wirklich fasziniert zu sein von Ihm, trotz dass er ganz anders ist. Dieses Interesse (die Liebe zum anderen?) am anderen bedingt sogar das fortwährende Gespräch. Deswegen suche ich vll. auch nach interessanten Menschen, im Moment. Ich will über die Nähe zur Liebe kommen (kommt gerade so der Gedanke). Und es ist ein nicht so Angst machender Weg, unterhalte mich verdammt gerne und bin sehr offen, praktisch fast ein hobby, wenn da nicht die Angst vor Frauen oder Intimität wäre ^^. So umschiffe ich das was und hole mir meine positiven Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht *gg*.

    Zitat

    Oder sagen wir, ich finde es mehr oder weniger "normal", dass einem der andere immer ein bisschen fremd bleibt. Viele glauben ja, den Partner in und auswendig zu kennen. Dass das ein Irrtum ist, merken sie erst wenn derjenige etwas unerwartetes tut.

    Zum Glück bin ich nicht normal ^^. Ich habe so viele Beziehungen um mich herum gesehen und fragte mich wirklich oft, warum bleiben die zusammen ? Es gibt Partnerschaften, welche wirklich ohne viel Nähe auskommen oder erfüllende Intimität, traurig. Sex, Partnerschaft und der ganze Rattenschwanz erzeugt soviele Probleme, auch bei nicht JM/JF. Da gibt es Maßskalen, wie man sein muss, Normen an die man sich zu halten hat, Ängste über sich selber zu reden und ich denke oft, diese nicht-JM/JF, laufen an Ihrem Glück vorbei. Genau wie ich *lach*. Also so einen großen Unterschied macht es für mich auch nicht mehr, JM zu sein, hab nur langsam aber sehr sicher etwas Torschlußpanik. Ich glaube ich sehe meinen größten Vorteil inzwischen darin, dass ich weis, was ich will, zumindest was ich nicht will.


    Zum Zitat zurück, bin abgeschwiffen leicht:


    Ich will wissen, wie sich mein Partner fühlt (oder zukünftiger). Ich glaube nicht daran, dass wenn man sich einmal geliebt hat, dies Bestand hat, ohne daran zu arbeiten und dafür immer wieder was zu tun. Es ist ein Fakt, dass Menschen sich verändern, also muss man immer wieder das Gespräch suchen, wer der andere jetzt ist und dass Schöne dabei, man kann sich dann auch immer wieder neu verlieben in den Menschen. Partnerschaften ohne Interesse am anderen oder weiterentwicklungen, sind für mich Gewohnheitsbeziehungen. Will keine Beziehung, wo man keine Nähe mehr aufbauen kann und denke die scheitern auch. Oder viel schlimmer, man bleibt in Ihnen und hat ständig das Gefühl, irgendetwas fehlt. Bevor ich so einen Kompromiss eingehe, dann lieber noch ne Zeit JM!!!


    Ich glaube an die Liebe und viel Schöner, ich liebe die Frauen, bin also gar nicht verbittert. Mir war immer klar, es liegt zum großen Teil an mir, dass ich JM bin, bei meiner romantischen Einstellung zur Liebe auch kein Wunder *lach*. Aber im Ernst, war nicht beziehungsfähig und daran arbeite ich einfach jetzt, aber meine Ideale lasse ich mir nicht nehmen, denn das bin ich, das ist mein ganzes Leben und darüber definiere ich mich. Ich mag mich so und weis, auch Frauen werden das mal zu schätzen wissen, hoffentlich bald^^. Es hat sich auf jeden Fall was an meiner Ausstrahlung geändert und schreib Euch schon wieder nen Roman^^.


    Lasse das mal ohne Gegenlesen so stehen.

    @ lolaX5

    Zitat

    Ausdauertests kann ich nachvollziehen, dazu neige ich auch. Aber selbst, wenn jemand am Ball bleibt, kann doch in der Beziehungsanbahnungsphase keine wirkliche Nähe entstehen, oder?

    Hmm, vielleicht besteht mein Dilemma auch darin, daß für mich diese wirkliche Nähe bisher nicht entwickelbar war.

    Zitat

    Wirkliche Nähe würde für mich einen kontinuierlichen und tiefen Gedankenaustausch sowie große gegenseitige Aufmerksamkeit bedeuten, und ich glaube, das ist auf Dauer gesehen eher selten.

    Für muß die Nähe einfach da sein - unausgesprochen, weil sie eh total gegenwärtig ist.


    Vielleicht so wie man es als Kind empfindet... ohne Kampf, weil ich die Nähe nur festhalten brauch. Wenn da keine Nähe ist, kann ich nix tun.... oder ich bin emotional einfach nur etwas zurückgeblieben ;-D


    Naja, beim nächsten Mal geb ich mir Mühe. Wie kann man so ein unverbindliches Anbandeln nur spontan emotional "durchdringen" lassen? Ich achte ja schon sehr auf solche Impulse, aber das hat noch nicht geklappt....