@ Luise2008

    Interessantes Zitat. Und passt dazu, dass ich erst kürzlich von einem Buch las: Wlodarek "Überwinden Sie ihr Beuteschema" oder so. Das ist eine sehr bekannte Psychologin. Es richtet sich an Frauen und soweit ich das richtig verstanden habe, ist die Essenz folgende: Frauen fallen auf die ganze Alpha-Tier-/ Dominanz-Geschichte rein und lassen die "nur netten" Kerle links liegen. Obgleich diese eigentlich die viel besseren Beziehungspartner sind. Tja, ich müsste es lesen, um Gewissheit zu erlangen, keine Zeit.

    @ All

    Ich muss sagen, die Hoffnung je tatsächlich eine Frau zu treffen, mit der echte Liebe zustandekommt, habe ich inzwischen abgehakt. Das ist keine Negativphase, als vielmehr ein gesundes Stück Realismus. Das Gute daran: Es entsteht so etwas wie Fatalismus. Generell erkenne ich diesen zunehmend in meinem Leben. Es ist mir schlichtweg scheißegal, ob irgendetwas schiefgeht. Ich behaupte mal, das ist ein Ansatz, um mehr vom Leben zu haben. So eine Art positiver "No-Future-Ansatz".

    Zitat

    Ich behaupte mal, das ist ein Ansatz, um mehr vom Leben zu haben. So eine Art positiver "No-Future-Ansatz".

    Kenn ich- das versuch ich auch ständig. Wobei das wieder nur en Kopf in den Sand stecken ist und ein Scheitern vorm "normalen" Leben wär! :-/


    Hab jetzt über eine Online-Plattform sowas wie einen ersten Kontakt bezüglich gemeinsamer Sportaktivitäten geknüpft. Wann und ob wir uns nun tatsächlich treffen steht noch völlig in den Sternen, aber es ist zumindest erstmal ein Strohhalm an den ich mich ein paar Tage klammern kann! ;-)

    Zitat

    So eine Art positiver "No-Future-Ansatz".

    Es ist offensichtlich völlig sinnlos irgendwelche Pläne für die Zukunft zu machen. Es kommt immer anders als man gedacht hat.


    Ich habe oft gedacht wenn das hier überstanden ist wird es besser. Aber nie hat es gestimmt. Nach dem Abi kanns nur besser werden - es wurde schlimmer. Wenn das Studium vorbei ist wird alles besser - jetzt wütet die Finanzkrise und die Jobsuche ist aussichtslos. Mal sehen was als nächstes kommt. Ich versuche nicht es mir vorzustellen. Es kommt immer anders.


    Nur in einem Punkt wird es kaum eine Änderung geben. Eine Beziehung mit einer Frau wird es wohl kaum geben. Woher auch?

    Zitat

    Das ist keine Negativphase, als vielmehr ein gesundes Stück Realismus. Das Gute daran: Es entsteht so etwas wie Fatalismus. Generell erkenne ich diesen zunehmend in meinem Leben.

    So sehe ich es auch. Im Grunde verarschen wir uns doch selber. Man denkt immer, dass man eine echte Wahlmöglichkeit hätte, jedoch steht vieles schon fest bevor ich überhaupt die Frage stelle welche Alternative ich wähle. (Thema: Freier Wille) Ist es nicht so? Daher denke ich sollte man viel mehr einfach auf sich zukommen lassen ohne andauernd über die Konsequenzen zu denken. Natürlich nicht so gravierend, dass man ins Casino geht und alles auf Schwarz setzt, aber eine gesunde Lockerheit ist bestimmt nicht verkehrt.

    Zitat

    ... und die Jobsuche ist aussichtslos.

    KWAK, Du bist ein Normalsterblicher, was die Begabungen und die Noten betrifft (nehme ich jetzt mal an). Da ist die Jobsuche immer schwierig. Das ist ganz normal. Du schreibst 50 Bewerbungen, bekommst 10 Gespräche (schon ein guter Schnitt), bekommst 2-3 Angebote. Ich habe immer dann ein Angebot bekommen, wenn es mir eigentlich scheißegal war. So viel zum "positiven Fatalismus"

    "Liebe, ein unordentliches Gefühl"


    Hat jemand mal den vorletzten Spiegel gelesen? Da hat ein Typ aus seinem o.g. Buch geschrieben. Tenor: Das Streben des Menschen, die wahre Liebe zu finden und eine Beziehung zu führen, die ihn gefühlsmäßig erfüllt i.S.d. Selbstverwirklichung, ist wohl relativ neu. Früher heirateten die Menschen aus pragmatischen Gründen, wurden in ihren SChichten verheiratet, was auch immer. Angeblich waren sie nicht unglücklicher. Nur unsere "multioptionale" Gesellschaft erschafft Anforderungen an das Glück, die schier unerreichbar scheinen, zumindest für mich.

    Zitat

    Früher heirateten die Menschen aus pragmatischen Gründen, wurden in ihren SChichten verheiratet, was auch immer.

    Interessanter Ansatz! Also ein Grund war in jedem Fall der Sicherheitsaspekt, und dann eigentlich auch so eine Art Rentenversicherungsaspekt. Die Menschen hatten früher 10 Kinder, damit sie später mal "Altersrente" gehen konnten. Unser Rentenversicherungssystem hat versagt, das damalige nicht. Daneben waren die häuslichen Pflichten ganz anders, es war einfach viel billiger und aus Kostengründen eigentlich Pflicht als Paar zu leben. Die ganzen Haushaltgeräte waren früher auch noch ziemlich teuer.


    Heute spielen diese Aspekte keine Rolle mehr und im zunehmenden im vereinfachten Leben, da liegen die Bedürfnisse in viel höheren Schichten. Es könnte jedoch sein, dass wir uns wir mit diesem vermeintlich lässigen Lebensstil immer mehr vereinsamen.

    Zitat

    Die Menschen hatten früher 10 Kinder, damit sie später mal "Altersrente" gehen konnten.

    Das war schon vor 100 Jahren nicht mehr der Grund. Die hohen Geburtenzahlen lagen hauptsächlich an den mangelnden Möglichkeiten der Verhütung. Der Aspekt der Altersversorgung war in viel früheren Zeiten ausschlaggebend.


    Früher wurde es von der Gesellschaft erwartet zu heiraten. Das lag auch am Einfluss der Kirche. Außerhalb der Ehe durfte es offiziell keinen Sex geben. Auch die Weitergabe des guten Famileinnamens und die Sicherung der Erbfolge spielen eine wichtige Rolle. Das änderte nichts daran, dass heimliche Affären neben der Ehe gepflegt wurden. In den letzten 100 Jahren hat der Einfluss der Kirchen zum Glück stark abgenommen.


    Auch ein wichtiger Grund zum heiraten war die gegenseitige Versorgung. Frauen verdienten selbst kein Geld, Männer konnten nicht kochen und waschen. Also eine Zweckgemeinschaft. Ob damit alle Beteiligten dauerhaft glücklich waren ist eine andere Frage.

    Zitat

    Daneben waren die häuslichen Pflichten ganz anders, es war einfach viel billiger und aus Kostengründen eigentlich Pflicht als Paar zu leben. Die ganzen Haushaltgeräte waren früher auch noch ziemlich teuer.

    Interessanterweise ist in den letzten 10 bis 20 Jahren das Armutsrisiko stark angestiegen. Diverse Soziologen erklären das fast komplett mit der steigenden Zahl von Single-Haushalten und nicht mit der sich verändernden Art und Weise des Beschäftigungsverhältnisses. Wer alleine im Leben vor sich hinwurschtelt, ist viel stärker dem Risiko von Armut ausgesetzt. Fand ich sehr verblüffend und einleuchtend. Wie auch immer, ich finde es unendlich angenehmer jetzt. Bin sehr froh in einer Zeit und Gesellschaft zu leben, in der man nur aus romantischen Motiven heiratet im Idealfall.

    Zitat

    Das war schon vor 100 Jahren nicht mehr der Grund.

    Heute wäre es wieder der Grund Nr.1 Sind wir doch mal ehrlich. Welche Sicherheit haben Unternehmen? Welche Sicherheit haben Kinder? Kinder sind die beste Investition. Aktien, Lebensversicherungen, alles wertlos wenn das Kartenhaus zusammenklappt. :)^

    @ Kwak:

    Vielleicht sollten wir mal "Glück kommt selten allein..." von Hirschhausen lesen! (;

    Zitat

    Welche Sicherheit haben Kinder? Kinder sind die beste Investition. Aktien, Lebensversicherungen, alles wertlos wenn das Kartenhaus zusammenklappt.

    Die Gesellschaft braucht aber keine Kinder! Jedenfalls nicht mehr soviel wie früher. In immer mehr Regionen wachsen Kinder in Armut auf. Warum? Weil den Eltern und den öffentlichen Institutionen die ökonomischen Fähigkeiten fehlen diese zu ernähren. Unsere Gesellschaft wird immer technischer: Immer weniger Menschen werden für Produktion von Gütern oder Erbringung einfacher Dienstleistungen benötigt. Der Mehrwert dieser Arbeit verschwindet zunehmend in den Händen derer, denen die Produktionsmittel gehören (also Firmenbesitzer, Aktienanteilshaber etc.). Selbst das Bildungswesen geht den Bach runter. Das ist aus Sicht der vielen Betroffenen sicher schlimm, aber stört es die Gesellschaft? Nein es macht sie nur effizienter, weil auf Privatschulen und Eliteunis die nötige Anzahl an "Leistungsträgern" für die Zukunft heran gezogen wird.


    ...und nun sage mir noch einer wir bräuchten Kinder für die Zukunft! %-|

    Zitat

    ..und nun sage mir noch einer wir bräuchten Kinder für die Zukunft! %-|

    Ja, vorallem Deutschland! Kinder braucht man immer, weil wir nur noch bis 67 arbeiten und dann nur noch konsumieren. Wenn du keine Kinder gezeugt hättest, würde keiner deine Güter produzieren, du selber möchtest ja in Rente gehen. In Deutschland wird es statistisch übrigens nicht genug Menschen geben um die ganzen Güter für die Rentner zu produzieren. Es wird ein Land sein, dass Überschuss hat. China. China wird für uns produzieren, sie haben genug Human-"Kapital". Weltweit gibt es gottseidank keine Überalterung.

    Zitat

    Kinder braucht man immer, weil wir nur noch bis 67 arbeiten und dann nur noch konsumieren.

    Ziemlich egoistische Denkweise Kinder in die Welt zu setzen, nur damit man selber im Alter versorgt ist! Wir sind doch noch jung genug selber vorzusorgen. Ich kann doch nicht sagen, "wir brauchen Kinder für unsere Rente", ohne mir Gedanken zu machen, wovon diese Kinder dann leben sollen!? Erstens nimmt die Automatisierung immer weiter zu, sodass wir immer weniger Menschen zur Güterproduktion brauchen. Zweitens werden Konsumgüter eh in zunehmendem Maße in Asien gefertigt, weil die Löhne hier viel zu teuer sind. Ich behaupte also weiter: wir brauchen in Zukunft viel weniger Kinder als heute. Weniger Menschen würde auch diese furchtbare Zersiedelung Deutschlands mit den grausamen Eigenheimsiedlungen und Baumärkten auf der grünen Wiese eindämmen.