@Copper

    Zitat

    Naja, das sind Beispiele, die mich ehrlich gesagt nicht überzeugen. Dieser Aktionismus ist eh nicht mein Ding.


    Nachts um vier hab ich das Grillen normalerweise hinter mir, ne dicke Wampe und nen dicken Kopp und will nur noch schlafen

    Ich wage mal zu behaupten, dass das an der fehlenden Möglichkeit liegt. Ich plane ja nicht 3 Wochen vorher, am 11.04. um 4:03 Uhr den Grill auf dem Balkon aufzubauen und Bratwürste zu grillen. Der "Aktionismus" ergibt sich aus der Situation. ICQ-Chat mit 2 Mitstudenten:


    Student 1:"Ich hab Hunger."


    Student 2: "Ich auch."


    Student 3: "Ich hab noch Bratwurst."


    Student 1: "Ich hab nur noch Ketchup und Mayo im Kühlschrank."


    Student 2: "Dann lass uns grillen!"


    Natürlich KÖNNTE man an dieser Stelle auch sagen, "es ist vier Uhr morgens, lass mal lieber ins Bett gehen". MUSS man aber nicht. Ich denke mal, die meisten Eltern hingegen werden mit totalem Unverständnis reagieren, wenn man nachts um 4 den Grill auf dem Balkon anfeuert.


    Das war wie gesagt auch nicht an der Tagesordnung a la "Ohje ich muss cool sein, lass mal schnell was "totaaaaaal verrücktes" abziehen, dass wir morgen damit bei den anderen angeben können". Es war in dem Moment einfach "richtig", Bratwurst zu grillen ;-D So wie es irgendwann einfach "richtig" ist, die Hand der Angebeteten zu nehmen oder sie zu küssen.


    Übrigens sind Nachts-um-4-spontan-Griller nicht unbedingt Looser in Sachen Studium, sondern schaffen es durchaus, 4 Jahre später als Doktorand zu "enden".

    Dann doch nochmal zur Wohnsituation

    Also, es ist richtig, dass es ein par Einschränkungen mit sich bringt bei seinen Eltern zu wohnen. Tatsache akzeptiern.:)D


    Es ist aber nunmal so, dass eine eigene Wohnung einiges an Geld kostet. Eine WG ist nicht jedermanns Sache.


    Wie bei vielen Dingen hat auch die Wohnsituation bei den Eltern Vor- und Nachteile. Den Königsweg wird man auch hier vergeblich suchen.


    Möglicherweise werden einige Frauen abgeschreckt reagieren wenn der Mann den sie kennen lernen noch bei seinen Eltern wohnt. Aber wohl kaum alle.


    Dazu noch etwas aus meinem Erfahrungsschatz.;-) Ein Mädel das ich kenne war mit ihrem Freund über 5 Jahre zusammen bevor sie zusammengezogen sind. Er hat während dieser Zeit bei seinen Eltern gewohnt. Er hatte die 25 schon überschritten.

    Zitat

    dass nicht eine einzige Frau dabei war, die gesagt hätte, dass ihr das egal ist

    Ich hab zwar trotz 7 Jahren WG und momentanem alleine wohnen noch keine Freundin.:-( Trotzdem sehe ich es auch so, dass es eine Grundvoraussetzung ist, überhaupt für eine Partnerin in Frage zu kommen.


    Nicht alle WGs sind "PartyWGs", es gibt auch solche, wo alle einander in Ruhe lassen;-) Ich bin ruhig und introvertiert und hab auch mit solchen Leuten zusammengelebt. Und ich bereue es nicht. Es brauchte Mut, da ich äusserst empfindlich reagiere auf jegliche Veränderungen und Störungen, die die eigenen vier Wände betreffen. Ich bin irgendwie emotional ein wenig reifer geworden, gerade weil ich diesen unangenehmen Situationen nicht auswich.


    Wobei es natürlich ebenso ein Trugschluss ist, Ablösung von den Eltern nur unter dem geographischen Aspekt zu sehen. Ablösung findet innerlich statt, aber das selbständig Wohnen beschleunigt diesen wichtigen Prozess.

    kwak

    Dein Beispiel passt nicht so ganz, weil sie sich ja schon mit 20 kennengelernt haben. Außerdem bestätigen Ausnahmen die Regel, das sehe ich auch so.


    :-)


    Wie auch immer, Studium ist doch nicht nur lernen, sondern Studentenleben! Da fehlt doch was, wenn man das als Student nicht erlebt hat. %-|

    Sind hier eigentlich Kommentare von Frauen erwünscht???


    Es ändert sich einiges, wenn man von zu Hause wegzieht. Bei Eltern ist man doch "immer Kind", egal, wie alt man ist. Man baut sich einfach eine Selbständigkeit auf. Man (n/Frau) ist für den eigenen gefüllten Kühlschrank, den verschmierten Tisch abwischen, Wäsche, Staub, alte Fernsehzeitungen herausbringen usw. zuständig.


    Damit sage ich nicht aus, dass alle, die mit Mitte 20 noch zu Hause wohnen, gar nichts im Haushalt machen! Aber mit Mami im Hintergrund, die einen noch bekocht, ist es eben nicht so, als wenn man fern der Familie wohnt.


    Man kann doch seine Familie trotz Auszug lieb haben.


    Wenn der finanzielle Rahmen nicht passt oder der richtige Zeitpunkt nicht da ist, wo es im Kopf *klick* macht, dann ist es in Ordnung. Aber aufgrund eigener Erfahrungen kann ich nur sagen, dass man sich doch für sich selber zum Positiven verändert, nach einem Auszug.


    Und das ist jetzt meine Sicht als Frau: Ab einem bestimmten Alter ist ein Besuch bei einem Mann, der bei Mutti wohnt, doch mit hochgezogenen Augenbrauen zu begutachten.

    @Copper

    Zitat

    Das Gefühl, das man innerhalb der Familie oder bei Freunden hat, die man besser kennt, als von ein paar netten Parties. Dieses Zusammenwachsen... das ist mir wichtig, das ist ne Qualität. So will ich leben.

    Ich auch :)^. Aber so eine tiefe Freundschaft hat ja irgendwo mal einen Anfang. Solche Erlebnisse wie die geschilderten sind da ein guter Einstieg. Natürlich nicht er einzige. Aber m.E. ein wichtiger. Als "Nach-Hause-Fahrer" ist man einfach viel seltener dabei. "Spontane Verbrüderung" ist ja meistens wirklich schon vorbei, wenn alle wieder nüchtern sind...

    Hallo Pflanzerin, das ist möglicherweise das alte Problem: Wenn eine Frauensperson spricht, hat Mann in der Regel zu wenig Augen, um aufmerksam zuhören zu können. ;-)


    Ansonsten kann ich Dir nur zustimmen: Der rechtzeitige Auszug aus dem Elternhaus ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Entwicklung einer eigenen, selbstständigen Persönlichkeit.